Ich lese viel und hatte in verschiedenen Phasen meines Lebens verschiedene LieblingsautorInnen – es waren fast immer Frauen, obwohl in meiner Schul- und Studienzeit Autoren meist männlich waren (doch das ist ein anderes Thema). Als Kind habe ich die Bücher von Enid Blyton verschlungen, später, als Erwachsene, standen u. a. die Bücher von Simone de Beauvoir, Max Frisch, Anja Meulenbelt, Marianne Frederiksen, Rebecca Solnit oder Siri Hustvedt ganz oben auf meiner Leseliste. Aber als ich Melanie Hafners Aufruf zur Blogparade „Welches Buch hat dein Leben verändert?“ las, wusste ich sofort, über welches Buch ich schreiben wollte: Über „Das Tagebuch der Anne Frank“*. Denn es hat mein Leben, mein Lesen und mein Schreiben so beeinflusst wie kein anderes. „Wenn ich, wie die Buchmenschen in Ray Bradburys Roman Fahrenheit 451, ein Buch auswendig lernen müsste, um es in meinem Kopf vor der Vernichtung zu retten, wäre es das Tagebuch der Anne Frank“, habe ich vor fünf Jahren in einem Blogbeitrag geschrieben. Daran hat sich nichts geändert.
Das Tagebuch der Anne Frank
Vorstellen muss ich dieses Buch sicher nicht: Das Tagebuch des jüdischen Mädchens, das mit seinen Eltern aus Nazi-Deutschland fliehen musste, sich fast zwei Jahre lang mit seinen Eltern und seiner Schwester in einem Hinterhaus in Amsterdam versteckte, verraten und ermordet wurde, gehört zu den meistgelesenen Büchern. Es wurde in rund 80 Sprachen übersetzt und 2009 von der UNESCO in das Weltdokumentenerbe aufgenommen.
Ich habe das Taschenbuch vor mehr als einem halben Jahrhundert gekauft und es hat mich seither begleitet. Inzwischen stehen auch mehrere neuere, sicher textkritischere Ausgaben in meinem Bücherregal. Aber das Buch aus dem Jahr 1972 ist mir immer noch das liebste: Wir sind gemeinsam alt geworden, die Blätter sind schon vergilbt, einige lösen sich bereits.
Mit 16 habe ich das Tagebuch zum ersten Mal gelesen und lese seither immer wieder darin. Anne Frank war erst 15, als sie 1945 im Konzentrationslager Bergen Belsen an Typhus und Entkräftung starb. Aber ihr Buch lebt weiter – und hat sicher nicht nur meine (politische) Einstellung beeinflusst.
Nachdem ich Anne Franks Tagebuch gelesen habe, fing ich selbst an, Tagebuch zu schreiben – und habe nie wieder damit aufgehört. Inzwischen stehen weit über 100 Tagebücher in meinen Regalen. Neben den analogen Tagebüchern gibt es inzwischen auch digitale.
Die Stadt der Tagebücher
Ich schreibe nicht nur Tagebuch, ich lese auch gerne die Tagebücher anderer Menschen. Meine Begeisterung für Tagebücher hat mich 2023 nach Pieve Santo Stefano geführt. Die kleine Stadt am Tiber stand auf meiner To-visit-Liste, seit ich Barbara Bronnens Buch „Die Stadt der Tagebücher“ gelesen habe.
So schön wie andere Orte in der Toskana ist die kleine Stadt am Tiber nicht. Denn Pieve Santo Stefano wurde im Zweiten Weltkrieg von deutschen Soldaten fast völlig zerstört. Doch Anfang der 80er-Jahre hat der italienische Journalist Saverio Tutino dort das nationale Tagebucharchiv (Archivio Diaristico Nazionale) initiiert, in dem inzwischen mehrere tausend Tagebücher und andere zeitgeschichtliche Dokumente aufbewahrt werden.
Für einen Besuch im Tagebucharchiv reichten meine Italienischkenntnisse leider nicht aus. Aber in dem kleinen Tagebuchmuseum, dem piccolo museo del diario, konnte ich mir Auszüge aus den dort gesammelten Tagebüchern ansehen und auf Englisch anhören. Besonders beeindruckt hat mich das Schicksal von Orlando Orlandi Posti. Der 17-Jährige wurde Anfang Februar 1944 in Rom von der SS verhaftet und am 24. März 1944 mit 334 anderen Menschen in den Fosse Ardeatine von deutschen Soldaten ermordet. Die Briefe, die er im Gefängnis an seine Mutter geschrieben hat, wurden als Buch veröffentlicht. Wenn sie endlich ins Deutsche übersetzt werden, werde ich sie mir sicher kaufen.
Auch in Emmendingen in Baden-Württemberg gibt es inzwischen ein Tagebucharchiv. Es „versteht sich als Aufbewahrungsort solcher Zeitzeugnisse aus dem deutschen Sprachraum. Unveröffentlichte Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefe von nicht prominenten Personen werden hier gesammelt, archiviert, fachgerecht aufbewahrt und sowohl der Wissenschaft als auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht.“ Vielleicht schaffe ich es ja in diesem Jahr endlich, das Archiv und das kleine Tagebuchmuseum zu besuchen.
„Schreiben will ich“
Zurück zu Anne Frank: Sie wäre gerne Schriftstellerin geworden. Während sie sich im Hinterhaus verstecken musste, schrieb sie nicht nur Tagebuch, sondern auch andere Texte und Geschichten. Und sie träumte davon, sie nach dem Krieg zu veröffentlichen. Auszüge aus den Tagebüchern und anderen Werken wurden 2016 in dem Buch „Denn schreiben will ich“ veröffentlicht**.
Auch ich wollte schreiben – ob erst seit ich Anne Franks Tagebuch gelesen hatte oder schon früher, erinnere ich nicht. Schriftstellerin bin ich zwar nicht geworden, aber ich habe als Journalistin vier Jahrzehnte lang mein Geld mit Schreiben verdient. Außerdem habe ich im Laufe meines Arbeitslebens an ein paar Bildbänden mitgearbeitet und drei eigene Bücher veröffentlicht. Seit mehr als zehn Jahren blogge ich – nicht nur, aber auch, um an Menschen wie Anne Frank, Orlando Orlandi Posti oder Ruth Maier*** zu erinnern, die von den Nazis ermordet wurden. Nie wieder ist jetzt.
*Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung
**Das Buch ist leider vergriffen, kann aber antiquarisch bestellt werden. „Anne Frank: Denn schreiben will ich!: Aus den Tagebüchern und anderen Werken“. Aus dem Niederländischen übersetzt und kommentiert von Simone Schroth. Philipp Reclam jun. Verlag Stuttgart 2016. Die vom Anne Frank Fond in Basel herausgegeben „Anne Frank Gesamtausgabe“ enthält verschiedene Fassungen des Tagebuchs, Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus, Erzählungen, Essays, Briefe, Fotos und Dokumente. Fischer Klassik, Frankfurt 2013, 28 Euro
***Die Tagebücher und Briefe von Ruth Maier sind im vergangenen Jahr im Mandelbaum Verlag eG neu erschienen. Ruth Maier wurde 1920 in Wien geboren, flüchtete vor den Nazis nach Norwegen, wurde in Oslo verhaftet und 1942 in Auschwitz ermordet. „Es wartet doch so viel auf mich«: Tagebücher und Briefe | Wien 1933–Oslo 1942. Herausgegeben wurden die Tagebücher und Briefe wie die erste Ausgabe auf Norwegisch von Jan Erik Vold. 28 Euro
Vorweg: Ich schreibe gern und recht viel mit der Hand. Ich führe diverse Notiz-, Skizzenbücher und Journale; ohne mein Tagebuch verlasse ich das Haus eigentlich nie und meist schleppe ich auch noch andere Notizhefte mit mir rum. Nur die Morgenseiten schreibe ich seit Jahren am Computer, obwohl ihre Erfinderin Julia Cameron ausdrücklich davon abrät.
