Ich bin sehr gerne am Wasser. Und wenn ich am Meer, an einem See oder an einem Fluss bin, kann ich oft nicht widerstehen und will hinein. Dem monotonen „Kachelnzählen“ im Schwimmbad kann ich dagegen nur wenig abgewinnen. Aber Schwimmen ist ja bekanntlich gesund. Und so habe ich, um mich zu motivieren, im Mai eine Saisonkarte für das Freibad in Burgwedel gekauft. Denn nur, wenn ich zweimal in der Woche schwimme, rechnet sich der Kauf.
Das habe ich geschafft. In Burgwedel öffnet das Freibad von Dienstag bis Freitag schon um sechs Uhr morgens. Und so bin ich, wenn ich zu Hause war, an diesen Tagen meist kurz nach sechs mit dem Rad losgefahren – für mich die beste (Schwimm)Zeit.
Wenn ich im Schwimmbad ankam, waren die ersten FrühschwimmerInnen schon aus dem Wasser. Oft hatte ich dann eine Bahn für mich. Und ehe die SchülerInnen aus dem Schulzentrum nebenan zur Schule fuhren und mir auf dem schmalen Radweg zu dritt entgegenkamen, war ich wieder zu Hause.
Allzu weit geschwommen bin ich zugegebener Weise nicht: meist nur 20 oder – eine kleine Reminiszenz an Caroline Wahl – 22 Bahnen. Doch anders als Tilda, die Heldin ihres Romans, bin ich in der Regel nur 500 oder eben 550 Meter geschwommen. Meine Bahnen waren nämlich nicht 50, sondern nur 25 Meter lang. Schwimmen ist nämlich nicht mein Sport. Aber wenn ich mal im Wasser war, hat es mir dann meist doch Spaß gemacht. Im Sommer, wenn die Sonne auf dem Wasser glitzerte, ebenso wie in den letzten Tagen, wenn es am Anfang noch dunkel war und erst allmählich hell wurde, während ich meine Bahnen zog.
Und so bedaure ich es wirklich, dass die Freibadsaison am 2. Oktober zu Ende gegangen ist. Zwei Tage später als geplant. Wegen des schönen Wetters hatte die Stadt nämlich zwei Zusatztage spendiert. Zu recht. Denn die Luft war am letzten Badetag 10 Grad wärmer als im Mai, nämlich 18 Grad. Die Wassertemperatur lag, der Technik sei Dank, am Ende der Saison im Oktober ebenso wie beim Beginn im Mai bei 24 Grad. Das ist selbst für eine Frostbeule wie mich erträglich. Und weil es eine Wärmehalle gibt, musste ich selbst beim Umziehen nicht frieren
Ja, ich gebe es zu: Ich werde das Kachelnzählen am Morgen vermissen. Und ich freue mich schon auf den nächsten Mai, wenn die Freibadsaison wieder beginnt.
Der Januar ist vorbei – und er brachte das, was er als richtiger Wintermonat eigentlich bringen soll: Schnee, Zugegeben, es war mehr, als wir es in den letzten Jahren gewohnt waren, aber frei nach Loriot: Früher war mehr Schnee, ohne dass dafür Katastrophenalarm ausgerufen worden wäre.
In diesem Jahr versetzte die weiße Pracht zumindest bei uns in der Region Hannover die Verantwortlichen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Angst und Schrecken. Obwohl am ersten Januarwochenende auf den Straßen nur ein Hauch Schnee lag, fuhren in und um Burgwedel keine Busse mehr. Dabei ist die Gegend im Prinzip flach wie ein Topfdeckel – es müssen also keine steilen und daher potenziell unfallträchtigen Anstiege und Abfahrten bewältigt werden.
Am Freitag, den 9. Januar, wurde dann wegen des befürchteten Schneechaos der Unterricht in Niedersachsen und Hamburg ganz abgesagt. Das Schneechaos fiel zwar aus, aber die Schulen blieben trotzdem geschlossen, die Kinder zu Hause. Fragt sich, was die Eltern tun, die keine Großeltern oder andere Ersatzbetreuungspersonen für die lieben Kleinen haben. Und die nicht einfach zu Hause bleiben und im Homeoffice arbeiten können.
Absolut unverständlich ist für mich, warum man den ÖPNV einstellt, die Busse in den Depots lässt, die BerufskraftfahrerInnen nach Hause schickt und die Straßen den FahrererInnen überlässt, deren einzige Qualifikationen Führerschein und Fahrpraxis sind. Eigentlich sollte es umgekehrt sein: Die Profis fahren, die Amateure lassen ihre Autos stehen. Der Kabarettist Christoph Sieber hat zum Thema Schnee, Schulausfall und Schutz von Kindern auf seinem Instagram-Account Kabarettsieber einen tollen Beitrag veröffentlicht. Ansehen lohnt, nicht nur bei diesem Beitrag.
Husten, Schnupfen, Heiserkeit
Gefühlt endet der Januar so, wie er begonnen hat: erkältet. Angefangen hatte das Elend ja schon Anfang Dezember, als ich quasi über Nacht meine Stimme verlor. Sie kam nach drei Tagen wieder. Husten und Schnupfen blieben, mal mehr und mal weniger stark. Und in der letzten Januarwoche kam dann auch noch eine Blasenentzündung hinzu. Hausmittel wie Tees und Wärmflasche haben leider nicht geholfen. Aber ein Antibiotikum hat jetzt schnelle Besserung gebracht.
Noch einmal Niki und Co
Weil ich mich nicht besonders fit fühlte, ist manche geplante Aktivität ausgefallen. Eine Wanderung mit meiner Tochter beispielsweise. Immerhin war ich noch einmal in der Ausstellung Niki – Kusama – Murakami im Sprengel Museum, diesmal mit meiner 13-jährigen Enkelin. Sie kannte keine der drei KünstlerInnen, hatte, weil nicht in Hannover zu Hause, die Nanas nur einmal auf einer Postkarte und von Weitem am Leineufer gesehen. Sie war begeistert und ich war beeindruckt, wie intensiv sie sich auf die Kunstwerke einließ, auch auf die, die ihr weniger gefielen oder die sehr ungewöhnlich sind wie die Schießbilder von Niki de Saint Phalle.
Am besten haben ihr die Arbeiten von Yayoi Kusama gefallen. Ihre (gepunkteten) Bilder sind wirklich etwas Besonderes – und der „Infinity Mirrored Room“ ist sicher das Highlight der Ausstellung. Etwa 40 Menschen standen vor uns in der Schlange und warteten geduldig mit uns, den kleinen Raum betreten zu dürfen. Etwa eine Minute durfte man dann drinnen bleiben – doch die genügte, um verzaubert zu werden.
Mit Takashi Murakamis Arbeiten kann ich persönlich am wenigsten anfangen – aber ein Bild hat meine Enkelin und mich gleichermaßen fasziniert: Blue Life Force besteht aus lauter winzigen Totenköpfen. Doch die wirken nicht erschreckend, sondern lebendig, wie zum Leben gehörend. Niki de Saint Phalles bunt glitzernder Totenkopf kann sogar betreten werden und ist als Meditationsraum gedacht. Der Tod gehört eben doch zum Leben.
Alle, die meinen Blog regelmäßig lesen, wissen es: Ich mag es, gemeinsam mit anderen zu schreiben, Am ersten Sonntag im Monat treffe ich mich ganz analog mit Schreibfreundinnen im AutorInnenzentrum in Hannover, digital logge ich mich, wann immer ich Zeit habe, zu den Schreibdates mit Denise Fritsch oder Sabine Rasch ein.
