Einmal Spanien und zurück

Wenn zwei gemeinsam eine Reise tun, haben sie manchmal unterschiedliche Ziele – und erzählen verschiedene Geschichten. Zum Beispiel mein Mann und ich von unserer Reise nach Spanien.

Hauptziel meines Mannes war es, die totale Sonnenfinsternis am 12. August zu fotografieren und zu sehen (ja, in dieser Reihenfolge). Dafür brauchte er gutes Wetter und einen optimalen Standort – mit freier Sicht nach Westen, möglichst am Meer gelegen, damit die zeitweise verdeckte Sonne sich im Wasser spiegelt.

Für mich war eher der Weg das Ziel. Ich wollte auf unserer Reise gen Süden – und wieder zurück – in meinem Heimatort eine Freundin und Bekannte wiedersehen, ein paar entspannte Tage am Atlantik verbringen und das Guggenheim Museum besichtigen. Denn Bilbao lag auf unserer Reiseroute. Aber mit den Plänen ist es ja bekanntlich so eine Sache.

Start mit Hindernissen

Schon am ersten Morgen weckte uns der Gestank nach faulen Eiern – und der kam nicht von außen, wie mein Mann zunächst vermutete. Eine unserer beiden Solarbatterien war glühend heiß. Kommt beides zusammen, besteht laut Google Explosionsgefahr.

Dass die Panne in Deutschland, in meinem Heimatort an der Mosel, passierte, war wohl Glück im Unglück. Ein Pannenhelfer des ADAC baute die heiße Batterie noch auf dem Stellplatz aus. Der befreundete Besitzer einer Autowerkstatt überprüfte beide Batterien und entsorgte sie, und eine Werkstatt in Trier baute zwei neue Batterien ein. Unsere Reise konnte also weitergehen, wenn auch später als geplant. So blieb mir mehr Zeit für Treffen mit meiner Freundin und Spaziergänge durch meinen Heimatort. Den Besuch im Guggenheim Museum musste ich dagegen streichen. Denn für den Sonntag, den Tag unserer Ankunft in Bilbao, konnten keine Tickets mehr gebucht werden.

Von Perigueux …

Das Schöne an Reisen mit dem Wohnmobil ist, dass man flexibel ist und immer wieder Orte entdeckt, die man vorher nicht kannte. Perigueux zum Beispiel. Ich hatte das Städtchen ausgewählt, weil es einen Stellplatz für Wohnmobile hat und ganz in der Nähe der Autobahn Richtung Bordeaux liegt – und habe mich dann in die „Hauptstadt des Perigord“ verliebt.  

Schon der Stellplatz übertrag meine Erwartungen. Der lag zwar ganz unromantisch zwischen Hochhäusern, aber direkt an der Isles. Zu Fuß brauchte ich bis ins Zentrum von Perigueux  nur ein paar Minuten. Hauptsehenswürdigkeit von Perigueux ist die Kathedrale, die als die größte in Südwestfrankreich gilt. Noch besser hat mir aber die Altstadt mit ihren gut erhaltenen Häusern – teilweise aus dem 15. Jahrhundert – und vielen kleinen Läden gefallen (In einem habe ich mir das Heft gekauft, das zu meinem Reisetagebuch wurde). Bis in die Nacht herrschte auf den Plätzen, in den Straßen und engen Gassen Hochbetrieb. Denn an den Donnerstagen im Juli und August verwandeln die „Nuits Gourmandes“ die Stadt in ein großes Restaurant. Begeistert hat mich auch die kleine Galerie Bleue direkt gegenüber der Kathedrale. Weil der Maler David Farren geborener Engländer ist, konnte ich mich ganz gut mit ihm unterhalten. Denn mein Englisch ist zum Glück besser als mein Französisch.

… an den Atlantik

Gegen so viel Flair hatten unsere beiden nächsten Übernachtungsorte – Biarritz an der französischen und Laredo an der spanischen Atlantikküste – keine Chance. Von Biarritz habe ich zugegebenerweise nur den Campingplatz und den Strand gesehen: Leider waren die Strandabschnitte ungleich verteilt: Die SchwimmerInnen – etwa 200 – mussten mit einem Strandabschnitt von etwa 200 Metern vorliebnehmen, den Großteil des Strands hatten etwa ein Dutzend SurferInnen für sich.

In Laredo war Schwimmen überall erlaubt. Trotzdem würde ich gewiss nie dort Urlaub machen: Denn der Ort ist, vorsichtig formuliert, keine Schönheit. Ein Hochhaus reiht sich an das andere. Und mein Weg vom Campingplatz zum Strand führte durch das Mini-Vergnügungsviertel des Städtchens. Sein Name Arenal – wie der Bade- und Partyort an der Südküste Mallorcas – ist Programm: Es ist ein Mini-Ballermann. Trotzdem habe ich es genossen, im Atlantik zu schwimmen, nur die Wellen hätten etwas höher sein dürfen.  

Als idealen Ort für die Sonnenfinsternis hatte mein Mann eigentlich Cabo Busto, zwischen Gijon und A Coruna direkt am Atlantik gelegen, ausgesucht. Das war mir sehr recht. Denn die Gegend hat laut www.asturias.com  eigentlich alles, was ich mir von einer Urlaubsregion wünsche: nette kleine Orte,  beispielsweise Busto selbst und das nahe gelegene Luarca, schöne Strände, schroffe Felsen, wunderschöne Ausblicke und Wandermöglichkeiten. Ob das stimmt, konnte ich leider nicht überprüfen. Denn der Wetterbericht verhieß für den Tag der Sonnenfinsternis für die Küste nichts Gutes, sprich Wolken. Im Landesinneren sollte der Himmel dagegen wolkenlos sein.

Auf der Suche nach dem idealen Ort

Also auf nach Burgos. In die Hauptstadt der Provinz Kastilien und León wäre ich ohne die Sonnenfinsternis sicher nie gekommen. Und obwohl Hotels und Campingplätze der Region angeblich schon lange ausgebucht waren, waren auf dem Campingplatz Fuentes Blancas noch einige Stellplätze frei. Dass ich an der Rezeption fast eine Stunde warten musste, lag nicht an der Sonnenfinsternis, sondern vor allem daran, dass eine Frau vor mir eine ganze Gruppe anmeldete – und der Mitarbeiter mehr als 20 Ausweise kontrollieren und die Daten erfassen musste. Denn mit der Registrierung nehmen es die spanischen Behörden offenbar sehr genau. Von wegen manana, manana. 

Der Weg vom Campingplatz in die Stadt führt immer am Río Arlanzón entlang – und in Burgos führt kein Weg an der Kathedrale vorbei, seit 1984 UNESCO-Weltkulturerbe. Ihre Größe und Pracht hat mich wirklich beeindruckt: An die Quer- und Seitenschiffe der ursprünglich kreuzförmigen Kirche wurden später Kapellen, ein Kreuzgang und der erzbischöfliche Palast angebaut. Im Innenraum sind unter anderem 19 Kapellen, 35 Gitter, 38 Altäre mit filigranen Altarbildern und kunstvoll gestaltete Kuppeln in luftiger Höhe zu bewundern – eins prächtiger als das andere.

Prächtig ist auch der Arco de Santa Maria, eines von zwölf mittelalterlichen Stadttoren – zumindest auf der Vorderseite. Sie wurde im 16. Jahrhundert im Renaissance-Stil umgebaut und mit aufwendig gemeißeltem Figuren, Wappensymbolen und Türmchen verziert. Die Rückseite präsentiert sich dagegen eher schlicht.

Obwohl Burgos direkt auf der Zentrallinie liegt, war von SoFi-Fieber dort nichts zu spüren.  Das war in Olmillos de Sasamón ganz anders. In dem Dörfchen westlich von Burgos waren fast alle Häuser mit Planeten-, Science-Fiction und astronomischen Motiven geschmückt.

Auf dem Rastplatz, auf dem wir unsere Beobachtungsstation aufgebaut hatten, hielt sich das Interesse an der Sonnenfinsternis dagegen in Grenzen. Während auf Mallorca angeblich wegen des Besucherandrangs Straßen gesperrt wurden, wartete mit uns nur ein Paar aus Deutschland und eines aus Irland auf den Abend. Erst während der Sonnenfinsternis gesellten sich dann noch ein paar SpanierInnen hinzu. Wohl eher zufällig, denn sie hatten nicht einmal Sonnenschutzbrillen dabei.

Als die Sonne wieder aus dem Schatten des Mondes hervorkam und dann unterging, begann unsere Heimreise. Früher als geplant, denn meinen Mann plagten seit Beginn der Reise Zahnschmerzen. Und auch die Hitze machte ihm zu schaffen.

Abstecher in die Vergangenheit

Beaune, die vorletzte Station unserer Reise, hatte ich vor gut vier Jahrzehnten auf einer Geschichtsexkursion durch das Reich Karls V kennengelernt. Das erstreckte sich im 16.Jahrhundert von Spanien über Frankreich und Belgien bis nach Deutschland.  

Schon zu Kaiser Karls Zeiten wurden im Hôtel-Dieu in Beaune kranke Menschen gepflegt. Es wurde laut Wikipedia schon im Jahre 1443 gegründet und bis 1971 als Hospital genutzt. besichtigt. Heute sind Teile des Gebäudekomplexes ein Altersheim, der Rest dient als Museum.

