Monatsrückblog Mai 2026

Jetzt ist auch der Mai, wieder vorbei. Schade, denn der Mai ist mein Lieblingsmonat. Es ist morgens schon früh hell und wird abends erst spät wieder dunkel. Da ist die Gewissheit, dass die Tage noch länger werden – und das Gefühl, dass der Sommer noch lange dauert. In diesem Mai war es sehr sonnig – vor allem in der zweiten Monatshälfte kletterte das Thermometer teilweise auf hochsommerliche 30 Grad. Und ich mag es gerne warm.

Wanderurlaub in Portugal

Meist sonnig, aber nicht zu heiß: Zum Wandern war das Wetter in der ersten Maiwoche in Portugal ideal. Und auch sonst stimmte in unserem Wanderurlaub eigentlich alles. Azenhas do Mar gilt als einer der schönsten Orte Portugals. Die Landschaft ist traumhaft, Foe hatte tolle Wanderrouten ausgearbeitet und eine schöne Ferienwohnung nah am Meer ausgesucht. Nur mit dem Schwimmen klappte es nicht – die Wellen im Atlantik waren ziemlich hoch und so ganz traue ich meinem Fuß auch ein Jahr nach der OP noch nicht.

Schwimmen in Burgwedel

Eigentlich ist Schwimmen ja nicht mein Sport: Das Wasser ist mir zu kalt und zu nass. Aber wenn ich mich überwunden habe und im Wasser bin, macht es mir meist Spaß. Außerdem ist Schwimmen gesund und hilft möglicherweise auch bei den muskulären Problemen, die mich zurzeit plagen. Und so habe ich mir eine Saisonkarte für das Freibad in Burgwedel gekauft und mir vorgenommen, jede Woche mindestens zweimal schwimmen zu gehen. Das ist mir bis jetzt gelungen.  

Schreiben

Mit dem Schreiben klappte es dagegen im Mai – wie schon im April – leider überhaupt nicht. Mitte März hat mich eine allgemeine Schreibunlust gepackt. Außer meinen Morgenseiten habe ich nur wenig geschrieben. Mein Ziel, den Roman, an dem ich arbeite, im zweiten Quartal zu beenden, ist in weite Ferne gerückt. Und auch die Zahl der veröffentlichten Blogbeiträge bleibt mit je drei im April und Mai weit hinter meinem Ziel zurück. Fünf sollten es jeden Monat eigentlich sein. Nicht einmal den Monatsrückblog für April habe ich beendet und gepaostet. Doch ich hoffe, dass die Lust am Schreiben allmählich wieder zurückkehrt. Vielleicht brauchte ich einfach mal eine Pause …

Natur Journaling

… oder einen Anstoß von außen. Anfang des Jahres hatte ich mir vorgenommen, mehr Zeit in der Natur zu verbringen und Nature Journaling auszuprobieren. Mich reizt an der modernen Art des Naturtagebuchs die Kombination aus Wörtern, Skizzen, Fotos, Zahlen und Fakten. Ich bin zwar weder eine gute Zeichnerin und noch kenne ich mich mit der heimischen Flora und Fauna aus. Aber wer ein Nature Journaler führt, muss weder KünstlerIn noch NaturforscherIn sein, so das Credo der Nature-Journaling-Bewegung.

„Es geht nicht ums perfekte Zeichnen, sondern ums bewusste Hinschauen, Beobachten und Fragenstellen“, meinte Tina Blanke, die Leiterin des VHS-Kurses, den ich belegt habe. „Mit jedem Strich, jedem Wort und jeder Frage wächst ein Stück Naturverbindung.“ Das klingt gut. Jedenfalls hat mich der Kurs ermutigt und motiviert.Ich werde das Nature Journal, das ich im Januar begonnen habe und das über die Anfänge nicht hinaus gekommen ist, weiterführen.

Unser Garten im Mai

Ja, es ist nur ein Garten, aber wenn ich im Wintergarten, auf der Terrasse oder im Garten bin, fühle ich mich ein bisschen wie in der Natur. Im Mai zeigte sich der Garten von seiner schönsten, buntesten Seite. 

Allen voran die Rosen, die sich in unserem Garten sehr wohlzufühlen scheinen – die beiden ausgewilderten No-name-Topfrosen ebenso wie meine drei Edelrosen: die Rhapsody in Blue, die Künstlerrose und die Päonienrose.  

Vor allem die Rhapsody blüht in diesem Jahr so üppig wie noch nie. Die Blüten stehen dicht an dicht und duften herrlich, doch leider verblühen sie sehr schnell. Die Pfingstrosen haben lange auf sich warten lassen – erst Ende Mai öffnete sich endlich die erste Knospe.

Ich bin, ich gebe es zu, eine Chaosgärtnerin: Viele Pflanzen haben sich ohne mein Zutun in unserem Garten angesiedelt und sind gern gesehene Gäste: Die Fingerhüte zum Beispiel, Glockenblumen und Mohn. Nur den Dreimasterblumen muss ich immer wieder Einhalt gebieten, weil sie sonst alles überwuchern, was in ihrer Nähe wächst.

Nicht nur Fachwerk

Apropos Nähe, manchmal liegt das Schöne wirklich ganz nah. Celle zum Beispiel. Natürlich war ich schon öfter in der Stadt, die laut Geo.de zu den zehn schönsten Fachwerkstädten Deutschlands zählt und das größte geschlossene Ensemble Europas bildet.

Aber obwohl Celle nur zehn Minuten mit dem Zug entfernt liegt, also quasi direkt vor der Haustür, fahre ich nur selten hin. Auch Ende Mai bin ich nur durch die Stadt gebummelt, weil ich vor einem Arztbesuch noch Zeit hatte.

Das soll sich ändern, denn Celle hat mehr zu bieten als eine pittoresken Altstadt mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern und einem Schloss im Renaissance- und Barocksstil. Siedlungen im  Bauhausstil beispielsweise mit sehr einfachen, aber preiswerten Kleinstwohnungen für Familien mit Kindern. Zwei der nur 32 bis 45 Quadratmeter kleinen Wohnungen im Blumläger Feld blieben unverändert und wurden Möbeln aus der Entstehungszeit ausgestattet. Ich werde sie mir beim nächsten Celle-Besuch ansehen, ebenso wie das kleine Museum, das an den Architekten und Städtebauer Otto Haesler erinnert, der die Häuser in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts entworfen hat.