Ein Highlight am Monatsanfang war die zweitägige „Online-Schreibzeit zwischen den Jahren“ der Textmanufaktur mit Sabine Rasch. Am ersten Tag haben wir, jede für sich und doch gemeinsam im digitalen Schreibraum, die Bilanz des Schreibjahrs 2025 gezogen; am zweiten Tag stand das beginnende Schreibjahr 2026 im Fokus. Ich habe zum Beispiel schreibend darüber nachgedacht, welche Schreibprojekte ich in diesem Jahr unbedingt verwirklichen und welches neue Genre ich im neuen Jahr gerne mal ausprobieren würde.
Mit dem Nature Journaling, einer Mischung aus Texten und Skizzen, habe ich dann gleich Mitte des Monats begonnen. Zugegeben, die ersten Versuche sind eher unbeholfen, die Beobachtungen beschränken sich fast ausschließlich auf Vögel in unserem Garten und die Lücken zwischen den Einträgen sind noch groß. Aber das ändert sich hoffentlich, wenn es draußen wärmer wird und der Schnee schmilzt. Dann – einen Monat später als geplant – startet auch mein Projekt „Ansichten aus den Herrenhäuser Gärten“. Besser spät als nie.
Ja, ich bin spät dran. Wenn meine To-want-Liste für das erste Quartal 2026 erscheint, ist mehr als ein Sechstel des Quartals bereits vorbei. Doch das hat auch sein Gutes. Studien zufolge werden die meisten Neujahrsvorsätze schon im Januar wieder über Bord geworfen, viele bereits bis zum sogenannten „Quitters Day“, dem „Tag der Aufgebenden“ am zweiten Freitag im Januar. Vielleicht ist meine jetzt verfasste Liste realistischer, weil die erste Euphorie um die guten Vorsätze längst verflogen ist. Dafür, dass ich schon jetzt bei einigen Punkten hinterherhinke, gibt es einen guten Grund. Mich plagt seit Anfang Dezember eine Dauererkältung, bei Wanderungen, Fitnessübungen und anderen sportlichen Aktivitäten ist also derzeit Zurückhaltung angesagt. Doch Besserung ist in Sicht.
Schreiben
Ich schreibe 15 Blogbeiträge
Ich beginne das Projekt Herrenhäuser Gärten: Einmal im Monat schreibe und poste einen Blogbeitrag aus den bzw. über die Herrenhäuser Gärten. Ich möchte immer die gleichen Stellen fotografieren, um zu zeigen, wie sich der Berggarten im Lauf des Jahres verändert
Und noch ein neues Projekt: mein Nature Journal, eine Mischung aus Notizen und Skizzen. Ich möchte heimische Tiere und Pflanzen besser kennen lernen
Ich nehme am Schreibfebruar der Textmanufaktur teil und
arbeite intensiv an meinem Roman. Fernziel: Ich möchte die erste Fassung im zweiten Quartal beenden.
Schreiben dicht am Leben, alltägliches (täglich) notieren, am besten mit der Hand
Lesen
In den vergangenen Jahren habe ich jeweils 60 Bücher gelesen; in diesem Jahr sollen es ein paar mehr sein. Da aber der Januar ja schon halb vorbei ist und der Februar kurz, möchte ich im ersten Quartal 15 Bücher lesen.
Inspiriert von der Death Authors Challenge von Martins Buchgelaber sollen darunter mindestens drei Bücher bereits verstorbener AutorInnen sein.
Jeden Tag ein Gedicht: Am lyrischen Kalender aus dem Diogenes Verlag gefällt mir die bunte Mischung.
Sport/Gesundheit/Entspannung
Ich gehe im Schnitt täglich 10.000 Schritte. Das habe ich vor meinem Unfall im Mai 2025 geschafft, das will ich auch in diesem Jahr wieder erreichen.
Ich etabliere wieder meine tägliche Gymnastik/Fitness-/Yoga-Routine. Ziel: mindestens eine Übungseinheit pro Tag
Ich gönne mir einmal im Monat einen Saunabesuch und
in diesem Quartal endlich wieder eine Fußreflexzonenmassage.
Drei Spaziergänge von mindestens einer halben Stunde in der Woche – möglichst ohne Smartphone, dafür mit Notizbuch.
Reisen/Wandern
Die Märzbecherblüte an Schweineberg bei Hameln steht schon lange auf meiner Wunschliste. Dieses Jahr soll es endlich so weit sein.
Das ist eine gute Gelegenheit, den Deister besser kennenzulernen, der quasi direkt vor meiner Haustür liegt.
Ich besuche zwei Städte, die ich noch nicht kenne, Hameln könnte eine sein.
Ich fahre zur Buchmesse nach Leipzig. Auch dabei könnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn bislang kenne ich in Leipzig nur das Messegelände
Mein Ziel: eine Wanderung im Monat. Es muss nicht immer der Harz sein
Sonstige Aktivitäten
Ich besuche mindestens eine Ausstellung im Monat. Meine Museumscard läuft aus, Ende des Monats muss ich mir bald eine neue besorgen.
Ist es schon wieder so weit? Der von Judith Peters initiierte #Jahresrückblog war eine gute Gelegenheit, über das nachzudenken, was 2025 geschehen ist, mit Vergangenem abzuschließen und Ziele für das neue Jahr zu formulieren.
Wenn ich dem Jahr 2025 ein Motto geben sollte, wäre es der Satz von Blaise Pascal: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Denn mit den Planungen hat es im vergangenen Jahr wirklich nicht besonders gut geklappt. Da war nicht nur mein Unfall im Mai, der unsere Pläne durchkreuzt hat. Auch vorher oder nachdem mein Fuß wieder verheilt war ist vieles nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber andererseits hält es geistig fit und flexibel, wenn frau sich immer wieder auf neue Situationen einstellen und sie bewältigen muss. Das ist mir 2025 recht gut gelungen.
Meine Themen und Highlights in 2025
Gesundheit
Ja, ich gebe zu, ich bin verwöhnt: Wer ohne ernsthafte Erkrankung und ohne gravierende Verletzungen 68 Jahre alt geworden ist, hat wirklich keinen Grund zu klagen. Aber natürlich habe ich mir den Wanderurlaub mit meiner Tochter in Norwegen anders vorgestellt. Und eine mehrfache Sprunggelenksfraktur hätte es auch nicht sein müssen. Aber Shit happens bekanntlich.
Ich wurde noch in Norwegen zweimal operiert – und hatte Glück im Unglück: Ich bin in einem Wander- und Skigebiet gestürzt. Deshalb haben die Ärztinnen und PflegerInnen im Krankenhaus Volda viel Erfahrungen mit solchen Verletzungen und sie haben ihre Sache sehr gut gemacht. Von meinem Bett im Krankenhaus konnte ich die Berge und den Fjord sehen; der ADAC organisierte meinen Transport von Norwegen nach Hause. Ein halbes Jahr nach dem Unfall sind die Narben kaum mehr zu sehen und ich kann wieder fast beschwerdefrei gehen. Andere Bekannte mit der gleichen Verletzung hatten viel größere Probleme – einige mussten weitere Operationen über sich ergehen lassen und leiden noch unter den Spätfolgen. Dafür, dass mir das erspart geblieben ist, bin ich sehr dankbar.
Mit Gps im Krankenhaus Volda …… und kurze Zeit später am Fjord
Schreiben
Ich habe fast vierzig Jahre lang mein Geld mit dem Schreiben und Redigieren von Texten verdient – Schreiben spielt in meinem Leben immer noch eine wichtige Rolle. Aber als Rentnerin will ich mich meinen eigenen Schreibprojekten widmen – wann, wenn nicht jetzt. Doch ohne Termindruck von außen fiel es mir schwer, regelmäßig daran zu arbeiten, mein Ziel, den vor Jahren angefangenen Roman zu beenden, rückte in weite Ferne. Die Schreibchallenge von Astrid Engel im August hat mir geholfen, meinen eigenen Schreibrhythmus zu finden – an ihr teilzunehmen, war definitiv eine sehr gute Entscheidung.