Beim Schreiben der Morgenseiten fallen mir nämlich oft Formulierungen und Ideen für Blogartikel oder andere Schreibprojekte ein. Notiere ich sie (nur) auf Papier, verschwinden sie mitunter auf Nimmerwiedersehen. Denn ich habe bislang noch keine Möglichkeit gefunden, meine in unzähligen Kladden verstreuten handschriftlichen Notizen systematisch zu ordnen und auszuwerten (über Hinweise und Anregungen freue ich mich sehr).
Schreibe ich am Computer, hilft mir die Suchfunktion meines Textverarbeitungsprogramms. Sie durchsucht für mich per Mouseclick diverse Dateien und Ordner nach von mir eingegebenen Stichworten – schnell, gründlich und fast fehlerfrei. So habe ich schon manchen Text, der verschollen schien, wiedergefunden. Außerdem kann ich geschriebene Texte oder Textpassagen bequem kopieren und in andere Dateien übertragen, ohne sie abtippen zu müssen. Denn dazu bin ich, ich gebe es zu, oft zu bequem.
Vom Papier zur Datei
Vor vier Jahren bot das Bamboo Slate Smartpad von Wacom scheinbar einen Ausweg aus dem Dilemma: Mit einem speziellen Stift konnte ich wie gewohnt auf Papier schreiben. Per App wurde der Text dann in eine Doc-Datei oder in ein anderes Dateiformat umgewandelt und auf mein Notebook übertragen – oder umgekehrt. Sehr beruhigend war für mich als Sicherheitsfanatikerin, dass alle Texte auch auf Papier vorlagen. Denn, wie es schon in Goethes Faust steht, kann man „was man schwarz auf weiß besitzt, … getrost nach Hause tragen“.
Obwohl die App meine Schrift erstaunlich gut entziffern konnte, landete das Smartpad schon bald im Schrank. Die Übertragung der Texte via Bluetooth auf den Computer war auf Dauer wohl zu umständlich – vielleicht war ich auch einfach nur zu ungeduldig.
Das gleiche Schicksal wie das Smart- erlitt zunächst das iPad, das ich mir kaufte, weil es Handgeschriebenes automatisch in Maschinenschrift und Dateien umwandeln kann. Die Übertragung der Dateien per USB-Stick oder Mail ist einfacher als beim SmartPad; die Oberfläche ist dank einer speziellen Folie fast papierähnlich und erstaunlich gut zu beschreiben. Doch als eingefleischte Windows-und Word-Userin tat ich mich mit dem ungewohnten Apple-Programm Pages schwer. Und die Bedienung des iPads ist meiner Meinung nach wenig intuitiv.
12-Wochen-Programm
Dass ich das iPad jetzt wieder aus dem Schubladen-Exil hervorgeholt habe, liegt an Julia Cameron und ihrem Buch „Es ist nie zu spät, neu anzufangen“.* Zu den vier „Basistechniken“ des 12-Wochen-Programms, mit dem ich im Juni begonnen habe, gehören neben Spaziergängen, Memoiren und Künstlertreffs die Morgenseiten. Drei Seiten sollen, so Julia Cameron, möglichst bald nach dem Aufwachen mit der Hand geschrieben werden.
Mit gutem Grund: Verschiedene Studien belegen, dass Schreiben mit der Hand mehr Hirnareale aktiviert als Tippen. Außerdem zwingt das langsamere Tempo dazu, sich länger mit einem Gedanken zu beschäftigen. (Mit)Geschriebenes bleibt dadurch besser im Gedächtnis als (Mit)Getipptes. Und so habe ich entschieden, die Morgenseiten zumindest zeitweise wieder mit der Hand zu schreiben.
Ich habe verschiedene Varianten ausprobiert: Ich habe, wie von Julia Cameron empfohlen, auf A4-Papier geschrieben (mag ich gar nicht) und in eine eigens angelegte Kladde (noch ein Heft mehr). Und ich habe dem iPad eine zweite Chance gegeben (eigentlich ist es die dritte, aber das ist ein anderes Thema).
Aller Anfang ist schwer
Unsere Zusammenarbeit klappt inzwischen ganz gut. Daran, dass l es auch nach vier Wochen immer noch Missverständnisse und Verständigungsschwierigkeiten gibt, bin ich sicher nicht ganz schuldlos. Denn meine Schrift ist nicht leicht zu entziffern. Verschiedene Buchstaben – zum Beispiel h, u, m und n – ähneln sich bei mir sehr. Aber ich versuche, deutlicher zu schreiben. Und auch das iPad gibt sich Mühe und versteht mich immer besser. Einige Buchstaben und Worte mag es aber offenbar gar nicht: So wird „denken“ oft zu „deuten“, „jetzt“ zu „fest“ oder „schon“ zu „Solon“. Und ausgerechnet beim Wort „Morgenseiten“ streikt das iPad immer. Mal schreibt es stattdessen „Regenzeiten“, mal „Magenleiden“ oder „Magenseiten“. Meist macht das iPad aus den Morgenseiten aber ein „Morgenessen“.
Bei anderen Worten rätsle ich vergeblich, was ich geschrieben oder gemeint haben könnte. Aber damit habe ich mich inzwischen abgefunden. Denn schließlich geht es bei den Morgenseiten nicht darum, lesenswerte und wohl durchdachte Texte zu produzieren. Ein bisschen Nonsens darf also durchaus sein.
Nicht nur Morgenseiten
Weil ich weitere Vorzüge des iPads entdeckt habe, schreibe ich auf ihm auch andere Texte. Ich kann es nämlich auch im Dunkeln einsetzen, ohne Licht machen zu müssen. So störe ich weder meinen schlafenden Mann, wenn ich nachts schreibe, noch locke ich bei geöffnetem Fenster Scharen von Mücken an. Dass ich nicht mehr mehrere (Notiz-)Bücher mit mir herumtragen muss, erleichtert vielleicht nicht mein Leben, aber zumindest meinen Rucksack. Und weil ich auf dem iPad inzwischen auch E-Books lesen kann, habe ich nicht nur das passende Notizheft, sondern auch die passende Lektüre immer dabei.
Ob mein iPad und ich wirklich gute Freunde werden, wird sich zeigen. Aber es ist ja bekanntlich nie zu spät, neu anzufangen – und neue Dinge auszuprobieren.
*Der Beitrag enthält unbezahlte Werbung
Zum Nachlesen: Julia Cameron: Es ist nie zu spät, neu anzufangen. Der Weg des Künstlers ab 60. Droemer Knaur, München 2017
Wie schon in den letzten Monaten beteilige ich mich auch im Juli an Projekt 12 von 12, das von Chad Darnell gestartet und jetzt von Caroline vom Blog „Draußen nur Kännchen“ fortgeführt wird, dokumentieren BloggerInnen mit 12 Fotos, was sie am 12. Tag des Monats erlebt haben.
Mein Tag begann früh, um null Uhr. Ich habe mir das Viertelfinale der Fußball-WM zwischen Norwegen und England im Fernsehen angeschaut. Ich habe der norwegischen Nationalmannschaft die Daumen gedrückt und gehofft, dass sie gewinnt. Leider vergeblich.
Seit einiger Zeit schreibe ich die Morgenseiten wieder mit der Hand. Nicht immer, aber immer öfter. Oft nutze ich mein iPad, das meine Handschrift in Maschinenschrift umwandelt. So kann ich das Geschriebene auf meinem Computer abspeichern.
Noch vor dem Frühstück bin ich mit dem Fahrrad zum Würmsee gefahren. Der ist, anders als sein Name vermuten lässt, kein richtiger See, sondern nur ein kleiner, flacher Teich. Im Sommer verlandet er oft, in manchen Jahren kann man ihn sogar trockenen Fußes durchqueren. In diesem Jahr zum Glück (noch) nicht.
Meinen Morgenkaffee habe ich auf einem Steg getrunken. Auch wenn der See nur noch wenig Wasser hat, reichte es für ein bisschen See-Feeling.
Einer meiner Lieblingsplätze ist die Bank mit den Tierfiguren. Reiher, Fuchs, Kröte und Co erinnern mich an die Geschichte der Tiere aus dem Talerwald. Meine Tochter hat die Bücher, Comics und Zeichentrickfilme geliebt, als sie klein war – jetzt schaut meine jüngste Enkelin sich die Filme und Hefte gerne an. Wenn ich auf der Bank sitze, denke ich oft über die Frage nach, die auf der Lehne steht: Was brauchst du für dein Leben?
