Jahresrückblog 2025

Ist es schon wieder so weit? Der von Judith Peters initiierte #Jahresrückblog war eine gute Gelegenheit, über das nachzudenken, was 2025 geschehen ist, mit Vergangenem abzuschließen und Ziele für das neue Jahr zu formulieren.

Wenn ich dem Jahr 2025 ein Motto geben sollte, wäre es der Satz von Blaise Pascal: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Denn mit den Planungen hat es im vergangenen Jahr wirklich nicht besonders gut geklappt. Da war nicht nur mein Unfall im Mai, der unsere Pläne durchkreuzt hat. Auch vorher oder nachdem mein Fuß wieder verheilt war ist vieles nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber andererseits hält es geistig fit und flexibel, wenn frau sich immer wieder auf neue Situationen einstellen und sie bewältigen muss. Das ist mir 2025 recht gut gelungen.

Meine Themen und Highlights in 2025

Gesundheit

Ja, ich gebe zu, ich bin verwöhnt: Wer ohne ernsthafte Erkrankung und ohne gravierende Verletzungen 68 Jahre alt geworden ist, hat wirklich keinen Grund zu klagen. Aber natürlich habe ich mir den Wanderurlaub mit meiner Tochter in Norwegen anders vorgestellt. Und eine mehrfache Sprunggelenksfraktur hätte es auch nicht sein müssen. Aber Shit happens bekanntlich.

Ich wurde noch in Norwegen zweimal operiert – und hatte Glück im Unglück: Ich bin in einem Wander- und Skigebiet gestürzt. Deshalb haben die Ärztinnen und PflegerInnen im Krankenhaus Volda viel Erfahrungen mit solchen Verletzungen und sie haben ihre Sache sehr gut gemacht. Von meinem Bett im Krankenhaus konnte ich die Berge und den Fjord sehen; der ADAC organisierte meinen Transport von Norwegen nach Hause. Ein halbes Jahr nach dem Unfall sind die Narben kaum mehr zu sehen und ich kann wieder fast beschwerdefrei gehen. Andere Bekannte mit der gleichen Verletzung hatten viel größere Probleme – einige mussten weitere Operationen über sich ergehen lassen und leiden noch unter den Spätfolgen. Dafür, dass mir das erspart geblieben ist, bin ich sehr dankbar.

Schreiben

Ich habe fast vierzig Jahre lang mein Geld mit dem Schreiben und Redigieren von Texten verdient – Schreiben spielt in meinem Leben immer noch eine wichtige Rolle. Aber als Rentnerin will ich mich meinen eigenen Schreibprojekten widmen – wann, wenn nicht jetzt. Doch ohne Termindruck von außen fiel es mir schwer, regelmäßig daran zu arbeiten, mein Ziel, den vor Jahren angefangenen Roman zu beenden, rückte in weite Ferne.
Die Schreibchallenge von Astrid Engel im August hat mir geholfen, meinen eigenen Schreibrhythmus zu finden – an ihr teilzunehmen, war definitiv eine sehr gute Entscheidung.

Die Aufgabe war leicht zu bewältigen: einen Monat lang jeden Tag einen Text schreiben, ganz egal welchen. Ohne Druck, ohne festen Plan. Als der August zu Ende war, habe ich einfach weitergemacht. Und so wurde Schreiben für mich wieder zur täglichen Gewohnheit – und mit der Übung kam auch der Spaß am Schreiben zurück.

Eigentlich mag ich Anglizismen nicht, doch hier ist der Ausdruck Gamechanger angebracht. Auch die Cowriting-Angebote der Textmanufaktur und von Denise Fritsch haben mein Schreiben und oder besser gesagt meine Schreibgewohnheitenben stark verändert.

Ich habe als freie Journalistin und Autorin (fast) immer alleine im Homeoffice gearbeitet – und das war gut so. Mein eigenes Schreibzimmer möchte ich auf keinen Fall missen. Aber vor einigen Jahren habe ich bei einem Schreibwochenende in Wien entdeckt, wie inspirierend und motivierend es ist, gemeinsam mit anderen zu schreiben. Ich habe die Idee dann nach Hannover exportiert – dort ist seit 2020 am ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr Frauenschreibtreff-Zeit.

Weil nach meinem Unfall in Mai das AutorInnenzentrum in Hannover für mich vorübergehend unerreichbar war, meldete ich mich direkt nach meiner Rückkehr aus Norwegen bei der Textmanufaktur an. Seither logge ich mich, wann immer ich kann, zum Schreiben am Morgen mit Sabine E. Rasch ein. Etwa zur gleichen Zeit habe ich die Schreibdates entdeckt, die Denise Fritsch dreimal wöchentlich organisiert . Beides hat mir sehr geholfen, regelmäßig an meinen Schreibprojekten zu arbeiten. Und allmählich entwickle ich unabhängig von den Cowritings eine eigene Schreibroutine.

Gemeinsam mit anderen schreiben im AutorInnenzentrum in Hannover

Reisen

Eigentlich wollten wir in diesem Jahr nach Holland, Belgien und in die Normandie fahren. Doch unsere Reisepläne blieben durch den Unfall in Norwegen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke; mein abrupt endender Urlaub in Norwegen war meine einzige größere (Auslands-)Reise. Immerhin habe ich diese Urlaubswoche sehr genossen. Die Landschaft in Norwegen ist wirklich atemberaubend und die Hauptstadt Oslo auf jeden Fall eine (weitere) Reise wert

Sieben Wochen lang durfte ich nach der zweiten OP meinen Fuß gar nicht belasten, danach musste ich das Gehen erst wieder lernen. Zudem ist unser Mini-Wohnmobil für mobilitätseingeschränkte Menschen nicht sonderlich gut geeignet. Und so haben wir erst dreieinhalb Monate nach meinem Sturz wieder einen Kurztripp unternommen: natürlich ans Meer, nach Cuxhaven. Weitere Kurzreisen mit dem Wohnmobil an die Nord- und Ostsee – nach Romö, Sylt und Zingst – folgten. Auch mit dem Zug war ich ab September wieder häufiger unterwegs – zu meiner Tochter in den Harz und zu den Enkelkindern nach Hamburg beispielsweise. Zum ersten Mal seit Corona war ich wieder auf der Buchmesse in Frankfurt und zweimal habe ich meine Freundin in Neustadt an der Weinstraße besucht.

Auch gewandert bin ich seit Oktober schon ein paarmal: Die Strecken sind noch vergleichsweise kurz, aber es geht voran. Und so bin ich guter Dinge, dass ich im nächsten Sommer die geplante mehrtägige Wanderung mit meiner Tochter ohne Probleme und hoffentlich unfallfrei bewältigen werde.

Kunst

Besondere Highlights waren sicher die vielen Museen und Ausstellungen, die ich 2025 besucht habe. Allein in Oslo Anfang Mai waren es zwei Skulpturenparks und vier Museen – das Norwegische Widerstandsmuseum, das Zentrum für Holocaust- und Minderheitenstudien, das neue Nationalmuseum für Kunst, Architektur und Design und natürlich das Munch. Das wird laut Wikipedia wegen seiner Fassade manchmal despektierlich „als die größte Leitplankensammlung der Welt bezeichnet“. Aber innen ist es das schönste Museum, das ich bislang gesehen habe. Ich war während meines Oslo-Aufenthalts gleich zweimal dort, beim zweiten Mal zugegebenerweise nicht nur wegen der Kunstwerke, sondern auch wegen der tollen Aussicht auf den Oslofjord.

Auch vom Ekebergparken hat frau einen tollen Blick auf die Stadt und den Oslofjord. Der Ausblick soll übrigens Edvard Munch zu dem berühhmten Gemälde „der Schrei“ inspiriert haben. Im Park sind 40 Skulpturen und Kunstinstallationen zu sehen, unter anderem von Renoir, Rodin und Dali, aber auch von vielen anderen (zeitgenössischen) KünstlerInnen. Eine wirklich beeindruckende Kombination von Kunst und Natur.

In Hannover haben mir zwei Ausstellungen im Sprengel Museum besonders gut gefallen: Niki – Kusama – Murakami – Love for infinity, die Werke von Niki de Saint Phalle, Yayoi Kusama und Takashi Murakami zeigt, und „Von Hannover nach Los Angeles“, in der Bilder und Fotos von Käte Steinitz zu sehen sind. Die Malerin, Fotografin, Autorin und Verlegerin musste in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts aus Nazi-Deutschland in die USA fliehen.

Die Flucht vor den Nazis ist den Menschen nicht gelungen, die der Regensburger Fotograf Stefan Hanke in sieben europäischen Ländern besucht und in ihrem Lebensumfeld oder an Orten ihres Leidens fotografiert hat. 72 eindrucksvolle Schwarz-Weiß Porträts von Überlebenden nationalsozialistischer Konzentrations- und Vernichtungslager waren in der Sonderausstellung „KZ überlebt“ im Landesmuseum zu sehen.  Kurze Texte und Zitate informierten über das unermessliche Leid, das den Menschen angetan wurde, und über ihre persönlichen Lebenswege.