Gedenken an Dr. Albert David

Am 9. November vergangenen Jahres habe ich mit anderen Omas gegen rechts den Stolperstein für Dr. Albert David am Alten Postweg in Großburgwedel geputzt und mit Blumen geschmück. An seinem Todestag haben wir die Aktion wiederholt. Am 19. Mai 1940 vergiftete sich der angesehene Arzt in seiner Wohnung, als ihn zwei Gestapo-Männer aufsuchten und abholen wollten.

Seit der Machtübernahme im Jahr 1933 hatten ihm die Nazis das Leben schwergemacht:  Weil er Jude war, entzogen sie ihm im September 1938 die Approbation. Er musste seine Praxis schließen, sein Vermögen wurde eingezogen. Im Mai 1940 trieben sie ihn in den Tod.

Der Stolperstein für Dr. Albert David war der erste in Burgwedel, 28 weitere folgten. Sie erinnern an 28 Kinder von Zwangsarbeiterinnen, die ihren Müttern weggenommen wurden, verhungerten oder starben, weil sie nicht versorgt wurden. Der 30. Stolperstein wurde erst vor einigen Tagen in Fuhrberg, einem Burgwedeler Ortsteil, verlegt – zum Gedenken an Heinrich Seehaus, den die Nationalsozialisten 1942 hinrichteten.

Der Berggarten im Mai

Sie sind wieder da! Mitte Mai musste ich im Subtropenhof noch mit Pflanzenbildern vorlieb nehmen. Doch am Freitag vor Pfingsten waren die meisten Pflanzen wieder aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt: Bis zu exotische 100 Pflanzen verbringen die Sommermonate hinter den hohen Backsteinmauern, die die Wärme der Sonne speichern und den Wind abhalten. So entsteht ein Kleinklima, in dem sich die empfindlichen wärmeliebenden Pflanzen wohlfühlen. Erst im Oktober, wenn die Tage und vor allem die Nächte kälter werden, kehren sie wieder in die Gewächshäuser der Herrenhäuser Gärten zurück.

Der Subtropenhof gehört zu meinen Lieblingsplätzenin den Herrenhäuser Gärten – ich genieße es immer wieder, dort zu sitzen und umgeben von bunten Blüten und viel Grün zu lesen, zu schreiben oder einfach vor mich hin zu träumen.

Von Iris, Pfingstrosen …

Der Irisgarten hinter den Schauhäusern hat sich seit meinem letzten Besuch in ein buntes Paradies verwandelt: Dort blühen laut Website der Herrenhäuser Gärten mehr als 300 Bart-Iris-Sorten in allen Größen und Farben.

Während die niedrigen Bart-Iris oder Zwerg-Schwertlilien nur etwa 15 bis 30 cm hoch sind, werden die Mittelhohen Bart-Iris zwischen 40 und 70 cm, die Hohen Bart-Iris sogar mehr als 70 cm groß. Das Farbspektrum reicht von Weiß über Gelb und Hell-lila bis zu Dunkel Violett und fast Schwarz.

Ich liebe Pfingstrosen – und so führt für mich von April bis Juni kein Weg am Präriegarten vorbei. Dort wachsen allein mehr als 40 verschiedene Strauchpfingstrosen und mindestens doppelt so viele Stauden-Pfingstrosen in den verschiedensten Farben und verschiedensten Blühstadien. Manche Pflanzen sind schon verblüht, an anderen haben sich die Knospen noch gar nicht geöffnet. Auch bei meinen nächsten Besuchen im Berggarten kann ich mich also noch an den Päonien erfreuen.

… und besonderen Bäumen

Die Tulpenzeit ist dagegen vorbei – nur die Blüten des Tulpenbaums im Staudengrund lassen noch auf sich warten. Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis sich die Knospen öffnen und die weiß-gelben Blüten zum Vorschein kommen. Die ähneln zwar Tulpen, haben aber mit richtigen Tulpen botanisch nichts gemein. Tulpenbäume (Liriodendron tulipifera) gehören nämlich zur Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae), weiß Wikipedia.

Am Eingang des Staudengrunds wachsen zwei rotblättrige Süntelbuchen aufeinander zu. Die eine ist schon mehr als vierzig Jahre alt, die andere wurde erst kürzlich gepflanzt. Bis sie einen Laubengang über den Fußweg bilden, werden die Äste von einem Gerüst gestützt. Die Konstruktion wird dem Wachstum des Baums angepasst, erweitert und Stück für Stück entfernt, wenn die Äste stark genug sind und ohne Stütze auskommen.

Vorbild ist der Laubengang am Ausgang des Staudengrunds. Dort ranken die Äste der um 1880 gepflanzten Süntelbuche an einem massiven Stahlgerüst über den Weg und bilden eine über 30 Meter lange Pergola, die „zu den meist fotografierten Attraktionen des Berggartens“ zählt.

Wandern im Naturpark Sintra-Cascais

Ursprünglich wollten Foe und ich eine Woche lang auf dem Fischerpfad in Portugal wandern. Doch weil uns beide Knie- bzw. Fußverletzungen oder deren Nachwirkungen plagen, haben wir uns für Tageswanderungen entschieden. Dass die Organisation, die die Wanderreise in der Gegend von Sintra eigentlich organisieren sollte, uns keine Unterkunft in Cascais anbieten konnte, war im Nachhinein unser Glück: Foe fand für uns eine Ferienwohnung in Azenhas do Mar – eine sehr gute Alternative.

Azenhas do Mar

Die Landschaft im Naturpark Sintra-Cascais ist ein Traum – und Azenhas do Mar gilt als eines der schönsten Dörfer in Portugal. Die weißen Häuser liegen auf einer Klippe hoch über dem Atlantik. Von unserer Wohnung bis zum kleinen Strand waren es nicht einmal 200 Meter.