Natürlich haben wir auf unserer Exkursion damals das Hôtel-Dieu besichtigt. Dafür war es diesmal zu spät. Und so bin ich nur durch das Städtchen spaziert und habe die Häuser aus Spätmittelalter, Renaissance und Barock bewundert. Und ich habe mich wieder gefragt, wie viele Häuser, die wir heute bauen, auch nur annähernd so alt werden oder gar dann noch genutzt werden können.

Apropos alt und funktionsfähig. Mein Heimatort Neumagen beansprucht, der älteste Weinort Deutschlands zu sein. Denn der „römischen Dichter und Konsul Decimus Magnus Ausonius erwähnt in seiner „Mosella“ aus dem Jahr 368 n. Chr. das Kastell in Neumagen – damals noch Noviomagus – und die Weinberge an den Moselhängen. Außerdem weisen Funde aus der Römerzeit  darauf hin, dass in Neumagen und Umgebung schon im dritten Jahrhundert nach Christus Wein angebaut und transportiert wurde.

Das Neumagener Weinschiff, das Grabmal eines römischen Weinhändlers, ist wohl das bekannteste Denkmal aus Neumagen. Fast zwei Jahrtausende später – von 2006 bis 2007 – haben Schreiner- und Zimmerer-Azubis in der Handwerkskammer Trier das Weinschiff aus Holz nachgebaut. Es ist fast 18 Meter lang, mehr als 4 Meter breit und etwa 14 Tonnen schwer. Bis zu 32 Menschen können mitfahren, rudern müssen sie zum Glück nicht.

Wir haben die Stella Noviomagi schon oft gesehen. Am letzten Tag unserer Spanienreise sind wir zum ersten Mal damit gefahren. Die Fahrt ging bis zur Moselloreley im Nachbarort Piesport, mit einem Zwischenhalt bei der römischen Kelteranlage. Die stammt aus dem 3./4. Jahrhundert nach Christus, wurde 1985/86 entdeckt, restauriert und ist laut Website des Weininstituts wieder voll funktionsfähig. In der Anlage, zu der mehrere Maischebecken, das Fumarium, d. h. eine Räucherkammer, und die große Baumkelter gehören, konnten die Römer schätzungsweise 60.000 Liter Wein keltern und verarbeiten.

Natürlich wurde an der Kelter auch ein Glas Wein kredenzt. Wir haben allerdings nur einen Schluck getrunken. Schließlich mussten wir noch zurück Burgwedel fahren. Nach zwei Wochen und mehr als 4000 gefahrenen Kilometern waren wir wieder zu Hause.

Fazit

Nein, es lief nicht alles wie geplant, aber das ist bei einer so langen Reise ja auch nicht zu erwarten. Vielleiicht wäre das ja sogar ein bisschen langweilig. Aber ich habe unterwegs viele schöne Orte und Dinge gesehen, viele interessante Gesspräche geführt – mit alten Bekannten und Menschen, die mir unterwegs begegnet sind und die ich wohl nie wieder sehen werde. Ich habe Neues entdeckt und Bekanntes wiederentdeckt, einige Anregungen bekommen und Manches gelernt. Ich bin an mehreren Flüssen entlangspaziert, habe im Atlantik gebadet und das schöne Wetter genossen – auch wenn es manchmal ziemlich heiß war. Und ich durfte mit der Sonnenfinsternis am 12. August ein beeindruckendes Naturschauspiel erleben – zum zweiten Mal in meinem Leben. Was will frau mehr.

Den Reisebericht meines Mannes Utz Schmidtko mit viele Fotos und einem Film von der Sonnenfinsternis finden Sie unter https://sternefueralle.wordpress.com/

Pilgern für AnfängerInnen

Manchmal wirken kurze Begegnungen lange nach, zum Beispiel die mit dem Deutschen auf einem kleinen Campingplatz in der Nähe von Dijon. Dass wir uns getroffen haben, war Zufall. Denn eigentlich wollten wir auf unserer Fahrt nach Spanien auf einem anderen Campingplatz in Premeaux-Prissey übernachten. Doch dort waren alle Plätze belegt. Ganz in der Nähe hatte ich zufällig das Hinweisschild auf den „Camping Le Moulin De Prissey“ gesehen, auf dem wir dann bleiben konnten.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort? UnserStellplatz auf dem „Camping Le Moulin De Prissey“

Zufällige Begegnung …

Wahrscheinlich hätte ich den Mann gar nicht angesprochen, wenn er uns nicht uns um ein bisschen Öl zum Kochen gebeten hätte. Als er dann essend auf einer Bank saß, kamen wir ins Gespräch. Ich erfuhr, dass er vor über einer Woche in Koblenz losgegangen war und auf dem Jakobsweg durch Frankreich pilgerte.

Zu Fuß durch Frankreich zu gehen – das käme mir nie in den Sinn. Denn schon wenn man mit 100 Kilometern pro Stunde durchs Land fährt, ziehen sich manche Strecken endlos. Wie mag das erst bei einer Reisegeschwindigkeit von maximal 30 Kilometern pro Tag sein – bei Temperaturen um die 40 Grad.

Es sei schon eine Herausforderung, gab der Pilger zu. Pilgerherbergen gebe es auf dem Weg kaum, deshalb übernachte er oft im Zelt. Und während der Camino Francés in Spanien stark frequentiert, ja sogar überlaufen ist, war der Mann aus Koblenz bislang keinem einzigen Pilger begegnet. Es war eine einsame Wanderung mit wenig Abwechslung. Trotzdem wollte er weitergehen, möglichst bis Pamplona. In seinem nächsten Urlaub werde er dann die Pilgerreise durch Spanien fortsetzen.

Meinen Traum, irgendwann den Jakobsweg zu gehen, habe ich schon vor Jahren ad acta gelegt. Denn auf einer Reise durch Nordspanien habe ich gesehen, dass der Camino oft entlang der Schnellstraßen verläuft. Kilometerweit am Rand vielbefahrener Straßen zu wandern, ist für mich keine Option. Und auch die Schilderungen von überfüllten Schlafsälen in den Herbergen schrecken mich zugegebenerweise  ab.

Es gebe sicher schönere Wanderungen, aber trotz aller Strapazen und Widrigkeiten kehrten viele, die den Camino einmal gegangen sind, wieder zurück, meinte der Pilger: „Der Weg macht etwas mit den Menschen, die ihn gehen, auch mit denen, die nicht religiös sind.“

… mit Folgen?

Als ich mich am nächsten Morgen von ihm verabschieden möchte, ist er verschwunden. Aber unser kurzes Gespräch spukt seither in meinem Kopf. Ein bisschen mehr Spiritualität könnte mir und meinem Leben sicher nicht schaden. Und während wir durch Frankreich und Spanien fahren, denke ich immer wieder an ein Buch, das ich vor Kurzem gelesen habe: „Leichtes Herz und schwere Beine: Mit Mama auf dem Jakobsweg“  von Tobias Schlegl.* Der ehemalige Aspekte-Moderator hat seine Mutter auf dem Jakobsweg begleitet. Sie ist 73 Jahre alt und wollte auf dem Camino darüber nachdenken, was im letzten Teil ihres Lebens passieren soll. Die Zeit und Ruhe zum Nachdenken dazu findet sie beim Wandern.

Das verstehe ich gut – mir geht es ähnlich. Aber der Camino muss es nicht gleich sein. Wenn überhaupt, würde ich den portugiesischen Jakobsweg gehen, und zwar den Küstenweg (Camino da Costa), der meist am Atlantik entlangführt. Oder den Mosel-Camino von Koblenz-Stolzenfels nach Trier. Zu meinem 50. Geburtstag habe ich mir die Teilnahme am 100-Kilometer-Lauf von Biel „geschenkt“. Vielleicht schenke ich mir zum 70. die Wanderung auf dem Mosel-Camino durch meine alte Heimat. Wenn nicht in diesem, dann im nächsten Jahr.

Harzer Klosterweg – zweiter Versuch

Doch nach unserer Rückkehr aus Spanien starte ich zunächst mit einer Wanderung auf dem Harzer Klosterweg, der durch das Harzvorland von Goslar nach Quedlinburg führt. Gemeinsam mit meiner Tochter bin ich vor drei Jahren die erste Etappe von Goslar nach Vienenburg gegangen. Weil uns die Strecke aber nicht so gut gefallen hat, habe ich den Weg nicht fortgesetzt. Aber vielleicht ist ja jetzt der richtige Zeitpunkt. 

Diesmal gehe ich alleine los, und zwar von Wernigerode nach Ilsenburg. Drei Klöster liegen auf der Etappe, in keinem leben mehr Mönche oder Nonnen. Vom Augustiner-Eremitenkloster Himmelpforte, vom 13. bis zum 16. Jahrhundert wohl ein bedeutendes religiöses, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region, sind heute sogar nur noch ein paar Grundmauern übrig.

Nur eine Bank und einige Infotafeln erinnern an das einst bedeutende Kloster Himmelpforten

Kloster Nummer zwei, die ehemalige Benediktinerinnen-Abtei Kloster Drübeck, wurde laut Wikipedia auf Bitte der letzten Äbtissin 1946 in ein Erholungsheim mit Tagungsstätte umgewandelt. Heute ist das Kloster eine Tagungsstätte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die Atmosphäre des ehemaligen Klosters gefällt mir: Es ist ruhig, ein bisschen scheint die Zeit hier still zu stehen. Hier würde ich gerne ein paar Tage verbringen. Ich spaziere durch den Klostergarten und schaue mir die Klosterkirche an. Sie hebt sich durch ihre Schlichtheit wohltuend von vielen überreich verzierten Kirchen ab, die ich auf unserer Fahrt durch Frankreich und Spanien besichtigt habe.

