Jahresrückblog 2025

Ist es schon wieder so weit? Der von Judith Peters initiierte #Jahresrückblog war eine gute Gelegenheit, über das nachzudenken, was 2025 geschehen ist, mit Vergangenem abzuschließen und Ziele für das neue Jahr zu formulieren.

Wenn ich dem Jahr 2025 ein Motto geben sollte, wäre es der Satz von Blaise Pascal: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Denn mit den Planungen hat es im vergangenen Jahr wirklich nicht besonders gut geklappt. Da war nicht nur mein Unfall im Mai, der unsere Pläne durchkreuzt hat. Auch vorher oder nachdem mein Fuß wieder verheilt war ist vieles nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber andererseits hält es geistig fit und flexibel, wenn frau sich immer wieder auf neue Situationen einstellen und sie bewältigen muss. Das ist mir 2025 recht gut gelungen.

Meine Themen und Highlights in 2025

Gesundheit

Ja, ich gebe zu, ich bin verwöhnt: Wer ohne ernsthafte Erkrankung und ohne gravierende Verletzungen 68 Jahre alt geworden ist, hat wirklich keinen Grund zu klagen. Aber natürlich habe ich mir den Wanderurlaub mit meiner Tochter in Norwegen anders vorgestellt. Und eine mehrfache Sprunggelenksfraktur hätte es auch nicht sein müssen. Aber Shit happens bekanntlich.

Ich wurde noch in Norwegen zweimal operiert – und hatte Glück im Unglück: Ich bin in einem Wander- und Skigebiet gestürzt. Deshalb haben die Ärztinnen und PflegerInnen im Krankenhaus Volda viel Erfahrungen mit solchen Verletzungen und sie haben ihre Sache sehr gut gemacht. Von meinem Bett im Krankenhaus konnte ich die Berge und den Fjord sehen; der ADAC organisierte meinen Transport von Norwegen nach Hause. Ein halbes Jahr nach dem Unfall sind die Narben kaum mehr zu sehen und ich kann wieder fast beschwerdefrei gehen. Andere Bekannte mit der gleichen Verletzung hatten viel größere Probleme – einige mussten weitere Operationen über sich ergehen lassen und leiden noch unter den Spätfolgen. Dafür, dass mir das erspart geblieben ist, bin ich sehr dankbar.

Schreiben

Ich habe fast vierzig Jahre lang mein Geld mit dem Schreiben und Redigieren von Texten verdient – Schreiben spielt in meinem Leben immer noch eine wichtige Rolle. Aber als Rentnerin will ich mich meinen eigenen Schreibprojekten widmen – wann, wenn nicht jetzt. Doch ohne Termindruck von außen fiel es mir schwer, regelmäßig daran zu arbeiten, mein Ziel, den vor Jahren angefangenen Roman zu beenden, rückte in weite Ferne.
Die Schreibchallenge von Astrid Engel im August hat mir geholfen, meinen eigenen Schreibrhythmus zu finden – an ihr teilzunehmen, war definitiv eine sehr gute Entscheidung.

Die Aufgabe war leicht zu bewältigen: einen Monat lang jeden Tag einen Text schreiben, ganz egal welchen. Ohne Druck, ohne festen Plan. Als der August zu Ende war, habe ich einfach weitergemacht. Und so wurde Schreiben für mich wieder zur täglichen Gewohnheit – und mit der Übung kam auch der Spaß am Schreiben zurück.

Eigentlich mag ich Anglizismen nicht, doch hier ist der Ausdruck Gamechanger angebracht. Auch die Cowriting-Angebote der Textmanufaktur und von Denise Fritsch haben mein Schreiben und oder besser gesagt meine Schreibgewohnheitenben stark verändert.

Ich habe als freie Journalistin und Autorin (fast) immer alleine im Homeoffice gearbeitet – und das war gut so. Mein eigenes Schreibzimmer möchte ich auf keinen Fall missen. Aber vor einigen Jahren habe ich bei einem Schreibwochenende in Wien entdeckt, wie inspirierend und motivierend es ist, gemeinsam mit anderen zu schreiben. Ich habe die Idee dann nach Hannover exportiert – dort ist seit 2020 am ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr Frauenschreibtreff-Zeit.