Die Aufgabe war leicht zu bewältigen: einen Monat lang jeden Tag einen Text schreiben, ganz egal welchen. Ohne Druck, ohne festen Plan. Als der August zu Ende war, habe ich einfach weitergemacht. Und so wurde Schreiben für mich wieder zur täglichen Gewohnheit – und mit der Übung kam auch der Spaß am Schreiben zurück.
Eigentlich mag ich Anglizismen nicht, doch hier ist der Ausdruck Gamechanger angebracht. Auch die Cowriting-Angebote der Textmanufaktur und von Denise Fritsch haben mein Schreiben und oder besser gesagt meine Schreibgewohnheitenben stark verändert.
Ich habe als freie Journalistin und Autorin (fast) immer alleine im Homeoffice gearbeitet – und das war gut so. Mein eigenes Schreibzimmer möchte ich auf keinen Fall missen. Aber vor einigen Jahren habe ich bei einem Schreibwochenende in Wien entdeckt, wie inspirierend und motivierend es ist, gemeinsam mit anderen zu schreiben. Ich habe die Idee dann nach Hannover exportiert – dort ist seit 2020 am ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr Frauenschreibtreff-Zeit.
Weil nach meinem Unfall in Mai das AutorInnenzentrum in Hannover für mich vorübergehend unerreichbar war, meldete ich mich direkt nach meiner Rückkehr aus Norwegen bei der Textmanufaktur an. Seither logge ich mich, wann immer ich kann, zum Schreiben am Morgen mit Sabine E. Rasch ein. Etwa zur gleichen Zeit habe ich die Schreibdates entdeckt, die Denise Fritsch dreimal wöchentlich organisiert . Beides hat mir sehr geholfen, regelmäßig an meinen Schreibprojekten zu arbeiten. Und allmählich entwickle ich unabhängig von den Cowritings eine eigene Schreibroutine.
Gemeinsam mit anderen schreiben im AutorInnenzentrum in Hannover
Reisen
Eigentlich wollten wir in diesem Jahr nach Holland, Belgien und in die Normandie fahren. Doch unsere Reisepläne blieben durch den Unfall in Norwegen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke; mein abrupt endender Urlaub in Norwegen war meine einzige größere (Auslands-)Reise. Immerhin habe ich diese Urlaubswoche sehr genossen. Die Landschaft in Norwegen ist wirklich atemberaubend und die Hauptstadt Oslo auf jeden Fall eine (weitere) Reise wert
Das Munch in Oslo …… und traumhaft-schöne Landschaften überall in Norwegen
Sieben Wochen lang durfte ich nach der zweiten OP meinen Fuß gar nicht belasten, danach musste ich das Gehen erst wieder lernen. Zudem ist unser Mini-Wohnmobil für mobilitätseingeschränkte Menschen nicht sonderlich gut geeignet. Und so haben wir erst dreieinhalb Monate nach meinem Sturz wieder einen Kurztripp unternommen: natürlich ans Meer, nach Cuxhaven. Weitere Kurzreisen mit dem Wohnmobil an die Nord- und Ostsee – nach Romö, Sylt und Zingst – folgten. Auch mit dem Zug war ich ab September wieder häufiger unterwegs – zu meiner Tochter in den Harz und zu den Enkelkindern nach Hamburg beispielsweise. Zum ersten Mal seit Corona war ich wieder auf der Buchmesse in Frankfurt und zweimal habe ich meine Freundin in Neustadt an der Weinstraße besucht.
Auch gewandert bin ich seit Oktober schon ein paarmal: Die Strecken sind noch vergleichsweise kurz, aber es geht voran. Und so bin ich guter Dinge, dass ich im nächsten Sommer die geplante mehrtägige Wanderung mit meiner Tochter ohne Probleme und hoffentlich unfallfrei bewältigen werde.
Kunst
Besondere Highlights waren sicher die vielen Museen und Ausstellungen, die ich 2025 besucht habe. Allein in Oslo Anfang Mai waren es zwei Skulpturenparks und vier Museen – das Norwegische Widerstandsmuseum, das Zentrum für Holocaust- und Minderheitenstudien, das neue Nationalmuseum für Kunst, Architektur und Design und natürlich das Munch. Das wird laut Wikipedia wegen seiner Fassade manchmal despektierlich „als die größte Leitplankensammlung der Welt bezeichnet“. Aber innen ist es das schönste Museum, das ich bislang gesehen habe. Ich war während meines Oslo-Aufenthalts gleich zweimal dort, beim zweiten Mal zugegebenerweise nicht nur wegen der Kunstwerke, sondern auch wegen der tollen Aussicht auf den Oslofjord.
Blick aus dem Munch auf den FjordMunchs bekanntestes Bild „Der Schrei“Skulptur im Ekebergparken
Auch vom Ekebergparken hat frau einen tollen Blick auf die Stadt und den Oslofjord. Der Ausblick soll übrigens Edvard Munch zu dem berühhmten Gemälde „der Schrei“ inspiriert haben. Im Park sind 40 Skulpturen und Kunstinstallationen zu sehen, unter anderem von Renoir, Rodin und Dali, aber auch von vielen anderen (zeitgenössischen) KünstlerInnen. Eine wirklich beeindruckende Kombination von Kunst und Natur.
In Hannover haben mir zwei Ausstellungen im Sprengel Museum besonders gut gefallen: Niki – Kusama – Murakami – Love for infinity, die Werke von Niki de Saint Phalle, Yayoi Kusama und Takashi Murakami zeigt, und „Von Hannover nach Los Angeles“, in der Bilder und Fotos von Käte Steinitz zu sehen sind. Die Malerin, Fotografin, Autorin und Verlegerin musste in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts aus Nazi-Deutschland in die USA fliehen.
Niki – Kusama – Murakami: Im Foyer sind die Werke der drei KünstlerInnen zu sehenKäte Steinitz – von Hannover nach Los AngelesKZ überlebt – beeindruckende Ausstellung im Landesmuseum
Die Flucht vor den Nazis ist den Menschen nicht gelungen, die der Regensburger Fotograf Stefan Hanke in sieben europäischen Ländern besucht und in ihrem Lebensumfeld oder an Orten ihres Leidens fotografiert hat. 72 eindrucksvolle Schwarz-Weiß Porträts von Überlebenden nationalsozialistischer Konzentrations- und Vernichtungslager waren in der Sonderausstellung „KZ überlebt“ im Landesmuseum zu sehen. Kurze Texte und Zitate informierten über das unermessliche Leid, das den Menschen angetan wurde, und über ihre persönlichen Lebenswege.
Besonders stolz war ich auf die Ausstellung Natur-Momente meiner Tochter Nele Schmidtko. Etwa dreißig ihrer Natur- und Landschaftsfotos werden seit August im Haus der Kirche in Bad Harzburg gezeigt. Vögel gehören zu Neles Lieblingsmotiven –besser als die Vogelfotos gefallen mir ihre Landschafts- und Detailaufnahmen, die die besondere Stimmung und den Zauber des Augenblicks einfangen.