Die Steuererklärung bräuchte ich gewiss nicht, aber an ihr führt für Selbstständige wie mich kein Weg vorbei. In den letzten Wochen habe ich die Belege zusammengetragen und geordnet, Ein- und Ausgaben berechnet. Heute haben wir die Daten ins Steuerprogramm eingetragen. Erkenntnis: Wenn frau sich mal aufrafft, ist es gar nicht so schlimm.
Wir lieben Heidelbeeren – und kaufen sie in der Saison bei einem Landwirt im Nachbarort. Die Beeren wachsen direkt hinter dem Hof, sind also garantiert frisch. die Verkaufsstelle ist auch sonntags geöffnet. Wer will, kann selbst pflücken. Doch das brauche ich nicht.
Himbeeren ernten wir in unserem eigenen Garten, unter anderem in dem kleinen Beet direkt neben der Terrasse.
Dort wachsen auch Minze und Zitronenmelisse, mit denen ich mein Wasser im Sommer gerne geschmacklich aufpeppe.
Der Ableger der Tellerpflanze musste endlich eingepflanzt werden, ihre große Schwester brauchte dringend mehr Erde. Heute habe ich beides erledigt.
Auf der Terrasse haben wir heute unsere neue Bank aufgestellt. Dort werde ich in den nächsten Wochen sicher oft sitzen, lesen oder schreiben.
Der Abend endet wie viele: Mit einem Eintrag in meinem Fünf-Jahres-Buch und mit Lesen, heute Tilman Jens‘ Buch „Demenz. Abschied von meinem Vater“.
Jetzt ist auch der Mai, wieder vorbei. Schade, denn der Mai ist mein Lieblingsmonat. Es ist morgens schon früh hell und wird abends erst spät wieder dunkel. Da ist die Gewissheit, dass die Tage noch länger werden – und das Gefühl, dass der Sommer noch lange dauert. In diesem Mai war es sehr sonnig – vor allem in der zweiten Monatshälfte kletterte das Thermometer teilweise auf hochsommerliche 30 Grad. Und ich mag es gerne warm.
Wanderurlaub in Portugal
Meist sonnig, aber nicht zu heiß: Zum Wandern war das Wetter in der ersten Maiwoche in Portugal ideal. Und auch sonst stimmte in unserem Wanderurlaub eigentlich alles. Azenhas do Mar gilt als einer der schönsten Orte Portugals. Die Landschaft ist traumhaft, Foe hatte tolle Wanderrouten ausgearbeitet und eine schöne Ferienwohnung nah am Meer ausgesucht. Nur mit dem Schwimmen klappte es nicht – die Wellen im Atlantik waren ziemlich hoch und so ganz traue ich meinem Fuß auch ein Jahr nach der OP noch nicht.
Schwimmen in Burgwedel
Eigentlich ist Schwimmen ja nicht mein Sport: Das Wasser ist mir zu kalt und zu nass. Aber wenn ich mich überwunden habe und im Wasser bin, macht es mir meist Spaß. Außerdem ist Schwimmen gesund und hilft möglicherweise auch bei den muskulären Problemen, die mich zurzeit plagen. Und so habe ich mir eine Saisonkarte für das Freibad in Burgwedel gekauft und mir vorgenommen, jede Woche mindestens zweimal schwimmen zu gehen. Das ist mir bis jetzt gelungen.
Schreiben
Mit dem Schreiben klappte es dagegen im Mai – wie schon im April – leider überhaupt nicht. Mitte März hat mich eine allgemeine Schreibunlust gepackt. Außer meinen Morgenseiten habe ich nur wenig geschrieben. Mein Ziel, den Roman, an dem ich arbeite, im zweiten Quartal zu beenden, ist in weite Ferne gerückt. Und auch die Zahl der veröffentlichten Blogbeiträge bleibt mit je drei im April und Mai weit hinter meinem Ziel zurück. Fünf sollten es jeden Monat eigentlich sein. Nicht einmal den Monatsrückblog für April habe ich beendet und gepaostet. Doch ich hoffe, dass die Lust am Schreiben allmählich wieder zurückkehrt. Vielleicht brauchte ich einfach mal eine Pause …
Natur Journaling
… oder einen Anstoß von außen. Anfang des Jahres hatte ich mir vorgenommen, mehr Zeit in der Natur zu verbringen und Nature Journaling auszuprobieren. Mich reizt an der modernen Art des Naturtagebuchs die Kombination aus Wörtern, Skizzen, Fotos, Zahlen und Fakten. Ich bin zwar weder eine gute Zeichnerin und noch kenne ich mich mit der heimischen Flora und Fauna aus. Aber wer ein Nature Journaler führt, muss weder KünstlerIn noch NaturforscherIn sein, so das Credo der Nature-Journaling-Bewegung.
„Es geht nicht ums perfekte Zeichnen, sondern ums bewusste Hinschauen, Beobachten und Fragenstellen“, meinte Tina Blanke, die Leiterin des VHS-Kurses, den ich belegt habe. „Mit jedem Strich, jedem Wort und jeder Frage wächst ein Stück Naturverbindung.“ Das klingt gut. Jedenfalls hat mich der Kurs ermutigt und motiviert.Ich werde das Nature Journal, das ich im Januar begonnen habe und das über die Anfänge nicht hinaus gekommen ist, weiterführen.
Unser Garten im Mai
Ja, es ist nur ein Garten, aber wenn ich im Wintergarten, auf der Terrasse oder im Garten bin, fühle ich mich ein bisschen wie in der Natur. Im Mai zeigte sich der Garten von seiner schönsten, buntesten Seite.
Allen voran die Rosen, die sich in unserem Garten sehr wohlzufühlen scheinen – die beiden ausgewilderten No-name-Topfrosen ebenso wie meine drei Edelrosen: die Rhapsody in Blue, die Künstlerrose und die Päonienrose.
Vor allem die Rhapsody blüht in diesem Jahr so üppig wie noch nie. Die Blüten stehen dicht an dicht und duften herrlich, doch leider verblühen sie sehr schnell. Die Pfingstrosen haben lange auf sich warten lassen – erst Ende Mai öffnete sich endlich die erste Knospe.
Ich bin, ich gebe es zu, eine Chaosgärtnerin: Viele Pflanzen haben sich ohne mein Zutun in unserem Garten angesiedelt und sind gern gesehene Gäste: Die Fingerhüte zum Beispiel, Glockenblumen und Mohn. Nur den Dreimasterblumen muss ich immer wieder Einhalt gebieten, weil sie sonst alles überwuchern, was in ihrer Nähe wächst.
Nicht nur Fachwerk
Apropos Nähe, manchmal liegt das Schöne wirklich ganz nah. Celle zum Beispiel. Natürlich war ich schon öfter in der Stadt, die laut Geo.de zu den zehn schönsten Fachwerkstädten Deutschlands zählt und das größte geschlossene Ensemble Europas bildet.
Aber obwohl Celle nur zehn Minuten mit dem Zug entfernt liegt, also quasi direkt vor der Haustür, fahre ich nur selten hin. Auch Ende Mai bin ich nur durch die Stadt gebummelt, weil ich vor einem Arztbesuch noch Zeit hatte.
Das soll sich ändern, denn Celle hat mehr zu bieten als eine pittoresken Altstadt mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern und einem Schloss im Renaissance- und Barocksstil. Siedlungen im Bauhausstil beispielsweise mit sehr einfachen, aber preiswerten Kleinstwohnungen für Familien mit Kindern. Zwei der nur 32 bis 45 Quadratmeter kleinen Wohnungen im Blumläger Feld blieben unverändert und wurden Möbeln aus der Entstehungszeit ausgestattet. Ich werde sie mir beim nächsten Celle-Besuch ansehen, ebenso wie das kleine Museum, das an den Architekten und Städtebauer Otto Haesler erinnert, der die Häuser in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts entworfen hat.
