Monatsrückblog Mai 2026

Jetzt ist auch der Mai, wieder vorbei. Schade, denn der Mai ist mein Lieblingsmonat. Es ist morgens schon früh hell und wird abends erst spät wieder dunkel. Da ist die Gewissheit, dass die Tage noch länger werden – und das Gefühl, dass der Sommer noch lange dauert. In diesem Mai war es sehr sonnig – vor allem in der zweiten Monatshälfte kletterte das Thermometer teilweise auf hochsommerliche 30 Grad. Und ich mag es gerne warm.

Wanderurlaub in Portugal

Meist sonnig, aber nicht zu heiß: Zum Wandern war das Wetter in der ersten Maiwoche in Portugal ideal. Und auch sonst stimmte in unserem Wanderurlaub eigentlich alles. Azenhas do Mar gilt als einer der schönsten Orte Portugals. Die Landschaft ist traumhaft, Foe hatte tolle Wanderrouten ausgearbeitet und eine schöne Ferienwohnung nah am Meer ausgesucht. Nur mit dem Schwimmen klappte es nicht – die Wellen im Atlantik waren ziemlich hoch und so ganz traue ich meinem Fuß auch ein Jahr nach der OP noch nicht.

Schwimmen in Burgwedel

Eigentlich ist Schwimmen ja nicht mein Sport: Das Wasser ist mir zu kalt und zu nass. Aber wenn ich mich überwunden habe und im Wasser bin, macht es mir meist Spaß. Außerdem ist Schwimmen gesund und hilft möglicherweise auch bei den muskulären Problemen, die mich zurzeit plagen. Und so habe ich mir eine Saisonkarte für das Freibad in Burgwedel gekauft und mir vorgenommen, jede Woche mindestens zweimal schwimmen zu gehen. Das ist mir bis jetzt gelungen.  

Schreiben

Mit dem Schreiben klappte es dagegen im Mai – wie schon im April – leider überhaupt nicht. Mitte März hat mich eine allgemeine Schreibunlust gepackt. Außer meinen Morgenseiten habe ich nur wenig geschrieben. Mein Ziel, den Roman, an dem ich arbeite, im zweiten Quartal zu beenden, ist in weite Ferne gerückt. Und auch die Zahl der veröffentlichten Blogbeiträge bleibt mit je drei im April und Mai weit hinter meinem Ziel zurück. Fünf sollten es jeden Monat eigentlich sein. Nicht einmal den Monatsrückblog für April habe ich beendet und gepaostet. Doch ich hoffe, dass die Lust am Schreiben allmählich wieder zurückkehrt. Vielleicht brauchte ich einfach mal eine Pause …

Natur Journaling

… oder einen Anstoß von außen. Anfang des Jahres hatte ich mir vorgenommen, mehr Zeit in der Natur zu verbringen und Nature Journaling auszuprobieren. Mich reizt an der modernen Art des Naturtagebuchs die Kombination aus Wörtern, Skizzen, Fotos, Zahlen und Fakten. Ich bin zwar weder eine gute Zeichnerin und noch kenne ich mich mit der heimischen Flora und Fauna aus. Aber wer ein Nature Journaler führt, muss weder KünstlerIn noch NaturforscherIn sein, so das Credo der Nature-Journaling-Bewegung.

„Es geht nicht ums perfekte Zeichnen, sondern ums bewusste Hinschauen, Beobachten und Fragenstellen“, meinte Tina Blanke, die Leiterin des VHS-Kurses, den ich belegt habe. „Mit jedem Strich, jedem Wort und jeder Frage wächst ein Stück Naturverbindung.“ Das klingt gut. Jedenfalls hat mich der Kurs ermutigt und motiviert.Ich werde das Nature Journal, das ich im Januar begonnen habe und das über die Anfänge nicht hinaus gekommen ist, weiterführen.

Unser Garten im Mai

Ja, es ist nur ein Garten, aber wenn ich im Wintergarten, auf der Terrasse oder im Garten bin, fühle ich mich ein bisschen wie in der Natur. Im Mai zeigte sich der Garten von seiner schönsten, buntesten Seite. 

Allen voran die Rosen, die sich in unserem Garten sehr wohlzufühlen scheinen – die beiden ausgewilderten No-name-Topfrosen ebenso wie meine drei Edelrosen: die Rhapsody in Blue, die Künstlerrose und die Päonienrose.  

