Monatsrückblog Januar 2026

Der Januar ist vorbei – und er brachte das, was er als richtiger Wintermonat eigentlich bringen soll: Schnee, Zugegeben, es war mehr, als wir es in den letzten Jahren gewohnt waren, aber frei nach Loriot: Früher war mehr Schnee, ohne dass dafür Katastrophenalarm ausgerufen worden wäre.  

In diesem Jahr versetzte die weiße Pracht zumindest bei uns in der Region Hannover die Verantwortlichen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Angst und Schrecken. Obwohl am ersten Januarwochenende auf den Straßen nur ein Hauch Schnee lag, fuhren in und um Burgwedel keine Busse mehr. Dabei ist die Gegend im Prinzip flach wie ein Topfdeckel – es müssen also  keine steilen und daher potenziell unfallträchtigen Anstiege und Abfahrten bewältigt werden.

Am Freitag, den 9. Januar, wurde dann wegen des befürchteten Schneechaos der Unterricht in Niedersachsen und Hamburg ganz abgesagt. Das Schneechaos fiel zwar aus, aber die Schulen blieben trotzdem geschlossen, die Kinder zu Hause. Fragt sich, was die Eltern tun, die keine Großeltern oder andere Ersatzbetreuungspersonen für die lieben Kleinen haben. Und die nicht einfach zu Hause bleiben und im Homeoffice arbeiten können.

Absolut unverständlich ist für mich, warum man den ÖPNV einstellt, die Busse in den Depots lässt, die BerufskraftfahrerInnen nach Hause schickt und die Straßen den FahrererInnen überlässt, deren einzige Qualifikationen Führerschein und Fahrpraxis sind. Eigentlich sollte es umgekehrt sein: Die Profis fahren, die Amateure lassen ihre Autos stehen. Der Kabarettist Christoph Sieber hat zum Thema Schnee, Schulausfall und Schutz von Kindern auf seinem Instagram-Account Kabarettsieber einen tollen Beitrag veröffentlicht. Ansehen lohnt, nicht nur bei diesem Beitrag.  

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Gefühlt endet der Januar so, wie er begonnen hat: erkältet. Angefangen hatte das Elend ja schon Anfang Dezember, als ich quasi über Nacht meine Stimme verlor. Sie kam nach drei Tagen wieder. Husten und Schnupfen blieben, mal mehr und mal weniger stark. Und in der letzten Januarwoche kam dann auch noch eine Blasenentzündung hinzu. Hausmittel wie Tees und Wärmflasche haben leider nicht geholfen. Aber ein Antibiotikum hat jetzt schnelle Besserung gebracht.

Noch einmal Niki und Co

Weil ich mich nicht besonders fit fühlte, ist manche geplante Aktivität ausgefallen. Eine Wanderung mit meiner Tochter beispielsweise. Immerhin war ich noch einmal in der Ausstellung Niki – Kusama – Murakami im Sprengel Museum, diesmal mit meiner 13-jährigen Enkelin. Sie kannte keine der drei KünstlerInnen, hatte, weil nicht in Hannover zu Hause, die Nanas nur einmal auf einer Postkarte und von Weitem am Leineufer gesehen. Sie war begeistert und ich war beeindruckt, wie intensiv sie sich auf die Kunstwerke einließ, auch auf die, die ihr weniger gefielen oder die sehr ungewöhnlich sind wie die Schießbilder von Niki de Saint Phalle.

Am besten haben ihr die Arbeiten von Yayoi Kusama gefallen. Ihre (gepunkteten) Bilder sind wirklich etwas Besonderes – und der „Infinity Mirrored Room“ ist sicher das Highlight der Ausstellung. Etwa 40 Menschen standen vor uns in der Schlange und warteten geduldig mit uns, den kleinen Raum betreten zu dürfen. Etwa eine Minute durfte man dann drinnen bleiben – doch die genügte, um verzaubert zu werden.

Mit Takashi Murakamis Arbeiten kann ich persönlich am wenigsten anfangen – aber ein Bild hat meine Enkelin und mich gleichermaßen fasziniert: Blue Life Force besteht aus lauter winzigen Totenköpfen. Doch die wirken nicht erschreckend, sondern lebendig, wie zum Leben gehörend. Niki de Saint Phalles bunt glitzernder Totenkopf kann sogar betreten werden und ist als Meditationsraum gedacht. Der Tod gehört eben doch zum Leben.

(Gemeinsam) Schreiben

Alle, die meinen Blog regelmäßig lesen, wissen es: Ich mag es, gemeinsam mit anderen zu schreiben, Am ersten Sonntag im Monat treffe ich mich ganz analog mit Schreibfreundinnen im AutorInnenzentrum in Hannover, digital logge ich mich, wann immer ich Zeit habe, zu den Schreibdates mit Denise Fritsch oder Sabine Rasch ein.