Weil nach meinem Unfall in Mai das AutorInnenzentrum in Hannover für mich vorübergehend unerreichbar war, meldete ich mich direkt nach meiner Rückkehr aus Norwegen bei der Textmanufaktur an. Seither logge ich mich, wann immer ich kann, zum Schreiben am Morgen mit Sabine E. Rasch ein. Etwa zur gleichen Zeit habe ich die Schreibdates entdeckt, die Denise Fritsch dreimal wöchentlich organisiert . Beides hat mir sehr geholfen, regelmäßig an meinen Schreibprojekten zu arbeiten. Und allmählich entwickle ich unabhängig von den Cowritings eine eigene Schreibroutine.

Gemeinsam mit anderen schreiben im AutorInnenzentrum in Hannover

Reisen

Eigentlich wollten wir in diesem Jahr nach Holland, Belgien und in die Normandie fahren. Doch unsere Reisepläne blieben durch den Unfall in Norwegen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke; mein abrupt endender Urlaub in Norwegen war meine einzige größere (Auslands-)Reise. Immerhin habe ich diese Urlaubswoche sehr genossen. Die Landschaft in Norwegen ist wirklich atemberaubend und die Hauptstadt Oslo auf jeden Fall eine (weitere) Reise wert

Sieben Wochen lang durfte ich nach der zweiten OP meinen Fuß gar nicht belasten, danach musste ich das Gehen erst wieder lernen. Zudem ist unser Mini-Wohnmobil für mobilitätseingeschränkte Menschen nicht sonderlich gut geeignet. Und so haben wir erst dreieinhalb Monate nach meinem Sturz wieder einen Kurztripp unternommen: natürlich ans Meer, nach Cuxhaven. Weitere Kurzreisen mit dem Wohnmobil an die Nord- und Ostsee – nach Romö, Sylt und Zingst – folgten. Auch mit dem Zug war ich ab September wieder häufiger unterwegs – zu meiner Tochter in den Harz und zu den Enkelkindern nach Hamburg beispielsweise. Zum ersten Mal seit Corona war ich wieder auf der Buchmesse in Frankfurt und zweimal habe ich meine Freundin in Neustadt an der Weinstraße besucht.

Auch gewandert bin ich seit Oktober schon ein paarmal: Die Strecken sind noch vergleichsweise kurz, aber es geht voran. Und so bin ich guter Dinge, dass ich im nächsten Sommer die geplante mehrtägige Wanderung mit meiner Tochter ohne Probleme und hoffentlich unfallfrei bewältigen werde.

Kunst

Besondere Highlights waren sicher die vielen Museen und Ausstellungen, die ich 2025 besucht habe. Allein in Oslo Anfang Mai waren es zwei Skulpturenparks und vier Museen – das Norwegische Widerstandsmuseum, das Zentrum für Holocaust- und Minderheitenstudien, das neue Nationalmuseum für Kunst, Architektur und Design und natürlich das Munch. Das wird laut Wikipedia wegen seiner Fassade manchmal despektierlich „als die größte Leitplankensammlung der Welt bezeichnet“. Aber innen ist es das schönste Museum, das ich bislang gesehen habe. Ich war während meines Oslo-Aufenthalts gleich zweimal dort, beim zweiten Mal zugegebenerweise nicht nur wegen der Kunstwerke, sondern auch wegen der tollen Aussicht auf den Oslofjord.

Auch vom Ekebergparken hat frau einen tollen Blick auf die Stadt und den Oslofjord. Der Ausblick soll übrigens Edvard Munch zu dem berühhmten Gemälde „der Schrei“ inspiriert haben. Im Park sind 40 Skulpturen und Kunstinstallationen zu sehen, unter anderem von Renoir, Rodin und Dali, aber auch von vielen anderen (zeitgenössischen) KünstlerInnen. Eine wirklich beeindruckende Kombination von Kunst und Natur.

In Hannover haben mir zwei Ausstellungen im Sprengel Museum besonders gut gefallen: Niki – Kusama – Murakami – Love for infinity, die Werke von Niki de Saint Phalle, Yayoi Kusama und Takashi Murakami zeigt, und „Von Hannover nach Los Angeles“, in der Bilder und Fotos von Käte Steinitz zu sehen sind. Die Malerin, Fotografin, Autorin und Verlegerin musste in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts aus Nazi-Deutschland in die USA fliehen.

Die Flucht vor den Nazis ist den Menschen nicht gelungen, die der Regensburger Fotograf Stefan Hanke in sieben europäischen Ländern besucht und in ihrem Lebensumfeld oder an Orten ihres Leidens fotografiert hat. 72 eindrucksvolle Schwarz-Weiß Porträts von Überlebenden nationalsozialistischer Konzentrations- und Vernichtungslager waren in der Sonderausstellung „KZ überlebt“ im Landesmuseum zu sehen.  Kurze Texte und Zitate informierten über das unermessliche Leid, das den Menschen angetan wurde, und über ihre persönlichen Lebenswege.