Gedenken an Dr. Albert David
Am 9. November vergangenen Jahres habe ich mit anderen Omas gegen rechts den Stolperstein für Dr. Albert David am Alten Postweg in Großburgwedel geputzt und mit Blumen geschmück. An seinem Todestag haben wir die Aktion wiederholt. Am 19. Mai 1940 vergiftete sich der angesehene Arzt in seiner Wohnung, als ihn zwei Gestapo-Männer aufsuchten und abholen wollten.
Seit der Machtübernahme im Jahr 1933 hatten ihm die Nazis das Leben schwergemacht: Weil er Jude war, entzogen sie ihm im September 1938 die Approbation. Er musste seine Praxis schließen, sein Vermögen wurde eingezogen. Im Mai 1940 trieben sie ihn in den Tod.
Der Stolperstein für Dr. Albert David war der erste in Burgwedel, 28 weitere folgten. Sie erinnern an 28 Kinder von Zwangsarbeiterinnen, die ihren Müttern weggenommen wurden, verhungerten oder starben, weil sie nicht versorgt wurden. Der 30. Stolperstein wurde erst vor einigen Tagen in Fuhrberg, einem Burgwedeler Ortsteil, verlegt – zum Gedenken an Heinrich Seehaus, den die Nationalsozialisten 1942 hinrichteten.
Im April habe ich zum ersten Mal beim Blogprojekt 12 von 12 mitgemacht und meinen Alltag mit Fotos und kurzen Texten dokumentiert – heute geht’s weiter. Denn mir gefällt die Idee von Chad Darnell, die jetzt von Caroline vom Blog „Draußen nur Kännchen“ fortgeführt wird.
Sie erinnert mich an das Schreibprojekt „Ein Tag im Jahr“, das Maxim Gorki vor 91 Jahren initiiert hat. Er rief im Jahr 1935 seine SchriftstellerkollegInnen in aller Welt auf, einen ganz gewöhnlichen Tag in ihrem Leben möglichst genau zu beschreiben und auf diese Weise einen „Jedertag“ zu porträtieren.
Nach Gorkis Tod im Jahr 1936 wurde das Projekt nicht weitergeführt. Aber als die Zeitschrift Istwestja 25 Jahre später den Aufruf wiederholte, begeisterte sich Christa Wolf, damals noch eine junge, unbekannte Autorin, dafür: Sie beschrieb den 27. September 1960 – und alle folgenden 27. September bis zu ihrem Tod im Jahr 2011. Die gesammelten Texte sind im Suhrkamp Verlag erschienen.
Am 12. Mai 2026 zeigte ein Blick aus dem Fenster kurz nachdem Aufstehen, dass die Meteorolügen mit ihren Prognosen recht haben: Es regnete fast ohne Unterlass, der Himmel war grau. Doch als ich auf der Empore sitzend meine Morgenseiten schrieb, schaute die Sonne kurz zwischen den Wolken hervor.
Für die Schreibzeit am Morgen mit Sabine E. Lang bin ich dann in mein Arbeitszimmer umgezogen. Wann immer ich kann, schreibe ich von Dienstag bis Donnerstag von 8 bis 9 Uhr beim Online-Schreibtreff der Textmanufaktur mit. So auch heute.
Dass es nicht nur regnerisch, sondern auch kalt ist, ist nicht verwunderlich. Denn vom 11. bis zum 15. Mai ziehen die Eisheiligen durchs Land. Mamertus war gestern der erste, am 12. ist Pankratius an der Reihe, der an der Mosel Pankraz heißt. In den nächsten Tagen folgen Servatius (Servatz), Bonifatius (Bonifaz) und am Freitag schließlich die einzige Frau in der frostigen Männerrunde, Sophia oder die kalte Sophie.
Trotzdem habe ich heute die Freibad-Saison eröffnet. Ich habe mir vorgestern eine Saisonkarte für das Freibad gekauft und mir vorgenommen, mindestens zweimal in der Woche zu schwimmen.
Als ich (mit dem Rad) zum Schwimmbad fuhr, legte der Regen glücklicherweise eine Pause ein, sodass ich halbwegs trocken dort ankam. Eine Infotafel am Eingang verriet, dass das Wasser deutlich wärmer (24 Grad) war als die Luft (8 Grad).
Wärmer war als in good cold Germany war es in der vergangenen Woche in Portugal, wo ich eine Woche lang mit meiner Tochter gewandert bin. Die Reise soll nicht die einzige in diesem Jahr bleiben – die Erinnerungen möchte in einer Art Reisejournal festhalten. Den Anfang habe ich heute Morgen gemacht.
Ich lese gerne – und viel. Oft leihe ich mir Bücher aus: in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover, in der Onleihe Niedersachsen oder eben in der Bücherei Burgwedel. Heute konnte ich dort ein Buch abholen, das ich schon länger vorbestellt hatte.
Sicher keine Bücherfreunde waren in der Nacht zum Samstag in Langenhagen am Werk: Sie zündeten den Bücherschrank auf dem Marktplatz an. Der brannte völlig aus, alle Bücher wurden zerstört. In den vergangenen zwei Monaten brannten in Langenhagen und Umgebung mehrfach Strohlager und Müllcontainer. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.
Bemerkenswert finde ich das Datum: Am 10. Mai 1933 begannen in Deutschland die Bücherverbrennungen.
Eigentlich bin ich wegen des Geranienmarkts nach Langenhagen gefahren. Denn auf dem Platz neben dem City Center werden noch bis Mitte Juni Pflanzen verkauft – zum Glück nicht nur Geranien, die ich nicht mag.
Die gekauften Kohlrabi und Rucola pflanze ich in mein Hochbeet, in dem bislang nur ein paar Zuckererbsen wachsen. Weder die Rucola- noch die Feldsalatsamen sind aufgegangen. Ihnen war es wahrscheinlich einfach zu kalt.
Der Ananassalbei findet in einem Kübel eine neue Heimat, weil er nicht winterhart ist. Doch bis die Eisheiligen vorbei sind, bleiben sie alle noch im Wintergarten.
Dort kletterten die Temperaturen auf über 25 Grad, als sich die Sonne nachmittags für einige Zeit hervorwagte.
Und so konnte ich diesen Blogbeitrag, den ich während der Schreibzeit am Morgen begonnen habe, am späten Nachmittag im Wintergarten beenden.
Manchmal muss man andere Prioritäten setzen. Weil ich gerne gemeinsam mit anderen schreibe und „Wendetage“ wie die Tag und Nachtgleiche, Sommer- und Wintersonnenwende für mich eine besondere bedeutung haben, hatte ich mich zu Sabine Raschs Schreibvormittag zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche bei der Textmanufaktur angemeldet.
Dass zeitgleich mit dem Online-Workshop an der Alten Scheune der Pestalozzi-Stiftung eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Todesmärsche stattfand, hatte ich schlichtweg übersehen. Jedes Jahr am Samstag vor Palmsonntag gedenken BurgwedelerInnen der am 7. April 1945 auf dem Gelände der Pestalozzistiftung von SS-Angehörigen ermordeten Menschen.
Opfer der Todesmärsche in Burgwedel
An die Verbrechen der Nationalsozialisten und an das Leid der Opfer zu erinnern, ist jetzt wichtiger denn je. Denn immer mehr Menschen vergessen offenbar, welche katastrophalen Folgen es hat, rechtsextreme Parteien zu wählen oder mit ihnen zu paktieren. Und so habe ich meine Fantasie- und Schreibreise unterbrochen und bin bei der Gedenkveranstaltung zurück ans Ende des Zweiten Weltkriegs gereist.
Nachdem die alliierten Panzereinheiten Anfang April die Weser bei Minden überschritten hatten, wurden die fünf KZ-Außenlager Hannovers geräumt. Fast 5.000 Häftlinge – meist Juden und politische Oppositionelle aus den von Deutschland besetzten Ländern –, die bis dahin Zwangsarbeit in hannoverschen Betrieben geleistet hatten, mussten in der Karwoche zum 70 Kilometer entfernten Konzentrationslager Bergen-Belsen marschieren. Wer zu schwach war, weiterzugehen, wurde erschossen und am Weg verscharrt. Niemand sollte lebend zurückbleiben.