Ein Highlight am Monatsanfang war die zweitägige „Online-Schreibzeit zwischen den Jahren“ der Textmanufaktur mit Sabine Rasch. Am ersten Tag haben wir, jede für sich und doch gemeinsam im digitalen Schreibraum, die Bilanz des Schreibjahrs 2025 gezogen; am zweiten Tag stand das beginnende Schreibjahr 2026 im Fokus. Ich habe zum Beispiel schreibend darüber nachgedacht, welche Schreibprojekte ich in diesem Jahr unbedingt verwirklichen und welches neue Genre ich im neuen Jahr gerne mal ausprobieren würde.

Mit dem Nature Journaling, einer Mischung aus Texten und Skizzen, habe ich dann gleich Mitte des Monats begonnen. Zugegeben, die ersten Versuche sind eher unbeholfen, die Beobachtungen beschränken sich fast ausschließlich auf Vögel in unserem Garten und die Lücken zwischen den Einträgen sind noch groß. Aber das ändert sich hoffentlich, wenn es draußen wärmer wird und der Schnee schmilzt. Dann – einen Monat später als geplant – startet auch mein Projekt „Ansichten aus den Herrenhäuser Gärten“. Besser spät als nie.

Winter ade?

„Es war wohl die letzte Schneewanderung in diesem schneearmen Winter,“ habe ich vor fast genau einem Monat geschrieben nach einer Wanderung mit meiner Kollegin Foe geschrieben (https://timetoflyblog.com/wandern-und-schreiben). Aber unverhofft kommt ja bekanntlich oft: Der Winter will in diesem Jahr scheinbar nicht weichen und hat in den letzten Tagen bewiesen, wie viel Kraft und Ausdauer er noch hat. Kein Wunder: Er hat ja im Januar eine Pause gemacht und uns eine Ahnung von Frühling beschert

Der Schnee, mit dem der Winter am Donnerstag seinen Anspruch zu bleiben untermauerte, war zwar am Freitagmorgen wieder geschmolzen, als ich in Richtung Harz aufbrach. Weil aber Wetterbericht und die Wolken am Himmel nichts Gutes verhießen, wanderten wir nicht, sondern arbeiteten ein wenig in Foes neuem Schrebergarten.

Abends fing es wieder an zu schneien und es schneite die halbe Nacht ohne Unterlass. Und so war dann am nächsten Morgen statt Gartenarbeit ein Spaziergang im Schnee angesagt – eine wirklich schöne, wenn auch unerwartete Alternative.

Mehr Schnee als am Harzrand war in der Nacht erstaunlicherweise im hannoverschen Flachland gefallen. Mein Winterling und die Traubenhyazinthe waren (fast) komplett unter der Schneedecke verschwunden und mussten von mir von der kalten und schweren Last befreit werden, als ich wieder zu Hause ankam.

Mehr Glück hatten die Hyazinthe und die Krokusse, die unter schützenden Bäumen und Sträuchern wachsen. Was wieder einmal zeigt: Der Platz an der Sonne ist eben nicht immer die beste Wahl.

Dem Blaukissen und meinem Lesezwerg bietet das gläserne Dach unseres Wintergartens Schutz. Im Wintergarten ist es an Tagen wie diesen schon sommerlich warm. Fast 27 Grad zeigte das Thermometer heute Mittag. Und so konnte ich mein Schreibzimmer im Wintergarten eröffnen – vielleicht zum letzten Mal in diesem Winter mit dem Blick auf den n verschneiten Garten.

Vom Gehen im Schnee

Manchmal denke ich, ich bin für solche Touren zu alt. Oder nicht mehr fit genug. Zum einen natürlich, weil ich so alt bin. Zum anderen aber auch, weil ich – anders als früher – nicht genug, genauer gesagt gar nicht mehr trainiere. Das Ziel, jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen, erreiche ich leider bei weitem nicht jeden Tag. Und so hat mich die Wanderung am vergangenen Sonnabend schon ans Limit gebracht – allerdings weniger wegen der Strecke, die wir zurückgelget haben, sondern mehr, weil wir die meiste Zeit durch den hohen Schnee gewandert sind.

Der lag mindestens kniehoch, und zeitweise waren wir die ersten Menschen, die dort gegangen sind, seit es geschneit hatte. Nur auf den ersten und letzten Kilometern konnten wir in die Fußstapfen anderer Wanderer treten. Manchmal sind wir den Spuren von Rehen oder Hirschen gefolgt, die aber offenbar nicht geradeaus gehen, wie wir Menschen es tun, sondern sich in Schlangenlinien bewegen. Warum, ist uns ein Rätsel. Betrunken waren sie sicher nicht; vielleicht folgen sie uralten Pfaden, umkreisen Bäume, die einmal dort gestanden haben, ehe wir Menschen sie gefällt haben, um für uns einen Weg durch den Wald anzulegen.