Oma gegen rechts
Zunehmender Rechtsextremismus, Rassismus, Hetze gegen Minderheiten und Antisemitismus nicht nur, aber auch in Deutschland, Klimawandel, Krieg in der Ukraine – und ein amerikanischer Präsident, der keine Gelegenheit auslässt, Öl in die überall in der Welt auflodernden Feuer zu gießen und die vertraute Weltordnung zu sabotieren: Selten gab und gibt es so viele Gründe, auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. In der ersten Jahreshälfte 2025 habe ich das immer wieder getan. Bei großen Demos wie auf dem hannoverschen Opernplatz oder mit einigen wenigen Omas gegen rechts freitagsabends bei der Solidaritätswache vor der Synagoge der jüdischen Gemeinde. Mein Unfall und persönliche Gründe haben dieses Engagement vorübergehend unterbrochen. Aber ich mache im neuen Jahr weiter, versprochen. Denn gegen rechts sein genügt nicht. Frau muss es auch zeigen. Nie wieder ist nämlich jetzt.
Oma und Opa gegen rechtsStolpersteine zum Gedenken an 28 von den Nazis in Burgwedel ermordete Kinder
Beruf: Einstieg in den Ausstieg
Seit ich vor gut zwei Jahren Rentnerin geworden bin, nehme ich keine Schreibaufträge mehr an. Zwei monatlich erscheinende Zeitschriften habe ich aber weiter korrigiert. Doch Mitte 2025 hat die KI die Korrektur der einen Zeitschrift übernommen. Wirklich unglücklich war ich darüber nicht – jetzt kann ich meine Zeit freier einteilen, ohne Rücksicht auf Abgabe- und Drucktermine. Irgendwann wird die Künstliche Intelligenz wahrscheinlich auch die zweite Zeitschrift korrigieren. Soll sie – ich sehe es gelassen.
Erste Male – Positives und Negatives
Ich habe mir im vergangenen Jahr zum ersten Mal etwas gebrochen, und zwar mein Fußgelenk, leider gleich mehrfach
Auch auf die zweite „Premiere“ am gleichen Tag hätte ich gerne verzichtet: auf meine erste Fahrt mit einem geländgängigen Quad. Mit ihm wurde ich vom Hochplateau auf der Insel Runde ins Tal transportiert. Es war ein wilder Ritt im unwegsamen Gelände und einmal haben wir uns so festgefahren, dass wir nur mühsam und mit Hilfe wieder frei kamen.
„Challenges“, neudeutsch für Herausforderungen, Aufgaben oder Mutproben, sind spätestens seit der „Ice Bucket Challenge“ sehr populär. Ich habe 2025 zum ersten Mal an einer teilgenommen, nämlich an der Schreibchallenge von Astrid Engel. Meine erste Challenge wird nicht meine letzte sein.
Bislang kannte ich nur Adventskalender mit Süßigkeiten oder kleinen Geschenken; digitale Adventskalender waren mir neu. Vor dem 1. Dezember habe ich gleich mehrere abonniert und wenn auch nicht alle, so doch einige Tipps und Empfehlungen umgesetzt. So habe ich mir das in den Kalendern von „Frauen im Business bloggen“ oder der SEO-Akademie empfohlene Plug-in Yoast heruntergeladen, um die Auffindbarkett meines Blogs zu verbessern. Ob das gelingt? Ich bin gespannt.
Sieben Ziele für 2026
Ich möchte in diesem Jahr endlich meinen Roman zu Ende schreiben.
Ich möchte 2026 mindestens 60 Blogbeiträge veröffentlichen und meinen Instagramaccount reanimieren. Vielleicht schaffe ich es ja auch endlich, die besten Blogbeiträge aus den vergangenen Jahren und einige (kurze) Essays in einem Buch zusammenzufassen.
Endlich an einem Schreibwettbewerb teilnehmen. Eine Schreibfreundin hat mir von einem Ü-70-Wettbewerb erzählt. In diesem Jahr gehöre ich zu dieser Zielgruppe.
Ich kenne leider nur wenige heimische Pflanzen und Tiere. Das will ich ändern: Ich möchte mehr Zeit in der Natur verbringen und meine Beobachtungen und Entdeckungen in einem Nature Journal dokumentieren – mit Skizzen und Worten.
Im vorletzten Jahr und in den ersten Monaten des vergangenen Jahrs bin ich täglich durchschnittlich mehr als 10.000 Schritte gegangen. Das möchte ich auch 2026 wieder erreichen. Denn ich bin überzeugt, dass Gehen nicht nur meinem Körper und meiner Seele guttut, sondern sich auch positiv auf mein Denken und Schreiben auswirkt.
Ich möchte viel in diesem Jahr wieder mehr reisen und wandern. Geplant sind eine Wanderung auf der Rota Vicentina in Portugal, eine Reise mit dem Wohnmobil zur Sonnenfinsternis nach Spanien sowie Kurztripps an die Mosel, in die Pfalz und ins Elsaß. Auf meiner Städtewunschliste stehen Kopenhagen, Wien und Brügge weit oben.
Last, but not least habe ich mir fest vorgenommen, mich mehr zu engagieren: politisch zum Beispiel bei den Omas gegen rechts, gesellschaftlich im AutorInnenzentrum in Hannover. Dort organisiere ich nach wie vor den Frauenschreibtreff, außerdem engagiere ich mich in einer Gruppe, die den neu gewählten Vorstand unterstützt. Ich übernehme gelegentlich Cowriting-Termine und habe mich zur Kassenprüferin wählen lassen. Das habe ich noch nie gemacht, aber irgendwann ist immer das erste Mal.
Mein Motto für 2026
Wann, wenn nicht jetzt. Ich werde in diesem Jahr 70, worauf soll ich also noch warten.
Weihnachten ist vorbei, der Dezember und auch das Jahr gehen zu Ende: Zeit für den Monatsrückblog – diesmal früher als gewohnt, weil in den nächsten Tagen der Jahresrückblog 2025 folgen soll.
Husten, Schnupfen, Heiserkeit
Gefühlt endet der Dezember so, wie er begonnen hat: erkältet. Angefangen hat es Anfang Dezember mit leichtem Halskratzen, ohne Vorwarnung haben dann quasi über Nacht meine Stimmbänder ihren Dienst (vorübergehend) eingestellt. Drei Tage lang konnte ich gar nicht sprechen bzw. nur mühsam krächzen oder flüstern.
Es war schon ein merkwürdiges Gefühl, nicht mehr auf gewohntem Weg kommunizieren zu können: Die Apothekerin verstand zum Glück auch ohne Worte. Sie gab mir die Medikamente, die ich brauchte, und zudem noch den guten Rat, möglichst wenig zu sprechen, um meine Stimmbänder zu schonen. Nach drei Tagen kehrte meine Stimme dann wieder zurück, auch wenn sie immer noch ein bisschen heiser klingt. Husten und Schnupfen sind geblieben, mal mehr und mal weniger stark. Und dummerweise habe ich zuerst meinen Mann und über Weihnachten dann noch meine Tochter angesteckt.
Weihnachtsmärkte und andere Aktivitäten
Natürlich hat meine Dauererkältung auch meine geplanten Aktivitäten beeinträchtigt. Ich bin im Dezember nur einmal gewandert, war nur einmal im Museum und nur einmal im Kino: Sowohl die Käte-Steinitz-Ausstellung im Sprengel Museum als auch Fatih Akins Film „Amrum“ sind wirklich sehenswert. Nach Jena fahre ich anders als geplant wohl erst im nächsten Jahr. Und auch die diesjährige Weihnachtsmarktbilanz fällt Jahr eher mager aus. Mein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Goslar war eher eine Stippvisite, da selbst mir, bekennender Weihnachtsmarktfan, das Gedränge zu groß war. Als ich es am 23. Dezember endlich schaffte, nach Hannover zu fahren, war der Weihnachtsmarkt in der Lister Meile bereits abgebaut. Ganz neu war auf meiner ewigen Weihnachtsmarkt-Liste in diesem Jahr nur der Weihnachtsmarkt am Niendorfer Markt in Hamburg. Und auch die Weihnachtsmärkte in Thönse und Großburgwedel waren für mich in diesem Jahr neu, weil sie früher an anderen Orten stattgefunden haben.