Vor allem die Rhapsody blüht in diesem Jahr so üppig wie noch nie. Die Blüten stehen dicht an dicht und duften herrlich, doch leider verblühen sie sehr schnell. Die Pfingstrosen haben lange auf sich warten lassen – erst Ende Mai öffnete sich endlich die erste Knospe.

Ich bin, ich gebe es zu, eine Chaosgärtnerin: Viele Pflanzen haben sich ohne mein Zutun in unserem Garten angesiedelt und sind gern gesehene Gäste: Die Fingerhüte zum Beispiel, Glockenblumen und Mohn. Nur den Dreimasterblumen muss ich immer wieder Einhalt gebieten, weil sie sonst alles überwuchern, was in ihrer Nähe wächst.

Nicht nur Fachwerk

Apropos Nähe, manchmal liegt das Schöne wirklich ganz nah. Celle zum Beispiel. Natürlich war ich schon öfter in der Stadt, die laut Geo.de zu den zehn schönsten Fachwerkstädten Deutschlands zählt und das größte geschlossene Ensemble Europas bildet.

Aber obwohl Celle nur zehn Minuten mit dem Zug entfernt liegt, also quasi direkt vor der Haustür, fahre ich nur selten hin. Auch Ende Mai bin ich nur durch die Stadt gebummelt, weil ich vor einem Arztbesuch noch Zeit hatte.

Das soll sich ändern, denn Celle hat mehr zu bieten als eine pittoresken Altstadt mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern und einem Schloss im Renaissance- und Barocksstil. Siedlungen im  Bauhausstil beispielsweise mit sehr einfachen, aber preiswerten Kleinstwohnungen für Familien mit Kindern. Zwei der nur 32 bis 45 Quadratmeter kleinen Wohnungen im Blumläger Feld blieben unverändert und wurden Möbeln aus der Entstehungszeit ausgestattet. Ich werde sie mir beim nächsten Celle-Besuch ansehen, ebenso wie das kleine Museum, das an den Architekten und Städtebauer Otto Haesler erinnert, der die Häuser in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts entworfen hat.

Gedenken an Dr. Albert David

Am 9. November vergangenen Jahres habe ich mit anderen Omas gegen rechts den Stolperstein für Dr. Albert David am Alten Postweg in Großburgwedel geputzt und mit Blumen geschmück. An seinem Todestag haben wir die Aktion wiederholt. Am 19. Mai 1940 vergiftete sich der angesehene Arzt in seiner Wohnung, als ihn zwei Gestapo-Männer aufsuchten und abholen wollten.

Seit der Machtübernahme im Jahr 1933 hatten ihm die Nazis das Leben schwergemacht:  Weil er Jude war, entzogen sie ihm im September 1938 die Approbation. Er musste seine Praxis schließen, sein Vermögen wurde eingezogen. Im Mai 1940 trieben sie ihn in den Tod.

Der Stolperstein für Dr. Albert David war der erste in Burgwedel, 28 weitere folgten. Sie erinnern an 28 Kinder von Zwangsarbeiterinnen, die ihren Müttern weggenommen wurden, verhungerten oder starben, weil sie nicht versorgt wurden. Der 30. Stolperstein wurde erst vor einigen Tagen in Fuhrberg, einem Burgwedeler Ortsteil, verlegt – zum Gedenken an Heinrich Seehaus, den die Nationalsozialisten 1942 hinrichteten.

Pfingsten im eigenen Garten

Diejenigen, die meinen Blog gelegentlich lesen, wissen es: Ich liebe schöne Gärten und bin ein großer Fan der Veranstaltungsreihe „Die offene Pforte“. Die wurde in England erfunden und 1991, als Hannover seinen 750. Geburtstag feierte, in die Landeshauptstadt importiert. Im ersten Jahr öffneten 26 GartenbesitzerInnen ihre Pforten für Interessierte und Neugierige wie mich, in diesem Jahr sind es rund 120 in und um Hannover.

Offene Pforte meets Rendezvous im Garten

In den vergangenen Jahren bin ich an den Sommerwochenenden oft von Garten zu Garten gepilgert. Aber in diesem Jahr muss ich wegen meines gebrochenen Fußes wohl noch bis Mitte Juli zu Hause bleiben. Das fällt mir an diesem Wochenende besonders schwer, weil an den Pfingsttagen über 20 Gärten besichtigt werden können. Seit Freitag findet nämlich parallel zur Offenen Pforte das „Rendezvous im Garten 2025“ statt. Es steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gärten aus Stein – Steine in Gärten“.

