Monatsrückblog Februar 2026

Eins zwei drei im Sauseschritt … Jetzt ist auch der zweite Monat des Jahres vorbei – und hoffentlich auch der Winter. Die Tage sind zum Glück schon deutlich länger: Zwar ist es morgens, wenn ich aufwache, meist noch nicht hell, aber im Osten ist meist schon ein heller Streifen am Horizont zu sehen.

Ab in den Garten

Am 1. März hat der meteorologische Frühling begonnen, und das Wetter hat sich diesmal nach dem Zeitplan der Meteorologen gerichtet. Der Dauerregen hörte aus, es wurde in der letzten Februarwoche frühlingshaft. Obwohl wir nur einen relativ kleinen Garten haben, war daher Gartenarbeit angesagt. Und auch mein Projekt Herrenhäuser Gärten konnte starten, wenn auch mit einmonatiger Verspätung. Ein Jahr lang möchte ich jeden Monat einen Beitrag über die Herrenhäuser Gärten, vor allem über den Berggarten, posten.

Schreibmonat Februar

Weil ich gerne gemeinsam mit anderen schreibe, habe ich mich für den Schreibmonat Februar der Textmanufaktur angemeldet: Fünf dreistündige Cowritings „zum gemeinsamen Schreiben und zum Austausch“ und ein ambitioniertes Ziel für die TeilnehmerInnen: „Drei Seiten am Tag, 21 pro Woche, 84 im Monat (gern mehr) … Egal, ob es … der liegengebliebene Roman … oder Gedanken, die dir seit Ewigkeiten im Kopf herumschwirren und endlich aufs Papier wollen“ .

Weil ich eine Langsamschreiberin bin und es neben der Geschichte, die ich vor Jahren begonnen habe und die in diesem Jahr endlich zu Ende bringen will, noch andere Ideen und Projekte gibt, habe ich mir eigene Schreibziele gesetzt:

  • jeden Tag an meiner Geschichte arbeiten, das sind mindestens 300 Worte (eine Seite) täglich,  wenn möglich mehr
  • jeden Tag ein Haiku oder ein Elfchen. Denn zum kürzesten Monat des Jahres passen kurze Gedichte
  • mindestens sechs Blogbeiträge posten
  • ein Schreibjournal und ein Naturejournal führen

Die Bilanz am Ende des Monats: Ich habe – alle Schreibprojekte zusammengenommen –32415 Wörter geschrieben, also sogar fast vier Seiten täglich. Das ist mehr, als ich erwartet habe. Mein Roman ist (leider nur) um eine Seite, also um 300 Worte, täglich gewachsen. Statt der angestrebten sechs waren es nur fünf Blogbeiträge und statt 28 kurzer Gedichte nur 20. Immerhin. Mein Arbeitsjournal habe ich fast täglich geführt, mein Naturejournal zugegebener nur gelegentlich. Aber wenn es wärmer wird, bin ich sicher öfter draußen und schreibe dann auch häufiger im Garten oder in der Natur.

Reisen

Manchmal ist es gut, zurückzublicken. Gefühlt habe ich den Februar ganz in Burgwedel und Hannover verbracht. Dass ich zweimal in den Harz gefahren bin, hatte ich schon vergessen. Gewandert bin ich dort im Februar allerdings nicht. Mal war meine Wanderpartnerin, mal war ich nicht fit. Aber es geht wieder voran. Und so haben wir für Anfang Mai einen gemeinsamen Wanderurlaub gebucht. Wir werden allerdings – anders als geplant – nicht die berühmte Rota Vicentina, sondern den Naturpark Sintra-Cascais erwandern. Ich bin sehr gespannt.

Wieder kurze Haare

Soll ich oder soll ich nicht? Seit anderthalb Jahren habe ich meine Haare wachsen lassen, weil ich keine Lust hatte, regelmäßig zum Friseur zu gehen. Zum Schluss waren die Haare fast schulterlang. Jetzt habe ich sie wieder kurz schneiden lassen. „Das sind viel mehr sie selbst“, sagte die Friseurin zu mir, die mir die Haare schneidet, seit ich nicht mehr in Neumagen zu meiner Stammfriseurin gehen kann. Und ich finde, sie hat recht. Außerdem sind kurze Haare viel praktischer, wenn ich wieder häufiger schwimmen gehe. Der Sommer kann also kommen.

Frühjahrsputz im Garten

In der Woche vor dem meteorologischen Frühlingsanfang zeigte sich das Wetter endlich frühlingshaft. Höchste Zeit, die Gartensaison zu eröffnen. Denn zum Schutz der Vögel dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz Bäume, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze ab 1. März nicht mehr (radikal) geschnitten oder gar beseitigt werden. Und unsere Beete mussten dringend von den vom wochenlangen Regen zermatschten Blättern des letzten Jahres befreit werden.

Unter dicken Laubschichten haben wir ein paar Winterlinge freigelegt. Es sind zwar nur wenige, trotzdem war ich glücklich, sie zu sehen. Denn sie erinnern mich an zwei Freundinnen und eine gute Bekannte, die in den letzten Jahren gestorben sind. Eine hat mir kurz vor ihrem Tod ein paar Winterlinge geschenkt. Bis sie einen gelben Teppich bilden wie in ihrem Garten, werden wohl noch Jahre vergehen. Aber ich hoffe, dass sie sich irgendwann genauso ausbreiten wie die Scillas.