Besonders stolz war ich auf die Ausstellung Natur-Momente meiner Tochter Nele Schmidtko. Etwa dreißig ihrer Natur- und Landschaftsfotos werden seit August im Haus der Kirche in Bad Harzburg gezeigt. Vögel gehören zu Neles Lieblingsmotiven –besser als die Vogelfotos gefallen mir ihre Landschafts- und Detailaufnahmen, die  die besondere Stimmung und den Zauber des Augenblicks einfangen.

Oma gegen rechts

Zunehmender Rechtsextremismus, Rassismus, Hetze gegen Minderheiten und Antisemitismus nicht nur, aber auch in Deutschland, Klimawandel, Krieg in der Ukraine – und ein amerikanischer Präsident, der keine Gelegenheit auslässt, Öl in die überall in der Welt auflodernden Feuer zu gießen und die vertraute Weltordnung zu sabotieren: Selten gab und gibt es so viele Gründe, auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. In der ersten Jahreshälfte 2025 habe ich das immer wieder getan. Bei großen Demos wie auf dem hannoverschen Opernplatz oder mit einigen wenigen Omas gegen rechts freitagsabends bei der Solidaritätswache vor der Synagoge der jüdischen Gemeinde. Mein Unfall und persönliche Gründe haben dieses Engagement vorübergehend unterbrochen. Aber ich mache im neuen Jahr weiter, versprochen. Denn gegen rechts sein genügt nicht. Frau muss es auch zeigen. Nie wieder ist nämlich jetzt.

Beruf: Einstieg in den Ausstieg

Seit ich vor gut zwei Jahren Rentnerin geworden bin, nehme ich keine Schreibaufträge mehr an. Zwei monatlich erscheinende Zeitschriften habe ich aber weiter korrigiert. Doch Mitte 2025 hat die KI die Korrektur der einen Zeitschrift übernommen. Wirklich unglücklich war ich darüber nicht – jetzt kann ich meine Zeit freier einteilen, ohne Rücksicht auf Abgabe- und Drucktermine. Irgendwann wird die Künstliche Intelligenz wahrscheinlich auch die zweite Zeitschrift korrigieren. Soll sie – ich sehe es gelassen.

Erste Male – Positives und Negatives

  • Ich habe mir im vergangenen Jahr zum ersten Mal etwas gebrochen, und zwar mein Fußgelenk, leider gleich mehrfach
  • Auch auf die zweite „Premiere“ am gleichen Tag hätte ich gerne verzichtet: auf meine erste Fahrt mit einem geländgängigen Quad. Mit ihm wurde ich vom Hochplateau auf der Insel Runde ins Tal transportiert. Es war ein wilder Ritt im unwegsamen Gelände und einmal haben wir uns so festgefahren, dass wir nur mühsam und mit Hilfe wieder frei kamen.
  • „Challenges“, neudeutsch für Herausforderungen, Aufgaben oder Mutproben, sind spätestens seit der „Ice Bucket Challenge“ sehr populär. Ich habe 2025 zum ersten Mal an einer teilgenommen, nämlich an der Schreibchallenge von Astrid Engel. Meine erste Challenge wird nicht meine letzte sein.
  • Bislang kannte ich nur Adventskalender mit Süßigkeiten oder kleinen Geschenken; digitale Adventskalender waren mir neu. Vor dem 1. Dezember habe ich gleich mehrere abonniert und wenn auch nicht alle, so doch einige Tipps und Empfehlungen umgesetzt. So habe ich mir das in den Kalendern von Frauen im Business bloggen“ oder der SEO-Akademie empfohlene Plug-in Yoast heruntergeladen, um die Auffindbarkett meines Blogs zu verbessern. Ob das gelingt? Ich bin gespannt.