Nun sind Gärten aus Stein eigentlich nicht mein Ding, aber Steine im Garten – die Verbindung von Natur und Kunst – mag ich durchaus. So hätte ich mir die Skulpturenausstellung im Garten von Aleksandra und Hans-Dieter Pristin sehr gerne angesehen. Und auch an der literarischen Führung der Komponistin und Rezitatorin Marie Dettmer wollte ich eigentlich teilnehmen, um den Maschpark einmal aus ganz anderen Perspektiven – in Lyrik und Prosa – kennenzulernen. Aber manchmal kommt es bekanntlich anders …

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Skulpturenausstellung im Garten Pristin ist noch bis Mitte September geöffnet. Und Marie Dettmer bietet in diesem Jahr noch weitere literarische Führungen an – beispielsweise durch den Berggarten, die Eilenriede oder Ende September noch einmal durch den Maschpark. Wenn ich wieder ohne Krücken auf beiden Beinen stehe, möchte ich den ausgefallenen Pfingstausflug unbedingt nachholen.

Derzeit muss ich mich mit unserem eigenen Garten begnügen.  Dort geben Rosen, Pfingstrosen, Fingerhüte, Akeleien, Glockenblumen, Dreimasterblumen und Co ihr Bestes, um mich darüber hinwegzutrösten, dass mir der Blick in fremde Gärten vorläufig verwehrt bleibt. Und ihren Anblick kann ich – im Wintergarten sitzend – auch genießen, wenn es wie so oft in den letzten Tagen wieder einmal regnet.

Wird das was oder kann das weg?

… diese Frage stelle ich mir ständig, wenn ich durch den Garten gehe. Deshalb war es auch keine Frage, dass ich dieses Buch kaufen musste, als ich es zufällig im Buchladen entdeckte. Eigentlich wollte ich ja nur ein bestelltes Buch abholen, aber …

Das Buch hilft, erwünschte und unerwünschte Gartenpflanzen zu erkennen, verspricht der Untertitel. Wirklich unerwünscht ist allerdings für die Autorin Bärbel Oftring eigentlich kaum eine Pflanze: Nur etwa 10 von über 100 Pflanzen sind mit dem Symbol: „Alarm, Pflanze unbedingt ausreißen“ gekennzeichnet. Ganz schlecht (giftig und unbedingt ausreißen) kommen sogar nur drei Pflanzen weg: Flohknöterich, Beifuß Traubenkraut und Riesenbärenklau. Alle anderen verdienen eine zweite Chance als Heilpflanze, essbare oder ökologisch wertvolle Pflanze.

Dass viele Pflanzen einen doppelten, drei- oder gar vierfachen Nutzen haben, war lange Zeit in Vergessenheit geraten. So manches, was man in meiner Kindheit gemeinhin als Unkräuter bezeichnete, wird heute in Gourmetrestaurants serviert. (Hinweis an alle Spitzenköche und Apotheker in Deutschland:  Acker-Schachtelhalm, Giersch, Franzosenkraut, aufrechter Sauerklee, Vogelmiere und Rainkohl aus ökologischem Anbau, günstig und in großen Mengen abzugeben).

Im Prinzip ist Bärbel Oftrings Buch für Horrorgärtnerinnen wie mich optimal: Es zeigt nämlich, wie sich Pflanzen im Laufe ihres Lebens verändern. Denn die ersten Blätter sehen oft ganz anders aus als die erwachsenen Pflanzen. Vieles, was ich gepflanzt habe, überlebt  das zweite Jahr nicht, weil ich es nicht wiedererkenne. So gab es jahrelang leider keinen Fingerhut in unserem Garten. Des Rätsels Lösung: Ich habe alle Fingerhüte  ausgerupft, bevor sie blühen konnten, weil ich sie mit Nachtkerzen verwechselt habe, die ich nicht mag.

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Er ist wieder da: Fingerhut. Außerdem Im Blumen-Erdbeerbeet zu Hause: Mohn (schon verblüht) und Stockrosen.

Im Buch sind die meisten Pflanzen frisch ausgetrieben als Keimling, nach zwei Wochen als Jungpflanze und blühend nach sechs Wochen zu sehen. So kann man unerwünschte Pflanzen früh erkennen und ausreißen, bevor sie sich überall breit machen. Oder man könnte, wenn ja wenn … Wenn man nicht wie ich offenbar zwei linke Augen hat.