Auch die Blausternchen haben meine Geduld auf eine lange Probe gestellt. Auf unserem Nachbargrundstück blühten nämlich jedes Jahr hunderte, auf unserem kein einziges. Es war, als gäbe es eine unsichtbare Grenze. Als das Haus abgerissen wurde, habe ich einige Zwiebeln ausgegraben. Aber erst nach zwei oder drei Jahren breiteten sie sich in unserem Garten aus. Und auch in diesem Jahr lassen die Blüten noch auf sich warten, ebenso wie Hyazinthen und Traubenhyazinthen.

Die Krokusse blühen schon. Bei uns im Garten fühlen sich vor allem die Elfenkrokusse mit ihren zartlila Blättern. Sie vermehren sich von selbst und sprießen überall  – auf den Beeten und auf dem Rasen, wo sie nach Meinung meines Mannes eigentlich nichts zu suchen haben. Auch immer mehr Blaukissen-Blüten wagen sich hervor. Bis sie aber ein lila Kissen bilden, werden wohl noch einige Tage vergehen. Den Lesezwerg stört’s nicht; er ist so in sein Buch vertieft.

Das Hochbeet meines Mannes hat den Winter nicht überlebt. Es ist auseinandergebrochen und nicht mehr zu reparieren. Denn obwohl das Holzgestell mit Folie bzw. Vlies ausgekleidet war, waren die Bretter total morsch. Wenn wir sie nächste Woche in den Nachbarort zum Sperrmüll bringen, kaufen wir im Baumarkt ein neues Hochbeet. Beim Befüllen kommen dann die abgeschnittenen Zweige und ein Teil des Laubs zum Einsatz, die beim Frühjahrsputz angefallen sind. So schließt sich der Kreis

Der Berggarten im Februar

Nicht im Januar, sondern erst im Februar, also einen Monat später als geplant, beginnt mein Projekt Herrenhäuser Gärten. Ich habe mir Anfang des Jahres vorgenommen, einmal im Monat einen Blogbeitrag mit Fotos aus den Herrenhäuser Gärten zu posten. Nicht immer, aber öfter von den gleichen Stellen, damit deutlich wird, wie sich der Garten im Lauf des Jahres verändert. Meist werde ich über den Berggarten schreiben. Denn der ist für mich mit mehr als 12.000 Pflanzenarten der vielfältigere, interessantere und schönere Teil der Herrenhäuser Gärten.

Noch liegt der Berggarten im Winterschlaf. Der ganze Berggarten? Nein. Auch im Winter können im Orchideenhaus 500 bis 800 blühenden Orchideen aus einer der größten Orchideensammlungen der Welt bewundert werden.

Außerdem wachsen dort Baum- und andere Farne, Kaffee- und viele andere Pflanzen, die auf anderen Kontinenten zu Hause sind. Gleich nebenan im Tropenschauhaus fühlt frau sich sich zwischen Palmen, Bromelien, Mango- und Bananenpflanzen in den tropischen Regenwald versetzt.

Die neu gepflanzten Blumen draußen im Schmuckhof blühen noch nicht; im Subtropenhof sind zurzeit nur Fotos von Pflanzen zu sehen. Erst wenn die Eisheiligen im Mai vorbei sind, ziehen die exotischen Kübelpflanzen aus den Gewächshäusern hinter die hohen Backsteinmauern um.

Von den Frühblühern wagen sich bislang nur Schneeglöckchen und Winterlinge hervor und bilden überall im Berggarten dichte Teppiche. Bis Pfingstrosen und andere Stauden den zurzeit kargen Präriegarten wieder in ein Blütenmeer verwandeln, vergehen noch einige Wochen. Die Strauchpfingstrose Jeanne D’Arc hat allerdings schon dicke Knospen und kündet vom Frühling – ebenso wie ein paar Meter weiter im Rhododendronhain die ersten Rhododendronknospen.

Der künstliche Bach im Staudengrund wird erst im März oder April geflutet, die Wasserbassins sind noch abgedeckt, der Moorweiher liegt noch unter einen Eisschicht.

Beeindruckende Bäume

An seinem Ufer steht ein Baum, der mich immer wieder aufs Neue beeindruckt: Die kaukasische Flügelnuss wurde erst 1955 gepflanzt, hat aber laut Website Baumkunde.de schon einen Stammumfang von mehr als fünf Metern und ist über 20 Meter hoch.

Nicht gerade in die Höhe, sondern eher in die Breite wachsen Süntelbuchen. Wegen ihres ungewöhnlichen Aussehens waren sie früher als Teufels-, Hexen oder Gespensterbäume verschrien und wurden in ihrer Heimat, dem Süntel, fast ausgerottet. Wenn ihre verdrehten und hängenden Äste den Boden berühren, bilden sie Wurzeln und es entstehen neue Stämme. Die mächtige Süntelbuche im Staudengrund ist mein Lieblingsbaum im Berggarten. Solange sie noch keine Blätter trägt, ist gut zu erkennen, was sie so einzigartig macht. Was aussieht wie ein kleiner Wald, ist ein einziger Baum. Im Sommer überdeckt seine Krone fast 1.000 Quadratmeter.