Besonders stolz war ich auf die Ausstellung Natur-Momente meiner Tochter Nele Schmidtko. Etwa dreißig ihrer Natur- und Landschaftsfotos werden seit August im Haus der Kirche in Bad Harzburg gezeigt. Vögel gehören zu Neles Lieblingsmotiven –besser als die Vogelfotos gefallen mir ihre Landschafts- und Detailaufnahmen, die  die besondere Stimmung und den Zauber des Augenblicks einfangen.

Oma gegen rechts

Zunehmender Rechtsextremismus, Rassismus, Hetze gegen Minderheiten und Antisemitismus nicht nur, aber auch in Deutschland, Klimawandel, Krieg in der Ukraine – und ein amerikanischer Präsident, der keine Gelegenheit auslässt, Öl in die überall in der Welt auflodernden Feuer zu gießen und die vertraute Weltordnung zu sabotieren: Selten gab und gibt es so viele Gründe, auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. In der ersten Jahreshälfte 2025 habe ich das immer wieder getan. Bei großen Demos wie auf dem hannoverschen Opernplatz oder mit einigen wenigen Omas gegen rechts freitagsabends bei der Solidaritätswache vor der Synagoge der jüdischen Gemeinde. Mein Unfall und persönliche Gründe haben dieses Engagement vorübergehend unterbrochen. Aber ich mache im neuen Jahr weiter, versprochen. Denn gegen rechts sein genügt nicht. Frau muss es auch zeigen. Nie wieder ist nämlich jetzt.

Beruf: Einstieg in den Ausstieg

Seit ich vor gut zwei Jahren Rentnerin geworden bin, nehme ich keine Schreibaufträge mehr an. Zwei monatlich erscheinende Zeitschriften habe ich aber weiter korrigiert. Doch Mitte 2025 hat die KI die Korrektur der einen Zeitschrift übernommen. Wirklich unglücklich war ich darüber nicht – jetzt kann ich meine Zeit freier einteilen, ohne Rücksicht auf Abgabe- und Drucktermine. Irgendwann wird die Künstliche Intelligenz wahrscheinlich auch die zweite Zeitschrift korrigieren. Soll sie – ich sehe es gelassen.

Erste Male – Positives und Negatives

  • Ich habe mir im vergangenen Jahr zum ersten Mal etwas gebrochen, und zwar mein Fußgelenk, leider gleich mehrfach
  • Auch auf die zweite „Premiere“ am gleichen Tag hätte ich gerne verzichtet: auf meine erste Fahrt mit einem geländgängigen Quad. Mit ihm wurde ich vom Hochplateau auf der Insel Runde ins Tal transportiert. Es war ein wilder Ritt im unwegsamen Gelände und einmal haben wir uns so festgefahren, dass wir nur mühsam und mit Hilfe wieder frei kamen.
  • „Challenges“, neudeutsch für Herausforderungen, Aufgaben oder Mutproben, sind spätestens seit der „Ice Bucket Challenge“ sehr populär. Ich habe 2025 zum ersten Mal an einer teilgenommen, nämlich an der Schreibchallenge von Astrid Engel. Meine erste Challenge wird nicht meine letzte sein.
  • Bislang kannte ich nur Adventskalender mit Süßigkeiten oder kleinen Geschenken; digitale Adventskalender waren mir neu. Vor dem 1. Dezember habe ich gleich mehrere abonniert und wenn auch nicht alle, so doch einige Tipps und Empfehlungen umgesetzt. So habe ich mir das in den Kalendern von Frauen im Business bloggen“ oder der SEO-Akademie empfohlene Plug-in Yoast heruntergeladen, um die Auffindbarkett meines Blogs zu verbessern. Ob das gelingt? Ich bin gespannt.

Sieben Ziele für 2026

  1. Ich möchte in diesem Jahr endlich meinen Roman zu Ende schreiben.
  2. Ich möchte 2026 mindestens 60 Blogbeiträge veröffentlichen und meinen Instagramaccount reanimieren. Vielleicht schaffe ich es ja auch endlich, die besten Blogbeiträge aus den vergangenen Jahren und einige (kurze) Essays in einem Buch zusammenzufassen.
  3. Endlich an einem Schreibwettbewerb teilnehmen. Eine Schreibfreundin hat mir von einem Ü-70-Wettbewerb erzählt. In diesem Jahr gehöre ich zu dieser Zielgruppe.
  4. Ich kenne leider nur wenige heimische Pflanzen und Tiere. Das will ich ändern: Ich möchte mehr Zeit in der Natur verbringen und meine Beobachtungen und Entdeckungen in einem Nature Journal dokumentieren – mit Skizzen und Worten.
  5. Im vorletzten Jahr und in den ersten Monaten des vergangenen Jahrs bin ich täglich durchschnittlich mehr als 10.000 Schritte gegangen. Das möchte ich auch 2026 wieder erreichen. Denn ich bin überzeugt, dass Gehen nicht nur meinem Körper und meiner Seele guttut, sondern sich auch positiv auf mein Denken und Schreiben auswirkt.
  6. Ich möchte viel in diesem Jahr wieder mehr reisen und wandern. Geplant sind eine Wanderung auf der Rota Vicentina  in Portugal, eine Reise mit dem Wohnmobil zur Sonnenfinsternis nach Spanien sowie Kurztripps an die Mosel, in die Pfalz und ins Elsaß. Auf meiner Städtewunschliste stehen Kopenhagen, Wien und Brügge weit oben.
  7. Last, but not least habe ich mir fest vorgenommen, mich mehr zu engagieren: politisch zum Beispiel bei den Omas gegen rechts, gesellschaftlich im AutorInnenzentrum in Hannover. Dort organisiere ich nach wie vor den Frauenschreibtreff, außerdem engagiere ich mich in einer Gruppe, die den neu gewählten Vorstand unterstützt. Ich übernehme gelegentlich Cowriting-Termine und habe mich zur Kassenprüferin wählen lassen. Das habe ich noch nie gemacht, aber irgendwann ist immer das erste Mal.

Mein Motto für 2026

Wann, wenn nicht jetzt. Ich werde in diesem Jahr 70, worauf soll ich also noch warten.

Monatsrückblog Dezember 2025

Weihnachten ist vorbei, der Dezember und auch das Jahr gehen zu Ende: Zeit für den Monatsrückblog – diesmal früher als gewohnt, weil in den nächsten Tagen der Jahresrückblog 2025 folgen soll.

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Gefühlt endet der Dezember so, wie er begonnen hat: erkältet. Angefangen hat es Anfang Dezember mit leichtem Halskratzen, ohne Vorwarnung haben dann quasi über Nacht meine Stimmbänder ihren Dienst (vorübergehend) eingestellt. Drei Tage lang konnte ich gar nicht sprechen bzw. nur mühsam krächzen oder flüstern.

Es war schon ein merkwürdiges Gefühl, nicht mehr auf gewohntem Weg kommunizieren zu können: Die Apothekerin verstand zum Glück auch ohne Worte. Sie gab mir die Medikamente, die ich brauchte, und zudem noch den guten Rat, möglichst wenig zu sprechen, um meine Stimmbänder zu schonen. Nach drei Tagen kehrte meine Stimme dann wieder zurück, auch wenn sie immer noch ein bisschen heiser klingt. Husten und Schnupfen sind geblieben, mal mehr und mal weniger stark. Und dummerweise habe ich zuerst meinen Mann und über Weihnachten dann noch meine Tochter angesteckt.

Weihnachtsmärkte und andere Aktivitäten

Natürlich hat meine Dauererkältung auch meine geplanten Aktivitäten beeinträchtigt. Ich bin im Dezember nur einmal gewandert, war nur einmal im Museum und nur einmal im Kino: Sowohl die Käte-Steinitz-Ausstellung im Sprengel Museum als auch Fatih Akins Film „Amrum“ sind wirklich sehenswert. Nach Jena fahre ich anders als geplant wohl erst im nächsten Jahr. Und auch die diesjährige Weihnachtsmarktbilanz fällt Jahr eher mager aus. Mein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Goslar war eher eine Stippvisite, da selbst mir, bekennender Weihnachtsmarktfan, das Gedränge zu groß war. Als ich es am 23. Dezember endlich schaffte, nach Hannover zu fahren, war der Weihnachtsmarkt in der Lister Meile bereits abgebaut. Ganz neu war auf meiner ewigen Weihnachtsmarkt-Liste in diesem Jahr nur der Weihnachtsmarkt am Niendorfer Markt in Hamburg. Und auch die Weihnachtsmärkte in Thönse und Großburgwedel waren für mich in diesem Jahr neu, weil sie früher an anderen Orten stattgefunden haben.