Weihnachtskonzerte in Hannover und Hamburg
Immerhin wurden aus zwei geplanten Konzerten im letzten Quartal des Jahres vier – auf die ersten beiden im Oktober und November folgten im Dezember zwei weitere. Im Sendesaal des NDR Funkhauses haben wir uns noch ein Weihnachtskonzert des Mädchenchors Hannover angehört – diesmal gemeinsam mit der NDR Radio Philharmonie. Mindestens ebenso gut gefallen hat mir das Weihnachtskonzert am Gymnasium Bondenwald. Meine älteste Enkeltochter spielt in Nachwuchs-Big-Band der Schule und hatte einen kurzen Soloauftritt – und ich finde es immer wieder beeindruckend, was die SchülerInnen auf die Bühne bringen.
Nachhaltige Adventskalender
Aus dem Vollen schöpfen konnte ich bei den Adventskalendern: Rund ein Dutzend hatte ich zu Beginn der Adventszeit abonniert, weil mich die Themen interessierten. Natürlich habe ich es nicht geschafft, alle Türchen pünktlich zu öffnen und die Inhalte anzuhören und/oder zu lesen. Doch ich habe mir viele nützliche Beiträge und Tipps heruntergeladen und abgespeichert. In den nächsten Wochen werde ich sie in aller Ruhe abarbeiten und zum Beispiel versuchen, Technik und Auffindbarkeit meines Blogs zu verbessern, mehr Ordnung in mein Leben und in unser Haus zu bringen, entspannter zu schreiben und öfter mal etwas Neues zu wagen. Herzlichen Dank auf diesem Weg allen für die Mühe und die tollen Inspirationen.
Der einzige analoge Adventskalender hatte Weihnachten ausgedient, die digitalen wirken nach.
Sperr- und Rauhnächte
Aufräumen, Altes Loslassen und sich für Neues öffnen – darum geht es auch in den Sperr- und Rauhnächten. Die Rauhnächte kenne und praktiziere ich schon lange, von den Sperrnächten habe ich in diesem Jahr erstmals gehört – und bin den Anregungen und Impulsen von Denise Fritsch gerne gefolgt.
Die Sperr- und Rauhnächte stehen symbolisch für die zwölf Monate des Jahres, die Sperrnächte vom 8. bis 20. Dezember für die des zu Ende gehenden, die Rauhnächte vom 24 Dezember bis 6. Januar für die des kommenden Jahres. Seit jeher sind die Nächte und Tage zwischen den Jahren eine magische Zeit, eine Zeit des Rückzugs und der Einkehr. Wie viele andere nutze ich sie, um auf das alte Jahr zurückzublicken und Pläne für das neue zu schmieden.
Obwohl: Wenn das zu Ende gehende Jahr mich eins gelehrt hat, dann, dass Blaise Pascal recht hatte, als er schrieb: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Denn mit meinen Plänen war es in diesem Jahr so eine Sache.
Vielleicht war es einfach keine gute Idee, im vergangenen Jahr das 13-Wünsche-Ritual neu zu interpretieren. Statt wie gewohnt in jeder Rauhnacht einen Zettel einem Wunsch ungelesen zu verbrennen und ihn so dem Universum anzuvertrauen, hatte ich auf den Zetteln die Namen der Monate notiert, für die sie bestimmt waren. Zu Beginn des jeweiligen Monats habe ich den Zettel dann gelesen und versucht, mich in diesem Monat auf diesen Wunsch oder dieses Ziel zu konzentrieren. Ein bisschen Eigeninitiative und Mitarbeit kann nicht schaden, dachte ich.
Aber gut gemeint ist ja bekanntlich nicht immer gut gemacht. Mein Plan hat nicht sonderlich gut funktioniert. So hatte ich für den Mai den Wunsch gezogen, gesund zu bleiben – ausgerechnet in dem Monat, in dem ich gestürzt bin und mir den Fuß gleich mehrfach gebrochen habe.
Begleiter durch die Rauhnächte: meine 13-Wünsche-Box, eine Kerze und ein von Denise Fritsch für mich gemischtes Öl aus Majoran, Rosmarin und Zitrone
In diesem Jahr kehre ich also wieder zum gewohnten Ritual zurück: Ich ziehe jeden Abend einen Zettel aus meine 13-Wünsche-Box und übergebe ihn ungelesen dem Feuer und den höheren Mächten, statt ihnen ins Handwerk zu pfuschen. Sicher ist sicher.
Eigentlich wollte ich bei Judith Peters Blogtoberfest mitmachen. Die Aussicht mehr Bewegung in mein Leben zu bringenund „das 4. Quartal zu deinem besten in 2025 zu machen“ und mehr LeserInnen zu gewinnen, klang einfach zu verlockend. Aber dann hatte ich keine Lust, in einer weiteren To-do-Liste all meine Ziele bis zum 31. Dezember aufzulisten. Denn mit meinen Plänen ist es ja so eine Sache .
Doch als ich über einen Blogbeitrag von Astrid Engel auf einen älteren Blogbeitrag von Judith gestoßen bin, habe ich es mir nochmal anders überlegt. In ihrem Blogbeitrag beschreibt Judith Peters, wie sie mit regelmäßigen Quartals-Listen Berge versetzt .
Nun, Berge versetzen will ich nicht. Ich finde, wir Menschen pfuschen der Natur oft genug ins Handwerk und meist kommt nix Gutes dabei raus. 12-Wochen-Listen kenne ich und schreibe sie auch gelegentlich. Denn es stimmt, dass ich kurzfristige Ziele nicht so schnell aus den Augen verliere wie solche, die in ferner Zukunft liegen. Dann wird aus aufgeschoben doch allzu oft aufgehoben. Aber Judiths Abwandlung des Konzepts „12-Wochen-Jahr“ hat mir gefallen: Sie notiert nicht Dinge, die sie tun muss, sondern Projekte und Ereignisse, auf die sie sich freut, die sie sie erledigen möchte. Schreibt eben keine To-do-, sondern eine To-want-Liste.
Der langen Rede kurzer Sinn. Ich habe mich also noch in der Nacht hingesetzt und habe angefangen, Pläne und Vorhaben zu notieren, die ich nicht umsetzen muss, sondern möchte:
Schreiben
Jeden Tag schreiben. Dank der August-Challenge von Astrid Engel klappt das seit Anfang August ganz gut klappt https://timetoflyblog.com/schreib-challenge-im-august-ich-bin-dabei.
Dabei helfen mir vor allem die Online-Schreibtreffen, die die Textmanufaktur und Denise Fritsch anbieten . An ihnen möchte ich auch bis zum Ende des Jahres regelmäßig teilnehmen.
Aber ich möchte endlich auch eine Schreibroutine etablieren, die mir hilft, mich an den Schreibtisch oder an den Computer zu setzen, wenn ich keine Schreibverabredung habe und nicht sehr motiviert bin.
Den Nanowrimo gibt es nicht mehr – 50.000 Worte in 30 Tagen zu schreiben ist für mich ohnehin illusorisch. Aber ich möchte im November intensiver an der Geschichte arbeiten, die ich vor Jahren begonnen habe: Sie soll nicht unvollendet bleiben.