Wie sich Süntelbuchen ausbreiten, können BesucherInnen am Eingang des Staudengrunds in den nächsten Jahren beobachten. Dort stehen sich jetzt zwei rotblättrige Süntelbuchen gegenüber. Weil die ältere in den angrenzenden Fußweg hineinzuwachsen drohte, leitet ein Gerüst ihre Äste über den Weg. Auf der anderen Seite des Weges wurde eine neue Süntelbuche gepflanzt, die ihr entgegen und mit ihr zusammenwachsen soll. Ein Vierteljahrhundert wird es vermutlich dauern, bis ein sich selbst tragender Laubengang entstanden und das stützende Gerüst überflüssig ist. Ich bin gespannt.

Im Wintergarten

An Tagen wie diesen macht unser Wintergarten seinem Namen alle Ehre. Wenn die Sonne scheint, kann ich selbst bei Schnee und/oder Temperaturen unter Null im Grünen sitzen, mit Blick auf den Garten,

Schon im Januar, wenn die Sonne erst um die Mittagszeit über den Kastanienbaum und den Dachfirst der Nachbarn lugt, klettern die Temperaturen unter dem schützenden Glas nur für ein oder zwei Stunden auf über 20 Grad. Mitte Februar scheint die Sonne dann vom späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag in den Wintergarten. Bei Temperaturen bis zu 30 Grad wird der Wintergarten dann für mehrere Stunden zu meinem Schreib- und Lesezimmer – und heizt das angrenzende Wohnzimmer mit.

Während sich im Garten bislang erst wenige Pflanzen hervorwagen, grünt und blüht es im Wintergarten prächtig. Blickfang Nummer eins ist der Osterkaktus mit seinen rosa Blüten. Er blüht – seinem Namen zum Trotz – schon seit der Dezember und zeigt noch keine Ermüdungserscheinungen. Bis Ostern wird er es aber kaum durchhalten.

Ebenfalls rosa, aber wesentlich kleiner und unscheinbarer, sind die Blüten der Sukkulente, die wir vor Jahren als winzigen Ableger aus Spanien mitgebracht haben. Ich vermute, dass es eine Echeveria ist, von der es laut Wikipedia über 150 Arten gibt, aber ich bin mir nicht sicher.

Auch die Strelitzie hält sich in diesem Jahr etwas zurück. Während in den vergangenen Jahren teilweise mehrere der bunten, an einen Paradiesvogel erinnernden Blüten gleichzeitig zu bewundern waren, blüht diesmal jede für sich.

Die Felsenorchidee (Dendrobium Kingianum), die ich im vergangenen Frühling geschenkt bekommen habe, hat den Winter gut überstanden. Blüten sind leider noch nicht in Sicht. Aber vielleicht braucht sie einfach etwas Zeit – und ich mehr Geduld. Denn nach Angaben verschiedener Websites blühen Felsenorchideen erst ab Februar, dann aber mitunter mehrmals im Jahr.

Die Narzisse „Bright Corsage“ ist im Wintergarten nur kurz zu Gast. Ich habe sie gestern gekauft, weil mir nach der Lektüre von Romy Pfyls Tag- und Nachtgedanken der Sinn nach Frühlingsblumen stand. Sobald es draußen wärmer wird, werde ich sie auswildern. In der Nähe meiner Lieblingsnarzisse Rip van Winkle ist noch Platz für weitere gelbe Blüten.

Erste Frühlingsboten

Vor ein paar Tagen habe ich die ersten Schneeglöckchen in unserem Garten entdeckt. Nach dem phänologischen Kalender, der sich nicht nach Daten, sondern nach Erscheinungen in der Natur richtet, zeigen sie, dass der Vorfrühling beginnt. Wahrscheinlich hatten sich die kleinen Pflänzchen bislang unter dem Schnee oder unter dem alten Laub versteckt, das noch zu Hauf auf unseren Beeten liegt.

In Frankreich heißen die Schneeglöckchen übrigens „perce-neige“, also „Schneedurchbrecher“, weil sie sich meist als erste Pflanzen durch den Schnee wagen. Angeblich sollen ihre Zwiebeln so viel Eigenwärme erzeugen, dass sie den Blüten einen Weg durch den Schnee schmelzen können. Doch das ist laut Wikipedia wissenschaftlich nicht belegt.

Mutige Blaukissen

Früher als die Schneeglöckchen haben sich die ersten mutigen Blaukissen-Blüten in unserem Garten gezeigt. Das ist erstaunlich, weil Aubrietien angeblich erst ab April blühen. Aber sie genießen bei uns einen großen Standortvorteil: Sie wachsen direkt am Wintergarten. Das überstehende Dach hält Wind und Schnee ab und das Glas reflektiert die Wärme der Sonne, wenn sie denn scheint. Aber es wird es wohl noch ein paar Wochen dauern, bis die Blüten wieder einen blau-violetten Teppich bilden.

