Eigentlich wusste ich es ja, aber um sicher zu gehen, habe ich doch einmal beim Subtropenhof vorbeigeschaut: Wie erwartet war er noch immer kahl und (pflanzen)leer. Denn die exotischen Kübelpflanzen, die den Hof im Sommer in eine blühende Oase verwandeln, vertragen keine Kälte. Weil die Temperaturen derzeit nachts oft gen Null sinken, müssen sie noch in ihren Winterquartieren bleiben. Erst wenn die Eisheiligen Mitte Mai durchs Land gezogen sind, dürfen sie nach draußen.

Die Orchideen leben das ganze Jahr über unterm schützenden Glas des Orchideenschauhauses. Etwa 300 bis 800 Pflanzen sind jeweils dort zu bewundern. Doch sie sind nur ein kleiner Teil der Sammlung, die mit rund 25.000 Orchideen zu den größten Orchideensammlungen der Welt gehört. Etwa 3.000 Arten werden in den Sammlungshäusern kultiviert – darunter viele, die in der Natur selten oder schon ausgestorben sind.
Zweimal wöchentlich werden verblühte Pflanzen gegen andere ausgetauscht. Und so bietet sich mir jedes Mal, wenn ich das Orchideenhaus besuche, ein anderes Bild. Zurzeit dominiert die Farbe Gelb – nicht nur bei den Orchideen.



Hinter so viel Blütenpracht möchten die Pflanzen draußen nicht zurückstehen. Zwar sind Magnolien und die meisten japanischen Zierkirschen schon verblüht, dafür präsentiert sich Blumengang direkt daneben mit Tulpen, Narzissen und anderen Frühblühern so schön wie selten. Besonders gut gefallen haben mir die gelben Weinbergs-Tulpen, die ich bislang gar nicht kannte und im Berggarten noch nie bemerkt habe.



Laut Wikipedia sind Weinbergs-Tulpen wilde Tulpen, die einzige in Deutschland wild vorkommende Tulpenart. Sie gilt als stark gefährdet und ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Ich hoffe allerdings, dass ich vielleicht demnächst auf der Landesgartenschau in Bad Nenndorf oder im Herbst im Shop der Herrenhäuser Gärten ein paar Zwiebeln kaufen kann.
Im Staudengarten haben die ersten Strauch-Pfingstrosen die Pfingstrosensaison eröffnet. Noch wagen sich erst wenige Blüten hervor.


Nebenan im Rhododendronhain blühen die Büsche dagegen schon in den verschiedensten Farben – von strahlend Weiß bis dunkel Violett.


Der Staudengrund ist seit meinem letzten Besuch Anfang April kaum wiederzuerkennen. An den Ufern des künstlichen Bachlaufs wuchern die Pflanzen so üppig, dass das Wasser fast völlig unter ihnen verschwindet.



Am Ende des Staudengrunds stehen drei verschiedene Buchen einträchtig nebeneinander: die Süntelbuche, deren Blätterdach im Sommer fast 1.000 Quadratmeter überdeckt, die Blutbuche mit ihren dunkelroten Blättern und die Hängebuche. Nachdem im August 2024 ein Großteil der Krone der Hängebuche herausgebrochen ist, wurden Äste und Zweige weiß angestrichen. Der Anstrich soll die Sonnenstrahlen reflektieren und den Stamm vor Erhitzung, temperaturbedingten Spannungsrissen und Sonnenbrand schützen. So bleiben die Buche und das wohl einzigartige Buchenensemble hoffentlich noch lange erhalten.