Außerdem möchte ich bis zum Jahresende mehr bloggen: Ich habe ich in diesem Jahr bislang 40 Blogbeiträge geschrieben und veröffentlicht. Bis zum Jahresende sollen es 60 sein. Ich möchte also in den nächsten Wochen 20 Blogbeiträge schreiben, das sind fast zwei also wöchentlich. Dies ist Blogbeitrag Nr. 41.
Auch Nature Writing möchte ich ausprobieren. Dabei können mir Wanderungen, Spaziergänge und Künstlertreffs in der Natur helfen.
Und dann ist ja auch noch das Projekt 27. September, das Maxim Gorki ins Leben gerufen und Christa Wolf fortgeführt hat. Ich habe Ende Septermber einen Blogbeitrag darüber geschrieben und einige Schreibfreundinnen motiviert aufzuschreiben, was sie an diesem Tag erlebt, getan und gedacht haben. Irgendwann wollen wir uns treffen, uns unsere Texte vorlesen und uns austauschen.
Ich notiere vieles ganz klassisch per Hand – in verschiedenen Büchern. Das hat den Nachteil, dass ich oft mehrere Bücher – Tagebuch, Notizbuch, Bulletjournal, Arbeitstagebuch – mit mir rumschleppe. Außerdem geht mancher gute Gedanke verloren, weil ich deine Notiz oder einen Text nicht wiederfinde. Ich möchte daher ein Notizsystem finden, das mir hilft, den Überblick zu bekommen oder zu bewahren (über Hinweise und Tipps freue ich mich sehr).
Reisen
Früher bin ich oft zur Buchmesse gefahren: zuerst zur Frankfurter, dann auch zur Leipziger. Doch seit Corona hat es nicht mehr geklappt: In diesem Jahr habe ich mir wieder ein Ticket besorgt. Inzwischen bin ich schon wieder zurück und kann diesen Punkt auf meiner To-want-Liste schon abhaken.
Im November fahre ich zu meiner Freundin in die Pfalz, um mit ihr Geburtstag zu feiern und bei der Gelegenheit auch den Museums-Pass Musées einweihen, den sie mir geschenkt hat. Mit ihm kann ich ein Jahr lang mehr als 350 (!) Museen, Schlösser und Gärten in Deutschland, Frankreich und der Schweiz besuchen. Weitere Besuche sind also vorprogrammiert.
Ich plane Städtetrips in zwei Städte, die ich noch nicht kenne: nach Jena zum Beispiel, das gar nicht so weit entfernt liegt.
Vielleicht kann ich die eine oder andere Städtereise mit einem Abstecher auf einen Weihnachtsmarkt verbinden. Ich bin ein Weihnachtsmarktfan und möchte in diesem Advent zwei neue kennenlernen
Die meisten meiner Freundinnen wohnen leider nicht in Burgwedel – und ich sehe sie auch deshalb viel zu selten. Bis Jahresende möchte ich drei von ihnen treffen. Zwei habe ich schon wiedergesehen: eine befreundete Verlegerin auf der Buchmesse und auf dem Rückweg die Freundin in der Pfalz.
Kulturelle und andere Aktivitäten
Ich lese recht viel, aber nur selten Gedichte. Bis zum Jahresende möchte ich jeden Tag eines lesen. Das Buch „Mit Gedichten durchs Jahr. Ein lyrischer Kalender mit 365 Gedichten“ liegt jetzt neben meinem Bett. Heute Morgen habe ich nach dem Aufstehen Muriel Sparks „Eingetrübt“ gelesen (eine Brille brauche ich dazu zum Glück nicht).
Zwei Konzerte stehen bis Jahresende auf meiner Wunschliste. Für eines – Filmmusiken von Hans Zimmer – haben wir schon Karten, das zweite soll ein Weihnachtskonzert sein, zum Beispiel ein Konzert des Mädchenchors Hannover.
Die Idee ist von Julia Cameron*: Einmal in der Woche soll frau einen „Künstlertreff“ einplanen, also allein etwas unternehmen, was sie interessiert oder fasziniert. Eine gute Idee, die einen Platz auf meiner To-want-Liste verdient.
Die hannoverschen Museen und die Herrenhäuser Gärten besuche ich dank Museums- bzw. Jahreskarte regelmäßig. Im Sealife war ich dagegen noch nie. Das möchte ich ändern.
Sport und Gesundheit
Eigentlich bewege ich mich gerne und viel. Bis zum 13. Mai bin ich täglich durchschnittlich mehr als 10.000 Schritte gegangen. Aber nach meinem Unfall durfte ich ein paar Wochen das gebrochene Sprunggelenk gar nicht belasten, danach musste ich erst wieder gehen lernen (ein Ziel für das dritte Quartal, das ich erreicht habe). Jetzt setze ich mir ein neues Ziel: 8.000 Schritte am Tag.
Drei Spaziergänge in der Woche – auch das ist eine Anregung von Julia Cameron. Allein und ohne Smartphone, nur mit meinem Notizbuch möchte ich spazieren gehen. Nicht nur der Gesundheit wegen, sondern um Klarheit zu finden und meine Beobachtung zu schulen.
Längere Strecken zu gehen, muss ich erst wieder üben. Eine erste (kurze) Wanderung habe ich Anfang des Monats schon geschafft https://timetoflyblog.com/update-es-geht-weiter, (mindestens) zwei weitere sollen folgen.
Yoga hatte bis zu meinem Unfall einen festen Platz im Tagesablauf, nämlich früh morgens, während ich – noch vor den Morgenseiten – die erste Tasse aufbrühte. Weil ich morgens direkt keinen Kaffee mehr trinke, muss ich einen neuen Platz für meine Übungen finden.
Ich bin ein Saunafan, aber mein letzter Saunabesuch liegt schon Monate zurück. Bis zum Jahresende möchte ich mir zwei Thermenbesuche gönnen.
Last, but not Least
„Was kann ich der Welt zurückgeben?“ lautete eine der Fragen, die Judith Peters in der Vorlage für den Blogtober stellte. Das klingt mir zugegebenerweise zu pathetisch. Ob ich der Welt etwas zurückgeben kann, weiß ich nicht. Ich möchte mich auf jeden Fall mehr im AutorInnenzentrum Hannover engagieren. Katia, die für den Vorstand des Vereins kandidiert, hat eine Liste mit Aufgaben herumgeschickt, die erledigt werden müssen. Ich werde anbieten, die eine oder andere zu übernehmen.
*Julia Cameron, Emma Lively: Es ist nie zu spät, neu anzufangen. DEr Weg des Künstlers ab 60. Droemer Knauer München 2016
„Es geht voran“, habe ich Ende August in diesem Blog geschrieben und daran hat sich zum Glück nichts geändert. Mein Fuß heilt besser, als ich nach den ersten Prognosen befürchtet habe – und auch mein Bewegungsradius erweitert sich.
So bin ich vor einer Woche zum ersten Mal seit dem Unfall wieder Rad gefahren: vorsichtig und nicht so schnell, wie ich eigentlich könnte. Denn Radfahren verlernt man ja bekanntlich nicht. Aber so ganz traue ich meinem Fuß noch nicht und ich vermeide daher Situationen, in denen ich plötzlich bremsen oder gar abspringen müsste.
Dabei klappt das Hüpfen von einem Fuß auf den anderen schon ganz gut: Ich kann den Fuß wieder in fast alle Richtungen drehen, auf den Zehenspitzen stehen, das Gewicht beim „einbeinigen Hund“ teilweise oder beim „Baum“ (Yogafans wissen, was ich meine) ganz auf das verletzte Bein verlagern. Und wenn ich gehe, sieht man mir zumindest auf den ersten Blick die Verletzung nicht mehr an. Auch treppauf bewege ich mich wieder recht elegant, treppab gehe ich dagegen (noch) wie meine Mutter mit 85. Aber es wird.