Winterfeste Schneerosen

Damit, dass meine neue Christrose den ungewohnt schneereichen Winter überlebt hat, habe ich nicht gerechnet. Mein Mann hatte mir die üppig blühende Pflanze im Advent geschenkt – und anders als gewohnt hatte ich sie schon im Dezember ausgewildert. Eigentlich dürfen meine neuen Christ- oder Schneerosen den ersten Winter ihres Lebens im Wintergarten verbringen, um sich allmählich an die Temperaturen draußen zu gewöhnen. Aber unter dem schützenden Glas fühlte sich die Pflanze offensichtlich nicht wohl. Vielleicht war es ihr zu warm oder ihr Topf war zu klein. Hätte ich allerdings geahnt, dass dieser Winter viel schneereicher wird als die vorangegangenen, hätte ich ihr wohl einen größeren Topf spendiert oder einen anderen Platz für sie gesucht.

Draußen im Garten erholte sich die Pflanze schnell, bis sie im neuen Jahr tagelang unter einer dicken Schneeschicht verschwand. Doch die Schneerose machte ihrem Namen alle Ehre – und bewies eindrucksvoll, dass sie wirklich winterhart ist: Als der Schnee geschmolzen war, tau(ch)te sie – ebenso wie ihre vier älteren Brüder und Schwestern – wohlbehalten wieder auf. Mit leicht grünlich verfärbten Blütenblättern, weil es unter der Schneedecke ungewohnt dunkel war. Außerdem war die eine oder andere Blüte unter der Schneelast abgeknickt.

Jetzt bin ich guter Dinge, dass die Schneerosen auch den Hauch von Neuschnee, der sich über Nacht wieder auf ihre (Blüten)Blätter gelegt hat, überstehen und mir noch lange Freude bereiten werden.

Vögel beobachten am Küchenfenster

Ich hatte ganz vergessen, wie entspannend es ist. Einfach dazusitzen und den Vögeln zuzusehen. Vielleicht habe ich es aber auch nie ausprobiert. Zumindest nicht hier, in unserem Haus in Großburgwedel.

Als meine Tochter klein war, saßen Foe und ich oft in der Küche meines Elternhauses in Neumagen und sahen den Vögeln zu, die sich um das Vogelhäuschen im Garten scharten. Wenn ich keine Zeit hatte, beobachtete Foe mit ihrem Opa Amsel, Meisen, Spatzen und Co. Wahrscheinlich wurde an der Mosel die Grundlage für ihre Vogel-Leidenschaft gelegt, die bis heute anhält.

Foes erstes Vogelbuch – es blieb nicht lange das einzige

Schon als Kindergartengartenkind wünschte sich meine Tochter Vogelbücher, um mit ihrer Hilfe die heimischen Vögel zu entdecken und zu bestimmen, deren Namen wir Erwachsenen nicht kannten. Inzwischen ist sie selbst längst erwachsen und kennt sich mit Vögeln immer noch sehr gut aus. Außerdem ist sie eine ausgezeichnete Vogelfotografin. Ihre Fotos sind auf ihrer Website und unter anderem auf dem neuen Instagram-Account foes_birdphotographie zu sehen.

Im Alltag in Burgwedel fehlte mir neben Job, Kinderbetreuung und Haushalt die Zeit, Vögel zu beobachten. Vielleicht habe ich sie mir einfach nur nicht genommen. Aber natürlich fütterten wir die Vögel im Winter. Und als unser Vogelhäuschen ausgerechnet während des Lockdowns im Winter 2021 verschwunden war, brachte mein Mann den neuen Futterplatz an unserem Holzschober an.

Zwei Futterplätze

Das provisorsiche Vogelrestaurant kam bei unseren gefiederten Mitbewohnern gut an. Sicher auch, weil es direkt neben dem „Vogelhochhaus“ liegt, einem alten Baum auf dem Nachbargrundstück, in dem viele Vögel nisten. Neben dem Futterplatz am Holzschober gibt es in unseren Garten inzwischen eine zweite Futterstelle. Nachdem die Heilige Familie, die vorübergehend in dem neu gekauften Vogelhaus gewohnt hat, Anfang des Jahres weitergezogen ist, haben wir das Vogelhäuschen im Garten aufgestellt und es seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben. Aber das Futterplatz-Provisorium bleibt bei den gefiederten Gästen unumstrittendie Nummer eins.

In diesem Jahr ist der Andrang besonders groß – sicher auch, weil dieser Winter kälter und schneereicher ist als die vergangenen: Neben Kohlmeisen – bis zu sechs habe ich gleichzeitig am Futterplatz beobachtet – sind jetzt häufig Blaumeisen bei uns zu Gast, ebenso Buchfinken, Dompfaffen und Rotkehlchen.

Hausamsel bleibt verschwunden

Auch die Amseln sind zum Glück zurück: Sie waren in den vergangenen Jahren ganz aus unserem Garten verschwunden. Unsere Hausamsel hat das durch das Usutu-Virus verursachte Amselsterben wohl leider nicht überlebt. Sie und ihre Familie wohnten jahrelang in unserem Garten – und wenn wir in den Beeten arbeiteten, hielten sie sich gerne in unserer Nähe auf, um die Insekten und Würmer zu vertilgen, die wir dabei aufscheuchten. Weil die Familienmitglieder eine helle Stelle im Gefieder hatten, die offenbar von Generation zu Generationweitervererbt wurde, konnten wir „unsere Amseln“ leicht erkennen. Jetzt leben neue Amseln bei uns – und vielleicht werden sie irgendwann genauso zutraulich wie ihre Vorgänger. Ich tue mein Bestes, streue für sie Futter auf den Boden. So müssen sie nicht mit dem vorliebnehmen, was den anderen Vögeln aus dem Schnabel fällt. Denn Amseln bevorzugen bodennahe Futterstellenund bedienten sich gerne. Nur die Apfelstücke, die ich ausgelegt haben, verschmähen sie.