Das letzte Kloster, Kloster Ilsenburg, habe ich mir nur von außen angesehen. Für eine Besichtigung blieb keine Zeit. Denn meine Katzensitterpflichten riefen. Aber wenn ich demnächst die Klosterweg-Etappe von Vieneburg nach Ilsenburg gehe, werde ich das das nachholen.

*Tobias Schlegl: „Leichtes Herz und schwere Beine: Mit Mama auf dem Jakobsweg. Ein inspirierendes Buch über Familie, das Älterwerden und den Camino“. Piper 2025.

Nicht meine Insel?!

Keine Frage: Sylt ist schön: die Dünen – angeblich soll es fünf verschiedene geben -, die feinsandigen Strände, malerische Orte und natürlich das Meer. Das ist, zumindest auf der Westseite der Insel, anders als am Wattenmeer, immer da. Außerdem gibt es auf Sylt fast immer Wellen … ich liebe es, in der Brandung zu schwimmen. Trotzdem ist Sylt nicht „meine“ Insel. Warum, kann ich nicht sagen. Vielleicht weil der erste Eindruck oft der entscheidende ist – und manchmal lange nachwirkt.

Meine erste Reise nach Sylt liegt schon fast ein halbes Jahrhundert zurück. Damals habe ich mit einer Gruppe geistig und körperlich beeinträchtiger Menschen bei Schleswig Urlaub gemacht und wir haben einen Tagesausflug auf die Insel unternommen. Die war schon damals die Insel der Reichen und Schönen – oder auf dem besten Weg, es zu werden. Aus unserer Gruppe war definitiv niemand reich und schön genug, weder wir BetreuerInnen noch die Betreuten – und das zeigte man uns deutlich. Ich erinnere mich an indignierte bis abwertende Blicke, die sagten: „Was wollen die denn hier?“ „Müssen sie uns unsere Urlaubsstimmung verderben?“

Auch beim zweiten Besuch vor dreieinhalb Jahrzehnten hat man uns, diesmal meinen Mann und mich, spüren lassen, dass wir nicht die Wunsch-Sylt-Urlauber sind. Wir hatten unser Auto in Niebüll abgestellt und waren mit unseren Rädern weitergefahren. Fahrradtourismus war damals noch nicht so in wie heute.

Im Tourismusbüro erhielten wir eine Liste mit freien Zimmern; in der Nachsaison seien, so versicherte uns die freundliche Mitarbeiterin, längst nicht alle Unterkünfte belegt. Mit unseren Rucksäcken bepackt, machten wir uns also ganz optimistisch auf, um eine Bleibe für drei oder vier Nächte zu suchen.

Die Suche ähnelte dann ein wenig der in der Bibel beschriebenen Herbergssuche: Mehrere Vermieter öffneten die Tür, musterten uns, und sagten dann, dass das Zimmer leider nicht mehr frei sei. In Hörnum fanden wir schließlich ein Zimmerchen unterm Dach – mit Möbeln aus den Sechzigern, Dusche und Klo auf dem Flur. Aber das störte mich nicht – damals ebenso wenig wie bei der Schreibwoche im vergangenen Jahr in der Akademie am Meer in Klappholtal.

Ich brauche keinen Luxus. Mein Zimmer war in Ordnung, aber Räume, um gemeinsam mit den anderen Teilnehmerinnen zu schreiben, habe ich schon vermisst. Dass ich mich auf dem Gelände nur an ganz wenigen Stellen ins Internet einloggen und nirgendwo mit dem Smartphone telefonieren konnte, hat die Freude am Aufenthalt ebenfalls getrübt. Richtig stressig war das digitale Abseits, weil ich nebenbei noch einen Auftrag zu Ende bringen musste und deshalb auf eine stabile Internetverbindung angewiesen war.

Aber die Lage der Akademie ist wirklich traumhaft. Die Häuser und Hütten liegen in den Dünen, nur durch ein paar Stufen vom Meer getrennt. Der breite Sandstrand war im November fast menschenleer: Ich bin jeden Tag am Meer entlangspaziert, habe die Ruhe und den Blick aufs Wasser genossen. Und ich bin sogar noch im Meer geschwommen.

Das habe ich in diesem Jahr bei meinem vierten Syltbesuch nicht gewagt. Denn so ganz traue ich meinem Fuß noch nicht: Obwohl mein Sprunggelenk gut verheilt ist, hatte ich Angst, von den Wellen umgeworfen zu werden und mich dabei erneut zu verletzen.

Auch der Ausstieg aus unserem Wohnmobil gestaltete sich etwas schwierig. Beim Runterfahren von der Fähre, die uns von Romö nach Sylt brachte, war nämlich unsere Trittstufe beschädigt worden und ließ sich nicht mehr ausfahren. Doch mit Hilfe eines kleinen Hockers, den wir eigentlich benutzen, um in unser Bett zu steigen, haben wir das Problem gelöst.  

Der Campingplatz Westerland liegt direkt hinter den Dünen – ideal für lange oder kurze Spaziergänge am Strand. Bis nach Westerland ist es nicht so weit – zu Fuß direkt am Strand entlang oder mit dem Bus. Der hält vor dem Campingplatz und fährt mehrmals in der Stunde – in Richtung Westerland und nach Hörnum am Südende der Insel. Und das Deutschlandticket gilt zum Glück auch auf der Insel.

Apropos Westerland: Besonders hübsch sind die meisten Häuser dort zwar nicht, aber der Ort hat eigentlich alles, was ich mir wünsche: Er ist nicht allzu groß, hat viele kleine Läden und Galerien, in denen man stöbern kann. Besonders gut gefallen hat mir, dass es mehrere Buchhandlungen gibt.

Auch an Lokalen und Cafés, in denen man draußen sitzen kann, mangelt es nicht. Überall saßen die Menschen dicht an dicht – aber ich hatte keine Lust, mich dazuzusetzen. Es waren zu viele – und ich fühlte mich nicht am richtigen Platz. Irgendwie ist Sylt eben nicht meine Insel.

Trotzdem werde ich wiederkommen, denn ich möchte den Besuch in der Strandsauna nachholen, den ich dieses Mal aufgeschoben habe. Abkühlen im Meer war wegen der hohen Wellen nämlich nicht möglich. Und darauf mochte ich nach dem Schwitzen mit Blick aufs Wasser nicht verzichten.

Manchmal kommt es anders …

Eines meiner Lieblingszitate stammt von dem französischen Mathematiker, Physiker und Philosophen Blaise Pascal: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Jetzt hat es sich wieder einmal gezeigt, dass es stimmt.

Foe und ich wollten während meines Urlaubs in Norwegen ein langes Wochenende auf der Vogelinsel Runde verbringen. Dort brüten laut Wikipedia jedes Jahr rund 170.000 Seevögel-Paare – vor allem Papageientaucher, aber auch Dreizehen-und Raubmöwen, Trottellummen, Eissturmvögel, Tordalken, ja sogar Seeadler. Foe, Vogelexpertin und Fotografin, wollte auf der Insel Vögel beobachten und fotografieren, ich wollte am Meer sitzen, lesen und schreiben, und gemeinsam wollten wir auf dem Fjell und um die Insel wandern.

Am Anfang lief alles wie geplant: Wir haben die gebuchte Hütte auf dem Campingplatz bezogen – mit Blick aufs Meer – und sind dann aufs Fjell zu den Klippen gewandert. Am frühen Abend habe ich zum ersten Mal Papageientaucher in freier Wildbahn gesehen und fotografiert. Doch auf dem Rückweg zum Campingplatz bin ich auf einer matschigen Stelle ausgerutscht – und habe sofort gemerkt, dass mit meinem Fuß etwas nicht stimmte. „Ein Bänderriss“, dachte ich.

Einige Norwegerinnen blieben sofort stehen und halfen mir: Sie alarmierten über FreundInnen Foe, die noch ahnungslos Vögel fotografierte. Sie telefonierten mit den Rettungskräften und harrten mit mir und Foe aus, bis die freiwilligen Helfer vom Roten Kreuz kamen. Weil ich an der zweitungünstigsten Stelle gestürzt war, dauerte das mehr als eine Stunde: Schneller wäre es mit dem Hubschrauber gegangen, doch das erschien mir wegen einer Fußverletzung doch zu dramatisch. Mit einem snowmobilartigen geländegängigen Gefährt brachten sie mich zum Campingplatz; von dort aus fuhr mich Foe zur Notärztin nach Oerste und mit ihrer Überweisung dann ins Krankenhaus nach Volda.

Weil wir vor einem gesperrten Tunnel mehr als eine halbe Stunde waren mussten, kamen wir erst weit nach Mitternacht im Krankenhaus an. Mein Fuß wurde geröntgt, ein CT wurde gemacht und was die ErsthelferInnen befürchtet hatten, bewahrheite sich. Das Fußgelenk ist gleich mehrfach gebrochen, ich muss operiert werden – weil das Gelenk noch stark geschwollen und das Infektionsrisiko bei einer Operation noch zu groß ist, gleich zweimal.

Noch am Freitag wurde der Fuß von außen fixiert, damit die Knochen bis zur richtigen Operation nächste Woche nicht falsch zusammenwachsen. Die Fixierung erinnert eher an ein mittelalterliches Folterinstrument als an ein Hilfsmittel. Aber ich habe keine Schmerzen. Die ÄrztInnen und PflegerInnen sind freundlich, sprechen mit mir Englisch, weil ich ja kein Norwegisch verstehe. Ich habe ein Bett am Fenster bekommen, von dem aus ich den Fjord und das Meer sehen kann. Was will frau mehr.