Weihnachtskonzerte in Hannover und Hamburg

Immerhin wurden aus zwei geplanten Konzerten im letzten Quartal des Jahres vier – auf die ersten beiden im Oktober und November folgten im Dezember zwei weitere. Im Sendesaal des NDR Funkhauses haben wir uns noch ein Weihnachtskonzert des Mädchenchors Hannover angehört – diesmal gemeinsam mit der NDR Radio Philharmonie. Mindestens ebenso gut gefallen hat mir das Weihnachtskonzert am Gymnasium Bondenwald. Meine älteste Enkeltochter spielt in Nachwuchs-Big-Band der Schule und hatte einen kurzen Soloauftritt – und ich finde es immer wieder beeindruckend, was die SchülerInnen auf die Bühne bringen.

Nachhaltige Adventskalender

Aus dem Vollen schöpfen konnte ich bei den Adventskalendern: Rund ein Dutzend hatte ich zu Beginn der Adventszeit abonniert, weil mich die Themen interessierten. Natürlich habe ich es nicht geschafft, alle Türchen pünktlich zu öffnen und die Inhalte anzuhören und/oder zu lesen. Doch ich habe mir viele nützliche Beiträge und Tipps heruntergeladen und abgespeichert. In den nächsten Wochen werde ich sie in aller Ruhe abarbeiten und zum Beispiel versuchen, Technik und Auffindbarkeit meines Blogs zu verbessern, mehr Ordnung in mein Leben und in unser Haus zu bringen, entspannter zu schreiben und öfter mal etwas Neues zu wagen. Herzlichen Dank auf diesem Weg allen für die Mühe und die tollen Inspirationen.

Der einzige analoge Adventskalender hatte Weihnachten ausgedient, die digitalen wirken nach.

Sperr- und Rauhnächte

Aufräumen, Altes Loslassen und sich für Neues öffnen – darum geht es auch in den Sperr- und Rauhnächten. Die Rauhnächte kenne und praktiziere ich schon lange, von den Sperrnächten habe ich in diesem Jahr erstmals gehört – und bin den Anregungen und Impulsen von Denise Fritsch gerne gefolgt.

Die Sperr- und Rauhnächte stehen symbolisch für die zwölf Monate des Jahres, die Sperrnächte vom 8. bis 20. Dezember für die des zu Ende gehenden, die Rauhnächte vom 24 Dezember bis 6. Januar für die des kommenden Jahres. Seit jeher sind die Nächte und Tage zwischen den Jahren eine magische Zeit, eine Zeit des Rückzugs und der Einkehr. Wie viele andere nutze ich sie, um auf das alte Jahr zurückzublicken und Pläne für das neue zu schmieden.

Obwohl: Wenn das zu Ende gehende Jahr mich eins gelehrt hat, dann, dass Blaise Pascal recht hatte, als er schrieb: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Denn mit meinen Plänen war es in diesem Jahr so eine Sache.

Vielleicht war es einfach keine gute Idee, im vergangenen Jahr das 13-Wünsche-Ritual neu zu interpretieren. Statt wie gewohnt in jeder Rauhnacht einen Zettel einem Wunsch ungelesen zu verbrennen und ihn so dem Universum anzuvertrauen, hatte ich auf den Zetteln die Namen der Monate notiert, für die sie bestimmt waren. Zu Beginn des jeweiligen Monats habe ich den Zettel dann gelesen und versucht, mich in diesem Monat auf diesen Wunsch oder dieses Ziel zu konzentrieren. Ein bisschen Eigeninitiative und Mitarbeit kann nicht schaden, dachte ich.

Aber gut gemeint ist ja bekanntlich nicht immer gut gemacht. Mein Plan hat nicht sonderlich gut funktioniert. So hatte ich für den Mai den Wunsch gezogen, gesund zu bleiben – ausgerechnet in dem Monat, in dem ich gestürzt bin und mir den Fuß gleich mehrfach gebrochen habe. 

Begleiter durch die Rauhnächte: meine 13-Wünsche-Box, eine Kerze und ein von Denise Fritsch für mich gemischtes Öl aus Majoran, Rosmarin und Zitrone

In diesem Jahr kehre ich also wieder zum gewohnten Ritual zurück: Ich ziehe jeden Abend einen Zettel aus meine 13-Wünsche-Box und übergebe ihn ungelesen dem Feuer und den höheren Mächten, statt ihnen ins Handwerk zu pfuschen. Sicher ist sicher.

Käte Steinitz: Von Hannover nach Los Angeles – und zurück

Käte wer? Von Käte Steinitz hatte ich zugegebenerweise noch nie etwas gehört, als ich beim Besuch der Niki-Kusama-Murakami-Ausstelling im Sprengel Museum die Plakate für ihre Ausstellung sah. Es dauerte dann einige Wochen, bis ich mir sie anschaute. Möglicherweise hätte ich es ohne meine Museumscard gar nicht getan. Schließlich sind 14 Euro Eintritt für eine Rentnerin kein Pappenstiel. Aber die Museumscard macht es eben möglich, auch bislang unbekannte KünstlerInnen zu entdecken.

Im Schatten Kurt Schwitters

Unbekannt war Käte Steinitz in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts in Hannover eigentlich nicht. Und auch heute noch ist ihr Wirken im hannoverschen Kulturleben präsent. So ist die hannoversche Literaturzeitschrift Hahnepeter, die ich regelmäßig lese, nach einer von Käthe Steinitz erfundenen Märchenfigur benannt. Und Zinnober, der Rundgang durch die hannoverschen Ateliers, an dem ich jedes Jahr im September so gerne teilnehme, verdankt seinen Namen den legendären Künstlerfesten, die Käte Steinitz in den Zwanzigern gemeinsam mit Kurt Schwitters initiiert und organisiert hat. Doch das war mir gar nicht bewusst – ich habe beides, wenn überhaupt, eher mit Kurt Schwitters in Verbindung gebracht. Es sind eben immer noch meist die Frauen, die vergessen werden

Mit Kurt Schwitters freundete sich Käte Steinitz an, nachdem sie und ihr Mann Ernst nach Hannover gezogen waren. In Berlin hatte sie laut Wikipedia unter anderem bei Käthe Kollwitz und Lovis Corinth Bildende Kunst studiert – die Kunsthochschule durfte sie als Frau damals nicht besuchen. In Hannover wurde ihre Wohnung schnell zum Treffpunkt der hannoverschen Kunstszene – und  Käte Steinitz zu einer wichtigen Ideengeberin und Förderin der Avantgarde-Kunst.

Kurt Schwitters und Käte Steinitz arbeiteten eng zusammen: So illustrierte sie sein Märchen „Hahnepeter“ und gründete mit ihm den Verlag Aposs, dessen Namen für „A = aktiv, p = paradox, os = ohne Sentimentalität, s = sensibel“ steht, und machte sich als Mäzenin, Journalistin und Verlegerin einen Namen.

Schon bald nach der Machtergreifung der Nazis 1933 verlor Käte Steinitz‘ Mann Ernst seine Stelle als leitender Arzt am jüdischen Krankenhaus Siloah und emigrierte in die USA. Käte Steinitz und ihre drei Töchter flohen 1936 vor den Nazis nach Amerika. 1935 hatte die Reichsschrifttumskammer ein Publikationsverbot gegen Käte Steinitz verhängt, unter anderem wegen „Kulturbolschewismus“. 1937 wurden ihr Aquarell „Kinderbildnis“ als „Entartete Kunst“ aus dem Provinzialmuseum Hannover beschlagnahmt und vernichtet.

Künstlerisches Werk bleibt unbeachtet

In den USA verdiente Käte Steinitz – oder amerikanisch Kate Trauman Steinitz – ihren Lebensunterhalt unter anderem als Bibliothekarin und Lehrerein. Sie veröffentlichte mehrere Schriften über Leonardo da Vinci und ein Buch über die Zeit in Hannover: „Kurt Schwitters. Erinnerungen aus den Jahren 1918 – 1930“. Und sie arbeitete weiter als Malerin, Fotografin und Illustratorin: Der Teil ihres künstlerischen Nachlasses, den ihre Erben dem Sprengel Museum 2018 schenkten, umfasste laut Sprengel Museum mehr als 2.000 Arbeiten!

Trotzdem blieb ihr Werk weitgehend unbekannt. Der Großteil ihrer Arbeiten wurden nicht veröffentlicht; viele fotografische Arbeiten sind nur als Negative überliefert, Ihr Werk geriet „aus doppeltem Grund … aus dem Blickfeld der Geschichtsschreibung: Als Werk einer Frau wurde es marginalisiert, nach 1936 war es im Exil der Öffentlichkeit kaum mehr zugänglich“, wie es auf einer der Ausstellungstafeln so treffend heißt.

