Ende der Freibadsaison

Ich bin sehr gerne am Wasser. Und wenn ich am Meer, an einem See oder an einem Fluss bin, kann ich oft nicht widerstehen und will hinein. Dem monotonen „Kachelnzählen“ im Schwimmbad kann ich dagegen nur wenig abgewinnen. Aber Schwimmen ist ja bekanntlich gesund. Und so habe ich, um mich zu motivieren, im Mai eine Saisonkarte für das Freibad in Burgwedel gekauft. Denn nur, wenn ich zweimal in der Woche schwimme, rechnet sich der Kauf.

Das habe ich geschafft. In Burgwedel öffnet das Freibad von Dienstag bis Freitag schon um sechs Uhr morgens. Und so bin ich, wenn ich zu Hause war, an diesen Tagen meist kurz nach sechs mit dem Rad losgefahren – für mich die beste (Schwimm)Zeit.

Wenn ich im Schwimmbad ankam, waren die ersten FrühschwimmerInnen schon aus dem Wasser. Oft hatte ich dann eine Bahn für mich. Und ehe die SchülerInnen aus dem Schulzentrum nebenan zur Schule fuhren und mir auf dem schmalen Radweg zu dritt entgegenkamen, war ich wieder zu Hause.

Allzu weit geschwommen bin ich zugegebener Weise nicht: meist nur 20 oder – eine kleine Reminiszenz an Caroline Wahl – 22 Bahnen. Doch anders als Tilda, die Heldin ihres Romans,  bin ich in der Regel nur 500 oder eben 550 Meter geschwommen. Meine Bahnen waren nämlich nicht 50, sondern nur 25 Meter lang. Schwimmen ist nämlich nicht mein Sport. Aber wenn ich mal im Wasser war, hat es mir dann meist doch Spaß gemacht. Im Sommer, wenn die Sonne auf dem Wasser glitzerte, ebenso wie in den letzten Tagen, wenn es am Anfang noch dunkel war und erst allmählich hell wurde, während ich meine Bahnen zog.

Und so bedaure ich es wirklich, dass die Freibadsaison am 2. Oktober zu Ende gegangen ist. Zwei Tage später als geplant. Wegen des schönen Wetters hatte die Stadt nämlich zwei Zusatztage spendiert. Zu recht. Denn die Luft war am letzten Badetag 10 Grad wärmer als im Mai, nämlich 18 Grad. Die Wassertemperatur lag, der Technik sei Dank, am Ende der Saison im Oktober ebenso wie beim Beginn im Mai bei 24 Grad. Das ist selbst für eine Frostbeule wie mich erträglich. Und weil es eine Wärmehalle gibt, musste ich selbst beim Umziehen nicht frieren

Ja, ich gebe es zu: Ich werde das Kachelnzählen am Morgen vermissen. Und ich freue mich schon auf den nächsten Mai, wenn die Freibadsaison wieder beginnt.