Viel Zeit zum Lesen und zum Schreiben habe ich auch, wie ich es mir gewünscht habe. Mit dem Wandern wird es allerdings in der nächsten Zeit wohl nichts.

Immerhin konnte ich am Samstag gleich zwei Blogbeiträge (fertig) schreiben, weitere folgen hoffentlich in den nächsten Tagen. Leider funktionierte das Hochladen der Bilder im Krankenhaus gestern nicht wie geplant. Doch mit den Plänen ist es ja bekanntlich so eine Sache …

Auf diesem Weg danke an alle, die mir geholfen haben.

Foes Vogel- und Naturfotos findet ihr auf ihrer Website.

Wieder Meer

Am Meer, seit Langem wieder einmal. Die Wetteraussichten waren gut, tagsüber Sonne, die Nächte nicht mehr so kalt wie in den vergangenen Tagen und Wochen. Und weil wir einen Termin in einer Vertragswerkstatt unseres Wohnmobilherstellers hatten, die gut 75 Kilometer von Burgwedel entfernt gen Norden liegt, haben wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden: Wir sind nach der obligatorischen Dichtigkeitsprüfung – bei unserem Wohnmobil, nicht bei uns – nicht nach Hause, sondern an die Nordsee gefahren: auf unseren „Stamm-Stellplatz“ an der Kugelbake bei Cuxhaven.

Der ist zwar, wie viele Stellplätze, nur ein Parkplatz. Aber hier haben wir alles, was wir brauchen: Das Meer liegt direkt hinterm Deich, Toiletten gibt es auf dem Platz, duschen kann man im Restaurantgebäude auf dem Deich. Und ziemlich ruhig ist es, zumindest in der Vorsaison, eigentlich auch. Denn die meisten anderen WohnmobilistInnen sind RentnerInnen wie wir, suchen eher Erholung als Halli Galli. Nur die Bagger, die den Strand für die neue Saison vorbereitet haben, haben diesmal die Ruhe ein bisschen gestört.

Dass die Nordsee gefühlt immer gerade weg ist, wenn wir kommen, stört mich nicht wirklich. Ich weiß ja, dass sie nach ein paar Stunden wiederkommt. Zum Schwimmen ist es jetzt im April ohnehin  zu kalt – und der Strand ist hier zum Baden zu flach. Ich bin nicht sehr groß, aber selbst ich müsste minutenlang durchs Watt waten, bis das Wasser tief genug ist, um zu schwimmen.

Eigentlich schwimme ich ja gerne in offenen Gewässern – im Meer, in Seen oder in Flüssen. Aber noch wichtiger ist der Blick aufs Wasser. Wenn ich am Meer entlanggehe oder am Strand sitze – lesend, schreibend, zeichnend oder nur aufs Wasser schauend – gewinne ich Abstand vom Alltag, fühle mich zufrieden oder gar glücklich. Mehr brauche ich am Meer oft nicht.

Besonderes Highlight sind die Sonnenauf- und -untergänge. Vom Deich vor unserem Stellplatz kann man beides sehen – morgens geht die Sonne im Osten neben der Kugelbake auf, abends geht sie im Westen neben der Insel Neuwerk unter.

Bis nach Cuxhaven ist es nicht weit: Ich mag die Stadt mit ihren vielen alten, schön restaurierten Häusern und vielen kleinen Läden. Mein Lieblingsladen ist und bleibt Scribifax, ein Schreibwarenladen, in dem die Zeit stehen zubleiben scheint. Immer, wenn ich in Cuxhaven bin, bin ich erleichtert, dass es ihn noch gibt. Dann gehe ich hinein, kaufe eine Kleinigkeit, auch wenn ich nicht wirklich etwas brauche. Aber Stifte und Notizbücher kann frau ja nie genug haben.

Monatsrückblick September 2024

Zwei Dinge waren charakteristisch für „meinen“ September: Ich war im vergangenen Monat viel unterwegs und habe ganz wenig geschrieben.

Schreiben

Nach 40 Jahre Lohnschreiberei brauchte ich einfach eine Auszeit vom Schreiben. Auf unserer Reise durch Schweden habe ich drei Wochen lang außer Tagebuch, Morgen- und Abendseiten nichts geschrieben – und die Pause hat mir gut getan. Wieder zurück in Deutschland, kehre ich allmählich in die Welt der Schreibenden zurück. Dabei helfen mir die Verabredungen zum Schreiben – online und live – mit einer Schreibfreundin sowie die Schreibimpulse von Denise Fritsch, die jeden Morgen in meinem Mailfach landen.

Schule

Den Frauenschreibtreff im Autorinnenzentrum, eigentlich ein fester Termin in meinem Kalender, habe ich im September ich ausfallen lassen. Denn morgens mussten wir noch für unsere Schwedenreise packen, die am 3. September begann, nachmittags sind wir dann schon gen Norden gestartet. Am Montag und Dienstag wurden nämlich zwei Enkelkinder in Hamburg ein- bzw. umgeschult. Yunus kam in die weiterführende Schule, seine kleine Schwester Ayda in die Grundschule. Im Leben der Kinder sind das wichtige Tage – und wir sind froh, dass wir sie miterleben durften.

Schweden

Über unsere Schwedenreise habe ich schon ausführlich berichtet (https://timetoflyblog.com/schweden-im-herbst). Weil wir an der Südküste entlangfahren wollten, hatten wir einen Platz auf der Fähre von Travemünde nach Trelleborg gebucht. Außerdem ersparten wir uns so den Stau vor der Fehmarnsundbrücke und die eher langweilige Fahrt durch Dänemark. Dass die Fähre einen Umweg über Rostock machte, wurde uns erst bewusst, als wir im Hafen eincheckten. Gestört hat es uns nicht, denn die Seefahrt war bei schönem Wetter ganz entspannt – und dauerte trotz des Zwischenstopps in Meck-Pomm nicht viel länger als die Fahrt mit dem Auto.

Für einen bekennenden Wasserfan wie mich ist Schweden ein Traum. Ein See, ein Fluss oder das Meer sind eigentlich immer in der Nähe, manchmal sogar See, Fluss und Meer. Im Süden haben mich vor allem die hübschen Städte mit viel Flair begeistert, im Norden die Natur. Besondere Highlights waren Stockholm und die nordschwedische Küstenregion Höga Kusten. Die Felslandschaft ist vor Zehntausend Jahren aus dem Meer gewachsen und wächst heute noch immer, wenn auch nur kaum messbar um acht Millimeter im Jahr.

Auch wenn mir die Hohe Küste besonders gut gefallen hat: Schöne Landschaften mit tollen Ausblicken gab es eigentlich überall. So lagen alle 13 Campingplätze, auf denen wir übernachtet haben, an einem Gewässer; meist konnten wir sogar direkt vom Wohnmobil aus auf einem See, einen Fluss oder aufs Meer sehen. Und so sind auf der Reise viele schöne Fotos entstanden, zum Beispiel von Sonnenauf- und -untergängen.

Schwimmen

Apropos Wasser. Ich bin gerne am Wasser, aber schwimmen ist – alle die mich oder meinen Blog kennen wissen es – nicht mein Sport. Mit dem Bahnenschwimmen im Schwimmbad tue ich mich schwer, aber wenn ich an einem See oder am Meer bin, kann ich meist nicht widerstehen und will hinein.

Auch auf dieser Reise bin ich an fast allen Orten, an denen wir Station gemacht haben, ein bisschen geschwommen, wenn auch der doch schon recht niedrigen Wassertemperaturen wegen meist nur kurz. Toll war das Meer bei Simrishamn und Ystad: So hohe Wellen habe ich an der Ostsee noch nie erlebt. An den Höga Kusten war das Wasser spiegelglatt und  deutlich kälter. Weil aber die Sauna am Skuleberget Havscamp direkt am Wasser steht, konnte ich mich aufwärmen, bevor ich ins Wasser eingetaucht bin.

Auf dem nächsten Campingplatz in Byrske habe ich dann kein Bad, sondern – ungewollt – ein Schlammbad genommen. Als ich von einem Steg sprang, versank ich bis zu den Oberschenkeln im Schlick. Einen meiner Schuhe konnte ich noch herausziehen, der andere blieb verschwunden. Darauf, im Lille Luleälv zu schwimmen, habe ich dann verzichtet. Denn Jokkmokk liegt nördlich des Polarkreises – und in der zweiten Nacht im Arctic Camp sanken die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Inzwischen schneit es dort, erzählt mein Mann.

So abgehärtet, schreckten mich die herbstlichen Temperaturen in Deutschland nicht. Wieder zurück in Burgwedel, bin ich jeden Morgen ins Freibad gefahren – und als am 29. September die Freibadsaison endete, hatte ich auch meine zweite Zehnerkarte restlos „abgeschwommen“. Irgendwie hat es sogar Spaß gemacht, wenn ich mich einmal aufgerafft und meinen inneren Schweinehund überwunden habe. Jetzt habe ich vor, im nächsten Jahr wieder einmal eine Saisonkarte zu kaufen und regelmäßig schwimmen zu gehen. Doch ob der gute Vorsatz den Winter übersteht, ist fraglich.

Schöne Bilder: „KUNST in BEGEGNUNG“.