Käte Steinitz starb 1975 in den USA. 50 Jahre nach ihrem Tod sind rund 180 Werke aus sieben Jahrzehnten, darunter expressionistische Hinterglasbilder, Zeichnungen, Fotografien und Texte, im Untergeschoss des Sprengel Museums zu sehen – direkt neben der Dauerausstellung „Abenteuer Abstraktion“. Mir haben am besten ihre Landschaftsbilder gefallen – und als bekennender Skizzenbuchfan – natürlich die Auszüge aus ihren Tage-, Notiz- und Skizzenbüchern.

Stadt Hannover vergibt Käte Steinitz Preis

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Januar zu sehen. Im kommenden Jahr vergibt die Landeshauptstadt Hannover auch erstmals den „Käte Steinitz Preis für künstlerische Kollaboration“. Er ist mit 20.000 Euro dotiert und wird an zeitgenössische KünstlerInnen aus den Bereichen bildende Kunst, Fotografie, Textproduktion, Illustration und Verlagswesen vergeben, „die in enger Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten ein herausragendes Werk oder Projekt realisiert haben“.

Für Isabel Schulz, Ideengeberin des Preises und Leiterin des Kurt Schwitters Archivs war Käte Steinitz „eine der spannendsten Persönlichkeiten des kulturellen Lebens in Hannover der 1920er-Jahre …  eine herausragende Künstlerin und Netzwerkerin, die mit ihrer Offenheit und ihrem visionären Denken bedeutende Impulse für die Kunstszene setzte.“ Mit dem Preis soll an Käte Steinitz‘ „außergewöhnliches Schaffen und ihre inspirierende Rolle als Vermittlerin der Avantgarde“ erinnert werden. Besser spät als nie.

Kleine Geräte – großer Aufwand

Vor einem Jahr habe ich ein Hörgerät bekommen. Weil ich nicht nur, aber vor allem in großen Räumen manches schlecht, anderes gar nicht verstanden habe und den Fernseher immer öfter lauter drehen musste, hatte ich einen Termin bei der Hals-Nasen-Ohrenärztin gemacht. Wie erwartet empfahl sie mir ein Hörgerät, da mein Hörvermögen im Grenzbereich lag.

Wirklich begeistert war ich natürlich nicht. Denn Hörgeräte sind nicht billig – und selbst mit teuren Hörhilfen haben und hatten mehrere Bekannten große Probleme. Und auch Menschen, die zufrieden sind, brauchten meist einige Zeit, um sich an den Knopf im Ohr zu gewöhnen. Das gelingt, davon bin ich fest überzeugt, mit Ende sechzig sicher besser als in zehn Jahren, wenn dann ohne Hörgerät gar nicht mehr geht. Also besser jetzt als später.

Vor allem aber schreckte mich der Zusammenhang zwischen Altersschwerhörigkeit und Demenz, den verschiedene Studien belegen. Möglicherweise werden nämlich bei Menschen, die schwer hören und sich deshalb ständig konzentrieren müssen, andere Hirnfunktionen, vor allem die Hirnrinde und der Hippocampus, die Schaltstelle zwischen Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis, vernachlässigt und geschwächt. Und da sind für mich Hörgeräte definitiv das kleinere Übel.

Auf den Termin bei der Hals-, Nasen- Ohrenärztin hatte ich mehr als zwei Monate gewartet, bis zu meinem ersten Besuch bei einem großen Akustiker vor Ort dauerte es dann noch einmal etwa sechs Wochen. Weil kein passendes Probegerät frei war, war es dann erst kurz vor Weihnachten so weit.

Gegen das Hörgerät selbst war eigentlich nichts einzuwenden, doch leider ließ es sich nicht wie geplant über die App  des Herstellers mit meinem Smartphone verbinden. Das war jedoch für mich ein wichtiges Kriterium, weil ich – vor allem wenn ich unterwegs bin – über die Hörgeräte telefonieren oder Musik hören möchte. Außerdem war und ist mir die Bedienung über die winzigen Knöpfe an den beiden Hörgeräten auf Dauer viel zu fummelig.

Die Akustikerin, die mich betreute, mutmaßte, dass die Steuerung via Smartphone nicht funktioniert, weil mein in die Jahre gekommenes Telefon nicht mit der App kompatibel sei. Die Erklärung schien mir plausibel, denn seit ich die App installiert hatte, stürzte mein Smartphone immer wieder ab und verweigerte schließlich ganz den Dienst. Doch auch mit dem neuen Smartphone wurde es nicht viel besser, obwohl es auf der Liste der mit dem Hörgerät kompatiblen Mobiltelefone stand. Zwar gab es keine Systemabstürze mehr, aber immer, wenn ich Musik hörte, eine WhatsApp-Nachricht oder ein Anruf kam, schaltete die App vom Standard- in ein Streamingprogramm um. Die Wiedergabe wurde dann für Sekunden unerträglich laut, so dass die Hörgeräte meinem Gehör auf Dauer eher geschadet als genutzt hätten. Bei Musik oder Instagram-Beiträgen ließ sich die Lautstärke oft gar nicht regulieren: Mir blieb meist nur die Wahl zwischen extrem laut und stumm.

Die MitarbeiterInnen der Filiale empfahlen mir unter anderem, mein gerade mühsam neu eingerichtetes Smartphone auf die Werkseinstellung zurückzusetzen. Auch teurere Hör- oder Zusatzgeräte könnten Abhilfe schaffen, meinten sie. Die IT-ExpertInnen des Unternehmens, die sie um Rat fragten, konnten auch nicht weiterhelfen: Sie hatten angeblich noch nie von solchen Problemen gehört. Bei allen anderen funktioniere die App reibungslos, behaupteten sie. 

Diese Aussage ärgerte mich im Nachhinein am meisten. Denn als ich recherchierte, merkte ich bald, dass mein Smartphone und ich nicht die einzigen waren, die sich mit der App nicht verstanden. Im Google Appstore erhielt die App gerade mal 2,4 Sterne:  Ein Stern war die am häufigsten vergebene Bewertung – und einige KundInnen vergaben den einen Stern nur, weil Null-Sterne-Bewertungen nicht möglich sind. Die Kritiken – unter anderem „Schrott“, „(völlig) unbrauchbar“ und „unausgereift“ – waren teilweise wirklich vernichtend. Zufrieden waren vor allem die BesitzerInnen von iPhones.

Weil keine Lösung des Problems in Sicht war, wechselte ich nach vier Monaten frustriert den Anbieter: Ich lief zunächst zwei Wochen mit einem Diagnosegerät durchs Leben, das meine alltäglichen Hörsituationen aufzeichnete. Dann testete ich ebenso lange ein Probegerät – und kam damit gut zurecht. Doch bevor sie den Antrag bei der Krankenkasse einreichen konnte, hatte zunächst die Hörgeräteakustikerin, die mich betreute, einen Unfall und war krankgeschrieben. Dann stürzte ich in Norwegen und konnte zwei Monate lang ziemlich immobil. Als ich wieder besser laufen konnte, war die Verordnung abgelaufen und ein neuer Besuch bei der Hals-Nasen-Ohrenärztin nötig. Und so dauerte es bis August, bis ich endlich das Hörgerät bekam, das mich vermutlich die nächsten sieben Jahre begleiten wird. Denn erst dann wird sich meine Krankenkasse wohl an den Kosten für ein neues Hörgerät beteiligen.

Vorläufig ungelöst bleibt wohl das Problem mit meinen Gehörgängen. Dass sie sehr eng sind, hat mich fast siebzig Jahre lang nicht gestört. Doch obwohl die Hörgeräte sehr klein sind, animieren sie jetzt offensichtlich die Ceruminal- und Talgdrüsen im Ohr, mehr Ohrenschmalz zu produzieren. Und so bildet sich leider immer wieder ein Pfropf, der dann den Gang zwischen Ohrmuschel und Trommelfell verstopft. Das fühlt sich an wie Watte oder Wasser im Ohr und ich höre dann trotz Hörgeräten schlecht. Besser wird es erst, wenn meine freundliche Ohrenärztin den Pfropf entfernt. Und so steht künftig alle zwei bis drei Monate ein Besuch bei ihr in meinem Kalender.


Kurzer Besuch

Die nächstliegende Lösung ist nicht immer die beste. Meine Idee, am Samstagmittag nach der Wanderung in Bad Harzburg noch einen Abstecher auf den Weihnachtsmarkt zu machen, erwies sich als Schnapsidee.