„Ein Zug von über 1000 KZ-Häftlingen kam ins Dorf und wurde vom Ortsgruppenleiter der NSDAP, Wessarges, für eine Nacht in der Großen Scheune der Landwirtschaft der Stiftung einquartiert. In der Nacht versuchten die erschöpften Häftlinge den Brotwagen zu stürmen. Die SS-Wächter schossen sie zusammen. Morgens lagen etwa 20 Tote auf dem Hof. Dann wurde der Elendszug weiter nach Fuhrberg getrieben….'“, beschrieb ein Zeitzeuge die schrecklichen Ereignisse. „Die Alte Scheune der Pestalozzi-Stiftung steht damit exemplarisch für die Gewalt, Entrechtung und den Tod, die das nationalsozialistische Regime über Europa brachte. Zugleich ist sie heute ein Ort des stillen Erinnerns und der gemeinsamen Verantwortung“, heißt es auf der Website der Stiftung, die seit einigen Jahren gemeinsam mit die Bürgerinitiative „Gegen das Vergessen“ Burgwedel zur Teilnahme an der Veranstaltung einlädt. Eine Gedenkttafel an der Scheune und der davor gepflanzte „Busch der Hoffnung“ erinnern an die Opfer – und daran, dass die Verbrechen der Nazis nicht irgendwo weit weg stattfanden, sondern oft direkt vor der eigenen Haustür.
Blumen des Gedenkens im „Busch der Hoffnung“ unterhalb der Gedenktafel erinnern an die Opfer des Verbrechens in der Karwoche 1945.
Never forget
An der Gedenkveranstaltung nahmen nicht nur BurgwedelerInnen teil, sondern auch einige TeilnehmerInnen des Bußgangs von Hannover zum KZ Bergen-Belsen. Der findet seit mehr als 40 Jahren jeweils am Palmsonntag-Wochenende statt, um an die Todesmärsche der KZ-Häftlinge zu erinnern. Gerne wäre ich ein Stück mitgegangen, doch dazu trug ich weder die richtigen Schuhe noch die richtige wetterfeste Kleidung. Und außerdem wartete zu Hause das Online-Cowriting auf mich.
Und so saß ich nach etwa einer Stunde wieder an meinem Schreibtisch. Aber obwohl mir die meisten Schreibanregungen wirklich gut gefallen haben, konnte ich mich nicht wirklich auf sie konzentrieren. Die Erinnerung an die Todesmärsche und das Leid der Häftlinge war noch zu nah, um – frei nach Goethe – „eine „Osterspaziergang“-Szene im Hier und Jetzt, über die Farben des Frühlings oder über freiwillige Aufbrüche zu schreiben. Deshalb habe ich die Schreibzeit genutzt, um für diesen Blogbeitrag zu recherchieren, mit dem ich hoffentlich ein bisschen gegen das Vergessen anschreibe.
Die Schreibanregungen von Sabine Rasch habe ich nicht vergessen. Ich werde sie in der Karwoche aufgreifen und bis Ostern täglich über Frühling, Aufbruch und Neubeginn schreiben.
Eins zwei drei im Sauseschritt … Jetzt ist auch der zweite Monat des Jahres vorbei – und hoffentlich auch der Winter. Die Tage sind zum Glück schon deutlich länger: Zwar ist es morgens, wenn ich aufwache, meist noch nicht hell, aber im Osten ist meist schon ein heller Streifen am Horizont zu sehen.
Ab in den Garten
Am 1. März hat der meteorologische Frühling begonnen, und das Wetter hat sich diesmal nach dem Zeitplan der Meteorologen gerichtet. Der Dauerregen hörte aus, es wurde in der letzten Februarwoche frühlingshaft. Obwohl wir nur einen relativ kleinen Garten haben, war daher Gartenarbeit angesagt. Und auch mein Projekt Herrenhäuser Gärten konnte starten, wenn auch mit einmonatiger Verspätung. Ein Jahr lang möchte ich jeden Monat einen Beitrag über die Herrenhäuser Gärten, vor allem über den Berggarten, posten.
Endlich Frühling: Es blüht …… in unserem Garten …… und mehr noch in den Herrenhäuser Gärten
Schreibmonat Februar
Weil ich gerne gemeinsam mit anderen schreibe, habe ich mich für den Schreibmonat Februar der Textmanufaktur angemeldet: Fünf dreistündige Cowritings „zum gemeinsamen Schreiben und zum Austausch“ und ein ambitioniertes Ziel für die TeilnehmerInnen: „Drei Seiten am Tag, 21 pro Woche, 84 im Monat (gern mehr) … Egal, ob es … der liegengebliebene Roman … oder Gedanken, die dir seit Ewigkeiten im Kopf herumschwirren und endlich aufs Papier wollen“ .
Weil ich eine Langsamschreiberin bin und es neben der Geschichte, die ich vor Jahren begonnen habe und die in diesem Jahr endlich zu Ende bringen will, noch andere Ideen und Projekte gibt, habe ich mir eigene Schreibziele gesetzt:
jeden Tag an meiner Geschichte arbeiten, das sind mindestens 300 Worte (eine Seite) täglich, wenn möglich mehr
jeden Tag ein Haiku oder ein Elfchen. Denn zum kürzesten Monat des Jahres passen kurze Gedichte
mindestens sechs Blogbeiträge posten
ein Schreibjournal und ein Naturejournal führen
Die Bilanz am Ende des Monats: Ich habe – alle Schreibprojekte zusammengenommen –32415 Wörter geschrieben, also sogar fast vier Seiten täglich. Das ist mehr, als ich erwartet habe. Mein Roman ist (leider nur) um eine Seite, also um 300 Worte, täglich gewachsen. Statt der angestrebten sechs waren es nur fünf Blogbeiträge und statt 28 kurzer Gedichte nur 20. Immerhin. Mein Arbeitsjournal habe ich fast täglich geführt, mein Naturejournal zugegebener nur gelegentlich. Aber wenn es wärmer wird, bin ich sicher öfter draußen und schreibe dann auch häufiger im Garten oder in der Natur.
Reisen
Manchmal ist es gut, zurückzublicken. Gefühlt habe ich den Februar ganz in Burgwedel und Hannover verbracht. Dass ich zweimal in den Harz gefahren bin, hatte ich schon vergessen. Gewandert bin ich dort im Februar allerdings nicht. Mal war meine Wanderpartnerin, mal war ich nicht fit. Aber es geht wieder voran. Und so haben wir für Anfang Mai einen gemeinsamen Wanderurlaub gebucht. Wir werden allerdings – anders als geplant – nicht die berühmte Rota Vicentina, sondern den Naturpark Sintra-Cascais erwandern. Ich bin sehr gespannt.
Wieder kurze Haare
Soll ich oder soll ich nicht? Seit anderthalb Jahren habe ich meine Haare wachsen lassen, weil ich keine Lust hatte, regelmäßig zum Friseur zu gehen. Zum Schluss waren die Haare fast schulterlang. Jetzt habe ich sie wieder kurz schneiden lassen. „Das sind viel mehr sie selbst“, sagte die Friseurin zu mir, die mir die Haare schneidet, seit ich nicht mehr in Neumagen zu meiner Stammfriseurin gehen kann. Und ich finde, sie hat recht. Außerdem sind kurze Haare viel praktischer, wenn ich wieder häufiger schwimmen gehe. Der Sommer kann also kommen.
Der Januar ist vorbei – und er brachte das, was er als richtiger Wintermonat eigentlich bringen soll: Schnee, Zugegeben, es war mehr, als wir es in den letzten Jahren gewohnt waren, aber frei nach Loriot: Früher war mehr Schnee, ohne dass dafür Katastrophenalarm ausgerufen worden wäre.
In diesem Jahr versetzte die weiße Pracht zumindest bei uns in der Region Hannover die Verantwortlichen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Angst und Schrecken. Obwohl am ersten Januarwochenende auf den Straßen nur ein Hauch Schnee lag, fuhren in und um Burgwedel keine Busse mehr. Dabei ist die Gegend im Prinzip flach wie ein Topfdeckel – es müssen also keine steilen und daher potenziell unfallträchtigen Anstiege und Abfahrten bewältigt werden.