Gewandert bin ich auch zum ersten Mal wieder: nur eine kurze Runde, gerade mal sechseinhalb Kilometer, aber immerhin. Für den Wiedereinstieg nach fast fünf Monaten Wanderpause hatte meine Tochter eine leichte Wanderung bei Bad Harzburg ausgesucht, die laut Wanderapp weder besonderes Können erforderte noch besondere Ansprüche an meine Fitness stellte. Die Wege waren leicht begehbar und vorwiegend flach, aber auch die einzige Steigung – im Harz fast unvermeidlich – habe ich ohne Probleme bewältigt.
Foto: Foe Rodens
Und trotzdem: Irgendwie sitzt die Angst vor einem Ausrutscher oder Fehltritt immer noch in meinem Kopf. Die Sicherheit, dass mir nichts passiert, ist vorläufig dahin. Da hilft wohl nur wie beim Reiten nach einem Sturz: Weitermachen oder besser gesagt weiterwandern. Das will ich bei der nächsten Gelegenheit wieder tun.
Auf dem Weg zum Bahnhof bin ich dann noch im Haus der Kirche in Bad Harzburg vorbeigegangen und habe mir noch einmal die Ausstellung „Natur-Momente“ angesehen. Dabei habe ich mich an die eine oder andere Wanderung erinnert, die meine Tochter und ich gemeinsam unternommen haben. Bis ich meinem Fuß wieder voll belasten kann, wird es zwar noch eine Weile dauern. Aber ich bin sicher, dass ich schon bald wieder längere und anspruchsvollere Strecken bewältigen kann. Und vielleicht besuche ich dann auch noch einmal die Vogelinsel Runde, wo das rechte Foto vom Papageientaucher entstand und wo der Ärger mit meinem Fuß vor fünf Monaten begann.
… im wahrsten Sinne des Wortes. Bei Weitem nicht so schnell, wie ich direkt nach meinem Sturz im Mai gedacht habe: Damals glaubte ich, dass ich spätestens im nächsten Monat wieder laufen oder gehen könnte wie vorher. Dass das nicht funktionieren würde, wurde mir bewusst, als die norwegischen ÄrztInnen mir erklärten, dass ich meinen operierten Fuß sechs Wochen lang überhaupt nicht belasten dürfte. Und als ich am 1. Juli, sieben Wochen nach der Operation in Volda, die ersten Schritte ohne Orthese tun durfte, tat jeder Schritt höllisch weh. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, denn in den ersten Wochen nach dem Unfall und der OP war ich quasi schmerzfrei: Die ÄrztInnen und PflegerInnen waren erstaunt, dass ich fast ohne Schmerzmittel auskam, und haben ständig nachgefragt, ob ich nicht Tabletten benötige.
Die ersten Wochen ohne Orthese waren mühsam, daran, auch die Krücken wegzulegen, war gar nicht zu denken. Ich musste das Gehen erst wieder lernen – es dauerte eine Zeit, bis Muskeln, Sehnen und Co sich an ihre neuen MitbewohnerInnen aus Metall gewöhnt hatten.
Das ist ihnen schneller gelungen, als ich befürchtet habe. Bekannte, die sich ebenfalls das Sprunggelenk gebrochen hatten, haben mir erzählt, dass es bei ihnen etwa ein Jahr gedauert hätte, bis sie wieder normal und einigermaßen schmerzfrei gehen konnten. Bei einigen hatte es Komplikationen gegeben – die sind bei mir bisher ausgeblieben.
Die Operations-Wunden sind sehr gut verheilt, die Kontroll-Röntgenaufnahmen zeigen, dass alles im richtigen Fleck ist und so, wie es sein sollte. Inzwischen kann ich schon gut ohne Stützen gehen; nur wenn ich länger und/oder mit Öffis unterwegs bin nehme ich sie manchmal noch mit. Und manchmal, wenn ich sie irgendwo abgestellt habe, vergesse ich, dass ich sie dabei habe, und muss zurückgehen, um sie zu holen. Das ist, finde ich, ein gutes Zeichen.
Mein Bewegungsradius beschränkte sich in den ersten Wochen nach der OP auf Haus, Garten und die Fahrten zu Ärzten und zur Physiotherapie. Allmählich erobere ich aber mein altes Leben zurück. Ich habe die Enkelkinder in Hamburg besucht und meine Tochter – inklusiver ihrer Ausstellung – in Bad Harzburg.
In Hannover war sogar schon mehrmals alleine – beispielsweise in der Bibliothek und in den Herrenhäuser Gärten.
Auch den ersten Kurztripp mit dem Wohnmobil haben wir in der vergangenen Woche unternommen. Wir waren auf unserem „Stammplatz“ in Cuxhaven-Döse. Zum einen ist das der Ort an der Nordsee, der von uns am schnellsten zu erreichen ist. Und zum anderen liegt der Stellplatz direkt hinterm Deich. Nirgendwo kann ich mich besser erholen und entspannen als am Wasser. Wenn ich hier das Meer sehen will, muss ich nur den Radweg überqueren und eine Treppe hoch auf den Deich gehen. Zwar ist das Meer meist nicht da, wenn ich komme, aber das stört mich nicht
Für meinen Fuß war der Kurzurlaub eine Kurzkur. Denn Schlickpackungen gab es bei meinen Strandspaziergängen gratis. Die im Schlick enthaltenen Spurenelemente und Mineralstoffe wie Calcium, Kalium, Magnesium und Phosphor sollen laut Website des Heilbäderverbands Niedersachsen entzündungshemmend wirken, die Durchblutung fördern und Gelenkentzündungen, Prellungen und Verstauchungen lindern. Außerdem stärkt das Gehen auf dem unebenen Wattboden den Fuß und den gesamten Bewegungsablauf.
Bis nach Neuwerk habe ich es diesmal noch nicht geschafft – bis zu der kleinen Insel im Wattenmeer sind es von Duhnen aus etwa zehn Kilometer. Aber irgendwann schaffe ich auch das wieder – frau muss sich eben Ziele setzen.
Ich bin wieder zu Hause, zurück aus Norwegen. Fast eine Woche früher als geplant – aber mit den Plänen ist es ja bekanntlich so eine Sache. Und ich bin auch nicht mit dem Auto zurückgekommen, wie wir es vorgehabt haben. Denn die Ärzte hatten mir kurz nach der OP, mit eingegipstem Fuß, dringend von einer so langen Autofahrt abgeraten. Das Risiko war ihrer Meinung nach zu groß, obwohl wir die Strecke in mehrere Tagesetappen aufgeteilt hätten.
Dass ausgerechnet ich – begeisterte Radfahrerin und Nutzerin öffentlicher Verkehrsmittel – den ADAC einmal in höchsten Tönen loben würde, hätte ich nie gedacht. Wir sind zwar Mitglied im Automobilclub, aber eher aus praktischen Gründen denn aus Überzeugung. Aber der Service des ADAC Ambulanzdienstes hat mich wirklich beeindruckt.
Super Service
Schon kurz nachdem mein Mann den Ambulanzdienst eingeschaltet und über meinen Unfall informiert hatte, nahmen die MitarbeiterInnen Kontakt zu mir und zum Krankenhaus auf. Und als ich ihnen die erforderlichen Unterlagen zugemailt hatte, kontaktierten sie umgehend den behandelnden Arzt – und organisierten meinen Rückflug aus Sogndal.