Start des Nature Journals

Aus dem Küchenfenster habe ich die Futterstelle am Holzschober im Blick – wie früher in meinem Elternhaus beobachte ich vom Küchentisch aus das Treiben draußen. So kann ich mein Vorhaben, ein Nature Journal zu beginnen, umsetzen, ohne hinaus in die Kälte zu müssen. Noch übe ich – schließlich ist noch keine Meisterin vom Himmel gefallen. Aber sobald es draußen wärmer wird, wird aus meinem Gartenvogel-Journal ein richtiges Nature Journal.

Vogelhaus mit Zwischenmietern

Ich kenne mich mit Vögeln nicht besonders gut aus. Die Vogelexpertin in der Familie ist seit jeher meine Tochter, die sich, warum auch immer, schon als Kind für Vögel interessierte. Nie werde ich eine Szene im Vogelpark Walsrode vergessen: Als wir uns den Volieren mit den Fasanen näherten, rief Foe, damals gerade fünf oder sechs Jahre, ganz begeistert: „Guck mal, Mama. Ein Lady Amherst Fasan.“ Der Mann, der neben uns ging, schaute sie erstaunt an, und seine Augen wurden noch größer, als er vor der Voliere stand und auf dem Schild wirklich den Namen Lady Amherst Fasan las.

Inzwischen ist Foe eine begeisterte Vogelfotografin: Auf ihrer Website sind Fotos von über 150 Arten, die sie in den vergangenen Jahren fotografiert hat. Wenn wir gemeinsam wandern, zeigt sie mir oft Vögel, die ich gar nicht kannte und die ich ohne sie sicher nicht entdeckt hätte: Baumläufer zum Beispiel oder Tannenmeisen. Um Vögel zu beobachten und zu fotografieren, harrt Foe oft stundenlang bei Wind und Wetter an einer Stelle aus.

Diese Geduld und Ausdauer würde ich nie aufbringen. Aber ich sitze gerne bei uns in der warmen Küche und beobachte durch das (geschlossene) Fenster die Vögel an ihrem Futterplatz. Den hat mein Mann provisorisch an unserm Holzschuppen angebracht, nachdem das alte Vogelhaus vor Jahren baufällig war.

Die Kohlmeisen sind die häufigsten Gäste.

Vor allem Kohlmeisen nutzen die Futterstelle gerne, aber auch Rotkehlchen, Blaumeisen, ein Buchfink und zwei mir unbekannte Vögel habe ich in den vergangenen Tagen gesehen. Welche es waren, konnte meine Tochter leider auf den verwackelten Handyfotos nicht erkennen. Vogelfotografie ist eben eine Kunst für sich.

Die Vögel stört das Futter-Provisorium nicht, trotzdem habe wir ihnen zu Weihnachten ein neues Vogelhaus spendiert. Das wird zurzeit allerdings noch von einem jungen Paar mit Baby genutzt. Ihre Behausung, ein schon altersschwacher Stall, hat den Umzug von der Mosel nach Norddeutschland nicht überstanden. Eine neue Wohnung fand die kleine Familie nicht und auch in den Herbergen, an deren Türen sie klopften, war leider kein Platz. Deshalb hat sie das Angebot, vorübergehend in das Vogelhaus einzuziehen, angenommen, obwohl das Haus weder Wände noch einen Aufzug hat.

Lange werden die drei sicher nicht bleiben. Und wenn sie in den nächsten Tagen weiterziehen, werden wir das Vogelhaus seiner wahren Bestimmung und den gefiederten Nutzern übergeben.

Spätherbst


Wie fühlt sich der Spätherbst für dich an – erst als ich diese Frage gestern Morgen las, wurde mir bewusst, dass der meteorologische Herbst schon morgen endet und der Winter übermorgen beginnt. Die Zeit rast, und ich rase notgedrungen mit.

Was die Prognosen der Meteorologen angeht, bin ich zwar eher skeptisch, aber ihre Einteilung der Jahreszeiten gefällt mir besser als die traditionelle astronomische. Für mich ist der Dezember definitiv ein Wintermonat. Und wenn der astronomische Winter am 21. Dezember anfängt, hoffe ich schon wieder ein bisschen auf den Frühling, weil die Tage dann langsam länger werden

Der Phänologische Kalender kennt keine fixen Daten, sondern orientiert sich laut Wikipedia „an charakteristischen Entwicklungsstadien typischer Pflanzen (phänologischer Zeigerpflanzen) und an dem Verhalten der Tiere.“  Und anderes als der meteorologische und der astronomische Kalender hat der phänologische nicht vier, sondern zehn Jahreszeiten.

Nach der Phänologischen Uhr des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hat der Spätherbst in Niedersachsen mit der Blattfärbung der Stieleiche in diesem Jahr am 19. Oktober begonnen, einen Tag früher als im langjährigen Mittel. Als am 9. November die Stieleichen die (meisten) Blätter abgeworfen hatten, endeten die Vegetationszeit und der Spätherbst. Für die Pflanzen hat der Winter also schon längst begonnen, nur wir Menschen haben es nicht gemerkt – oder keine Notiz davon genommen.