Im tatsächlichen Gartenleben klappt das Erkennen leider nicht wie geplant. So sehr ich mich bemühe und so oft ich mit dem Buch durch den Garten gehe: Ich kann viele Pflanzen einfach nicht unterscheiden. Was ich für Franzosenkraut gehalten habe, entpuppt sich mit Blüte eher als Rainkohl. von dem ich bisher nicht einmal den Namen kannte. Im Prinzip ist es egal, denn beide sind – zumindest in Massen – in meinem Garten unerwünscht, auch wenn sie essbar und ökologisch wertvoll sind.  Und ob das, was ich im Frühling für Sonnenblumenkinder gehalten haben, auch wirklich Sonnenblumen sind, bezweifele ich inzwischen. Denn noch zeigt sich keine einzige Blüte.

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Rainkohl? – nicht mehr ganz live, weil entwurzelt …

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… und getrocknet in meinem Mini-Herbarium

Mein Garten hat sich, so scheint es, ohnehin eher auf die lästigen Pflanzen spezialisiert: Die im Buch gezeigten Top 10 der „Lästlinge“ sind allesamt in meinem Garten vertreten, von den zehn schönsten selbst aussäenden Pflanzen leider nur die Hälfte. Zwei davon haben sich im Übrigen nicht selbst, sondern ich  ausgesät.

Für alle, die auch wissen möchten, was was wird:

Bärbel Oftring; Wird das was – oder kann das weg? Erwünschte und unerwünschte Gartenpflanzen erkennen. Franck Kiosmos Verlag, Stuttgart 2017, 16,99 Euro

Und von der gleichen Autorin:

Double-Use gärtnern. 100 Gartenpflanzen mit Mehrfachnutzen. Haupt Verlag, Berlin, 29,90 Euro.

Rhapsodie in Lila: Rosen, Rittersporn

Manchmal denke ich, ich habe eine Chance – die Chance, dass es in meinem Garten nur einmal halb so toll aussieht wie in den zahlreichen Gartenbüchern, die ich mein eigen nenne. Wenn die Rose Rhapsodie in Blue, die ich im vergangenen Jahr von unseren Nachbarn geschenkt bekommen habe, nicht nur blüht, sondern auch duftet und ich voller Stolz feststelle, dass sie farblich toll zum lilanen Fingerhut und zur rosa Rose daneben passt.

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Rosen, Fingerhut und Buchsbaum-Stier

Wenn nach mehreren Versuchen an verschiedenen Standorten endlich ein Rittersporn überlebt – dass die Lupinen daneben nicht einmal halb so groß werden wie die im Garten meiner Nachbarin nehme ich dafür gerne in Kauf.

 

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Kleine Lupine, großer Rittersporn

Auf das Rundbeet, das wir im vergangenen Jahr (oder war es schon vor zwei Jahren) angelegt haben, bin ich wirklich stolz. Es ist fast so schön (wenn auch viel kleiner) wie  der Garten bei der Kunstscheune in Barnstorf, der für mich ein Vorbild war. Hier wachsen neben Rittersporn auch endlich wieder Stockrosen, die aus irgendeinem Grund vor Jahren aus unserem Garten ausgewandert waren, und diverse Rose: richtige Rosen, dazu eine Pfingstrose (noch sehr klein) und eine Christrose (dito), außerdem  eine Teehortensie, Lavendel und mehrere Erdbeerpflanzen. Ich mag es wild und bunt.

Natürlich ist das viel zu viel in dem kleinen Beet, und es war garantiert ein Fehler, noch zwei Tomatenpflanzen dazwischen zu quetschen, nur damit sie sich an den beiden Metallstangen in der Mitte emporranken können. Aber als ich sie vor gut einem Monat, noch vor der letzten Eisheiligen, gepflanzt habe, waren die Pflanzen in der Nachbarschaft noch recht klein – und überall noch soooo viel Platz.

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Wider heimisch: Fingerhut, hier mit Lilien

Ich gebe es zu: Ich habe die Natur und ihre Kraft mal wieder unterschätzt. Und natürlich hatte ich mal wieder keinen Plan. Weniger wäre mehr, aber jetzt ist wohl nicht der richtige Zeitpunkt, umzupflanzen. Die kalte Sophie konnte ihnen nichts anhaben, vielleicht ist das ein gutes Zeichen. Vielleicht spornt sie das Gedränge um sie herum an. Die Erdbeeren scheinen auf jeden Fall sehr wohl zu fühlen; sie sind größer und kräftiger als ich sie von dem Garten meiner Eltern an der Mosel in Erinnerung habe. Und sie tragen viele Früchte: Ich hoffe auf reiche Ernte. Die ersten drei Beeren haben wir heute probiert, garantiert biologisch, ohne Dünger und ohne Pflanzenschutzmittel.