Im vergangenen Jahr habe ich zum ersten Mal an einer Challenge teilgenommen – und es hat erstaunlich gut funktioniert. Ziel war es, jeden Tag einen Text zu schreiben, ganz egal welchen. Ohne Druck, ohne festen Plan. Bei mir wurde dadurch Schreiben wieder zur täglichen Gewohnheit.
Von der „Dead Authors Challenge“, die Martin von Martins Buchgelaber ins Leben gerufen hat, habe ich zum ersten Mal in Kristinas Blog gelesen. Die Idee, die Werke von AutorInnen zu lesen, die vor 2026 gestorben sind, hat mir gefallen. Die lese ich nämlich eher selten; auf meinen Leselisten der vergangenen Jahre stehen meist aktuelle Bücher lebender Autoren
Zwar werde ich nicht an der Challenge teilnehmen. Denn eine wesentliche Bedingung für die Teilnahme ist es, Blogbeiträge über die ausgewählten und gelesenen Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen. Das werde ich – wenn überhaupt – nur bei einigen Büchern tun.
Aber ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr (mindestens) zwölf Bücher verstorbener AutorInnen zu lesen – jeden Monat eins.
Meine Dead-Authors-Leseliste
- Max Frisch: Biografie, ein Spiel
- Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz
- Marie Luise Kaschnitz: Tage, Tage, Jahre
- Alba de Cespedes: Was vor uns liegt
- Mascha Kaléko: Wir haben keine andere Zeit als diese
- Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Antisemitismus, Imperialismus, Totalitarismus
- Tiziano Terzano: Das Ende ist mein Anfang
- Christa Wolf: Sommerstück
- Sarah Kirsch: Allerlei-Rau
- László Krasznahorkai: Im Norden ein Berg, im Süden ein See, im Westen Wege, im Osten ein Fluß
- Rainer Maria Rilke: Du mußt dein Leben ändern
- Robert Gernhardt: Toscana Mia
Die Auswahl ist mehr oder weniger zufällig: Max Frischs „Biografie ein Spiel“ war früher eines meiner Lieblingsstücke, mit dem kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry habe ich dagegen immer ein wenig gefremdelt. Rainer Maria Rilkes „Du musst dein Leben ändern“ habe ich, das zeigen Unterstreichungen und Anmerkungen im Text, irgendwann einmal gelesen, aber ich erinnere mich nicht daran.
Einige der Bücher auf meiner Liste habe ich, ich gebe es zu, noch gar nicht oder zumindestnicht ganz gelesen, obwohl sie schon lange in meinem Bücherschrank stehen, Marie Luise Kaschnitz‘ Aufzeichnungen „Tage, Tage, Jahre“ beispielsweise oder „Das Ende ist mein Anfang“ von Tiziano Terzano. Die Challenge hilft mir also, meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) abzubauen.

Die Bücher von Alba de Cespedes, Mascha Kaléko und Hannah Arendt habe ich erst vor Kurzem gekauft oder geschenkt bekommen. Und Sarah Kirschs „Allerlei-Rau“ und Christa Wolfs „Sommerstück“ habe ich mir ausgeliehen, weil ich mich für die Künstlerkolonien und Schriftstellerheime in der DDR interessiere. Wirklich schade, dass Rückzugs- und Arbeitsorte wie Schloss Wiepersdorf oder die Künstlerkolonie Drispeth, in denen DDR-AutorInnen sich erholen, in Ruhe arbeiten und austauschen konnten, nach der Wiedervereinigung verschwunden sind.
PS: Zwei Titel von der Liste habe ich in seit Anfang des Jahres schon gelesen. Max Frischs Biografie hat mich auch beim Wiederlesen fasziniert. Und „Der kleine Prinz“ hat die zweite Chance genutzt, die er von mir bekommen hat.