Auch ein bisschen Kunst gab es am letzten Septemberwochenende in Burgwedel. 18 Jahre lang haben KünstlerInnen und KunsthandwerkerInnen ihre Werke ausgestellt – in Büros, öffentlichen Gebäuden oder auch in ihren eigenen Ateliers. Weil es an finanzieller und organisatorischer Unterstützung sowie ein bisschen auch an NachwuchskünstlerInnen fehlte, sollte im vergangenen Jahr mit „Kunst in Bewegung“ eigentlich Schluss sein. Doch dann haben es sich die OrganisatorInnen zum Glück anders überlegt. Aus Kunst in Bewegung wurde Kunst in Begegnung.

Was sich außer dem Namen und dem Logo geändert hat, ist mir nicht ganz klar. Die Erkennungszeichen – die orange lackierten Fahrräder, die orangenen Fahnen und selbst das Kürzel KIB sind gleich geblieben. Und wie in den vergangenen Jahren habe ich es genossen, durch die Stadt zu gehen und mir die Arbeiten von rund 30 KünstlerInnen und KunsthandwerkerInnen anzusehen. Einige wie Heidrun Schlieker, Christine Küppers oder Elke Seitz kenne ich schon sehr lange

andere wie Kerstin Bässmann, Annette Böwe und Ulrich Saloga habe ich erst in diesem oder im letzten Jahr kennengelernt und interessante Gespräche geführt.

Neben altbekannten waren in diesem auch einige neue Ausstellungsorte dabei. Einige HausbesitzerInnen haben ihr Herz für die Kunst entdeckt und für die Kunstaktion derzeit leerstehende Räume zur Verfügung gestellt. Und so hoffe ich, dass im nächsten Jahr die Fortsetzung von Kunst in Begegnung folgt.  

Schweden im Herbst

Ich bin wieder da – zurück in Deutschland und zurück bei meinem Blog. Drei Wochen war ich in Schweden unterwegs und habe mir in dieser Zeit eine Blogpause gegönnt.

Wir waren schon ein paar Mal  in Schweden, aber bei unseren früheren Besuchen sind wir immer möglichst schnell Richtung Norden gefahren. Mein Mann ist süchtig nach Polarlichtern – und die sieht man eben am häufigsten und am intensivsten nördlich des Polarkreises. Weil Jokkmokk ein guter Ort für Nordlichter ist, war Arctic Camp auch diesmal das Ziel unserer Reise. Doch anders als in den vergangenen Jahren haben wir uns diesmal mehr Zeit genommen und auf dem Weg viele Orte besucht, die ich schon immer mal sehen wollte.

Ystad

Ich bin – oder war – ein Kurt-Wallander-Fan. Ich habe alle oder doch zumindest fast alle Krimis von Henning Mankell gelesen. Und so war ein Besuch in Ystad, wo Kommissar Kurt Wallander und sein Team ermittelten, für mich natürlich ein Muss. Die kleine Stadt an der schwedischen Südküste hat sich auf die Krimileserinnen und -seher eingestellt. Es gibt Stadtführungen auf den Spuren des Kommissars und Flyer, in denen verschiedene Schauplätze aufgelistet und im Stadtplan eingezeichnet sind. So ausgestattet, habe ich nicht nur Originalschauplätze wie die Mariagatan, in der Wallander wohnte, die Polizeistation und Fridolfs konditori, Wallanders Lieblingscafé, entdeckt, sondern ein wirklich interessantes Städtchen mit kleinen Gassen und hübschen, oft bunt angestrichenen Häusern kennengelernt. Sehr gut hat mir auch das ehemalige Franziskanerkloster mit den Klostergärten gefallen. Neben einem Rosengarten gibt es einen Apfelgarten, in dem auch Feigen-, Birnen-, Mandel- und Walnussbäume sowie Flieder- und Maulbeersträucher wachsen, einen Kohlgarten, einen Kräutergarten und einen Pfingstrosengarten. Zum Schluss habe ich noch die Ystad Studios besichtigt, in denen u.a. die Innenaufnahmen von Wallanders Wohnung und des Polizeistudios gedreht wurden.

Ales Stenar und Simrishamn

Auf dem Weg nach Simrishamn, der nächsten Etappe auf unserer Reise, haben wir Ales Stenar, deutsch „Die Steine von Ale“, in der Nähe von Kaseberga besichtigt. Auf einem fast 40 Meter hohen Hügel direkt am Meer sind insgesamt 59 bis zu drei Meter hohe und bis 1,8 Tonnen schwere Steine in Form eines Schiffs angeordnet. Mit 67 Meter Länge und 19 Meter Breite ist Ales Stenar laut Wikipedia „eine der größten erhaltenen Schiffssetzungen (schwedisch skeppssättning) in Skandinavien“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ales_stenar).  Und von dem steinernen Schiff aus hat man aus einen weiten Blick übers Meer.

Ein Teil der Steine wurden übrigens bei Simrishamn gebrochen und über mehr als 20 Kilometer nach Kaseberga transportiert. Das war sicher um das Jahr 600, als das Monument entstand, keine leichte Aufgabe. Mit unserem Wohnmobil haben wir die Strecke schneller und bequemer bewältigt.

Simrishamn, an der Südostküste gelegen, ist weniger bekannt als Ystad, aber nicht weniger sehenswert. Kopfsteingepflasterte Gassen und die oft bunten alten Häuser verleihen dem Ort ein besonderes Flair.

Öland …

… ist, glaubt man den Reiseführern, wegen des milden Klimas und der schönen Strände eine sehr beliebte Ferieninsel. Selbst die schwedische Königsfamilie verbringt hier auf Schloss Solliden ihren Sommerurlaub. Wir haben natürlich nicht im Schloss, sondern auf einem Campingplatz in der Nähe der Ölandbron übernachtet. Zwei Tage lang haben wir mit Blick auf die imposante Brücke, die die Insel mit dem Festland verbindet, und auf den Kalmarsund Beine und Seele baumeln lassen, am dritten Tag sind wir – an zahlreichen Mühlen vorbei – gen Süden zum „Langen Jan“ gefahren. Er ist der höchste Leuchtturm Schwedens, die neben dem Leuchtturm gelegene Vogelstation Ottenby ist ein Mekka für Vogelfans.

Mich hat die Insel zugegebenerweise nicht wirklich beeindruckt. Vielleicht hätten wir eher nach Norden zur Inselhauptstadt Borgholm oder zum „Langen Erik“, dem Leuchtturm an der Nordspitze, fahren sollen. Vielleicht waren wir aber auch nur genervt wegen der Warnung, die seit Beginn der Fahrt ständig auf dem Tacho aufleuchtete: „Abgassysstem überprüfen“, forderte uns der Bordcomputer permanent auf. In einer Werkstatt in Kalmar wurde uns – oder unserem Wohnmobil – mit einem Software-Update schnell und ohne Termin geholfen.

Ich habe die Werkstattzeit genutzt, um durch Kalmar zu spazieren:  Das Schloss Kalmar stand früher direkt an der dänischen Grenze. Es wurde im 12. Jahrhundert als Burg erbaut, im 16. Jahrhundert dann zum Schloss umgebaut und ist laut Wikipedia eines der besterhaltenen Renaissanceschlösser Nordeuropas (https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Kalmar). Neben dem imposanten Schloss erscheinen die Häuser in der Gamlastan, der alten Stadt, besonders winzig. Das frühere Stadtzentrum wurde im Jahr 1640 auf die Insel Kvarnholmen verlegt – aus „befestigungstechnischen Gründen“, wie Wikipedia weiß. Im gleichen Jahrhundert, zwischen 1660 und 1699, wurde auch die Domkyrka gebaut, die von außen gar nicht wie eine Kirche aussieht (https://de.wikipedia.org/wiki/Dom_zu_Kalmar).

Vimmerby

Hat jemand das Schwedenbild von Menschen in aller Welt mehr geprägt als Astrid Lindgren? Ich glaube kaum. Mich haben ihre Bücher fast mein ganzes Leben lang begleitet. „Rasmus Pontus und der Schwertschlucker“ war in den sechziger Jahren das erste Lindgren-Buch, das ich gelesen habe; Pipi Langstrumpf habe ich erst kennengelernt, als die Filme mit Inger Nilsson im Fernsehen gezeigt wurden. Meine Eltern hielten die Geschichten über ein Mädchen, das sich die Welt macht, wie es ihm gefällt, wohl nicht für die geeignete Lektüre für ihre Tochter. Mit meiner Tochter habe ich dann die Lotta-Bücher entdeckt und auf unserer Fahrt durch Schweden dann die Tagebücher gelesen, die Astrid Lindgren während der Zweiten Weltkriegs geführt hat. Ihr Titel „Die Menschheit hat den Verstand verloren“ passt leider allzu gut in die heutige Zeit.

Natürlich wollte ich Vimmerby besuchen, den Ort, in dem Astrid Lindgren geboren wurde, aufgewachsen und auch begraben ist. Denn vieles, was sie als Kind erlebt hat, und mancher Schauplatz taucht in ihren Büchern auf. So steht das Vorbild für Pippi Langstrumpfs Limonadenbaum im Garten der Pfarrhofs bei Astrid Lindgrens Elternhaus.  Astrid Lindgrens Näs, so der Name des Hofes, auf dem Familie Lindgren lebte, ist heute Teil eines Museums, in dem eine Ausstellung über das Leben und das Werk der Schriftstellerin informiert. Auf dem Marktplatz lädt eine von Marie-Louise Ekman geschaffene lebensgroße Statue zu einem Date mit der Schriftstellerin ein. Auch der der Süd-, der Nord- und der Mittelhof aus Bullerbü sind dort en miniature aufgebaut.Im Themenpark Astrid Lindgrens värld können große und kleine Lindgren-Fans auch Bikenlund, das Kirschblüten- und das Heckenrosental besuchen und Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter und andere Heldinnen aus den Kinderbüchern treffen.