Um das Meer zu sehen, mussten wir nur zur Straße direkt vor unserem Haus gehen. Unter der Straße liegt eine Grünanlage mit einem Bach, der am Strand ins Meer mündet. Früher hat er wohl die Wassermühlen betrieben, die dem Ort seinen Namen gaben. Denn Azenhas bedeutet auf Deutsch Wassermühlen.

Der kleine Park endet am Restaurant Azenhas do Mar, in dem man, geschützt hinter Glas sitzend, essen und den Blick aufs Meer genießen kann. Den Sandstrand erreicht man von dort über eine aus den Felsen gehauene Treppe. Gebadet haben wir leider nicht. Denn die Wellen waren ziemlich hoch. Und der Ozeanpool, auf verschiedenen Websites unter anderem als „ein wahres Naturjuwel und eines der Wahrzeichen dieses Küstendorfes“ beschrieben, war und blieb die ganze Woche verschwunden. Das Becken soll laut idealista.pt in den 1950er-Jahren gebaut worden sein und sowohl vom Bach als auch bei Flut vom Atlantik gespeist werden. Das Wasser ist also garantiert immer frisch.

Wir haben allerdings nur einen Teil der Mauer gesehen, obwohl wir bei verschiedenen Gezeiten – bei Ebbe und Flut, bei Hoch-, Niedrigwasser und dazwischen – am Strand waren. Ob der Rest unterm Sand vergraben war und erst im Sommer freigelegt wird oder ob das Meer die übrigen Mauerteile verschlungen hat, weiß ich nicht. Immer, wenn ich am Strand saß, musste ich an die Zeile aus Theodor Fontanes Gedicht „Die Brücke am Tay“ denken: „Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand“.*

Im Atlantik geschwommen sind wir also nicht, dafür aber viel gewandert: Fast immer direkt am Meer entlang, auf schönen, teilweise recht anspruchsvollen, weil steinigen und steilen Wanderwegen mit oft atemberaubende Ausblicken. An den beiden ersten Tagen sind wir von Azenhas losgewandert, an den anderen Tagen sind wir mit dem Bus losgefahren, um neue Wege zu entdecken.

Busfahren war ein Abenteuer für sich: An den meisten Bushaltestellen gibt es keine Fahrpläne. Die Busse fuhren zwar häufig, aber eben nicht immer dann, wenn sie im Internet angekündigt waren. Mal kamen sie später, manchmal fuhren sie aber auch früher los. Wer das nicht einkalkuliert und pünktlich auf die Minute kommt, kann Pech haben – und muss auf den nächsten Bus warten. Wir haben unsere Ziele (Sintra, Almoçageme, Cabo da Roca oder Praia do Magoito) trotzdem immer erreicht und sind auch wieder gut nach Hause gekommen.

Cabo da Roca

Besonders gut gefallen haben mir die Wanderungen von Azenhas bzw. Praia do Magoito Richtung Norden und von Almoçageme zum Cabo da Roca. Unterwegs sind uns kaum Menschen begegnet – so haben wir in zweieinhalb Stunden auf dem Weg zum Cabo da Roca nur zwei Frauen getroffen. Dafür herrschte am Cabo selbst Hochbetrieb. Das Felsenkap ist der westlichste Punkt auf dem europäischen Festland. Um ein Foto vor der Säule mit einem entsprechenden Hinweisschild zu machen oder sich im Tourismusbüro eine Urkunde ausstellen lassen, die den Besuch am Cabo da Roca bescheinigt, standen die BesucherInnen aus aller Welt Schlange.

Der Leuchtturm, das Wahrzeichen des Kaps, thront auf einem 140 m hohen Felsen und ist 22 Meter hoch. Heute ist sein Licht ist 48 Kilometer weit zu sehen, der Leuchtturm selbst ist abgesperrt und kann nicht besichtigt werden.

Sintra

Viel los war auch in Sintra: Die alte Maurenstadt gehört laut Website Portugal360.de zum portugiesischen UNESCO-Welterbe und war viele Jahrhunderte die Sommersitz der portugiesischen Könige. In dem zwischen Lissabon und Azenhas do Mar gelegenen Städtchen finden sich laut Website einige der schönsten Sehenswürdigkeiten Portugals, unter anderem der Palácio Nacional da Pena, der Paco Real oder Palácio Nacional de Sintra,  die maurische Burgruine Castelo dos Mouros und natürlich die Quinta da Regaleira.

Das Anwesen am Rande der historischen Altstadt stand schon lange auf Foes To-visit-Liste. Es wurde zwischen 1904 und 1910 nach Entwürfen und Vorstellungen seines Besitzer António Augusto Carvalho Monteiro erbaut. Der steinreiche Unternehmer, fasziniert von Freimaurern, Tempelrittern und Rosenkreuzern, errichtete mithilfe des italienischen Architekten Luigi Manini „einen Ort, der seine Leidenschaften und philosophischen Überzeugungen widerspiegelte“. Entsprechende Symbole und Hinweise kann man überall auf dem Anwesen entdecken, wenn man sie denn (er)kennt.

Der fünfstöckige Palast sieht aus wie ein Märchenschloss. Die Fassade vereint neomanuelinische, neogotische und Renaissance-Elemente; die Räume sind mit kunstvollen Fresken, ebenso kunstvollen Holzdecken und bunten Glasfenstern ausgestattet. Highlight ist aber der Park mit Seen, Grotten, Brunnen, Brücken und unterirdischen Tunnelsystemen.

Tunnel und dunkle Höhlen sind nicht so mein Ding. Aber natürlich sind wir in den berühmten Initiationsbrunnen (Poço Iniciàtico) hinabgestiegen. Der ähnelt einem umgedrehten Turm und gilt als das „wahre Herz der Quinta da Regaleira“. Vor seinem Eingang bildeten sich bald lange Schlangen. Doch weil wir vom Eingang sofort zum Brunnen gegangen waren, kamen wir ohne Wartezeit hinein.

Eine Wendeltreppe führt 27 Meter oder neun Plattformen tief hinab. Die Zahl neun soll eine Anspielung auf die neun Kreise der Hölle aus Dantes “Inferno”. In den Mosaikboden am Fuß des Brunnens ist das persönliche Wappen António Carvalho Monteiros eingelegt: ein achtzackiger Stern mit einem großen Templerkreuz. Unterirdische Gänge führen von dort wieder ins Freie, zu einem kleinen See mit Wasserfall.