Am Freitag, den 9. Januar, wurde dann wegen des befürchteten Schneechaos der Unterricht in Niedersachsen und Hamburg ganz abgesagt. Das Schneechaos fiel zwar aus, aber die Schulen blieben trotzdem geschlossen, die Kinder zu Hause. Fragt sich, was die Eltern tun, die keine Großeltern oder andere Ersatzbetreuungspersonen für die lieben Kleinen haben. Und die nicht einfach zu Hause bleiben und im Homeoffice arbeiten können.
Absolut unverständlich ist für mich, warum man den ÖPNV einstellt, die Busse in den Depots lässt, die BerufskraftfahrerInnen nach Hause schickt und die Straßen den FahrererInnen überlässt, deren einzige Qualifikationen Führerschein und Fahrpraxis sind. Eigentlich sollte es umgekehrt sein: Die Profis fahren, die Amateure lassen ihre Autos stehen. Der Kabarettist Christoph Sieber hat zum Thema Schnee, Schulausfall und Schutz von Kindern auf seinem Instagram-Account Kabarettsieber einen tollen Beitrag veröffentlicht. Ansehen lohnt, nicht nur bei diesem Beitrag.
Husten, Schnupfen, Heiserkeit
Gefühlt endet der Januar so, wie er begonnen hat: erkältet. Angefangen hatte das Elend ja schon Anfang Dezember, als ich quasi über Nacht meine Stimme verlor. Sie kam nach drei Tagen wieder. Husten und Schnupfen blieben, mal mehr und mal weniger stark. Und in der letzten Januarwoche kam dann auch noch eine Blasenentzündung hinzu. Hausmittel wie Tees und Wärmflasche haben leider nicht geholfen. Aber ein Antibiotikum hat jetzt schnelle Besserung gebracht.
Noch einmal Niki und Co
Weil ich mich nicht besonders fit fühlte, ist manche geplante Aktivität ausgefallen. Eine Wanderung mit meiner Tochter beispielsweise. Immerhin war ich noch einmal in der Ausstellung Niki – Kusama – Murakami im Sprengel Museum, diesmal mit meiner 13-jährigen Enkelin. Sie kannte keine der drei KünstlerInnen, hatte, weil nicht in Hannover zu Hause, die Nanas nur einmal auf einer Postkarte und von Weitem am Leineufer gesehen. Sie war begeistert und ich war beeindruckt, wie intensiv sie sich auf die Kunstwerke einließ, auch auf die, die ihr weniger gefielen oder die sehr ungewöhnlich sind wie die Schießbilder von Niki de Saint Phalle.
Am besten haben ihr die Arbeiten von Yayoi Kusama gefallen. Ihre (gepunkteten) Bilder sind wirklich etwas Besonderes – und der „Infinity Mirrored Room“ ist sicher das Highlight der Ausstellung. Etwa 40 Menschen standen vor uns in der Schlange und warteten geduldig mit uns, den kleinen Raum betreten zu dürfen. Etwa eine Minute durfte man dann drinnen bleiben – doch die genügte, um verzaubert zu werden.
Mit Takashi Murakamis Arbeiten kann ich persönlich am wenigsten anfangen – aber ein Bild hat meine Enkelin und mich gleichermaßen fasziniert: Blue Life Force besteht aus lauter winzigen Totenköpfen. Doch die wirken nicht erschreckend, sondern lebendig, wie zum Leben gehörend. Niki de Saint Phalles bunt glitzernder Totenkopf kann sogar betreten werden und ist als Meditationsraum gedacht. Der Tod gehört eben doch zum Leben.
Alle, die meinen Blog regelmäßig lesen, wissen es: Ich mag es, gemeinsam mit anderen zu schreiben, Am ersten Sonntag im Monat treffe ich mich ganz analog mit Schreibfreundinnen im AutorInnenzentrum in Hannover, digital logge ich mich, wann immer ich Zeit habe, zu den Schreibdates mit Denise Fritsch oder Sabine Rasch ein.
Ein Highlight am Monatsanfang war die zweitägige „Online-Schreibzeit zwischen den Jahren“ der Textmanufaktur mit Sabine Rasch. Am ersten Tag haben wir, jede für sich und doch gemeinsam im digitalen Schreibraum, die Bilanz des Schreibjahrs 2025 gezogen; am zweiten Tag stand das beginnende Schreibjahr 2026 im Fokus. Ich habe zum Beispiel schreibend darüber nachgedacht, welche Schreibprojekte ich in diesem Jahr unbedingt verwirklichen und welches neue Genre ich im neuen Jahr gerne mal ausprobieren würde.
Mit dem Nature Journaling, einer Mischung aus Texten und Skizzen, habe ich dann gleich Mitte des Monats begonnen. Zugegeben, die ersten Versuche sind eher unbeholfen, die Beobachtungen beschränken sich fast ausschließlich auf Vögel in unserem Garten und die Lücken zwischen den Einträgen sind noch groß. Aber das ändert sich hoffentlich, wenn es draußen wärmer wird und der Schnee schmilzt. Dann – einen Monat später als geplant – startet auch mein Projekt „Ansichten aus den Herrenhäuser Gärten“. Besser spät als nie.
Ja, ich bin spät dran. Wenn meine To-want-Liste für das erste Quartal 2026 erscheint, ist mehr als ein Sechstel des Quartals bereits vorbei. Doch das hat auch sein Gutes. Studien zufolge werden die meisten Neujahrsvorsätze schon im Januar wieder über Bord geworfen, viele bereits bis zum sogenannten „Quitters Day“, dem „Tag der Aufgebenden“ am zweiten Freitag im Januar. Vielleicht ist meine jetzt verfasste Liste realistischer, weil die erste Euphorie um die guten Vorsätze längst verflogen ist. Dafür, dass ich schon jetzt bei einigen Punkten hinterherhinke, gibt es einen guten Grund. Mich plagt seit Anfang Dezember eine Dauererkältung, bei Wanderungen, Fitnessübungen und anderen sportlichen Aktivitäten ist also derzeit Zurückhaltung angesagt. Doch Besserung ist in Sicht.
Schreiben
Ich schreibe 15 Blogbeiträge
Ich beginne das Projekt Herrenhäuser Gärten: Einmal im Monat schreibe und poste einen Blogbeitrag aus den bzw. über die Herrenhäuser Gärten. Ich möchte immer die gleichen Stellen fotografieren, um zu zeigen, wie sich der Berggarten im Lauf des Jahres verändert
Und noch ein neues Projekt: mein Nature Journal, eine Mischung aus Notizen und Skizzen. Ich möchte heimische Tiere und Pflanzen besser kennen lernen
Ich nehme am Schreibfebruar der Textmanufaktur teil und
arbeite intensiv an meinem Roman. Fernziel: Ich möchte die erste Fassung im zweiten Quartal beenden.
Schreiben dicht am Leben, alltägliches (täglich) notieren, am besten mit der Hand
Lesen
In den vergangenen Jahren habe ich jeweils 60 Bücher gelesen; in diesem Jahr sollen es ein paar mehr sein. Da aber der Januar ja schon halb vorbei ist und der Februar kurz, möchte ich im ersten Quartal 15 Bücher lesen.
Inspiriert von der Death Authors Challenge von Martins Buchgelaber sollen darunter mindestens drei Bücher bereits verstorbener AutorInnen sein.
Jeden Tag ein Gedicht: Am lyrischen Kalender aus dem Diogenes Verlag gefällt mir die bunte Mischung.
Sport/Gesundheit/Entspannung
Ich gehe im Schnitt täglich 10.000 Schritte. Das habe ich vor meinem Unfall im Mai 2025 geschafft, das will ich auch in diesem Jahr wieder erreichen.
Ich etabliere wieder meine tägliche Gymnastik/Fitness-/Yoga-Routine. Ziel: mindestens eine Übungseinheit pro Tag
Ich gönne mir einmal im Monat einen Saunabesuch und
in diesem Quartal endlich wieder eine Fußreflexzonenmassage.
Drei Spaziergänge von mindestens einer halben Stunde in der Woche – möglichst ohne Smartphone, dafür mit Notizbuch.
Reisen/Wandern
Die Märzbecherblüte an Schweineberg bei Hameln steht schon lange auf meiner Wunschliste. Dieses Jahr soll es endlich so weit sein.