Auch in unserem Garten sind die Bäume und die meisten Büsche inzwischen kahl. Auch die Beeren von Schlehdorn, Felsenbirne und Berberitze haben die Vögel längst abgefressen, sie haben nicht gewartet, bis sie nach dem ersten Frost voll ausgereift waren. Nur ein paar Trauben und Hagebutten haben sie noch als Futterreserve für den beginnenden Winter übrig gelassen.

Die letzten Rosen sind jetzt auch verblüht, dafür blühen schon drei Christrosen. Die sind trotz ihres Namens mit den „richtigen“ Rosen weder verwandt noch verschwägert, sondern gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Die vierte Christrose ziert sich noch. Ich habe sie erst am Ende des letzten Winters „ausgewildert“. Sie ist die Kälte draußen wohl noch nicht so gewöhnt wie ihre älteren Geschwister und hofft vielleicht auf wärmere Tage.

Sie sind wieder drin

Alle Jahre wieder, wenn die ersten Boden- und/oder Nachtfröste drohen, kehren unsere Zimmerpflanzen von der Terrasse ins Haus oder in den Wintergarten zurück. In diesem Jahr erfolgte der allherbstliche Umzug allerdings in Etappen. Einige kleinere Pflanzen hatte ich schon Mitte Oktober unters schützende Glasdach gebracht. Beim Transport des großen Mosaiktischs half dann in der ersten Novemberwoche der Nachbar. Die Tischplatte ist nämlich nicht nur groß, sondern auch schwer. Denn die Mosaiksteinchen sind in ein etwa drei Zentimeter dickes Betonbett eingelassen, das mit einem Metallband ummantelt und von Armierungseisen durchzogen ist. Solide marokkanische Handarbeit eben.

Vergangene Woche war dann auch für die großen Pflanzen der Sommerurlaub vorbei. Gerade rechtzeitig. Denn als ich gestern Morgen aus meinem Schlafzimmerfenster schaute, waren die Pfützen auf dem Garagendach unserer Nachbarn mit einer dünnen Eisschicht bedeckt. Vor allem den Zitrusbäumchen hätte der Frost sicher zugesetzt.

Die Aloe Vera muss sich leider an die Kälte gewöhnen. Denn sie hat im Sommer noch einmal kräftig zugelegt, ist jetzt zu schwer, zu unhandlich undvor allem zu stachlig für den Rücktransport und muss deshalb draußen bleiben. Künftig werden wir sie bei Minusgraden durch eine Vlieshaube schützen – wenn der Frost nicht so überraschend kommt wie in der vorletzten Nacht.

Den Sommer haben alle Pflanzen drinnen und draußen gut überstanden. Der Osterkaktus ist voller Knospen und wird – trotz seines Namens – wohl wieder um die Weihnachtszeit blühen; die erste Blüte der Strelitzie hat sich ebenfalls schon hervorgewagt. Weitere werden in den nächsten Wochen folgen, obwohl Strelitzien Temperaturen zwischen 18 und 24°C lieben. Doch die gibt es in unserem ungeheizten Wintergarten nur an sonnigen Wintertagen. Dann genieße auch ich es dort zu sitzen, zu lesen und zu schreiben.

Damit, dass die Ufopflanze (Pilea peperomioides) den Sommer überlebt, hatte ich gar nicht gerechnet. Sie hatte im Frühjahr fast alle Blätter abgeworfen, sich aberwider Erwarten auf der Terrasse prächtig erholt.

Auch die Felsenorchidee, die ich im April geschenkt bekommen habe, hat sich auf der Terrasse gut entwickelt: Anders als den meisten Orchideen machen ihr weder direktes Sonnenlicht noch Temperaturen nahe null etwas aus. Blühen wird sie voraussichtlich erst ab Dezember – wenn es mehrere Wochen um die zehn Grad kühl war.

Ein wenig Sorgen bereitet mir die Orchidee, die ich vor sechs Jahren von meiner Mutter übernommen habe. Obwohl sie eigentlich ideal – hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung – an einem Ostfenster steht, kümmert sie seit einiger Zeit vor sich hin. Vielleicht hat sie sich im vergangenen Winter zu sehr verausgabt, als sie monatelang blühte. Oder sie sehnt sich nach ihrem alten Platz am Westfenster, weil sie Sonne am Abend lieber mag als am Morgen.  

Ein Umzug steht auch der Monstera im Erdgeschoss bevor, die ihrem Namen alle Ehre macht: Sie wächst und wächst und streckt ihre Blätter weit in den Flur hinein und wird den Durchgang in die Zimmer bald versperren. Da sie keine Sonne mag und viel Platz braucht, kommt als Standort eigentlich nur die Empore im Obergeschoss in Frage. Dort fühlen sich schon ihre kleinen Schwestern und ihre Cousine, die Monkey Leaf, sehr wohl. Auch Letztere hat ein sehr einnehmendes Wesen. Und vielleicht entsteht dort, wo jetzt noch meine Yogamatte liegt, schon bald ein kleiner grüner Urwald.