Nach dem Besuch der Quinta trennten sich unsere Wege: Foe wanderte zur Maurenburg, ich fuhr mit dem Bus in die historische Altstadt mit verwinkelten Gassen, bunten Häusern und dem beeindruckenden Nationalpalast (Palácio Nacional de Sintra). Der war vom 14. bis zum 20. Jahrhundert königliche Sommerresidenz. Die markanten, konischen Küchenschornsteine, heute ein Wahrzeichen von Sintra, wurden allerdings erst nach dem Erdbeben von 1755 errichtet, das Teile des Palasts zerstörte. 

Diesmal war ich nur im kleinen Garten des Palasts und habe von dort die Maurenburg fotografiert. Beim nächsten Besuch in Sintra möchte ich auch den Palast besichtigen. Den Park des Palacio da Pena werde ich mir ebenfalls ansehen. Auf dem Gelände, das einst so kahl wie eine Mondlandschaft gewesen sein soll, wachsen heute neben einheimischen auch exotische Pflanzen wie tasmanische Baumfarne, Azaleen aus Japan oder kalifornische Mammutbäume. Viele Wanderwege führen durch den Park, einer auch zum Cruz Alta: Von dem mit 528 Metern höchsten Punkt soll man einen herrlichen Blick über die Serra und bis zum Atlantik. Vielleicht entdecke ich dann aus der Ferne auch Azenhas do Mar.

*Das ganze Gedicht von Theodor Fontane und Erläuterungen dazu finden Interessierte unter https://www.deutschland-lese.de/streifzuege/balladen/die-bruecke-am-tay/

Der Berggarten im April

Eigentlich wusste ich es ja, aber um sicher zu gehen, habe ich doch einmal beim Subtropenhof vorbeigeschaut: Wie erwartet war er noch immer kahl und (pflanzen)leer. Denn die exotischen Kübelpflanzen, die den Hof im Sommer in eine blühende Oase verwandeln, vertragen keine Kälte. Weil die Temperaturen derzeit nachts oft gen Null sinken, müssen sie noch in ihren Winterquartieren bleiben. Erst wenn die Eisheiligen Mitte Mai durchs Land gezogen sind, dürfen sie nach draußen.

Die Orchideen leben das ganze Jahr über unterm schützenden Glas des Orchideenschauhauses. Etwa 300 bis 800 Pflanzen sind jeweils dort zu bewundern. Doch sie sind nur ein kleiner Teil der Sammlung, die mit rund 25.000 Orchideen zu den größten Orchideensammlungen der Welt gehört. Etwa 3.000 Arten werden in den Sammlungshäusern kultiviert – darunter viele, die in der Natur selten oder schon ausgestorben sind.

Zweimal wöchentlich werden verblühte Pflanzen gegen andere ausgetauscht. Und so bietet sich mir jedes Mal, wenn ich das Orchideenhaus besuche, ein anderes Bild. Zurzeit dominiert die Farbe Gelb – nicht nur bei den Orchideen.

Hinter so viel Blütenpracht möchten die Pflanzen draußen nicht zurückstehen. Zwar sind Magnolien und die meisten japanischen Zierkirschen schon verblüht, dafür präsentiert sich Blumengang direkt daneben mit Tulpen, Narzissen und anderen Frühblühern so schön wie selten. Besonders gut gefallen haben mir die gelben Weinbergs-Tulpen, die ich bislang gar nicht kannte und im Berggarten noch nie bemerkt habe.

Laut Wikipedia sind Weinbergs-Tulpen wilde Tulpen, die einzige in Deutschland wild vorkommende Tulpenart. Sie gilt als stark gefährdet und ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Ich hoffe allerdings, dass ich vielleicht demnächst auf der Landesgartenschau in Bad Nenndorf oder im Herbst im Shop der Herrenhäuser Gärten ein paar Zwiebeln kaufen kann.

Im Staudengarten haben die ersten Strauch-Pfingstrosen die Pfingstrosensaison eröffnet. Noch wagen sich erst wenige Blüten hervor.

Nebenan im Rhododendronhain blühen die Büsche dagegen schon in den verschiedensten Farben – von strahlend Weiß bis dunkel Violett.

Der Staudengrund ist seit meinem letzten Besuch Anfang April kaum wiederzuerkennen. An den Ufern des künstlichen Bachlaufs wuchern die Pflanzen so üppig, dass das Wasser fast völlig unter ihnen verschwindet.

Am Ende des Staudengrunds stehen drei verschiedene Buchen einträchtig nebeneinander: die Süntelbuche, deren Blätterdach im Sommer fast 1.000 Quadratmeter überdeckt, die Blutbuche mit ihren dunkelroten Blättern und die Hängebuche. Nachdem im August 2024 ein Großteil der Krone der Hängebuche herausgebrochen ist, wurden Äste und Zweige weiß angestrichen. Der Anstrich soll die Sonnenstrahlen reflektieren und den Stamm vor Erhitzung, temperaturbedingten Spannungsrissen und Sonnenbrand schützen. So bleiben die Buche und das wohl einzigartige Buchenensemble hoffentlich noch lange erhalten.

Monatsrückblog März 2026

Ja, ich bin mal wieder spät dran. Denn ich habe lange überlegt, ob ich wirklich einen Rückblick für einen Monat schreiben soll, in dem ich wenig unternommen habe. Doch nachdem ich das Plädoyer von Uli Pauer für das Blogformat „12 von 12″ gelesen habe, habe ich entschieden, die noch kleine Serie der Monatsrückblogs fortzusetzen. Denn die Gründe, die sie in ihrem Blogbeitrag für „12 von 12“ nennt, gelten auch für den Monatsrückblick: Er ist eine gute Gelegenheit innezuhalten, zu reflektieren und auch in eher ereignislosen Monaten Besonderes zu entdecken.