Der funktionierte reibungslos: Da ich (noch) keine längeren Strecken gehen kann, wurde ich an allen drei Flughäfen – in Sogndal, Bergen und Hamburg – mit einem Rollstuhl zum Flugzeug gebracht bzw. vom Flugzeug abgeholt. Zum ersten Mal gehörte ich zur Passagiergruppe A, also zu denen, die vor allen anderen an Bord gehen dürfen. Und zum ersten Mal in meinem Leben fuhr ich in einem Krankenwagen. Weil ich allerdings in der Nacht vorher kaum ein Auge zugetan hatte, verschlief ich die letzte Etappe meiner Rückreise, die Fahrt von Hamburg nach Burgwedel, völlig.
Unter den Wolken: von Sogndal …… nach Bergen …… und von Bergen nach Hamburg
In Norwegen hatte sich Foe um mich gekümmert; seit ich wieder zu Hause bin, tut das mein Mann. Er erledigt die Haus- und Gartenarbeit und hilft mir bei den vielen kleinen und großen Dingen, die ich zurzeit – auf zwei Krücken gestützt – eben nicht gut alleine oder gar nicht schaffe: kochen beispielsweise, schnell mal die Treppe hoch in die obere Etage laufen, weil ich etwas aus meinem Schlaf- oder meinem Arbeitszimmer brauche, oder auch nur die Kaffeetasse von der Küche ins Wohnzimmer bringen.
Ich gebe es zu: Mir helfen zu lassen fällt mir ebenso schwer wie den ganzen Tag auf der Couch oder im Sessel zu sitzen. Und auch Geduld gehört nicht gerade zu meinen Kernkompetenzen. Aber die werde ich in der nächsten Zeit brauchen: Mindestens sechs Wochen darf ich den Fuß nicht belasten – und seit der OP sind nicht einmal zwei vergangen. Ich hoffe aber, dass einiges einfacher wird, wenn in der nächsten Woche der Gips durch eine Schiene ersetzt wird. Dann kann ich hoffentlich auch wieder duschen oder sogar baden.
Glück gehabt
Natürlich hatte ich mir meinen Urlaub ein bisschen anders vorgestellt, und natürlich nervt es mich, dass ich ausgerechnet jetzt im Sommer so immobil bin, dass ich weder Rad fahren noch wandern noch schwimmen darf. Aber es gibt keinen Grund zu jammern: Ich hatte eigentlich Glück im Unglück:
Ich habe mir nur den Fuß gebrochen – und zwar in der Nähe von Volda. Das Städtchen liegt in einem Ski-, Wander- und Klettergebiet – und die ÄrztInnen und PflegerInnen der Helse More og Romsdal Klinik kennen sich auch mit komplizierten Knöchelfrakturen wohl sehr gut aus. Ich habe mich dort von Anfang an gut aufgehoben und betreut gefühlt. Und um die Kosten brauchte ich mir ebenfalls keine Gedanken zu machen. Die übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung, obwohl Norwegen kein EU-Mitglied ist.
Wie viele Schrauben und Platten nötig waren, um meine Knochen wieder in die richtige Position zu bringen und dort zu halten, wurde mir erst bewusst, als ich mir gestern die Röntgenbilder angesehen habe.
Mit gegipstem Bein im Krankenhaus …… und nach der Entlassung vor der Hütte in Oersta …… und am Voldafjord (Fotos Foe Rodens)
Schmerzen hatte ich trotz Bruch und OP kaum, von meinem Bett im Krankenhaus konnte ich den Fjord und die Berge sehen. Und als ich entlassen wurde, hat mich Foe noch zu ein paar schönen Stellen gefahren.
Zurück in Sogndal: Blick von der Terrasse …… und kleiner Ausflug zum Sognefjord
Für die Rückfahrt von Volda nach Sogndal hat sie dann eine Scenic Route mit wirklich traumhaften Ausblicken ausgewählt. Und so konnte ich die Landschaft zwar nicht wie erhofft erwandern, aber zumindest doch im Vorbeifahren genießen. Things could be worse.
Eines meiner Lieblingszitate stammt von dem französischen Mathematiker, Physiker und Philosophen Blaise Pascal: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Jetzt hat es sich wieder einmal gezeigt, dass es stimmt.
Foe und ich wollten während meines Urlaubs in Norwegen ein langes Wochenende auf der Vogelinsel Runde verbringen. Dort brüten laut Wikipedia jedes Jahr rund 170.000 Seevögel-Paare – vor allem Papageientaucher, aber auch Dreizehen-und Raubmöwen, Trottellummen, Eissturmvögel, Tordalken, ja sogar Seeadler. Foe, Vogelexpertin und Fotografin, wollte auf der Insel Vögel beobachten und fotografieren, ich wollte am Meer sitzen, lesen und schreiben, und gemeinsam wollten wir auf dem Fjell und um die Insel wandern.
Am Anfang lief alles wie geplant: Wir haben die gebuchte Hütte auf dem Campingplatz bezogen – mit Blick aufs Meer – und sind dann aufs Fjell zu den Klippen gewandert. Am frühen Abend habe ich zum ersten Mal Papageientaucher in freier Wildbahn gesehen und fotografiert. Doch auf dem Rückweg zum Campingplatz bin ich auf einer matschigen Stelle ausgerutscht – und habe sofort gemerkt, dass mit meinem Fuß etwas nicht stimmte. „Ein Bänderriss“, dachte ich.
Einige Norwegerinnen blieben sofort stehen und halfen mir: Sie alarmierten über FreundInnen Foe, die noch ahnungslos Vögel fotografierte. Sie telefonierten mit den Rettungskräften und harrten mit mir und Foe aus, bis die freiwilligen Helfer vom Roten Kreuz kamen. Weil ich an der zweitungünstigsten Stelle gestürzt war, dauerte das mehr als eine Stunde: Schneller wäre es mit dem Hubschrauber gegangen, doch das erschien mir wegen einer Fußverletzung doch zu dramatisch. Mit einem snowmobilartigen geländegängigen Gefährt brachten sie mich zum Campingplatz; von dort aus fuhr mich Foe zur Notärztin nach Oerste und mit ihrer Überweisung dann ins Krankenhaus nach Volda.
Weil wir vor einem gesperrten Tunnel mehr als eine halbe Stunde waren mussten, kamen wir erst weit nach Mitternacht im Krankenhaus an. Mein Fuß wurde geröntgt, ein CT wurde gemacht und was die ErsthelferInnen befürchtet hatten, bewahrheite sich. Das Fußgelenk ist gleich mehrfach gebrochen, ich muss operiert werden – weil das Gelenk noch stark geschwollen und das Infektionsrisiko bei einer Operation noch zu groß ist, gleich zweimal.
Noch am Freitag wurde der Fuß von außen fixiert, damit die Knochen bis zur richtigen Operation nächste Woche nicht falsch zusammenwachsen. Die Fixierung erinnert eher an ein mittelalterliches Folterinstrument als an ein Hilfsmittel. Aber ich habe keine Schmerzen. Die ÄrztInnen und PflegerInnen sind freundlich, sprechen mit mir Englisch, weil ich ja kein Norwegisch verstehe. Ich habe ein Bett am Fenster bekommen, von dem aus ich den Fjord und das Meer sehen kann. Was will frau mehr.
Viel Zeit zum Lesen und zum Schreiben habe ich auch, wie ich es mir gewünscht habe. Mit dem Wandern wird es allerdings in der nächsten Zeit wohl nichts.
Immerhin konnte ich am Samstag gleich zwei Blogbeiträge (fertig) schreiben, weitere folgen hoffentlich in den nächsten Tagen. Leider funktionierte das Hochladen der Bilder im Krankenhaus gestern nicht wie geplant. Doch mit den Plänen ist es ja bekanntlich so eine Sache …
Auf diesem Weg danke an alle, die mir geholfen haben.
Foes Vogel- und Naturfotos findet ihr auf ihrer Website.