Tief verschneit: der Wegweiser zu unserem Ziel

Eigentlich wollten wir bis zur Marienteich, einem kleine See bei Torfhaus, wandern. Doch diesen Plan haben wir schon nach den ersten Metern im tiefen Schnee aufgegeben. Ich wäre wahrscheinlich schon nach dem ersten Kilometer umgekehrt, doch meine Begleiterin zog es zum Radauwasserfall – und sie zog mich mit. Zum Glück. Denn die verschneite Landschaft war wirklich wunderschön – und schließlich waren es laut Wanderapp ja bis zum Wasserfall nur fünf oder sechs Kilometer. Doch für die brauchten wir mehr als doppelt so lange wie bei „normalen“ Witterungsverhältnissen.

Der Brocken im Blick

Zum Glück stapfte Foe meist tapfer voran und bahnte mir einen Weg – 30 Jahre weniger und etliche Wanderkilometer mehr machen sich halt doch bemerkbar. Außer uns war niemand unterwegs – wir waren ganz allein und mir ist beim Gehen durch den tiefen Schnee wieder einmal bewusst geworden, wie klein wir Menschen in der Natur sind – und wie hilflos wie ihr ausgeliefert sind.

Menschen haben wir erst wieder am Radauwasserfall getroffen, doch die waren, anders als wir, mit dem Auto gekommen, um das im Herabstürzen gefrorene Wasser zu bewundern – ein wirklich beeindruckender und in den letzten Jahren seltener Anblick.

Dass wir vom Wasserfall wieder zurück nach Bad Harzburg mussten, hatte ich völlig verdrängt – und auch, wie lang dreieinhalb Kilometer sein können, wenn man müde wird und die Beine schwer. Und wenn der Schnee kniehoch liegt.

„Sei froh, dass du hier wandern kannst“, habe ich mir immer wieder gesagt. „Bin ich, nachher“, hat mein weniger leidensfähiges Ich geantwortet. Irgendwie musste ich an meinen ersten Marathonlauf denken, als ich kurz vor dem Ziel erschöpft aufgeben wollte – und es natürlich nicht getan habe. Hier war Aufgeben ohnehin keine Option – schließlich mussten wir ja nach Hause, und zwar zu Fuß.

Das dauerte länger als geplant, und am Ende war ich wirklich platt. Wie gesagt: Manchmal denke ich, ich bin für solche Touren zu alt. Oder nicht mehr fit genug. Aber es hat Spaß gemacht, und es war ein tolles Gefühl, durchgehalten zu haben. Und ich finde es schade, dass dies wohl die letzte Schneewanderung in diesem Winter war.

Gartenblicke im Februar

Dass ich meine Gartenblicke in diesem Monat ungewöhnlich früh veröffentliche, liegt nicht an meinen guten Vorsätzen fürs neue Jahr – obwohl es die durchaus gibt -, sondern an den ungewöhnlichen Ansichten. Zu sehen ist nämlich außer viel Weiß wenig.

Die Schneeglöckchen – nomen est omen – in dem neuen Beet neben der Einfahrt sind ebenso unter einer dicken weißen Schneedecke verschwunden …

… wie die Christrosen im Beet vor dem Wohnzimmerfenster …

… und im Rosenbeet. Ich hoffe, dass sie unter der Schneedecke überleben.

Große Sorgen mache ich mir um die Frösche, die im Sommer in unseren Teichen leben und laichen. Denn beide Teiche sind nicht tief genug – eine längere Frostperiode können die Frösche darin wohl kaum überleben. Ich habe sie allerdings seit dem Spätherbst nicht mehr gesehen. Und so hoffe ich dass sie den Winter in tieferen Teichen in der Nachbarschaft verbringen und erst im Frühjahr wieder in unseren Garten zurückkommen.

Im Kräuterbeet in der Mitte ächzte der Salbei unter der Schneelast – ich habe ihn inzwischen davon befreit. Im Beet am Zaun haben die Gärtner nicht nur meinen Lieblingsbaum, die Eberesche, gefällt, auch der Augustapfelbaum musste weichen: Die Vögel hatten ihn ausgesät  –  leider zu dicht an unserem Sauerkirschbaum. Anders als die Eberesche wird er wohl keinen Nachfolger bekommen.