Ab nach draußen

Apropos entdecken: Ich lebe schon seit fast vierzig Jahre in Hannover: den Hermann Löns Park in Kleefeld habe ich erst jetzt entdeckt. Dabei liegt er direkt an einer Straßenbahnhaltestelle, ist also mit Öffis gut zu erreichen, hat einen Teich, der wie eine kleine Seenlandschaft wirkt, und viele alte Bäume. Als der Park in den 1930er-Jahren angelegt wurde, wurden nur standorttypische Bäume und Sträucher wie Stieleichen, Linden, Hainbuchen, Weiden, Birken, Haselnuss, Holunder und Traubenkirschen gepflanzt. Auf „fremdländische Pflanzen“ wurde allerdings nicht, allerdings nicht aus ökologischen, sondern aus ideologischen Gründen verzichtet. „Der Park geriet zur ideologiekonformen Grünanlage“, heißt es bei Wikipedia.

Mir gefällt der Park trotzdem, ebenso wie die Schrebergartenkolonie an seiner Nordseite. DieKleingartenanlage Annateich“, so ihr offizieller Name, entstand zur gleichen Zeit wie der dem Park. Alle Gärten, rund 200, erhielten damals eine Holzlaube und mindestens einen Apfelbaum. Die meisten Holzlauben wurden inzwischen durch neue ersetzt. Dagegen stehen wohl viele der alten Apfelbäume der Sorte „Ontario“ noch heute in den Gärten. Ein Grund, Park und Schrebergartenkolonie wieder zu besuchen, wenn sie blühen.

Natürlich war ich auch wieder in den Herrenhäuser Gärten . Und natürlich haben wir – mein Mann und ich – ziemlich viel Zeit in unserem Garten verbracht. Der ist zwar nicht sehr groß, aber gerade jetzt im Frühjahr ist viel zu tun. Und irgendwie ist es mit der Garten- wie mit der Hausarbeit: Man wird nie wirklich fertig.

Immer am Wasser lang

Zur Märzbecherblüte nach Hameln habe ich es auch in diesem Jahr leider wieder nicht geschafft. Und ich habe im März auch noch keine längere Wanderung unternommen. Das lag sicher auch daran, dass mich seit Anfang des Monats eine Verletzung am Bein/an der Hüfte plagt. Der Spaziergang durch die Leinemasch war weder besonders lang noch besonders anspruchsvoll.  Aber er führte fast immer am Wasser entlang und endete mit einem kurzen Abstecher ins Landesmuseum. Allerdings nicht in die Kunst-, sondern in die Wasserwelt. Dort leben in großen Aquarien laut Website des Museums über 200 verschiedene Wassertierarten aus unterschiedlichen Lebensräumen, aus Kalt- oder Warmwasser, Süß- oder Salzwasser.

Aber eigentlich besuche ich die Wasserwelten nicht wegen der Fische, Ich mag die besondere Atmosphäre und die Ruhe in dem abgedunkelten Raum mit der blauen Wandverkleidung und der wellenförmigen Decke. Ein wenig fühlt man sich dort wie in einer Unterwasserwelt.

Besonders lange saß ich diesmal vor dem Becken mit einem einsamen Heterochromis multidens. Der afrikanische Buntbarsch, der im mittleren Kongobecken zu Hause ist, sah mit seinen herunterhängenden Mundwinkeln ziemlich traurig aus. Ob er seine Heimat und seine Artgenossen vermisst? Oder ob er nur ungehalten über die Besucherin war, die vor seinem Becken saß und ihn so neugierig anschaute.

Neue Museumscard

Mit dem Kurzbesuch im Landesmuseum habe ich meine neue Museumscard eingeweiht. Dass sie nur in neun Museen in Hannover und in zwei Museen in Hildesheim gilt, habe ich schon mehrmals beklagt. Trotzdem möchte ich die Karte nicht missen. Denn sie ermöglicht es mir, nur kurz in ein Museum zu gehen, um mir ein paar Bilder, einen kleinen Teil einer Ausstellung oder, wie nach der Wanderung durch die Leinemasch, die Fische anzusehen. Müsste ich jedes Mal Eintritt zahlen, würde ich das gewiss nicht tun. Bei meinem Besuch im Wilhelm Busch Museum habe ich Katharina Greves Prinzessin Petronia kennengelernt. Ihretwegen habe ich dann auch Antoine de Saint-Exupérys Buch über ihren berühmten, wenn auch namenlosen Cousin, den kleinen Prinzen, noch einmal gelesen.

Foto: Wilhelm Busch Museum/Katharina Greve

Schreiben

Im Februar habe ich am Schreibmonat der Textmanufaktur teilgenommen und jeden Tag an meinem Roman gearbeitet. Im März ist mir das leider nicht gelungen. Immerhin habe ich sieben Blogbeiträge geschrieben und veröffentlicht. Sie und andere Texte sind teilweise bei den Schreibdates mit Denise Fritsch und Sabine E. Rasch entstanden. Denn mit anderen zu schreiben, motiviert mich immer wieder. Deshalb habe ich auch an dem Online-Schreibtreff der Textmanufaktur zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche teilgenommen. Dass ich das gemeinsame Schreiben wegen einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der Nationalsozialisten unterbrochen habe, war nicht geplant. Aber manchmal muss man eben andere Prioritäten setzen

Nie wieder ist jetzt

In der Karwoche 1945, kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs, ermordeten SS-Leute in Burgwedel 20 Menschen. An diese und andere Verbrechen der Nazis und an das Leid der Opfer zu erinnern, ist zurzeit wichtiger denn je. Wenn immer mehr Menschen die AfD wählen und Antisemitismus, Rassismus und rechtsextreme Gedanken wieder salonfähig sind, genügt es nicht, gegen rechts zu sein, frau muss es auch zeigen.

Deshalb habe ich auch an der ersten Prüfdemo in Hannover teilgenommen. Die Aktion PRÜF fordert, dass „alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, … durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden“ sollen. Laut Artikel 21 Abs. 4 GG entscheidet nur das Bundesverfassungsgericht, ob eine Partei verfassungswidrig ist.