Stockholm

„Stockholm hat eindeutig das Potenzial zu (m)einer Lieblingsstadt“, habe ich einen Tag später in mein Tagebuch geschrieben. Dass ich mich in die schwedische Hauptstadt verliebt habe, kam nicht unerwartet. Ich liebe Städte, die am Wasser liegen, und Wasser findet man in Stockholm überall. Es macht laut Wikipedia „etwa 30 Prozent der Stadtfläche aus“. Die älteren Stadtviertel wurden auf 14 Inseln gebaut, die durch über 50 Brücken verbunden sind; zum Stockholmer Schärengarten (Skärgården) sollen etwa 24.000 größeren und kleineren Inseln gehören (https://de.wikipedia.org/wiki/Stockholm). Mehr Wasser geht wohl kaum. Und ich konnte mich nicht sattsehen.

Drei Tage lang bin ich kreuz und quer durch die Straßen gelaufen, habe das schöne Wetter genutzt, um Stockholm zu Fuß zu erkunden: die vier ältesten Inseln – Gamlastan, Riddarholmen Skeppsholmen und Kastellholmen – ebenso wie angrenzenden Stadtteile Norrmalm, Östermalm und Södermalm. Und ich war nicht die einzige, die die Sonne genießen wollte, bevor der Winter beginnt. Überall saßen Menschen: in Cafés, Restaurants oder auf den zahllosen Bänken auf Plätzen und in Parks, die zum Verweilen einladen. Begeistert haben mich nicht nur das Wasser und die grandiose Architektur, sondern auch die Atmosphäre. Ich habe bislang noch keine (Groß)Stadt erlebt, die so viel Flair hatte, so lebendig war und gleichzeitig so entspannt und unaufgeregt. Oder doch, Siena vielleicht. Aber da fehlte halt das Wasser.

Eins ist sicher: Mein erster Besuch in Stockholm soll nicht mein letzter sein. Denn ich habe mir zwar viele Sehenswürdigkeiten von außen angesehen, aber keine von innen. Das will ich nachholen, wenn ich das nächste Mal in der Stadt bin. Das Nationalmuseum steht ebenso auf meiner To-visit-Liste wie das Viking Museum und das ABBA Museum. Und natürlich will ich in die Stadsbiblioteket, die Stadtbibliothek, gehen. Denn die beherbergt angeblich nicht nur mehr als zwei Millionen Bücher und andere Medien, sondern gilt mit dem zylindrischen Hauptgebäude auch als kulturelles Wahrzeichen und „ein Meisterwerk des nordischen Klassizismus und des Funktionalismus“ (https://go2stockholm.de/bauwerk/stockholms-stadsbibliotek/).

Höga Kusten

Die zwischen Härnösand und Örnsköldsvik gelegene Höga Kusten habe ich vor zwei Jahren entdeckt, als wir auf einem kleinen Campingplatz am Skuletberget übernachtet haben. Damals habe ich mir vorgenommen, beim nächsten Mal dort zu wandern. Die Hohe Küste soll die höchste Küste der Welt sein und ist wegen der ausgeprägten Landhebung seit 2000 UNESCO-Weltnaturerbe, (https://www.hogakusten.com/de/hogakustenleden). Die Übernachtung auf dem Snibbens Camping habe ich unter anderem deshalb eingeplant, weil der Platz nur zwei Kilometer von der Höga-Kusten-Brücke entfernt liegt und (daher) laut Website ein „natürlicher Ausgangspunkt für Ausflüge und Wanderungen“ ist (https://camping.se/de/camping/3040/Snibbens-Camping-Stugby-Vandrarhem). Dass die fast zwei Kilometer lange Hängebrücke über den Ångermanälven nur mit dem Auto überquert werden darf, war mir bei der Planung nicht bewusst. Und so sind wir vom Campingplatz aus zwar mit Blick auf das Weltnaturerbe gewandert, aber nicht im Gebiet selbst. Schön war es trotzdem, und die kurze Wanderung auf den Prästberget hat sich schon allein wegen des Blicks auf die Höga Kusten und auf die „schwedische Golden-Gate-Bridge“, mit 186 Metern Höhe das zweithöchste Bauwerk Schwedens, gelohnt. Auch die Lage des Campingplatzes direkt an einem See hat uns gut gefallen. Unser Wohnmobil stand – wie oft auf dieser Reise – direkt am Wasser und weil auch die Himmelsrichtung stimmte, konnte mein Mann am Morgen des 18. September quasi vom Auto aus die partielle Mondfinsternis fotografieren (https://www.facebook.com/utz.schmidtko/).

Auf den Skuletberget bin ich dann auch noch gestiegen. Weil ich nicht meine hohen Wanderschuhe mithatte, habe ich statt des steilen Grottstigen die leichtere Route über den Östra Bergstigen gewählt. Eine gute Entscheidung, denn auch die „familienfreundliche“ Variante hatte es streckenweise in sich, bot aber tolle Ausblicke auf die Fjordlandschaft, die entstand ist, als die Eismassen nach der letzten Eiszeit abschmolzen. Der fast 300 Meter hohe Gipfel des Skuletberget war damals Teil einer Insel und ragte gerade einmal neun Meter aus dem Wasser. Ein in den Fels eingelassener Metallstreifen markiert die frühere Küstenlinie und lässt erahnen, welche gigantischen Kräfte damals gewirkt haben.  

Jokkmokk

Nach einer Übernachtung in Byske Havsbadet bei Skellefteå und einem Zwischenstopp am Storforsen, den größten Stromschnellen Skandinaviens, kamen wir nach zweieinhalb Wochen und rund 2200 Kilometern in Jokkmokk an. Für meinen Mann ist das Arctic Camp fast ein „zweiter Wohnsitz“, er war schon oft dort, um Polarlichter zu fotografieren. Und auch diesmal begrüßten ihn die Lichter gleich am ersten Abend. 

Für mich endete in Jokkmokk die gemeinsame Reise mit dem Wohnmobil. Mir ist es im Herbst im hohen Norden zu kalt und zu dunkel – gleich in der zweiten Nacht sanken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Und so bin ich nach drei Wochen von Lulea aus nach Deutschland zurückgeflogen. Mein Mann tourt noch ein paar Wochen mit dem Wohnmobil durch den Norden – auf der Jagd  nach Polarlichtern. Seine Bilder sind auf seiner Facebook-Seite zu sehen (https://www.facebook.com/utz.schmidtko/).

Ostsee statt Normandie

Eigentlich wollten wir in diesem Frühsommer ja zwei Wochen in die Normandie fahren. Aber weil ich Ende Juni noch einen wichtigen Termin hatte und die Sommerferien in Frankreich in diesem Jahr schon am 4. Juli begonnen haben, haben wir die Reise aufs nächste Jahr verschoben und stattdessen mehrere kurze Fahrten geplant.

Zum Beispiel an die Müritz, die auf der Liste meiner Reiseziele schon lange weit oben steht. Doch dann schreckten uns die Stechmücken, die sich in diesem regenreichen Jahr an Seen besonders stark vermehrt haben. Aus dem gleichen Grund kam auch der Bodensee, Alternativreiseziel Nummer zwei, nicht infrage. Und so entschieden wir uns kurzfristig für die schleswig-holsteinische Ostseeküste. Bis zur Lübecker Bucht dauert die Fahrt ohne Staus nicht einmal drei Stunden. Außerdem hatten die Schulferien in Schleswig-Holstein und in Hamburg Mitte Juli noch nicht begonnen.

Auf dem Campingplatz Walkyrien zwischen Grömitz und Neustadt sind wir eher zufällig gelandet. Doch es war ein glücklicher Zufall. Bis zu dem kleinen Naturstrand sind es von den Stellplätzen aus gerade mal 300 Meter – und rund 60 Treppenstufen. Weil der Campingplatz auf der Steilküste liegt, konnten wir vom Wohnmobil aus immer das Meer sehen. Besonderes Highlight für mich: eine Sauna, ebenfalls mit Blick auf die Ostsee, selbst aus den Saunakabinen. Bei Außentemperaturen um die 25 Grad hatte außer uns offenbar niemand Lust auf noch mehr Wärme. Und so hatten mein Mann und ich die Sauna an zwei Nachmittagen ganz für uns allein. Was will frau mehr?

Ein bisschen Kunst vielleicht. Von der Malerin Sonja Knoop hatte ich noch nie etwas gehört. Doch weil mir einige Bilder auf ihrer Website gefielen und sie ihr Atelier für Besucherinnen öffnen wollte, fuhren wir nach Neustadt. Leider war das Atelier geschlossen, und so bummelten wir durch den Hafen und die Altstadt, ehe wir wieder Richtung Grömitz fuhren. Damit, dass es auf der Strecke so viele Steigungen gibt, hatten wir nicht gerechnet. Aber während ich die Hügel hinaufstrampelte, erinnerte ich mich dunkel daran, dass daran wohl die Eiszeit schuld ist: Damals, vor rund 10.000 Jahren, lagen weite Teile des Landes zwischen Nord- und Ostsee unter einer dicken Eisschicht. Als das Eis schmolz, blieben riesige Gesteinshaufen zurück. Grund- und Endmoränen, die uns jetzt ins Schwitzen brachten.