Das ist eine gute Gelegenheit, den Deister besser kennenzulernen, der quasi direkt vor meiner Haustür liegt.
Ich besuche zwei Städte, die ich noch nicht kenne, Hameln könnte eine sein.
Ich fahre zur Buchmesse nach Leipzig. Auch dabei könnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn bislang kenne ich in Leipzig nur das Messegelände
Mein Ziel: eine Wanderung im Monat. Es muss nicht immer der Harz sein
Sonstige Aktivitäten
Ich besuche mindestens eine Ausstellung im Monat. Meine Museumscard läuft aus, Ende des Monats muss ich mir bald eine neue besorgen.
Ist es schon wieder so weit? Der von Judith Peters initiierte #Jahresrückblog war eine gute Gelegenheit, über das nachzudenken, was 2025 geschehen ist, mit Vergangenem abzuschließen und Ziele für das neue Jahr zu formulieren.
Wenn ich dem Jahr 2025 ein Motto geben sollte, wäre es der Satz von Blaise Pascal: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Denn mit den Planungen hat es im vergangenen Jahr wirklich nicht besonders gut geklappt. Da war nicht nur mein Unfall im Mai, der unsere Pläne durchkreuzt hat. Auch vorher oder nachdem mein Fuß wieder verheilt war ist vieles nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber andererseits hält es geistig fit und flexibel, wenn frau sich immer wieder auf neue Situationen einstellen und sie bewältigen muss. Das ist mir 2025 recht gut gelungen.
Meine Themen und Highlights in 2025
Gesundheit
Ja, ich gebe zu, ich bin verwöhnt: Wer ohne ernsthafte Erkrankung und ohne gravierende Verletzungen 68 Jahre alt geworden ist, hat wirklich keinen Grund zu klagen. Aber natürlich habe ich mir den Wanderurlaub mit meiner Tochter in Norwegen anders vorgestellt. Und eine mehrfache Sprunggelenksfraktur hätte es auch nicht sein müssen. Aber Shit happens bekanntlich.
Ich wurde noch in Norwegen zweimal operiert – und hatte Glück im Unglück: Ich bin in einem Wander- und Skigebiet gestürzt. Deshalb haben die Ärztinnen und PflegerInnen im Krankenhaus Volda viel Erfahrungen mit solchen Verletzungen und sie haben ihre Sache sehr gut gemacht. Von meinem Bett im Krankenhaus konnte ich die Berge und den Fjord sehen; der ADAC organisierte meinen Transport von Norwegen nach Hause. Ein halbes Jahr nach dem Unfall sind die Narben kaum mehr zu sehen und ich kann wieder fast beschwerdefrei gehen. Andere Bekannte mit der gleichen Verletzung hatten viel größere Probleme – einige mussten weitere Operationen über sich ergehen lassen und leiden noch unter den Spätfolgen. Dafür, dass mir das erspart geblieben ist, bin ich sehr dankbar.
Mit Gps im Krankenhaus Volda …… und kurze Zeit später am Fjord
Schreiben
Ich habe fast vierzig Jahre lang mein Geld mit dem Schreiben und Redigieren von Texten verdient – Schreiben spielt in meinem Leben immer noch eine wichtige Rolle. Aber als Rentnerin will ich mich meinen eigenen Schreibprojekten widmen – wann, wenn nicht jetzt. Doch ohne Termindruck von außen fiel es mir schwer, regelmäßig daran zu arbeiten, mein Ziel, den vor Jahren angefangenen Roman zu beenden, rückte in weite Ferne. Die Schreibchallenge von Astrid Engel im August hat mir geholfen, meinen eigenen Schreibrhythmus zu finden – an ihr teilzunehmen, war definitiv eine sehr gute Entscheidung.
Die Aufgabe war leicht zu bewältigen: einen Monat lang jeden Tag einen Text schreiben, ganz egal welchen. Ohne Druck, ohne festen Plan. Als der August zu Ende war, habe ich einfach weitergemacht. Und so wurde Schreiben für mich wieder zur täglichen Gewohnheit – und mit der Übung kam auch der Spaß am Schreiben zurück.
Eigentlich mag ich Anglizismen nicht, doch hier ist der Ausdruck Gamechanger angebracht. Auch die Cowriting-Angebote der Textmanufaktur und von Denise Fritsch haben mein Schreiben und oder besser gesagt meine Schreibgewohnheitenben stark verändert.
Ich habe als freie Journalistin und Autorin (fast) immer alleine im Homeoffice gearbeitet – und das war gut so. Mein eigenes Schreibzimmer möchte ich auf keinen Fall missen. Aber vor einigen Jahren habe ich bei einem Schreibwochenende in Wien entdeckt, wie inspirierend und motivierend es ist, gemeinsam mit anderen zu schreiben. Ich habe die Idee dann nach Hannover exportiert – dort ist seit 2020 am ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr Frauenschreibtreff-Zeit.
Weil nach meinem Unfall in Mai das AutorInnenzentrum in Hannover für mich vorübergehend unerreichbar war, meldete ich mich direkt nach meiner Rückkehr aus Norwegen bei der Textmanufaktur an. Seither logge ich mich, wann immer ich kann, zum Schreiben am Morgen mit Sabine E. Rasch ein. Etwa zur gleichen Zeit habe ich die Schreibdates entdeckt, die Denise Fritsch dreimal wöchentlich organisiert . Beides hat mir sehr geholfen, regelmäßig an meinen Schreibprojekten zu arbeiten. Und allmählich entwickle ich unabhängig von den Cowritings eine eigene Schreibroutine.
Gemeinsam mit anderen schreiben im AutorInnenzentrum in Hannover
Reisen
Eigentlich wollten wir in diesem Jahr nach Holland, Belgien und in die Normandie fahren. Doch unsere Reisepläne blieben durch den Unfall in Norwegen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke; mein abrupt endender Urlaub in Norwegen war meine einzige größere (Auslands-)Reise. Immerhin habe ich diese Urlaubswoche sehr genossen. Die Landschaft in Norwegen ist wirklich atemberaubend und die Hauptstadt Oslo auf jeden Fall eine (weitere) Reise wert
Das Munch in Oslo …… und traumhaft-schöne Landschaften überall in Norwegen
Sieben Wochen lang durfte ich nach der zweiten OP meinen Fuß gar nicht belasten, danach musste ich das Gehen erst wieder lernen. Zudem ist unser Mini-Wohnmobil für mobilitätseingeschränkte Menschen nicht sonderlich gut geeignet. Und so haben wir erst dreieinhalb Monate nach meinem Sturz wieder einen Kurztripp unternommen: natürlich ans Meer, nach Cuxhaven. Weitere Kurzreisen mit dem Wohnmobil an die Nord- und Ostsee – nach Romö, Sylt und Zingst – folgten. Auch mit dem Zug war ich ab September wieder häufiger unterwegs – zu meiner Tochter in den Harz und zu den Enkelkindern nach Hamburg beispielsweise. Zum ersten Mal seit Corona war ich wieder auf der Buchmesse in Frankfurt und zweimal habe ich meine Freundin in Neustadt an der Weinstraße besucht.
Auch gewandert bin ich seit Oktober schon ein paarmal: Die Strecken sind noch vergleichsweise kurz, aber es geht voran. Und so bin ich guter Dinge, dass ich im nächsten Sommer die geplante mehrtägige Wanderung mit meiner Tochter ohne Probleme und hoffentlich unfallfrei bewältigen werde.
Kunst
Besondere Highlights waren sicher die vielen Museen und Ausstellungen, die ich 2025 besucht habe. Allein in Oslo Anfang Mai waren es zwei Skulpturenparks und vier Museen – das Norwegische Widerstandsmuseum, das Zentrum für Holocaust- und Minderheitenstudien, das neue Nationalmuseum für Kunst, Architektur und Design und natürlich das Munch. Das wird laut Wikipedia wegen seiner Fassade manchmal despektierlich „als die größte Leitplankensammlung der Welt bezeichnet“. Aber innen ist es das schönste Museum, das ich bislang gesehen habe. Ich war während meines Oslo-Aufenthalts gleich zweimal dort, beim zweiten Mal zugegebenerweise nicht nur wegen der Kunstwerke, sondern auch wegen der tollen Aussicht auf den Oslofjord.