Ich zweifle nicht daran, dass Einschätzung der AfD durch den Verfassungsschutz stimmt und dass die Partei eine Gefahr für die Demokratie und die freiheitlich demokratische Grundordnung ist. Aber die Hürden für ein Parteiverbot sind sehr hoch. Zwei Versuche, die NPD verbieten, scheiterten 2003 und 2017 vor dem Bundesverfassungsgericht. Und im Februar dieses Jahres entschied das Verwaltungsgericht Köln in einem Eilverfahren, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD vorerst nicht als „gesichert rechtsextremistisch“ einstufen und behandeln darf.  Entscheidet das Bundesverfassungsgericht gegen ein AfD-Verbot, wird die Partei das als „Persilschein“ für ihre Propaganda nutzen – und viele werden es glauben. Denn auch wenn die Erkenntnis, dass die menschliche Dummheit (wie das Universum) unendlich ist, wahrscheinlich nicht von Albert Einstein stammt, stimmt sie wohl leider. 

Immer an der Leine lang

Nirgendwo kann ich so gut entspannen wie am Wasser – am Meer, an einem See oder auch an einem Fluss. Und je älter ich werde, desto mehr vermisse ich den Blick aufs Wasser. Das liegt vielleicht daran, dass ich an einem Fluss geboren bin und die ersten 30 Jahre meines Lebens immer an Flüssen gelebt habe. An der Mosel, am Rhein, an der Lahn, dann wieder am Rhein und an der Mosel. Das prägt.

Am neuen Pöttcherteich in Großburgwedel

In der Leinemasch

Im Alltag begnüge ich mich meist damit, zum neuen Pöttcherteich zu gehen, um meine Sehnsucht zu stillen. Gestern, am Weltwassertag, bin ich von einem Vorort durch die Leinemasch bis zum Maschsee und Maschteich im Zentrum Hannovers gewandert. Eine gute Entscheidung: Viel Wasser, viel Natur – und trotz Sonne und Sonntag vergleichsweise wenige Menschen. Erst in der Nähe des Maschsees war dann mehr los.

Die Wege durch das Naherholungs- und Naturschutzgebiet führen fast immer am Wasser entlang: an den weitgehend naturbelassenen Ufern der Leine und der Alten Leine und an zahlreichen Seen und Teichen. Die meisten sind in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts durch Ton-, Sand- und Kiesabbau entstanden. Heute darf in vielen geschwommen und geangelt werden.

Die Auenwälder von einst sind zwar fast verschwunden, aber die Leinemasch ist Lebensraum zahlreicher geschützter und seltener Pflanzen- und Tierarten. So leben hier beispielsweise Weißstörche und Biber. Drei Störche habe ich gesehen, die scheuen Biber dagegen nicht. Aber ich habe die Spuren entdeckt, die sie an einigen Bäumen am Leineufer hinterlassen haben.  

Maschsee

Die Leinemasch beginnt – oder endet – an Hannovers größtem Gewässer, der ihr seine Entstehung und seinen Namen verdankt: dem Maschsee. Laut Wikipedia wurde schon im 19. Jahrhundert über die Anlage eines Sees nachgedacht, um Überschwemmungen durch Leine und Ihme im Stadtgebiet zu vermeiden. Umgesetzt wurde die Idee allerdings erst seit 1934. Die Nationalsozialisten wollten mit dem Seeprojekt die Arbeitslosenzahlen verringern. Zeitweise arbeiteten 1650 Menschen schlecht bezahlt am Seebecken und hoben rund 780.000 m³ Boden aus. Eingeweiht wurde der Maschsee dann im Mai 1936.

Maschteich

Meine Wanderung am Wasser endete am idyllischen Maschteich. Der liegt nur einen Steinwurf vom viel größeren Maschsee entfernt im Maschpark, dem ersten kommunalen Park in Hannover. Der Maschpark wurde Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt, als das Neue Rathaus gebaut wurde – quasi als Rathauspark. Wohl deshalb wurden bei der Anlage weder Kosten noch Mühen gescheut: So erhielt der Maschteich eine künstliche Felseninsel aus Tuffsteinblöcken und eine Seerosenbucht, die bis heute erhalten sind.

Fortsetzung folgt

Bis die Seerosen dort blühen, wird es noch ein paar Wochen dauern. Ich werde meine Wanderung durch die Leinemasch sicher früher fortsetzen. Beim nächsten Mal steige ich an der gleich U-Bahn-Haltestelle in Döhren aus und wandere dann gen Süden. Denn die Fluss- und Seenlandschaft geht über die Grenzen Hannovers hinaus bis nach Nordstemmen im Landkreis Hildesheim. Und vielleicht steige ich in Sarstedt aufs Fahrrad um und fahre von dort an der Innerste, einem Nebenfluss der Leine, entlang bis nach Hildesheim …

Bericht aus Garten und Wintergarten

Draußen im Garten grünt und blüht es, derzeit noch vorwiegend in Blau/Violett. Überall auf den Beeten sprießen jetzt die Scillas, ebenso Traubenhyazinthen und Hyazinthen. Und die Blaukissen werden immer mehr zum dichten Kissen, das sich an den Wintergarten schmiegt.

Für gelbe Farbkleckse im Garten sorgen die Narzissen, Forsythien und die kriechende Mahonie, die sich ungefragt überall im Garten ausbreitet. Am Teich ist meine einzige Primel wieder aufgetaucht, von meinen Veilchen ist dagegen noch nichts zu sehen. Die Zeit der Krokusse ist dagegen vorbei, Wind und Regen der letzten Tage haben ihnen wohl den Rest gegeben.

Drinnen im Wintergarten geht dem Osterkaktus allmählich die Kraft aus. Kein Wunder: Er hat, seinem Namen zum Trotz, schon seit Weihnachten geblüht. Bei seinen beiden Geschwistern zeigen sich dagegen jetzt kleine rote Knospen. Ob sie rechtzeitig zu Ostern aufgehen, wird sich zeigen. Denn sie sind beide schon fast ein halbes Jahrhundert alt.

Keine Ermüdungserscheinungen zeigt die Strelitzie. Die ersten Blüten sind inzwischen verblüht, aber ihre Nachfolgerinnen schauen wie bunte Vogelköpfe zwischen den Blättern hervor und ziehen die Blicke auf sich.  