Hügelig ist auch die Strecke nach Cismar. Dort werden zurzeit in dem ehemaligen Benediktinerkloster Bilder von Armin Müller-Stahl ausgestellt. Ich mag den Schauspieler, der auch Musiker, Autor und Maler ist. Und auch der Titel der Ausstellung gefällt mir: „Es genügt ein Mensch zu sein“  (https://kloster-cismar.sh/de/armin-mueller-stahl–es-genuegt-ein-mensch-zu-sein-). Außerdem sollen sich rund um das Kloster viele Kunst- und Kulturschaffende angesiedelt haben. Sie „machen Cismar zu einem ganz besonderen magischen Ort machen“, las ich in der Broschüre „Kunst und Kultur. Kloster Cismar und Umgebung 2024“.  Grund genug, nach Cismar zu fahren,

Das Kloster, eines der bedeutendsten Bauwerke lübischer Frühgotik, ist wirklich imposant.  Mönche leben in der Abtei allerding schon lange nicht mehr, „Um 1560 wurde das Kloster aufgegeben und später in ein landesherrliches Schloss umgewandelt“, weiß Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Cismar). Heute nutzt das Landesmuseum Schleswig-Holstein das Gebäude im Sommer für Kunstausstellungen.

Noch bis Mitte August sind in der ehemaligen Amtmann-Wohnung und im Kuppelsaal des ehemaligen Benediktinerklosters rund 80 Bilder von Armin Müller-Stahl zu sehen. Die Bilder gefallen mir, nur schade, dass fast nur Porträts von Männern ausgestellt sind. Und ich frage mich, ob es daran liegt, dass der Maler so wenige Frauen porträtiert hat, oder doch eher an der Auswahl. 

Der Kunstraum Remise im Quergebäude des Klosters ist leider geschlossen. Dort bieten KünstlerInnen verschiedene Kurse und Projekte an. „Das Programm umfasst Malerei und Zeichnen, künstlerisches Gestalten mit unterschiedlichen Materialien und Techniken, Maskenbau und Maskenspiel, Schreibwerkstätten und ‚Alte Schriftkunst‘ sowie das kreative Erkunden der Klosteranlage.“ (http://www.remise.cismar.de/). Im Weißen Haus, dem ehemaligen Amtsschreiberhaus direkt neben dem Kloster, lebt und arbeitet heute die Lyrikerin Doris Runge; der Verein Literatur im Weißen Haus Cismar organisiert dort Lesungen und andere literarische Veranstaltungen. Leider nicht, als ich im Kloster bin. Und so radelte ich nach einem Kaffee im Garten des Klostercafés wieder zurück zum Campingplatz – diesmal über Grömitz.

Der Küstenradweg führt zwischen Grömitz und Bliesdorf Strand über die Steilküste und bietet wunderschöne Ausblicke auf die Ostsee. Leider ist er teilweise schlecht ausgeschildert und endet am Campingplatz Kagelsbusch. Den Weg vor dem Campingplatz dürfen eigentlich nur Campinggäste betreten. „Aber niemand hält sich dran“, erklärte mir ein Radfahrer, der sein Rad an der Sperre vorbeischob. Ich folgte seinem Beispiel. Denn dass ein Einzelner vielen einen Weg einfach versperrt, geht meiner Meinung nach gar nicht. Eigentum verpflichtet! Aber das nächste Mal werde ich wohl nach Grömitz wandern – und den „verbotenen Weg“ am Strand umgehen.

Unser erster Besuch in Walkyrien wird sicher nicht der letzte sein. denn an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gibt es noch viel zu entdecken. Der Campingplatz auf der Steilküste ist dafür sicher eine gute Ausgangsbasis.

Zweimal Nordsee und zurück

Manchmal muss es eben Meer sein. Im Juni war es die Nordsee, denn sie ist, wenn man in der Nähe von Hannover lebt, am schnellsten zu erreichen. Wenn alles gut geht, dauert die Fahrt nach Cuxhaven knapp zwei Stunden. Und man erspart sich die Staus um Hamburg, in die man fast immer gerät, wenn man an die Ostsee fährt.

Leider ist die Nordsee meist gerade nicht da, wenn man kommt. Aber immerhin kann man sich darauf verlassen, dass das Wasser immer wiederkommt: Pünktlich nach dem Gezeitenkalender folgt auf jede Ebbe eine Flut. Und das Wattenmeer, das sich von der niederländischen Insel Texel bis zum dänischen Esbjerg erstreckt, ist wirklich etwas Besonderes. Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten sollen in der vom Wechsel der Gezeiten geprägten Naturraum leben, außerdem machen im Frühjahr und Herbst jährlich zehn Millionen Zugvögel auf ihrer Reise in den Süden bzw. in den Norden hier Station (https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/wattenmeer/index.html). Damit dieser einzigartige Lebensraum erhalten bleibt, steht er als Weltnaturerbe unter besonderem Schutz.

Meist fahren wir nach Döse bei Cuxhaven, doch diesmal haben wir zuerst einen Abstecher nach Otterndorf gemacht und dort eine Nacht auf einem kleinen Stellplatz an der Medem-Schleuse verbracht.

Wir sind an der Elbe entlangspaziert, auf der die riesigen Containerschiffe Richtung Hamburg oder hinaus auf die Nordsee schippern. In der Otterndorfer Altstadt haben mir die Häuser, die direkt an der Medem liegen, besonders gut gefallen. Sie erinnern mich ein bisschen an Amsterdam oder Venedig – zwei Orte, die schon lange auf meiner To-Visit-Liste stehen. Einige Häuser in der Altstadt stammen aus dem 16. Jahrhundert, noch älter ist die St.-Severi-Kirche, die schon im 12. Jahrhundert gebaut und später oft umgebaut wurde. Hinter den eher nüchternen typisch norddeutschen Backsteinmauern verbirgt sich eine prächtige Innenausstattung aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

„Die Bänke und Stühle wurden von den Pfarrmitgliedern erworben“, lese ich in einer von Marie-Luise Grefe verfassten Beschreibung der Kunstschätze der Kirche (https://kirche-otterndorf.de/wp-content/uploads/2024/05/24-Otterndorfer-Kirche-neu-mit-Bildern-X.-von-Marie-Luise-Grefe.pdf). Die Plätze wurden von Juraten, den gewählten oder bestellten Vertreter der Kirchengemeinde, vergeben. „Sie konnten vererbt oder mit Zustimmung des Juraten weiter verkauft werden.“ Bei Besitzerwechsel wurde noch Anfang des 20. Jahrhunderts eine Umschreibegebühr fällig.

Die Besitzer konnten ihre Bänke nach Gutdünken bemalen, gestalten und mit ihren Namen versehen. Erst 1935 wurden die Namen übermalt und sind seitdem für alle zugänglich. Doch heute bleiben die Kirchenbänke wahrscheinlich auch in Otterndorf wie auch andernorts meist leer. So ändern sich die Zeiten. 

Keine Frage, der kleine Ort an der Elbe ist eine Reise wert. Und wir werden gewiss wiederkommen, dann aber mit Fahrrad und Kanu, um den Ort und die Gegend besser – auch vom Wasser aus – zu erkunden. Am zweiten Tag hat unseres Kurzurlaubs hat es uns dann doch wieder direkt ans Meer gezogen – auf „unseren“ Stellplatz direkt an der Kugelbake.

Seine Bedeutung als Orientierungshilfe für die Seefahrer hat das bei TouristInnen beliebte Seezeichen aus Holz längst verloren. Und wenn die riesigen Containerschiffe vorbeiziehen, frage ich mich, ob die Steuerleute von hoch oben die nur knapp 30 Meter hohe Bake überhaupt noch wahrnehmen.

Der Stellplatz, der eigentlich nur ein Parkplatz ist, liegt direkt hinterm Deich. Wir müssen nur eine Treppe hochgehen, um zum Strand zu kommen, der sich kilometerweit über Duhnen bis nach Sahlenburg erstreckt.  

Geschwommen bin ich hier noch nie. Denn man muss auch bei Flut gefühlt kilometerweit hinauslaufen, bis das Wasser tief genug dazu ist. Aber ich liebe es, barfuß über den Sand und durch das Watt zu waten. Und oft sitze ich einfach nur da, lese, schreibe und genieße den Blick aufs Wasser, wenn es denn da ist, oder aufs Watt. Wenn das Wetter mitspielt, kann ich morgens die Sonne im Osten über dem Meer auf- und abends im Westen überm Meer untergehen sehen. Was will frau mehr – vielleicht den direkten Blick vom Stellplatz aufs Wasser.

Den gibt es angeblich ein paar Kilometer weiter, erzählt eine Stellplatznachbarin.  Der Stellplatz in Harlesiel liege vor dem Deich, der den Blick aufs Wasser verdeckt. Toiletten und Duschen gebe es direkt auf dem Platz, außerdem ein Schwimmbad mit Meerwasser. Das klang so vielversprechend, dass wir uns das selbst ansehen wollten. Doch dann wären wir zwei Wochen später fast auf dem falschen Stellplatz gelandet.