Sieben Ziele für 2026

  1. Ich möchte in diesem Jahr endlich meinen Roman zu Ende schreiben.
  2. Ich möchte 2026 mindestens 60 Blogbeiträge veröffentlichen und meinen Instagramaccount reanimieren. Vielleicht schaffe ich es ja auch endlich, die besten Blogbeiträge aus den vergangenen Jahren und einige (kurze) Essays in einem Buch zusammenzufassen.
  3. Endlich an einem Schreibwettbewerb teilnehmen. Eine Schreibfreundin hat mir von einem Ü-70-Wettbewerb erzählt. In diesem Jahr gehöre ich zu dieser Zielgruppe.
  4. Ich kenne leider nur wenige heimische Pflanzen und Tiere. Das will ich ändern: Ich möchte mehr Zeit in der Natur verbringen und meine Beobachtungen und Entdeckungen in einem Nature Journal dokumentieren – mit Skizzen und Worten.
  5. Im vorletzten Jahr und in den ersten Monaten des vergangenen Jahrs bin ich täglich durchschnittlich mehr als 10.000 Schritte gegangen. Das möchte ich auch 2026 wieder erreichen. Denn ich bin überzeugt, dass Gehen nicht nur meinem Körper und meiner Seele guttut, sondern sich auch positiv auf mein Denken und Schreiben auswirkt.
  6. Ich möchte viel in diesem Jahr wieder mehr reisen und wandern. Geplant sind eine Wanderung auf der Rota Vicentina  in Portugal, eine Reise mit dem Wohnmobil zur Sonnenfinsternis nach Spanien sowie Kurztripps an die Mosel, in die Pfalz und ins Elsaß. Auf meiner Städtewunschliste stehen Kopenhagen, Wien und Brügge weit oben.
  7. Last, but not least habe ich mir fest vorgenommen, mich mehr zu engagieren: politisch zum Beispiel bei den Omas gegen rechts, gesellschaftlich im AutorInnenzentrum in Hannover. Dort organisiere ich nach wie vor den Frauenschreibtreff, außerdem engagiere ich mich in einer Gruppe, die den neu gewählten Vorstand unterstützt. Ich übernehme gelegentlich Cowriting-Termine und habe mich zur Kassenprüferin wählen lassen. Das habe ich noch nie gemacht, aber irgendwann ist immer das erste Mal.

Mein Motto für 2026

Wann, wenn nicht jetzt. Ich werde in diesem Jahr 70, worauf soll ich also noch warten.

Monatsrückblog Dezember 2025

Weihnachten ist vorbei, der Dezember und auch das Jahr gehen zu Ende: Zeit für den Monatsrückblog – diesmal früher als gewohnt, weil in den nächsten Tagen der Jahresrückblog 2025 folgen soll.

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Gefühlt endet der Dezember so, wie er begonnen hat: erkältet. Angefangen hat es Anfang Dezember mit leichtem Halskratzen, ohne Vorwarnung haben dann quasi über Nacht meine Stimmbänder ihren Dienst (vorübergehend) eingestellt. Drei Tage lang konnte ich gar nicht sprechen bzw. nur mühsam krächzen oder flüstern.

Es war schon ein merkwürdiges Gefühl, nicht mehr auf gewohntem Weg kommunizieren zu können: Die Apothekerin verstand zum Glück auch ohne Worte. Sie gab mir die Medikamente, die ich brauchte, und zudem noch den guten Rat, möglichst wenig zu sprechen, um meine Stimmbänder zu schonen. Nach drei Tagen kehrte meine Stimme dann wieder zurück, auch wenn sie immer noch ein bisschen heiser klingt. Husten und Schnupfen sind geblieben, mal mehr und mal weniger stark. Und dummerweise habe ich zuerst meinen Mann und über Weihnachten dann noch meine Tochter angesteckt.

Weihnachtsmärkte und andere Aktivitäten

Natürlich hat meine Dauererkältung auch meine geplanten Aktivitäten beeinträchtigt. Ich bin im Dezember nur einmal gewandert, war nur einmal im Museum und nur einmal im Kino: Sowohl die Käte-Steinitz-Ausstellung im Sprengel Museum als auch Fatih Akins Film „Amrum“ sind wirklich sehenswert. Nach Jena fahre ich anders als geplant wohl erst im nächsten Jahr. Und auch die diesjährige Weihnachtsmarktbilanz fällt Jahr eher mager aus. Mein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Goslar war eher eine Stippvisite, da selbst mir, bekennender Weihnachtsmarktfan, das Gedränge zu groß war. Als ich es am 23. Dezember endlich schaffte, nach Hannover zu fahren, war der Weihnachtsmarkt in der Lister Meile bereits abgebaut. Ganz neu war auf meiner ewigen Weihnachtsmarkt-Liste in diesem Jahr nur der Weihnachtsmarkt am Niendorfer Markt in Hamburg. Und auch die Weihnachtsmärkte in Thönse und Großburgwedel waren für mich in diesem Jahr neu, weil sie früher an anderen Orten stattgefunden haben.