Weiß-lila blüht die Felsenorchidee, die ein Schulfreund meines Mannes mir im letzten April geschenkt hat. Nachdem ich seinem Rat befolgt habe und der Dendrobium Kingianum Angfang Februar eine Portion Blumendünger spendiert habe, zeigten sich schnell kleine, halbmondförmige Knospen. Auch auf Nachwuchs kann ich hoffen: Denn die Verdickung an einem Stiel ist ein „Kindel“, also ein Ableger: Da er inzwischen drei eigene Blätter und auch zwei gut ausgebildete Wurzeln hat, kann ich ihn demnächst abtrennen und einpflanzen.

Von der Orchidee, die in meinem Arbeitszimmer steht, kenne ich nicht einmal den Namen, obwohl sie seit dem 1. August 2019 bei mir lebt. Ich hatte sie meiner Mutter ein paar Wochen vor ihrem Tod geschenkt, weil sie Orchideen liebte. Nachdem meine Mutter gestorben war, mochte ich die Pflanze nicht in dem Heim in Norderstedt zurücklassen. Ich nahm sie mit nach Hause und obwohl sie in einem jämmerlichen Zustand war, überlebte sie und blühte seither regelmäßig.

In diesem Jahr ließ sie mich allerdings lange warten. Erst vor etwa einer Woche öffneten sich die Knospen und sie fing an zu blühen – etwa zeitgleich mit ihrer entfernten Verwandten, der Felsenorchidee. Es war, als hätten sie sich abgesprochen. Dabei kannten sie sich nicht und sind sich auch nie begegnet. Die lebt nämlich unterm Dach, die andere ebenerdig im Wintergarten. Aber vielleicht gibt es sie doch, eine geheime Verbindung zwischen den Pflanzen.

Der Berggarten im März

Eigentlich wollte ich diese Woche ja nach Hameln fahren. Am Rand der Stadt im Naturschutzgebiet Schweineberg blühen derzeit tausende Märzbecher. 1,5 Kilometer lang und 100 bis 200 Meter breit ist der Blumenteppich und damit laut Website der Stadt Hameln „das wahrscheinlich größte Vorkommen des Frühblühers in Norddeutschland.“

Die Märzbecherblüte steht schon lange auf meiner To-see-Liste. Allerdings ist der Schweineberg mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht besonders gut zu erreichen: Die Anreise dauert von Burgwedel aus mehr als zweieinhalb Stunden – wenn ich alle Anschlüsse wie geplant erreiche. Und da mich derzeit eine Verletzung am Bein plagt, habe ich umgeplant: Herrrenhäuser Gärten statt Schweineberg.

Von Frühblühern …

Seit ich vor zwei Wochen im Berggarten war, ist er im wahrsten Sinne des Wortes aufgeblüht . Vor dem Eingang empfängt kein roter, sondern ein gelber Teppich aus Narzissen die Besucher. Im Berggarten bestimmen noch Frühblüher wie Schneeglöckchen, Krokusse, blaue und weiße Scilla, Winterlinge und Lenzrosen das Bild.

Doch schon bald werden andere Pflanzen die Blicke auf sich ziehen, die japanischen Zierkirschen und die Magnolienbäume im Irisgarten zum Beispiel, oder – ab April – die ersten Strauchpfingstrosen im Präriegarten und einige Rhododendren im Rhododendronhain.

Die Schneeforsythie und die Zaubernuss im Staudengrund blühen schon; bis ihre Nachbarin, die Süntelbuche, Blätter bekommt, wird es noch einige Wochen dauern. Mir ist es recht. Denn „nackt“ zeigt mein Lieblingsbaum seine ganze Schönheit. Doch was mir gefällt, war vielen Menschen früher unheimlich: Wegen ihres bizarren Aussehens waren Süntelbuchen als Gespenster-, Hexen- oder Teufelsbäume verschrieen. Weil sich die oft sehr kurzen, miteinander verwachsenen Äste und Stämme außerdem weder als Bauholz noch als Brennholz eigneten, wurden fast alle Bäume in ihrer Heimat, dem Süntel, abgeholzt. In dem Bergzug südwestlich von Hannover gab es bis Mitte des 19. Jahrhunderts den  größten Süntelbuchenbestand Europas. Heute findet man die seltene Rotbuchenart in Deutschland fast nur noch in Parks und in Botanischen Gärten.

Die Süntelbuche im Berggarten wurde um 1880 gepflanzt und gehört damit wahrscheinlich zu den ältesten ihrer Art. Weil Süntelbuchen nämlich eher in die Breite wachsen als in die Höhe, brechen sie oft auseinander und werden durchschnittlich nur  120 bis 160 Jahre alt . Dieses Alter hat der Baum im Berggarten schon erreicht; trotzdem ist mir um ihn nicht bang. Denn ein Gerüst stützt die Äste, die auf die andere Seite des Fußwegs wachsen. 33 Meter lang ist die Pergola, die im Sommer zum Laubengang wird und laut Website der Herrenhäuser Gärten „zu den meist fotografierten Attraktionen des Berggartens“ zählt.

Übrigens: Märzbecher habe ich im Berggarten auch gesehen. Natürlich längst nicht so viele wie am Schweineberg, aber immerhin. Und Buschwindröschen und Leberblümchen gab es ganz in der Nähe als Zugabe.

Monatsrückblog Februar 2026

Eins zwei drei im Sauseschritt … Jetzt ist auch der zweite Monat des Jahres vorbei – und hoffentlich auch der Winter. Die Tage sind zum Glück schon deutlich länger: Zwar ist es morgens, wenn ich aufwache, meist noch nicht hell, aber im Osten ist meist schon ein heller Streifen am Horizont zu sehen.

Ab in den Garten

Am 1. März hat der meteorologische Frühling begonnen, und das Wetter hat sich diesmal nach dem Zeitplan der Meteorologen gerichtet. Der Dauerregen hörte aus, es wurde in der letzten Februarwoche frühlingshaft. Obwohl wir nur einen relativ kleinen Garten haben, war daher Gartenarbeit angesagt. Und auch mein Projekt Herrenhäuser Gärten konnte starten, wenn auch mit einmonatiger Verspätung. Ein Jahr lang möchte ich jeden Monat einen Beitrag über die Herrenhäuser Gärten, vor allem über den Berggarten, posten.