Dabei war der Besuch des Weihnachtsmarkts im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend. Goslar liegt auf Bahnstrecke zwischen Hannover und Bad Harzburg, also quasi auf dem Weg nach Hause. Der Weihnachtsmarkt in der historischen Altstadt gilt als einer der schönsten nicht nur in Niedersachsen. Weihnachtsmarkt & Weihnachtswald Goslar wurden mit dem Qualitätssiegel “Excellent European Christmas Market” ausgezeichnet ubd zählen zu den Top 12 in Europa. Außerdem habe ich – bekennender Weihnachtsmarktfan – mir vorgenommen, in diesem Jahr zwei neue Weihnachtsmärkte kennen zu lernen. Viel Zeit bleibt nicht mehr – schließlich hatten wir schon den dritten Advent. Und so bin ich auf der Rückfahrt nach Burgwedel in Goslar ausgestiegen.

Eigentlich hätten mich schon die Menschenmassen, die mit mir vom Bahnhof in Richtung Altstadt pilgerten, misstrauisch machen müssen. Die meisten schlenderten gemütlich dem Weihnachtsmarkt entgegen, und wer wie ich gerne etwas zügiger geht – meine Tochter prägte einst den Begriff Speedbummling –, musste sich mühsam durchschlängeln.

Auf dem Weihnachtsmarkt selbst war dann gar kein Durchkommen mehr. Überall standen und gingen die Menschen dicht an dicht – wer sich die Angebote in den Buden zwischen ansehen oder gar etwas kaufen wollte, brauchte viel Geduld oder starke Ellenbogen. Ich habe bekanntlich beides nicht. Und so war mein Weihnachtsmarktbesuch nach wenigen Minuten beendet; bis zum künstlich angelegten Weihnachtswald mitten in der Altstadt mit 60 weihnachtlich beleuchteten Nadelbäumen und duftendem Waldboden habe ich es gar nicht geschafft.

Aber der Weihnachtsmarkt zwischen den Fachwerkhäusern hat Flair, das Ambiente ist wirklich außergewöhlich. Ich werde also wiederkommen: allerdings an einem normalen Werktag, möglichst kurz nachdem der Markt eröffnet.

Weit besser als die Stippvisite auf dem Weihnachtsmarkt hat mir die Wanderung von Bad Harzburg über die Große Bleiche zum Elfenstein gefallen. Von dem Granitfelsen hat man einen wunderschönen Blick auf Bad Harzburg und das Harzvorland. Er galt im Mittelalter als Wohnort von Elfen und anderen Lichtgestalten angesehen. Und die helfen den Menschen ja bekanntlich oft, ihre Wünsche zu erfüllen und ihre positiven Ziele zu erreichen – gerade in der Weihnachtszeit.

Dass ich jetzt auch längere Strecken, Auf- und Abstiege wieder ohne größere Probleme bewältige, ist für mich ein gutes Zeichen. Es lässt mich hoffen, dass ich im neuen Jahr wieder wie gewohnt wandern kann. Und wenn die Elfen mithelfen, wird es wohl klappen.

Monatsrückblog November 2025

Anfang November habe ich mir vorgenommen, wieder regelmäßig auf den vergangenen Monat zurückzuschauen . Denn ich habe gemerkt, dass sonst vieles, was ich erlebt habe, allzu schnell in Vergessenheit gerät.

Reisen

Von wegen Ruhestand. Seit ich Rentnerin bin, bin viel mehr unterwegs als früher, als ich noch gearbeitet habe. Ich habe einfach mehr Zeit, außerdem sind die Fahrten durch das Deutschlandticket jetzt viel preisgünstiger. Und so fahre ich ziemlich oft nach Hannover, zum Beispiel (zum Schreibtreff) ins AutorInnenzentrum, in die Bibliothek, oder ins Museum. Außerdem habe ich im November meine Tochter im Harz, die Enkelkinder in Hamburg und eine Freundin in Neustadt an der Weinstraße besucht. Und wir waren wieder einmal in Zingst an der Ostsee.  

Unser letzter Besuch dort liegt ziemlich genau zehn Jahre zurück. Mit unserem alten Wohnmobil sind wir regelmäßig auf die Halbinsel mit dem sperrigen Namen Fischland – Darß – Zingst gefahren, jetzt haben wir zum ersten Mal mit unserem gar nicht mehr so neuen Wohnmobil wieder das  Wellnesscamp Düne 6 angesteuert. Das liegt zu Fuß gerade mal fünf Minuten von  der Ostsee entfernt, bis zum Bodden brauche ich rund 15 Minuten. Ebenso lange dauert ein Spaziergang am Strand bis zur Seebrücke und zur Fußgängerzone mit vielen kleinen Läden, in denen ich nach Herzenslust Stöbern kann. Die Strände auf der Halbinsel sind wirklich sehr schön, außerdem mag ich die Lage zwischen dem manchmal rauen Meer und dem meist stillen Bodden.

Trotzdem war ich zugegebenerweise etwas skeptisch, als wir losfuhren. Denn die Metorologen hatten für die nächsten Tage winterliche Temperaturen vorhergesagt – und sie hatten ausnahmsweise recht. Am ersten Tag war es bei strahlendem Sonnenschein knackig kalt, am zweiten Abend fing es an zu schneien und am nächsten Tag lagen etwa fünf  bis zehn Zentimeter Schnee. Aber in unserem Wohnmobil war es trotzdem kuschlig warm – knapp zehn Quadratmeter lassen sich eben gut und recht schnell aufheizen. Außerdem gibt es auf dem Campingplatz eine Saunalandschaft mit vier Saunen, in denen wir uns jeden Nachmittag aufgewärmt haben.

Dass die Dampfsauna außer Betrieb war, konnte ich verschmerzen, denn dampfsaunen ist ohnehin nicht mein Ding. Aber ich bin jeden Tag geschwommen – nicht im Meer, das mir dann doch zu kalt war– , sondern im Hallenbad auf dem Campingplatz, dessen Wasser chlorfrei ist und von einer bepflanzten Sandfilteranlage gereinigt wird. Meist hatte ich das Becken für mich allein, denn der Platz war fast leer. Und auch den Strand hatten wir zeitweise fast für uns.

Auch in den Straßen von Neustadt begegnete mir kaum jemand, als ich Mitte November am frühen Sonntagmorgen auf Entdeckungstour ging. Ich habe meine Freundin schon ein paar Mal besucht. Wie hübsch die Altstadt von Neustadt mit ihren gepflasterten Straßen und den vielen Fachwerkhäusern ist, war mir gar nicht mehr bewusst. Leider hatte ich an diesem Morgen nicht allzu viel Zeit; außerdem waren die Temperaturen – der Jahreszeit entsprechend – auch nicht wirklich einladend. Aber ich habe mir fest vorgenommen, wiederzukommen und die Stadt und die Pfalz bei wärmeren Temperaturen und Sonnenschein erkunden.

Schreiben

Ich hatte mir Anfang des Monats vorgenommen, im Schreibmonat November intensiver an der Geschichte arbeiten, die ich schon vor Jahren begonnen habe. Das ist mir gelungen. Ich habe jeden Tag geschrieben – und fast jeden Tag an der Geschichte. Auf 50.000 Wörter – offizielles Schreibziel im NanNoWriMo – habe ich es zwar nicht gebracht. Doch damit habe ich auch gar nicht gerechnet . Denn ich bin eine Langsamschreiberin.

Daran dass ich in 30 Tagen rund 30.000 Wörter geschrieben habe, haben sicher die Schreibdates großen Anteil, an denen ich regelmäßig teilnehme – via Zoom mit Denise Fritsch oder Sabine Rasch oder ganz analog im AutorInnenzentrum Hannover. Außerdem entwickle ich allmählich eine eigene Schreibroutine – und führe regelmäßig ein Arbeitsjournal. Mein Ziel, bis zum Jahresende insgesamt 60 Blogbeiträge zu veröffentlichen, werde ich allerdings nicht mehr erreichen – dieser Blogbeitrag ist erst Nummer 50. Aber vielleicht klappt es im nächsten Jahr.

Adventskonzert des Mädchenchors

Ein Konzert des Mädchenchors Hannover steht schon lange auf meiner To-want-Liste. Der Chor, 1952 gegründet, zählt laut Website „zu den weltbesten Jugendchören seiner Kategorie … genießt in der internationalen Chorwelt ein hohes Ansehen und wurde zu Konzerttourneen in fast alle europäischen Länder, in die USA, nach Israel, Brasilien, Chile, Russland, nach Japan, China und Korea eingeladen.“ Auf CDs und im Fernsehen habe ich die Mädchen schon öfter gehört, Ende November dann in der Marktkirche in Hannover zum ersten Mal live. Auf dem Programm standen Chorwerke und Weihnachtslieder aus sechs Jahrhunderten.

Die meisten Stücke haben mir gefallen; nur mit der eigens für den Chor geschriebenen Auftragskomposition habe ich mich schwergetan. Das liegt sicher daran, dass ich es eher klassisch mag und zudem ein Musikbanause bin. Doch dem Applauspegel nach zu schließen habe nicht nur ich bei diesem Stück gefremdelt.