Monatsrückblog Oktober 2025

Im vergangenen Jahr habe ich regelmäßig am Anfang des Monats auf den vergangenen zurückgeschaut; warum ich im März damit aufgehört habe, weiß ich nicht mehr. Eine Rolle hat sicher auch gespielt, dass ich im Sommer wenig unternehmen Konnte. Doch jetzt will ich die Monatsrückblogs wieder aufleben lassen. Denn als ich vor ein paar Tagen über Denises Journalingfrage „Was ist dir im Oktober im Gedächtnis geblieben“ nachgedacht habe, wurde mir bewusst, was ich alles erlebt und schon fast wieder vergessen hatte.

Ich bin im Oktober viel gereist. Zwar meist nur kurz und „nur“ in Deutschland, aber oft. Ich war an der Nordsee, in Frankfurt auf der Buchmesse und in Neustadt an der Weinstraße. In den Harz und nach Hamburg bin ich sogar gleich zweimal gefahren.

An der Nordseeküste

Zwei Tage haben wir mit dem Wohnmobil auf unserem „Stammstellplatz“ in Döse direkt hinterm Deich verbracht. Weil im Herbst Millionen Zugvögel auf dem Weg nach Süden im Wattenmeer einen Zwischenstopp einlegen, hat uns diesmal unsere Tochter begleitet. Sie hat sich schon als Kind für Vögel interessiert und vor ein paar Jahren diese Leidenschaft wiederentdeckt. Wenn ich mit ihr unterwegs bin, zeigt sie mir immer wieder Vögel, die ich bis dahin gar nicht kannte. Mehr als 150 Vogelarten hat sie inzwischen fotografiert – einige der wirklich beeindruckenden Vogel- und Naturfotos sind auf ihrer Website zu sehen und zu kaufen.

Buchmesse in Frankfurt

Die Frankfurter Buchmesse habe ich zum ersten Mal während meines Studiums in Mainz besucht – und ich erinnere mich noch genau, wie überwältigt ich damals von der Zahl der Verlage und der ausgestellten Bücher war. Für einen Bücherfan wie mich war die Buchmesse das Paradies. Ich konnte mich gar nicht sattsehen.

Stundenlang lief ich durch die Hallen, blätterte in Büchern und sammelte kiloweise Prospekte vor allem von den kleinen Verlagen, deren Bücher man nur selten in Buchhandlungen fand. Besonders glücklich war ich, wenn ich einen Fachbesucherausweis ergatterte. Denn mit ihm konnte man montags, damals noch der letzte Messetag, Bücher deutlich unter dem Ladenpreis kaufen. Diese Gelegenheit habe ich gerne genutzt.

Auch als ich nicht mehr im Süden wohnte, bin ich regelmäßig zur Frankfurter Buchmesse (FBM) gefahren – und nach der Wende zur Leipziger. In diesem Jahr war ich zum ersten Mal seit Corona wieder in Frankfurt – und ein bisschen enttäuscht. Irgendwie hatte die Messe ihren Zauber verloren. Das ist vielleicht nach so vielen Buchmesse-Besuchen normal. Aber es liegt sicher auch daran, dass sich in der Buch- und Medienbranche vieles geändert hat. Über Neuerscheinungen oder Verlagsprogramme kann frau sich heute schneller und umfangreicher im Internet als an den Messeständen informieren. Für Gespräche haben die MitarbeiterInnen oft wenig Zeit und einige kleinere Verlage habe ich auf der Messe vergeblich gesucht. Manche kommen gar nicht mehr zur Buchmesse, andere stellen aus Kostengründen nur noch auf Gemeinschaftsständen aus. Und einige Verlage gibt es vielleicht gar nicht mehr.

Schön war’s auf der Buchmesse aber trotzdem, auch weil ich dort eine befreundete Verlegerin getroffen habe und mit ihr über ein (gemeinsames) Buchprojekt gesprochen. Das reicht im doppelten Sinne weit in die Vergangenheit zurück – bis ins Mittelalter und zu einer Exkursion während unseres Studiums. Vielleicht schaffen wir es ja irgendwann, es zu verwirklichen.

In der Pfalz

Zugegeben, auf dem direkten Weg zwischen Frankfurt und Hannover liegt Neustadt an der Weinstraße nicht, aber der Besuch bei meiner Freundin war den Umweg auf jeden Fall wert. Gemeinsam haben wir uns die Ausstellung Caesar und Kleopatra im Historischen Museum angesehen. In deren Mittelpunkt stand zwar das wohl berühmteste Paar der Antike, aber mehr als 240 Exponate aus acht europäischen Ländern informierten auch über die politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Hintergründe und ermöglichten virtuelle Streifzüge durch Alexandria und Rom. 

Und sie räumte mit dem Klischee Kleopatras als Femme fatal auf. Denn die ägyptische Herrscherin war nicht nur schön, sondern hochgebildet: Sie sprach viele Sprachen, hatte großes politisches Geschick und einen scharfen Verstand. Caesar und Cleopatra verbanden sicher nicht nur Liebe, sondern auch politische Interessen: Kleopatra suchte eine Schutzmacht, die ihre Herrschaft in Ägypten absicherte, Caesar den Zugriff auf die ägyptischen Ressourcen. Denn Rom war z. B. abhängig von Getreidelieferungen aus Ägypten. Das alles hatte ich sicher mal irgendwann gelernt, aber fast wieder vergessen. Reisen bildet eben.