Kräuterbeet mit Sonnenuhr

Eingeschneit

Das hat mein Lesezwerg noch nicht erlebt, obwohl er seit Jahr und Tag in unserem Garten sitzt: Eingeschneit war er bislang noch nie! Selbst der Rosenstrauch und das Vordach des Wintergartens konnten ihn nicht schützen. Nur die Spitze seiner roten Zipfelmütze lugte gestern Morgen noch aus dem Schnee hervor. Natürlich wollte ich ihn befreien und mit ins Haus nehmen, doch das wollte er nicht. Ein bisschen Winter macht einem Zwerg nichts aus: Er will unter der schützenden Schneedecke ausharren und wie in in den vergangenen Jahren im Garten überwintern.

Auch die Katze war bis zur Nasenspitze vom Schnee verweht. Ich habe sie ausgegraben, sodass sie sich wieder halbwegs frei bewegen kann. Doch auch sie will draußen bleiben; sie ist nicht schneescheu – im Gegensatz zu  ihren lebenden Artgenossen. Fine, unsere Nachbarkatze, die regelmäßig durch unseren Garten streift, habe ich seit Tagen nicht gesehen. Und Kiara, meine Lieblingskatze, weigert sich, auch nur eine Pfote auf den verschneiten Balkon zu setzen.

Der Elch fühlt sich wohl im hohen Schnee: Kein Wunder, in seiner Heimatim hohen Norden sind die Winter kälter und der Schnee liegt viel höher.

Und auch die Vögel harren tapfer aus – trotz Eiszapfen an der Stange und einer Haube aus Schnee auf ihrem Kopf. Doch ich fürchte, sie werden es sich im nächsten Jahr anders überlegen und mit ihren Artgenossen gen Süden ziehen.

Vom Igel ist nichts mehr zu sehen: Er hält wie seine echten Artgenossen Winterschlaf und kommt wohl erst wieder zum Vorschein, wenn der Schnee schmilzt und der Frühling kommt.

Winterwanderung

Den ersten und vermutlich auch den letzten Schnee dieses Winters habe ich am vergangenen Wochenende gesehen. Nicht hier, im norddeutschen Flachland, sondern im Harz. Schnee lag auch dort erst ab ungefähr 800 Meter. Nicht wirklich viel, aber genug für ein bisschen Winterfeeling.

Gemeinsam mit Foe Rodens bin ich an zwei Tagen ab Torfhaus, der Basisstation für Wanderer und Wintersportler, gewandert. Am Freitag ging‘s auf den Brocken, der uns als höchster Berg Norddeutschlands besonders schneesicher schien. In den vergangenen Jahren bin ich gut ein dutzend Mal dort hinauf gewandert – aber noch nie im Winter.

Mystisch: der Brocken im Winter und im Nebel

Die Wanderung im Schnee war ein besonderes Erlebnis – und besonders eindrucksvoll, weil irgendwann unterwegs die Sonne hervorkam und sich der Gipfel unter blauem Himmel präsentierte. Die Landschaft war teilweise im Nebel verschwunden, ich hatte das Gefühl, über den Wolken zu sein, wo die Freiheit ja angeblich grenzenlos ist. Und irgendwann stieg aus dem Nebel ein Heißluftballon hervor.

… und aus dem Nebel steiget …

Unser Wanderziel am Sonnabend hat Foe entdeckt. Zum Glück, denn ich hatte von der Wolfswarte bisher noch nichts gehört. Dabei liegt die Felsformation nur etwa dreieinhalb Kilometer von Torfhaus entfernt – und zählt bei Naturliebhabern zu Recht zu den schönsten Wanderzielen im Harz. Schöner als auf dem viel berühmteren Brocken ist es auf dem Nebengipfel des Bruchbergs allemal – und längst nicht so überlaufen.

Blick von der Wolfswarte über den Harz. Im Hintergrund Altenau

Von der Wolfswarte hat man einen herrlichen Panoramablick über den westlichen Oberharz, zum Beispiel auf Altenau und Teile des Okerstausees. Doch nicht nur wegen des Ausblicks lohnt die Wanderung: Schon der Weg dahin ist so, wie ich mir einen Wanderweg wünsche: schmal, naturbelassen, teilweise recht steinig und feucht und daher bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt recht glatt.

Der Weg ist das Ziel . Foto: Foe Rodens

Ich werde sicher wiederkommen – und vielleicht beim nächsten Mal von Altenau aus das Hochplateau erwandern. Dann werde ich auch den 927 Meter hohen Gipfel des Bruchbergs erklimmen und das Naturdenkmal Okerstein besuchen, ehe ich hoffentlich wieder bei Sonnenschein und höheren Temperaturen den Ausblick von der Wolfswarte genieße.