Trotzdem freue ich mich auf das nächste Konzert. Am kommenden Donnerstag präsentieren Mädchenchor Hannover und NDR Radiophilharmonie gemeinsam weihnachtliche Chor- und Orchesterwerke unter anderem von Georg Friedrich Händel, Lars-Erik Larsson, Engelbert Humperdinck, Johannes Brahms und Leroy Anderson.

Kurzbesuche im Museum

Ein bisschen fühle ich mich wie Cato der Ältere, der vor mehr als 2000 Jahren angeblich jede Rede im römischen Senat mit dem Satz beendet haben soll: „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ (für alle, deren Lateinkenntnisse nicht (mehr) ausreichen die Übersetzung: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss“). Wann immer ich nämlich über die hannoversche Museumscard schreibe, beklage ich, dass sie nicht einmal in einem Dutzend Museen in Hannover (neun) und Hildesheim (zwei) gilt. Ihr süddeutsches Pendant, der Museums-PASS-Musées bietet dagegen für gerade mal die doppelte Summe Zugang zu mehr als 360 Museen, Schlössern und Gärten in Frankreich, Deutschland und der Schweiz sowie zu mehr als 1.000 Wechselausstellungen – fünf Kinder unter 18 Jahren sind im Preis inklusive .

Trotzdem erneuere ich die Museumscard, sobald die alte abgelaufen ist. Denn ich genieße es, einfach ins Museum zu gehen, ohne auf den Preis zu achten. Manchmal schaue ich mir bei meinen Kurzbesuchen nur ein oder zwei Kunstwerke an: bei meinen beiden Besuchen im November zum Beispiel die hängende Figur von Niki de Saint Phalle, die immersive „Infinity Room“-Installation von Yayoi Kusama und die Rekonstruktion des Merzbaus von Kurt Schwitters im Untergeschoss des Sprengel Museums.

Mit unserem Bundeskanzler hat der Merzbau übrigens nichts zu tun. Der Name geht laut Wikipedia „auf das von Schwitters geprägte Kunstwort Merz zurück, ein Synonym für den Begriff Dada“, eine Kunstbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. Manche Aussagen von Politikern erscheinen mir dagegen eher gaga.

Es weihnachtet sehr

Ich gebe es zu, ich bin ein Weihnachstfan. Oder genauer gesagt ein Vorweihnachtsfan. Ich mag die Adventszeit, und meist beleuchte ich schon ab Anfang November mein Schlafzimmer mit einer Lichterkette. Spätestens am 1. Advent hängt dann auch der Herrenhuter Weihnachtsstern, den mir meine Nachbarin vor Jahren geschenkt hat, in meinem Fenster – ganz klassisch in Weiß. Ich mag zwar die Farbe Lila, aber ein Stern in Violett – die Herrenhuter-Sonderedition dieses Jahres – geht gar nicht. Ich tue mich ja schon mit den roten und gelben Sternen im Wintergarten und im Wohnzimmer schwer.

Klassisch mag ich es auch bei Weihnachtsmusik: In der Vorweihnachtszeit starte ich meist mit Bach, Händel, Corelli und Co in den Tag. Ich liebe das Weihnachtsoratorium von Bach, aber morgens früh bevorzuge ich sanftere Töne wie Air von Edvard Grieg oder Georg Friedrich Händel, Siciliano oder Ave Maria von Bach oder das Largo von Antonio Vivaldi. Die Musikstücke habe ich zugegebenerweise nicht selbst ausgewählt – von Musik verstehe ich nämlich leider noch weniger als von Kunst. Aber ich besitze diverse CDs mit Titeln wie Weihnachts- oder Christmas-Meditationen, die ich in der Weihnachtszeit immer wieder höre. Und ja: ich nutze noch CDs, die ich auf altmodischen CD-Playern abspiele. Nur für unterwegs habe ich meine Lieblingsstücke auf dem Smartphone abgespeichert. In diesem Jahr stehen auch drei Live-Konzerte mit weihnachtlicher Musik auf meinem Vorweihnachtsprogramm.

Für den Adventskranz ist mein Mann zuständig: Er kauft jedes Jahr vor dem ersten Advent einen großen Kranz und schmückt ihn dann mit Kerzen und Bändern, so, wie er es als Kind bei seiner Mutter gesehen hat.

Früher musste unser Adventskranz die meiste Zeit im Wintergarten ausharren, nur die Wochenenden durfte er in der Wohnung verbringen. Wahrscheinlich war ihm das sogar recht. Denn im warmen Wohnzimmer verlieren Tannenzweige schnell ihre Nadeln; im kühlen Wintergarten bleiben sie dagegen lange frisch. Wenn dann an Weihnachten die Zeit der Adventskränze vorbei war, waren unsere immer noch so grün wie am ersten Tag. Aber wer braucht nach Weihnachten noch einen Adventskranz, der aussieht wie neu? Dieses Argument war letztendlich schwer zu entkräften. Und so darf der Adventskranz jetzt meist im Wohnzimmer bleiben – dass er schon am zweiten Advent ein wenig nadelt, nehme ich gerne in Kauf.

Der Adventskranz gehört bei uns zum Advent, einen Adventskalender hatte ich dagegen seit Jahren nicht mehr. In diesem Jahr hat mein Mann mir einen zum Geburtstag geschenkt – und er ist nicht der einzige geblieben. In einem Blogbeitrag hat Judith Peters nämlich fast 80 digitale Adventskalender zu unterschiedlichen verlinkt – und ich habe einige abonniert. Jetzt erhalte ich 24 Tage lang unter anderem Tipps, wie ich Ordnung schaffen, meinen Blog für Suchmaschinen sichtbarer machen, achtsamer leben, Neues wagen und entspannter schreiben kann.

Wirklich gespannt bin ich auf die Impulse zu den Sperrnächten, die Denise Fritsch ab kommenden Montag versendet. Die Rauhnächte kenne ich schon lange, die zwölf Nächte „zwischen den Jahren“ sind für mich eine besondere Zeit. Von den Sperrnächten hatte ich dagegen noch nichts gehört. Sie beginnen, so Denise Fritsch, am 8. Dezember und enden am 21. Dezember, am Tag der Wintersonnenwende. Sie stehen wie die Rauhnächte symbolisch für die zwölf Monate des Jahres, allerdings für die des zu Ende gehenden. „In ihnen dürfen wir abschließen, was vergangen ist. ‚Sperren‘ heißt in diesem Sinne: das Alte bewusst beenden, Frieden schließen und Platz schaffen – für das Neue, das kommen darf.“ Die Sperrnächte sind eine Zeit des Loslassens – und das gehört bisher gerade nicht zu meinen Stärken. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

Sie sind wieder drin

Alle Jahre wieder, wenn die ersten Boden- und/oder Nachtfröste drohen, kehren unsere Zimmerpflanzen von der Terrasse ins Haus oder in den Wintergarten zurück. In diesem Jahr erfolgte der allherbstliche Umzug allerdings in Etappen. Einige kleinere Pflanzen hatte ich schon Mitte Oktober unters schützende Glasdach gebracht. Beim Transport des großen Mosaiktischs half dann in der ersten Novemberwoche der Nachbar. Die Tischplatte ist nämlich nicht nur groß, sondern auch schwer. Denn die Mosaiksteinchen sind in ein etwa drei Zentimeter dickes Betonbett eingelassen, das mit einem Metallband ummantelt und von Armierungseisen durchzogen ist. Solide marokkanische Handarbeit eben.

Vergangene Woche war dann auch für die großen Pflanzen der Sommerurlaub vorbei. Gerade rechtzeitig. Denn als ich gestern Morgen aus meinem Schlafzimmerfenster schaute, waren die Pfützen auf dem Garagendach unserer Nachbarn mit einer dünnen Eisschicht bedeckt. Vor allem den Zitrusbäumchen hätte der Frost sicher zugesetzt.

Die Aloe Vera muss sich leider an die Kälte gewöhnen. Denn sie hat im Sommer noch einmal kräftig zugelegt, ist jetzt zu schwer, zu unhandlich undvor allem zu stachlig für den Rücktransport und muss deshalb draußen bleiben. Künftig werden wir sie bei Minusgraden durch eine Vlieshaube schützen – wenn der Frost nicht so überraschend kommt wie in der vorletzten Nacht.

Den Sommer haben alle Pflanzen drinnen und draußen gut überstanden. Der Osterkaktus ist voller Knospen und wird – trotz seines Namens – wohl wieder um die Weihnachtszeit blühen; die erste Blüte der Strelitzie hat sich ebenfalls schon hervorgewagt. Weitere werden in den nächsten Wochen folgen, obwohl Strelitzien Temperaturen zwischen 18 und 24°C lieben. Doch die gibt es in unserem ungeheizten Wintergarten nur an sonnigen Wintertagen. Dann genieße auch ich es dort zu sitzen, zu lesen und zu schreiben.