Bei Harle und Siel kam mir nämlich als Erstes Neuharlingersiel in den Sinn – der Ort, an dem ich vor 50 Jahren zum ersten Mal am Meer war, mit einer Trainingsgruppe des SV Wintrich (danke an Edi, meinen früheren Trainer, nicht nur für das Trainingslager). Doch der Stellplatz in Neuharlingersiel war, das merkte ich bei der Recherche im Internet, nicht der richtige: Er liegt zwar auch am Anleger, die Toiletten können aber nur tagsüber während der Öffnungszeiten der Tourist-Information benutzt werden. Für mich ist das ein K.o.-Kriterium. Auf dem Campingplatz funktionierte die Online-Buchung von drei Computern, mit denen wir es versuchen, nicht. Und für eine telefonische Buchung oder eine Buchung an der Rezeption sollten wir zehn Euro extra zahlen. Für mich ein Unding. Also suchte ich weiter und fand schließlich den Wohnmobilstellplatz in Harlesiel. Der liegt, wie von der Stellplatznachbarin in Döse angekündigt, direkt an der Mole, mit Blick aufs Wasser. Reservierungen sind nicht möglich, doch als wir mittags ankamen, waren noch ein paar Plätze frei. Und unsere Stellfläche war großgenug für unser kleines Wohnmobil und das Auto unserer Tochter. Die kam erst abends nach der Arbeit, als alle Plätze längst belegt waren.

Nele interessiert sich seit ihrer Kindheit für Vögel und wenn ich mit ihr unterwegs bin, egal ob beim Wandern im Harz oder beim Kurzurlaub am Meer, sehe ich Vögel, die ich bis dahin gar nicht kannte. Diesmal zum Beispiel einen Löffler, der aussieht wie ein Storch, allerdings einen löffelartigen Schnabel hat. Mit dem sucht er im Watt nach Nahrung – ein bisschen sieht es so aus, als würde er den Boden mit einem Staubsauger bearbeiten (Neles Vogel- und viele andere Fotos sind auf Ihrer Webseite https://foerodens.wordpress.com/ zu sehen).

Harlesiel selbst und der Nachbarort Carolinensiel liegen hinter dem schützenden Deich an der Harle, einem kleinen, gerade mal 23 Kilometer langen Flüsschen, das durch ein sogenanntes Siel ins Meer mündet. Siele, die hier in Ostfriesland vielen Orten ihren Namen geben, sind kaut Wikipedia verschließbare Gewässerdurchlasse in Deichen und fungieren quasi als Ventile. Durch sie fließt das Wasser aus Flüssen und Entwässerungsgräben ins Meer ab, sie lassen aber kein Meerwasser ins Binnenland. „Tideabhängig erfolgt das Schließen normalerweise durch höheren Druck bei höherem Wasserstand auf der Meerseite, das Öffnen dagegen durch höheren Druck von der Binnenseite bei niedrigerem Wasserstand auf der Meerseite“, lese ich bei Wikipedia. Dort erfahre ich auch, dass das Wort Siel wahrscheinlich aus dem Friesischen stammt, auf das Verb „seihen“ zurückgeht und eine „Stelle, wo Wasser ausfließen kann“ bezeichnet (https://de.wikipedia.org/wiki/Siel). Wieder was gelernt.

Sonnenuntergänge am Meer haben wir in Harlesiel auch erlebt – und wir waren nicht die einzigen, die dieses Naturschauspiel fasziniert beobachteten. An einem Abend bot die Natur sogar ein doppeltes Schauspiel. Im Westen versank die Sonne im Meer während sich im Osten ein Regenbogen über das Land spannte.

Last but not least habe ich in Harlesiel (wieder) gemerkt, dass es mir gut tut zu schwimmen – und dass es eigentlich sogar Spaß macht, wenn ich meinen inneren Schweinehund und die Scheu vor dem Wasser überwinde, dass meist gar nicht so kalt ist, wie ich befürchte. Da das Schwimmbad direkt vor der Stellplatztür lag und die Nutzung in der Stellplatzgebühr enthalten war, sind meine Tochter und ich jeden Tag ein paar Runden geschwommen. Das will ich auch in Burgwedel fortsetzen.

Monatsrückblick April 2024

Anfang April haben wir die Wohnmobilsaison mit einer Fahrt nach Fehmarn eröffnet. Weil die  Osterferien vorbei waren, war auf dem Campingplatz nur wenig los. Und so standen wir in der ersten Reihe – direkt auf der Düne, das Meer immer im Blick. Das Wetter spielte zum Glück auch mit: Wenn die Sonne nicht schien, war zwar noch recht kühl, aber längere Zeit geregnet hat es nur in der ersten Nacht und am letzten Morgen, als wir ohnehin schon unsere Sachen packten und nach Hause fahren wollten.

Es waren ganz entspannte Tage: Der nächste Ort ist drei oder vier Kilometer von Belt Camping entfernt und wir hatten unsere Räder nicht mit. Ich bin viel spazieren gegangen – immer am Meer entlang -, habe viel gelesen, ein bisschen geschrieben und einfach nur die Seele baumeln lassen. Wir haben, anders als die meisten anderen Wohnmobilisten, keinen Fernseher an Bord, und ich habe auch weniger Zeit am Computer verbracht als zu Hause. Dafür habe ich stundenlang aufs Meer geschaut und zweimal morgens die Sonne überm Meer auf- und abends wieder untergehen sehen – eine tolle Alternative.

Eine Woche später bin ich wieder gen Norden gefahren, diesmal aber mit dem Zug und nicht ans Meer, sondern an den Nord-Ostsee-Kanal. Im Nordkolleg in Rendsburg hatte ich die Schreibwerkstatt Literarisches Essay mit Brigitte Helbling gebucht.

Bücher mit Essays – meist von Frauen – füllen ein ganzes Brett in meinem Bücherregal. Die literarische Form fasziniert mich schon lange und ich versuche, mich ihr lesend, schreibend und durch Brigittes Workshops anzunähern. Aber immer, wenn ich glaube, dass es mir gelingt, entgleitet sie mir, wie ein Fisch, der sich nicht einfangen lässt.

Der Essay, beschrieb Susan Sonntag, ist „kein Artikel (ist), keine Kolumne, keine Buchkritik, keine Memoire, keine Abhandlung, keine Tirade, keine langwierige Anekdote, kein Monolog, kein Reisebericht, keine Aphorismensammlung, keine Trauerrede, keine Reportage. Ein Essay kann all das sein, und oft mehreres zugleich.“ Das gefällt mir: Es passt zu meiner Art zu schreiben und irgendwie auch zu mir: in keine Kategorie passend, zwischen allen Stühlen sitzend – oder stehend.

Auch das Seminar und die Tage im Nordkolleg haben mir sehr gut gefallen : Neben dem theoretischen Input blieb viel Zeit zum Schreiben und zu anregenden Gesprächen. Morgens bin ich noch vor dem Frühstück spazieren gegangen: am Nordostseekanal, an der Eider und durch das kleine Wäldchen, das Kanal und Kolleg trennt. Und dann gab es auch noch den Garten den Nordkollegs mit den blühenden Apfelbäumen, über den ich ja schon einen eigenen Blogbeitrag geschrieben hatte.

Der Apfelbaum in unserem Garten ist schon verblüht. Vor den Toren Hamburgs, im Alten Land, blühten die Bäume auch am letzten Aprilwochenende noch. Eigentlich wollten wir im Restaurant Zur Post mit Blick aufs Wasser zu Mittag essen. Aber die Einfahrt zum Parkplatz war für unser Wohnmobil zu eng. Lecker gegessen haben wir trotzdem – in einem anderen Fischrestaurant. Und nach einem Spaziergang an der Elbe haben wir dann auch noch in einem Obsthof Kaffee getrunken und natürlich Äpfel gekauft.

Am Samstag und Sonntag war dann Hamburg Marathon angesagt: Am Samstag startete der Enkelsohn beim Zehntel-Marathon, am nächsten Tag lief dann sein Vater über die volle Distanz. An der Strecke wurden natürlich Erinnerungen wach: Der Hamburg Marathon war 1991 unser erster Marathon überhaupt, und die Stimmung an der Strecke war bei keinem der Marathons, die ich gelaufen bin, besser. Von wegen steife Hanseaten. Beim Marathon ist davon nix zu spüren. Am besten hat mir bei meinen beiden Läufen durch Hamburg die Stelle gefallen, wo die BewohnerInnen eines Altenheims an der Straße saßen und uns LäuferInnen mit auf Töpfe schlagend und mitTopfdeckeln anfeuerten.

Mit der guten Stimmung war es dann am Sonntag von einer Sekunde auf die andere vorbei, als nur wenige Meter von uns entfernt ein Läufer kollabierte. Dort, wo die ZuschauerInnen fröhlich getanzt und die LäuferInnen lautstark angefeuert hatten, war es plötzlich ganz still. Einige ZuschauerInnen leisteten sofort erste Hilfe, versuchten, den Läufer mit Herzdruckmassage wiederzubeleben. Bis Sanitäter und Rettungswagen mit Geräten kamen, dauerte es unendlich lange. Wie lange, kann ich nicht sagen, die Zeit dehnt sich, scheint in solchen Momenten stillzustehen. Aber mehr als drei Minuten, wie im Hamburger Abendblatt stand, waren es gewiss. Ob der junge Mann hätte gerettet werden können, wenn die RetterInnen schneller gewesen wäre, ist fraglich. Wenn der Körper bei Kilometer 41 völlig übersäuert ist, ist es offenbar schwer, jemanden ins Leben zurückzuholen. Auch an diesem Nachmittag ist es nicht gelungen. Der Läufer starb später im Krankenhaus. Er war erst Mitte 20. Carpe diem

PS: Diesen Blogbeitrag habe ich Im Wesentlich während der Blognacht geschrieben, die Anna Koschinski einmal im Monat organisiert (https://annakoschinski.de/blognacht/). Gemeinsam mit anderen zu schreiben, hat mich inspiriert. Es war meine erste Blognacht, aber es wird wohl nicht die letzte gewesen sein. Danke Anna.