Schreibmonat Februar

Weil ich gerne gemeinsam mit anderen schreibe, habe ich mich für den Schreibmonat Februar der Textmanufaktur angemeldet: Fünf dreistündige Cowritings „zum gemeinsamen Schreiben und zum Austausch“ und ein ambitioniertes Ziel für die TeilnehmerInnen: „Drei Seiten am Tag, 21 pro Woche, 84 im Monat (gern mehr) … Egal, ob es … der liegengebliebene Roman … oder Gedanken, die dir seit Ewigkeiten im Kopf herumschwirren und endlich aufs Papier wollen“ .

Weil ich eine Langsamschreiberin bin und es neben der Geschichte, die ich vor Jahren begonnen habe und die in diesem Jahr endlich zu Ende bringen will, noch andere Ideen und Projekte gibt, habe ich mir eigene Schreibziele gesetzt:

  • jeden Tag an meiner Geschichte arbeiten, das sind mindestens 300 Worte (eine Seite) täglich,  wenn möglich mehr
  • jeden Tag ein Haiku oder ein Elfchen. Denn zum kürzesten Monat des Jahres passen kurze Gedichte
  • mindestens sechs Blogbeiträge posten
  • ein Schreibjournal und ein Naturejournal führen

Die Bilanz am Ende des Monats: Ich habe – alle Schreibprojekte zusammengenommen –32415 Wörter geschrieben, also sogar fast vier Seiten täglich. Das ist mehr, als ich erwartet habe. Mein Roman ist (leider nur) um eine Seite, also um 300 Worte, täglich gewachsen. Statt der angestrebten sechs waren es nur fünf Blogbeiträge und statt 28 kurzer Gedichte nur 20. Immerhin. Mein Arbeitsjournal habe ich fast täglich geführt, mein Naturejournal zugegebener nur gelegentlich. Aber wenn es wärmer wird, bin ich sicher öfter draußen und schreibe dann auch häufiger im Garten oder in der Natur.

Reisen

Manchmal ist es gut, zurückzublicken. Gefühlt habe ich den Februar ganz in Burgwedel und Hannover verbracht. Dass ich zweimal in den Harz gefahren bin, hatte ich schon vergessen. Gewandert bin ich dort im Februar allerdings nicht. Mal war meine Wanderpartnerin, mal war ich nicht fit. Aber es geht wieder voran. Und so haben wir für Anfang Mai einen gemeinsamen Wanderurlaub gebucht. Wir werden allerdings – anders als geplant – nicht die berühmte Rota Vicentina, sondern den Naturpark Sintra-Cascais erwandern. Ich bin sehr gespannt.

Wieder kurze Haare

Soll ich oder soll ich nicht? Seit anderthalb Jahren habe ich meine Haare wachsen lassen, weil ich keine Lust hatte, regelmäßig zum Friseur zu gehen. Zum Schluss waren die Haare fast schulterlang. Jetzt habe ich sie wieder kurz schneiden lassen. „Das sind viel mehr sie selbst“, sagte die Friseurin zu mir, die mir die Haare schneidet, seit ich nicht mehr in Neumagen zu meiner Stammfriseurin gehen kann. Und ich finde, sie hat recht. Außerdem sind kurze Haare viel praktischer, wenn ich wieder häufiger schwimmen gehe. Der Sommer kann also kommen.

Frühjahrsputz im Garten

In der Woche vor dem meteorologischen Frühlingsanfang zeigte sich das Wetter endlich frühlingshaft. Höchste Zeit, die Gartensaison zu eröffnen. Denn zum Schutz der Vögel dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz Bäume, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze ab 1. März nicht mehr (radikal) geschnitten oder gar beseitigt werden. Und unsere Beete mussten dringend von den vom wochenlangen Regen zermatschten Blättern des letzten Jahres befreit werden.

Unter dicken Laubschichten haben wir ein paar Winterlinge freigelegt. Es sind zwar nur wenige, trotzdem war ich glücklich, sie zu sehen. Denn sie erinnern mich an zwei Freundinnen und eine gute Bekannte, die in den letzten Jahren gestorben sind. Eine hat mir kurz vor ihrem Tod ein paar Winterlinge geschenkt. Bis sie einen gelben Teppich bilden wie in ihrem Garten, werden wohl noch Jahre vergehen. Aber ich hoffe, dass sie sich irgendwann genauso ausbreiten wie die Scillas.

Auch die Blausternchen haben meine Geduld auf eine lange Probe gestellt. Auf unserem Nachbargrundstück blühten nämlich jedes Jahr hunderte, auf unserem kein einziges. Es war, als gäbe es eine unsichtbare Grenze. Als das Haus abgerissen wurde, habe ich einige Zwiebeln ausgegraben. Aber erst nach zwei oder drei Jahren breiteten sie sich in unserem Garten aus. Und auch in diesem Jahr lassen die Blüten noch auf sich warten, ebenso wie Hyazinthen und Traubenhyazinthen.

Die Krokusse blühen schon. Bei uns im Garten fühlen sich vor allem die Elfenkrokusse mit ihren zartlila Blättern. Sie vermehren sich von selbst und sprießen überall  – auf den Beeten und auf dem Rasen, wo sie nach Meinung meines Mannes eigentlich nichts zu suchen haben. Auch immer mehr Blaukissen-Blüten wagen sich hervor. Bis sie aber ein lila Kissen bilden, werden wohl noch einige Tage vergehen. Den Lesezwerg stört’s nicht; er ist so in sein Buch vertieft.

Das Hochbeet meines Mannes hat den Winter nicht überlebt. Es ist auseinandergebrochen und nicht mehr zu reparieren. Denn obwohl das Holzgestell mit Folie bzw. Vlies ausgekleidet war, waren die Bretter total morsch. Wenn wir sie nächste Woche in den Nachbarort zum Sperrmüll bringen, kaufen wir im Baumarkt ein neues Hochbeet. Beim Befüllen kommen dann die abgeschnittenen Zweige und ein Teil des Laubs zum Einsatz, die beim Frühjahrsputz angefallen sind. So schließt sich der Kreis