Damit, dass die Ufopflanze (Pilea peperomioides) den Sommer überlebt, hatte ich gar nicht gerechnet. Sie hatte im Frühjahr fast alle Blätter abgeworfen, sich aberwider Erwarten auf der Terrasse prächtig erholt.

Auch die Felsenorchidee, die ich im April geschenkt bekommen habe, hat sich auf der Terrasse gut entwickelt: Anders als den meisten Orchideen machen ihr weder direktes Sonnenlicht noch Temperaturen nahe null etwas aus. Blühen wird sie voraussichtlich erst ab Dezember – wenn es mehrere Wochen um die zehn Grad kühl war.

Ein wenig Sorgen bereitet mir die Orchidee, die ich vor sechs Jahren von meiner Mutter übernommen habe. Obwohl sie eigentlich ideal – hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung – an einem Ostfenster steht, kümmert sie seit einiger Zeit vor sich hin. Vielleicht hat sie sich im vergangenen Winter zu sehr verausgabt, als sie monatelang blühte. Oder sie sehnt sich nach ihrem alten Platz am Westfenster, weil sie Sonne am Abend lieber mag als am Morgen.  

Ein Umzug steht auch der Monstera im Erdgeschoss bevor, die ihrem Namen alle Ehre macht: Sie wächst und wächst und streckt ihre Blätter weit in den Flur hinein und wird den Durchgang in die Zimmer bald versperren. Da sie keine Sonne mag und viel Platz braucht, kommt als Standort eigentlich nur die Empore im Obergeschoss in Frage. Dort fühlen sich schon ihre kleinen Schwestern und ihre Cousine, die Monkey Leaf, sehr wohl. Auch Letztere hat ein sehr einnehmendes Wesen. Und vielleicht entsteht dort, wo jetzt noch meine Yogamatte liegt, schon bald ein kleiner grüner Urwald.

Monatsrückblog Oktober 2025

Im vergangenen Jahr habe ich regelmäßig am Anfang des Monats auf den vergangenen zurückgeschaut; warum ich im März damit aufgehört habe, weiß ich nicht mehr. Eine Rolle hat sicher auch gespielt, dass ich im Sommer wenig unternehmen Konnte. Doch jetzt will ich die Monatsrückblogs wieder aufleben lassen. Denn als ich vor ein paar Tagen über Denises Journalingfrage „Was ist dir im Oktober im Gedächtnis geblieben“ nachgedacht habe, wurde mir bewusst, was ich alles erlebt und schon fast wieder vergessen hatte.

Ich bin im Oktober viel gereist. Zwar meist nur kurz und „nur“ in Deutschland, aber oft. Ich war an der Nordsee, in Frankfurt auf der Buchmesse und in Neustadt an der Weinstraße. In den Harz und nach Hamburg bin ich sogar gleich zweimal gefahren.

An der Nordseeküste

Zwei Tage haben wir mit dem Wohnmobil auf unserem „Stammstellplatz“ in Döse direkt hinterm Deich verbracht. Weil im Herbst Millionen Zugvögel auf dem Weg nach Süden im Wattenmeer einen Zwischenstopp einlegen, hat uns diesmal unsere Tochter begleitet. Sie hat sich schon als Kind für Vögel interessiert und vor ein paar Jahren diese Leidenschaft wiederentdeckt. Wenn ich mit ihr unterwegs bin, zeigt sie mir immer wieder Vögel, die ich bis dahin gar nicht kannte. Mehr als 150 Vogelarten hat sie inzwischen fotografiert – einige der wirklich beeindruckenden Vogel- und Naturfotos sind auf ihrer Website zu sehen und zu kaufen.

Buchmesse in Frankfurt

Die Frankfurter Buchmesse habe ich zum ersten Mal während meines Studiums in Mainz besucht – und ich erinnere mich noch genau, wie überwältigt ich damals von der Zahl der Verlage und der ausgestellten Bücher war. Für einen Bücherfan wie mich war die Buchmesse das Paradies. Ich konnte mich gar nicht sattsehen.

Stundenlang lief ich durch die Hallen, blätterte in Büchern und sammelte kiloweise Prospekte vor allem von den kleinen Verlagen, deren Bücher man nur selten in Buchhandlungen fand. Besonders glücklich war ich, wenn ich einen Fachbesucherausweis ergatterte. Denn mit ihm konnte man montags, damals noch der letzte Messetag, Bücher deutlich unter dem Ladenpreis kaufen. Diese Gelegenheit habe ich gerne genutzt.

Auch als ich nicht mehr im Süden wohnte, bin ich regelmäßig zur Frankfurter Buchmesse (FBM) gefahren – und nach der Wende zur Leipziger. In diesem Jahr war ich zum ersten Mal seit Corona wieder in Frankfurt – und ein bisschen enttäuscht. Irgendwie hatte die Messe ihren Zauber verloren. Das ist vielleicht nach so vielen Buchmesse-Besuchen normal. Aber es liegt sicher auch daran, dass sich in der Buch- und Medienbranche vieles geändert hat. Über Neuerscheinungen oder Verlagsprogramme kann frau sich heute schneller und umfangreicher im Internet als an den Messeständen informieren. Für Gespräche haben die MitarbeiterInnen oft wenig Zeit und einige kleinere Verlage habe ich auf der Messe vergeblich gesucht. Manche kommen gar nicht mehr zur Buchmesse, andere stellen aus Kostengründen nur noch auf Gemeinschaftsständen aus. Und einige Verlage gibt es vielleicht gar nicht mehr.

Schön war’s auf der Buchmesse aber trotzdem, auch weil ich dort eine befreundete Verlegerin getroffen habe und mit ihr über ein (gemeinsames) Buchprojekt gesprochen. Das reicht im doppelten Sinne weit in die Vergangenheit zurück – bis ins Mittelalter und zu einer Exkursion während unseres Studiums. Vielleicht schaffen wir es ja irgendwann, es zu verwirklichen.

In der Pfalz

Zugegeben, auf dem direkten Weg zwischen Frankfurt und Hannover liegt Neustadt an der Weinstraße nicht, aber der Besuch bei meiner Freundin war den Umweg auf jeden Fall wert. Gemeinsam haben wir uns die Ausstellung Caesar und Kleopatra im Historischen Museum angesehen. In deren Mittelpunkt stand zwar das wohl berühmteste Paar der Antike, aber mehr als 240 Exponate aus acht europäischen Ländern informierten auch über die politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Hintergründe und ermöglichten virtuelle Streifzüge durch Alexandria und Rom. 

Und sie räumte mit dem Klischee Kleopatras als Femme fatal auf. Denn die ägyptische Herrscherin war nicht nur schön, sondern hochgebildet: Sie sprach viele Sprachen, hatte großes politisches Geschick und einen scharfen Verstand. Caesar und Cleopatra verbanden sicher nicht nur Liebe, sondern auch politische Interessen: Kleopatra suchte eine Schutzmacht, die ihre Herrschaft in Ägypten absicherte, Caesar den Zugriff auf die ägyptischen Ressourcen. Denn Rom war z. B. abhängig von Getreidelieferungen aus Ägypten. Das alles hatte ich sicher mal irgendwann gelernt, aber fast wieder vergessen. Reisen bildet eben.

Auf der Rückfahrt nach Neustadt haben wir dann in Deidesheim Halt gemacht. In einem Lokal habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Saumagen probiert – es schmeckt besser, als es sich anhört – und einen Rundgang durch eines der schönsten Weindörfer der Pfalz gemacht. Leider war es schon dunkel, aber ich werde gewiss wiederkommen, um Deidesheim und die Pfalz besser kennen zu lernen.

Hamburg: Planten un blomen

Planten un blomen habe ich erst im letzten Jahr entdeckt. Dabei liegt der Park mitten in Hamburg, zwischen Congress-Centrum, Messegelände und St. Pauli. Und anders als die Herrenhäuser Gärten in Hannover ist er ohne Eintritt zugänglich. Bei meinen ersten Besuchen hat mich die Atmosphäre im Japanischen Garten fasziniert: Er ist auch mitten in der Großstadt ein Ort der Ruhe. in dem die leuchtend roten Blätter des Japanischen Ahorns farbige Akzente setzen.

Am Rosengarten wäre ich wieder fast vorbeigelaufen. Bei meinem Besuch im Frühling blühten die Rosen noch nicht, im Oktober ist die Rosenzeit eigentlich vorbei. Doch dann sah ich aus der Ferne ein paar Blüten – und habe es mir anders überlegt.

