Weitermachen oder aufhören

Was tun? Soll ich weiter bloggen oder aufhören. Die Frage habe ich mir schon öfter gestellt, aber in dieser Woche gibt es gleich drei Anlässe, noch einmal darüber nachzudenken.

Anfang der Woche meldete mein Sicherheits-Plug-in, also quasi eine Art Virenscan für Websites, mehrere unberechtigte Einloggversuche auf meiner Website. Das passiert öfter, aber bislang noch nie mit Benutzernamen, die ich tatsächlich verwendet habe.

Die Einloggversuche scheiterten zwar an meinem Passwort. Trotzdem habe ich sicherheitshalber Benutzernamen und Passwort geändert. Das war leichter gesagt als getan, ist mir aber dank einiger Tipps der Webagentin Silke Buttgereit gelungen

Am Mittwoch war dann in fast allen Medien eine Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP Thema Nummer 1. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stufte das Risiko durch „PHP2Shell“ als „außerordentlich hoch“ ein. Es riet allen WebsitebetreiberInnen, schnell zu handeln, sofort ein Sicherheitsupdate zu installieren bzw. beim zuständigen Webhoster* nachzufragen, ob das geschehen sei.

Letzteres habe ich per Mail sofort getan. Denn natürlich war auch mein Blog wie Millionen anderer Websites betroffen. Um nicht Ziel eines Hackerangriffs zu werden, schalteten viele Institutionen, Behörden und Unternehmen ihre Websites vorübergehend ab. Mir ist das leider nicht gelungen. Glücklicherweise entdeckte ich nach mehreren vergeblichen Versuchen auf der Website meines Webhosters die Information, dass die Sicherheitslücke bereits gestopft war, als ich in den gegen 18 Uhr in den Nachrichten zum ersten Mal davon gehört hatte. Ein Mitarbeiter fand sogar mitten in der Nacht sogar noch die Zeit, mir auf meine Mail zu antworten. Das nenne ich Service. Danke Lima City.

Doch meine Freude über die Lösung dieses Problems währte nicht lange: Am Freitag zeigte die von Nathalie von sight and wind in ihrem Newsletter empfohlene Überprüfung des Zustands meiner Website, dass sie „mit einer älteren PHP-Version ausgeführt (wird), die aktualisiert werden sollte.“

Doch auch hier half mein kompetenter und freundlicher Ansprechpartner bei Lima-City prompt weiter.

„Wir haben das Update für alle PHP-Versionen von 5.6 bis 8.5 eingespielt“, schrieb er – also auch für meine.  Er riet mir aber trotzdem, die PHP-Version zu ändern. Die Anleitung, die er mir schickte, war so verständlich, dass selbst ich sie problemlos umsetzen konnte. Um auf Nummer sicher zu gehen, überprüfte ich außerdem meine Website mit einem Sicherheits-Plug-in und löschte zwei Plug-ins, die laut Scan ein mögliches Sicherheitsrisiko darstellten.

Jetzt läuft mein Blog laut Webstands-Zustandsbericht nicht nur mit einer empfohlenen PHP-Version, sondern hat auch zahlreiche weitere Tests bestanden: Bei weiteren Einträgen wurden keine Probleme erkannt.

Ein bisschen stolz war ich schon, dass ich es geschafft habe, meine Website zumindest ein bisschen sicherer zu machen. Aber es kostete wieder einmal viel Zeit und vor allem viele Nerven. Ich schreibe gerne Blogbeiträge, aber die technischen Probleme stressen mich – und verderben mir die Lust am Bloggen. 

Die Bedrohung durch Hackerangriffe und Schadsoftware wächst weiter. Denn dank KI werden Programmierfehler und Sicherheitslücken, die von bösartigen Hackern und Betrügern ausgenutzt werden können, immer schneller aufgespürt. Website-BetreiberInnen wie ich haben, so fürchte ich, im ungleichen Wettlauf zwischen Hase und Igel kaum eine Chance.

Und so stellt sich für mich die Frage, ob sich für mich der Aufwand, zu bloggen, noch lohnt. Vielleicht ist jetzt die Zeit, good bye zu sagen. Fliegen kann ich vielleicht auch anderswo.

*Allen, die wie ich nicht sonderlich internet-affin sind, sei’s erklärt. Webhoster stellen Server und Speicherplatz für Websites von Privatpersonen oder Unternehmen bereit, und gewährleisten so, dass Websites wie mein Blog rund um die Uhr erreichbar sind. Außerdem übernehmen sie die technische Instandhaltung, kümmern sich um Back-ups, Sicherheitslücken und manches mehr.

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