Auf der Rückfahrt nach Neustadt haben wir dann in Deidesheim Halt gemacht. In einem Lokal habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Saumagen probiert – es schmeckt besser, als es sich anhört – und einen Rundgang durch eines der schönsten Weindörfer der Pfalz gemacht. Leider war es schon dunkel, aber ich werde gewiss wiederkommen, um Deidesheim und die Pfalz besser kennen zu lernen.

Hamburg: Planten un blomen

Planten un blomen habe ich erst im letzten Jahr entdeckt. Dabei liegt der Park mitten in Hamburg, zwischen Congress-Centrum, Messegelände und St. Pauli. Und anders als die Herrenhäuser Gärten in Hannover ist er ohne Eintritt zugänglich. Bei meinen ersten Besuchen hat mich die Atmosphäre im Japanischen Garten fasziniert: Er ist auch mitten in der Großstadt ein Ort der Ruhe. in dem die leuchtend roten Blätter des Japanischen Ahorns farbige Akzente setzen.

Am Rosengarten wäre ich wieder fast vorbeigelaufen. Bei meinem Besuch im Frühling blühten die Rosen noch nicht, im Oktober ist die Rosenzeit eigentlich vorbei. Doch dann sah ich aus der Ferne ein paar Blüten – und habe es mir anders überlegt.

Etwa 300 verschiedene Rosensorten wachsen in dem 5.000 Quadratmeter großen Garten – zum Beipiel historische und Englische Rosen, Strauch-, Wild-, Beet-, Kletter- und Hochstammrosen – und viele Stauden. Die meisten Sommerblumen waren längst verblüht, doch viele Rosen blühten immer noch und bewiesen, wie ausdauernd sie sind. Ich habe mir fest vorgenommen, spätestens im nächsten Sommer wiederzukommen: Denn in der Sommersaison erklingt im offenen Pavillon im Zentrum des Rosengartens täglich klassische Musik.

Hamburg: Hans Zimmer live

Mein Mann ist ein Fan von Hans Zimmer und er ist bei Weitem nicht der einzige. Die Barclays Arena war beim Konzert auf der Tournee „The Next Level“ ausverkauft.

Hans Zimmer ist wohl einer der begehrtesten und innovativsten Filmmusikschreiber Hollywoods. Mehr als 100 Filmmusiken hat er komponiert, u.a. für Rain Man, Fluch der Karibik, Interstellar, Da Vinci Code, Gladiator und König der Löwen. Für die Filmmusik von König der Löwen bekam er einen Oscar, zwölfmal wurde er nominiert.

Im Februar war ich schon einmal mit meiner Tochter in einem Hans-Zimmer-Konzert im Congress Centrum Hannover – und war enttäuscht. Nicht von der Musik und auch nicht von den InterpretInnnen: Die SängerInnen waren sehr gut, das Orchester ebenfalls. Nur die Tontechnik hat jämmerlich versagt. Übrigens nicht zum ersten Mal im CCH. Das Orchester übertönte den Chor fast immer und teilweise war die Musik unerträglich laut. Viele BesucherInnen gingen in der Pause. Wir blieben und wurden mit einer deutlich besseren zweiten Hälfte belohnt.

Sehr, sehr laut war auch der Auftakt beim Konzert in der Barclays Arena. Nach den ersten Takten zog ich meine Hörgeräte aus, was ein bisschen half. Wirklich gut wurde das Konzert ab dem dritten Stück. Highlight war sicher aus Circle of Life aus dem König der Löwen, aber fast noch besser hat mir das Stück aus dem Gladiator gefallen, dessen Titel ich leider nicht kenne, weil ich eine musikalische Analphabetin bin.

Übrigens war nicht nur die Musik, sondern auch der Veranstaltungsort selbst ein Erlebnis. Ich neige nicht zur Höhenangst, aber beim ersten Blick von unseren Plätzen auf die Bühne wurde mir doch etwas mulmig. Wir saßen in der letzten Reihe, über uns waren nur noch Technik und das Hallendach. Aber nach ein paar Minuten hatte ich mich an den Blick in die Tiefe gewöhnt und konnte das Konzert genießen.

Wandern im Harz

Der Monat endete, wie er begonnen hat: mit einer Wanderung im Harz. Am Reformationstag war die die Strecke schon länger und anspruchsvoller als am Anfang des Monats. Es gab einige Auf- und Abstiege, die ich bewältigte, ohne dass mein Fuß größere Probleme bereitete. Allerdings spielte mir mein Kopf an einigen Stellen einen Streich. Weil sie mich an meinen folgenreichen Ausrutscher im Mai erinnerten, bewegte ich mich an rutschigen und abschüssigen Passagen sehr vorsichtig und ängstlich. Aber auch das wird sich im Laufe der Zeit hoffentlich wieder ändern.

Auf unserer Wanderung vom Radauwasserfall nach Bad Harzburg und wieder zurück sind wir im Wald dann einem Wesen aus dem nördlichen Düsterwald begegnet. Thranduil, König der Waldelben in Tolkiens Roman Der Hobbit, gab sich die Ehre und ließ sich bereitwillig von mir fotografieren. Ein würdiger Abschluss eines erlebnisreichen Monats. (Weitere Cosplays von Foe Rodens unter https://foecreations.wordpress.com/cosplay/).