Blick aus dem Munch auf den FjordMunchs bekanntestes Bild „Der Schrei“Skulptur im Ekebergparken
Auch vom Ekebergparken hat frau einen tollen Blick auf die Stadt und den Oslofjord. Der Ausblick soll übrigens Edvard Munch zu dem berühhmten Gemälde „der Schrei“ inspiriert haben. Im Park sind 40 Skulpturen und Kunstinstallationen zu sehen, unter anderem von Renoir, Rodin und Dali, aber auch von vielen anderen (zeitgenössischen) KünstlerInnen. Eine wirklich beeindruckende Kombination von Kunst und Natur.
In Hannover haben mir zwei Ausstellungen im Sprengel Museum besonders gut gefallen: Niki – Kusama – Murakami – Love for infinity, die Werke von Niki de Saint Phalle, Yayoi Kusama und Takashi Murakami zeigt, und „Von Hannover nach Los Angeles“, in der Bilder und Fotos von Käte Steinitz zu sehen sind. Die Malerin, Fotografin, Autorin und Verlegerin musste in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts aus Nazi-Deutschland in die USA fliehen.
Niki – Kusama – Murakami: Im Foyer sind die Werke der drei KünstlerInnen zu sehenKäte Steinitz – von Hannover nach Los AngelesKZ überlebt – beeindruckende Ausstellung im Landesmuseum
Die Flucht vor den Nazis ist den Menschen nicht gelungen, die der Regensburger Fotograf Stefan Hanke in sieben europäischen Ländern besucht und in ihrem Lebensumfeld oder an Orten ihres Leidens fotografiert hat. 72 eindrucksvolle Schwarz-Weiß Porträts von Überlebenden nationalsozialistischer Konzentrations- und Vernichtungslager waren in der Sonderausstellung „KZ überlebt“ im Landesmuseum zu sehen. Kurze Texte und Zitate informierten über das unermessliche Leid, das den Menschen angetan wurde, und über ihre persönlichen Lebenswege.
Besonders stolz war ich auf die Ausstellung Natur-Momente meiner Tochter Nele Schmidtko. Etwa dreißig ihrer Natur- und Landschaftsfotos werden seit August im Haus der Kirche in Bad Harzburg gezeigt. Vögel gehören zu Neles Lieblingsmotiven –besser als die Vogelfotos gefallen mir ihre Landschafts- und Detailaufnahmen, die die besondere Stimmung und den Zauber des Augenblicks einfangen.
Oma gegen rechts
Zunehmender Rechtsextremismus, Rassismus, Hetze gegen Minderheiten und Antisemitismus nicht nur, aber auch in Deutschland, Klimawandel, Krieg in der Ukraine – und ein amerikanischer Präsident, der keine Gelegenheit auslässt, Öl in die überall in der Welt auflodernden Feuer zu gießen und die vertraute Weltordnung zu sabotieren: Selten gab und gibt es so viele Gründe, auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. In der ersten Jahreshälfte 2025 habe ich das immer wieder getan. Bei großen Demos wie auf dem hannoverschen Opernplatz oder mit einigen wenigen Omas gegen rechts freitagsabends bei der Solidaritätswache vor der Synagoge der jüdischen Gemeinde. Mein Unfall und persönliche Gründe haben dieses Engagement vorübergehend unterbrochen. Aber ich mache im neuen Jahr weiter, versprochen. Denn gegen rechts sein genügt nicht. Frau muss es auch zeigen. Nie wieder ist nämlich jetzt.
Oma und Opa gegen rechtsStolpersteine zum Gedenken an 28 von den Nazis in Burgwedel ermordete Kinder
Beruf: Einstieg in den Ausstieg
Seit ich vor gut zwei Jahren Rentnerin geworden bin, nehme ich keine Schreibaufträge mehr an. Zwei monatlich erscheinende Zeitschriften habe ich aber weiter korrigiert. Doch Mitte 2025 hat die KI die Korrektur der einen Zeitschrift übernommen. Wirklich unglücklich war ich darüber nicht – jetzt kann ich meine Zeit freier einteilen, ohne Rücksicht auf Abgabe- und Drucktermine. Irgendwann wird die Künstliche Intelligenz wahrscheinlich auch die zweite Zeitschrift korrigieren. Soll sie – ich sehe es gelassen.
Erste Male – Positives und Negatives
Ich habe mir im vergangenen Jahr zum ersten Mal etwas gebrochen, und zwar mein Fußgelenk, leider gleich mehrfach
Auch auf die zweite „Premiere“ am gleichen Tag hätte ich gerne verzichtet: auf meine erste Fahrt mit einem geländgängigen Quad. Mit ihm wurde ich vom Hochplateau auf der Insel Runde ins Tal transportiert. Es war ein wilder Ritt im unwegsamen Gelände und einmal haben wir uns so festgefahren, dass wir nur mühsam und mit Hilfe wieder frei kamen.
„Challenges“, neudeutsch für Herausforderungen, Aufgaben oder Mutproben, sind spätestens seit der „Ice Bucket Challenge“ sehr populär. Ich habe 2025 zum ersten Mal an einer teilgenommen, nämlich an der Schreibchallenge von Astrid Engel. Meine erste Challenge wird nicht meine letzte sein.
Bislang kannte ich nur Adventskalender mit Süßigkeiten oder kleinen Geschenken; digitale Adventskalender waren mir neu. Vor dem 1. Dezember habe ich gleich mehrere abonniert und wenn auch nicht alle, so doch einige Tipps und Empfehlungen umgesetzt. So habe ich mir das in den Kalendern von „Frauen im Business bloggen“ oder der SEO-Akademie empfohlene Plug-in Yoast heruntergeladen, um die Auffindbarkett meines Blogs zu verbessern. Ob das gelingt? Ich bin gespannt.
Sieben Ziele für 2026
Ich möchte in diesem Jahr endlich meinen Roman zu Ende schreiben.
Ich möchte 2026 mindestens 60 Blogbeiträge veröffentlichen und meinen Instagramaccount reanimieren. Vielleicht schaffe ich es ja auch endlich, die besten Blogbeiträge aus den vergangenen Jahren und einige (kurze) Essays in einem Buch zusammenzufassen.
Endlich an einem Schreibwettbewerb teilnehmen. Eine Schreibfreundin hat mir von einem Ü-70-Wettbewerb erzählt. In diesem Jahr gehöre ich zu dieser Zielgruppe.
Ich kenne leider nur wenige heimische Pflanzen und Tiere. Das will ich ändern: Ich möchte mehr Zeit in der Natur verbringen und meine Beobachtungen und Entdeckungen in einem Nature Journal dokumentieren – mit Skizzen und Worten.
Im vorletzten Jahr und in den ersten Monaten des vergangenen Jahrs bin ich täglich durchschnittlich mehr als 10.000 Schritte gegangen. Das möchte ich auch 2026 wieder erreichen. Denn ich bin überzeugt, dass Gehen nicht nur meinem Körper und meiner Seele guttut, sondern sich auch positiv auf mein Denken und Schreiben auswirkt.
Ich möchte viel in diesem Jahr wieder mehr reisen und wandern. Geplant sind eine Wanderung auf der Rota Vicentina in Portugal, eine Reise mit dem Wohnmobil zur Sonnenfinsternis nach Spanien sowie Kurztripps an die Mosel, in die Pfalz und ins Elsaß. Auf meiner Städtewunschliste stehen Kopenhagen, Wien und Brügge weit oben.
Last, but not least habe ich mir fest vorgenommen, mich mehr zu engagieren: politisch zum Beispiel bei den Omas gegen rechts, gesellschaftlich im AutorInnenzentrum in Hannover. Dort organisiere ich nach wie vor den Frauenschreibtreff, außerdem engagiere ich mich in einer Gruppe, die den neu gewählten Vorstand unterstützt. Ich übernehme gelegentlich Cowriting-Termine und habe mich zur Kassenprüferin wählen lassen. Das habe ich noch nie gemacht, aber irgendwann ist immer das erste Mal.
Mein Motto für 2026
Wann, wenn nicht jetzt. Ich werde in diesem Jahr 70, worauf soll ich also noch warten.