Etwa 300 verschiedene Rosensorten wachsen in dem 5.000 Quadratmeter großen Garten – zum Beipiel historische und Englische Rosen, Strauch-, Wild-, Beet-, Kletter- und Hochstammrosen – und viele Stauden. Die meisten Sommerblumen waren längst verblüht, doch viele Rosen blühten immer noch und bewiesen, wie ausdauernd sie sind. Ich habe mir fest vorgenommen, spätestens im nächsten Sommer wiederzukommen: Denn in der Sommersaison erklingt im offenen Pavillon im Zentrum des Rosengartens täglich klassische Musik.

Hamburg: Hans Zimmer live

Mein Mann ist ein Fan von Hans Zimmer und er ist bei Weitem nicht der einzige. Die Barclays Arena war beim Konzert auf der Tournee „The Next Level“ ausverkauft.

Hans Zimmer ist wohl einer der begehrtesten und innovativsten Filmmusikschreiber Hollywoods. Mehr als 100 Filmmusiken hat er komponiert, u.a. für Rain Man, Fluch der Karibik, Interstellar, Da Vinci Code, Gladiator und König der Löwen. Für die Filmmusik von König der Löwen bekam er einen Oscar, zwölfmal wurde er nominiert.

Im Februar war ich schon einmal mit meiner Tochter in einem Hans-Zimmer-Konzert im Congress Centrum Hannover – und war enttäuscht. Nicht von der Musik und auch nicht von den InterpretInnnen: Die SängerInnen waren sehr gut, das Orchester ebenfalls. Nur die Tontechnik hat jämmerlich versagt. Übrigens nicht zum ersten Mal im CCH. Das Orchester übertönte den Chor fast immer und teilweise war die Musik unerträglich laut. Viele BesucherInnen gingen in der Pause. Wir blieben und wurden mit einer deutlich besseren zweiten Hälfte belohnt.

Sehr, sehr laut war auch der Auftakt beim Konzert in der Barclays Arena. Nach den ersten Takten zog ich meine Hörgeräte aus, was ein bisschen half. Wirklich gut wurde das Konzert ab dem dritten Stück. Highlight war sicher aus Circle of Life aus dem König der Löwen, aber fast noch besser hat mir das Stück aus dem Gladiator gefallen, dessen Titel ich leider nicht kenne, weil ich eine musikalische Analphabetin bin.

Übrigens war nicht nur die Musik, sondern auch der Veranstaltungsort selbst ein Erlebnis. Ich neige nicht zur Höhenangst, aber beim ersten Blick von unseren Plätzen auf die Bühne wurde mir doch etwas mulmig. Wir saßen in der letzten Reihe, über uns waren nur noch Technik und das Hallendach. Aber nach ein paar Minuten hatte ich mich an den Blick in die Tiefe gewöhnt und konnte das Konzert genießen.

Wandern im Harz

Der Monat endete, wie er begonnen hat: mit einer Wanderung im Harz. Am Reformationstag war die die Strecke schon länger und anspruchsvoller als am Anfang des Monats. Es gab einige Auf- und Abstiege, die ich bewältigte, ohne dass mein Fuß größere Probleme bereitete. Allerdings spielte mir mein Kopf an einigen Stellen einen Streich. Weil sie mich an meinen folgenreichen Ausrutscher im Mai erinnerten, bewegte ich mich an rutschigen und abschüssigen Passagen sehr vorsichtig und ängstlich. Aber auch das wird sich im Laufe der Zeit hoffentlich wieder ändern.

Auf unserer Wanderung vom Radauwasserfall nach Bad Harzburg und wieder zurück sind wir im Wald dann einem Wesen aus dem nördlichen Düsterwald begegnet. Thranduil, König der Waldelben in Tolkiens Roman Der Hobbit, gab sich die Ehre und ließ sich bereitwillig von mir fotografieren. Ein würdiger Abschluss eines erlebnisreichen Monats. (Weitere Cosplays von Foe Rodens unter https://foecreations.wordpress.com/cosplay/).


Die Sache mit der Maus

Angeblich sucht jedeR rein statistisch ein Jahr seines Lebens nach verlegten Gegenständen. Besonders häufig wohl nach Schlüsseln, Handys, Brillen und Geldbeuteln. Bei Seniorinnen wir mir stehen außerdem Hörhilfen in der Liste der verschusselten Dinge ganz weit oben.

Mit meinen Hörgeräten habe ich bislang kein Problem: Sie befinden sich entweder in meinem Ohr oder in der Ladestation. Ich vergesse nur öfter, sie anzuziehen. Denn mein Hörvermögen ist noch grenzwertig und ich verstehe auch ohne Hörgeräte im Alltag das meiste. Auch meine Brille suche ich eigentlich nie, weil ich sie nur sehr selten tragen muss. Denn zum Glück ergänzen sich meine jugendliche Kurzsichtigkeit und meine Altersweitsichtigkeit sehr gut. Ich kann jetzt besser in die Ferne schauen als mit 20 – möglicherweise würde ich heute mit einer Sehstärke von nur noch 0,7 Dioptrien sogar den Sehtest beim Führerschein bestehen. Und ich kann immer noch 7-Punkt-Schriften, zum Beispiel Beipackzettel von Medikamenten, ohne Sehhilfe lesen.

Schlüssel und Portemonnaie suche ich seltener, seit ich mir angewöhnt habe, sie (meist) in eine Schale im Flur zu legen (Ausnahmen bestätigen leider die Regel). Wenn ich mein Smartphone wieder einmal vermisse – und das tue ich ehrlich gesagt relativ oft –, rufe ich mich einfach selbst an. Schwierig wird es nur, wenn ich das Handy mal wieder stumm geschaltet habe oder wenn ich meine Hörgeräte trage: Dann ist das Klingeln nämlich nur in meinem Ohr, nicht im Raum oder Haus zu hören, und die Sucherei geht los.

Ganz oben auf der Liste der verlegten Gegenstände steht bei mir allerdings die Maus: Zuletzt habe ich gestern Morgen wieder nach ihr gesucht. Denn mit dem Touchpad lässt sich mein Computer nicht so gut steuern wie mit ihr.

Am Abend zuvor hatte ich sie in meinem Schlafzimmer benutzt und sie dann mit meinem Laptop in mein Arbeitszimmer gebracht. Der Laptop stand morgens noch auf meinem Schreibtisch, von der Maus fehlte dagegen jede Spur. Ich suchte im Arbeits- und im Schlafzimmer. Sicherheitshalber leerte ich sogar den Rucksack aus, in dem ich am Sonntag Computer und Mouse transportiert hatte. Aber das Mäuslein blieb verschwunden. Auch Rufen half nichts. Fast hätte ich versucht, sie mit einen Stückchen Käse anzulocken, doch dann entdeckte ich sie – sie hatte sich auf dem Maltisch unter meinem aufgeschlagenen Kalender versteckt.

Seitdem denke ich darüber nach, wie ich die Mousesuchzeiten reduzieren kann. Einen festen Ablageort zu finden, ist schwierig. Schließlich begleitet sie mich und meinen Laptop überall, wo wir gerade schreiben – im Haus, aber auch außerhalb, zum Beispiel am Sonntag zum Schreiben ins Autorinnenzentrum nach Hannover. Ich könnte sie anbinden, ganz artgerecht natürlich mit einem Kabel. Aber das entspricht eigentlich nicht mehr der modernen Mousehaltung. Mäuse von heute leben vorwiegend ungebunden.

Ich habe auch technische Hilfsmittel in Erwägung gezogen. Schließlich kann man seine Schlüssel, sein Handy oder auch sein Portemonnaie tracken lassen – warum nicht auch eine Mouse. Doch meine Erwartungen wurden schnell enttäuscht.  Denn Mousetracking bedeutet leider nicht, dass die Mouse piepst oder sich durch ein optisches Signal bemerkbar macht, wenn ich nach ihr rufe. Unter Mousetracking versteht man laut Wikipedia „die Aufzeichnung der Mausbewegung bei der Interaktion mit dem Computer“ . Und auch das Optical Tracking, das viele moderne Mäuse wohl beherrschen, hilft mir nicht weiter. Denn es bedeutet im Prinzip nur, dass man die Mouse präziser steuern kann. Beides brauche ich nicht, aber immerhin habe ich beim Schreiben dieses Beitrags wieder etwas gelernt.

Mäuse unter sich

Jetzt überlege ich, eine bunte Mouse zu kaufen. Dass sie sich versteckt, verhindert eine schrille Farbe zwar nicht. Aber dann finde ich sie vielleicht besser wieder.

PS: Bei der Suche nach meiner Mouse habe ich eine andere Maus gefunden. Sie gehört Kiara, der Katze meiner Tochter, die wahrscheinlich seit ihrem letzten Aufenthalt bei uns verzweifelt nach ihrem Spielzeug sucht.