Weihnachtskonzerte in Hannover und Hamburg

Immerhin wurden aus zwei geplanten Konzerten im letzten Quartal des Jahres vier – auf die ersten beiden im Oktober und November folgten im Dezember zwei weitere. Im Sendesaal des NDR Funkhauses haben wir uns noch ein Weihnachtskonzert des Mädchenchors Hannover angehört – diesmal gemeinsam mit der NDR Radio Philharmonie. Mindestens ebenso gut gefallen hat mir das Weihnachtskonzert am Gymnasium Bondenwald. Meine älteste Enkeltochter spielt in Nachwuchs-Big-Band der Schule und hatte einen kurzen Soloauftritt – und ich finde es immer wieder beeindruckend, was die SchülerInnen auf die Bühne bringen.

Nachhaltige Adventskalender

Aus dem Vollen schöpfen konnte ich bei den Adventskalendern: Rund ein Dutzend hatte ich zu Beginn der Adventszeit abonniert, weil mich die Themen interessierten. Natürlich habe ich es nicht geschafft, alle Türchen pünktlich zu öffnen und die Inhalte anzuhören und/oder zu lesen. Doch ich habe mir viele nützliche Beiträge und Tipps heruntergeladen und abgespeichert. In den nächsten Wochen werde ich sie in aller Ruhe abarbeiten und zum Beispiel versuchen, Technik und Auffindbarkeit meines Blogs zu verbessern, mehr Ordnung in mein Leben und in unser Haus zu bringen, entspannter zu schreiben und öfter mal etwas Neues zu wagen. Herzlichen Dank auf diesem Weg allen für die Mühe und die tollen Inspirationen.

Der einzige analoge Adventskalender hatte Weihnachten ausgedient, die digitalen wirken nach.

Sperr- und Rauhnächte

Aufräumen, Altes Loslassen und sich für Neues öffnen – darum geht es auch in den Sperr- und Rauhnächten. Die Rauhnächte kenne und praktiziere ich schon lange, von den Sperrnächten habe ich in diesem Jahr erstmals gehört – und bin den Anregungen und Impulsen von Denise Fritsch gerne gefolgt.

Die Sperr- und Rauhnächte stehen symbolisch für die zwölf Monate des Jahres, die Sperrnächte vom 8. bis 20. Dezember für die des zu Ende gehenden, die Rauhnächte vom 24 Dezember bis 6. Januar für die des kommenden Jahres. Seit jeher sind die Nächte und Tage zwischen den Jahren eine magische Zeit, eine Zeit des Rückzugs und der Einkehr. Wie viele andere nutze ich sie, um auf das alte Jahr zurückzublicken und Pläne für das neue zu schmieden.

Obwohl: Wenn das zu Ende gehende Jahr mich eins gelehrt hat, dann, dass Blaise Pascal recht hatte, als er schrieb: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Denn mit meinen Plänen war es in diesem Jahr so eine Sache.

Vielleicht war es einfach keine gute Idee, im vergangenen Jahr das 13-Wünsche-Ritual neu zu interpretieren. Statt wie gewohnt in jeder Rauhnacht einen Zettel einem Wunsch ungelesen zu verbrennen und ihn so dem Universum anzuvertrauen, hatte ich auf den Zetteln die Namen der Monate notiert, für die sie bestimmt waren. Zu Beginn des jeweiligen Monats habe ich den Zettel dann gelesen und versucht, mich in diesem Monat auf diesen Wunsch oder dieses Ziel zu konzentrieren. Ein bisschen Eigeninitiative und Mitarbeit kann nicht schaden, dachte ich.

Aber gut gemeint ist ja bekanntlich nicht immer gut gemacht. Mein Plan hat nicht sonderlich gut funktioniert. So hatte ich für den Mai den Wunsch gezogen, gesund zu bleiben – ausgerechnet in dem Monat, in dem ich gestürzt bin und mir den Fuß gleich mehrfach gebrochen habe. 

Begleiter durch die Rauhnächte: meine 13-Wünsche-Box, eine Kerze und ein von Denise Fritsch für mich gemischtes Öl aus Majoran, Rosmarin und Zitrone

In diesem Jahr kehre ich also wieder zum gewohnten Ritual zurück: Ich ziehe jeden Abend einen Zettel aus meine 13-Wünsche-Box und übergebe ihn ungelesen dem Feuer und den höheren Mächten, statt ihnen ins Handwerk zu pfuschen. Sicher ist sicher.

Es weihnachtet sehr

Ich gebe es zu, ich bin ein Weihnachstfan. Oder genauer gesagt ein Vorweihnachtsfan. Ich mag die Adventszeit, und meist beleuchte ich schon ab Anfang November mein Schlafzimmer mit einer Lichterkette. Spätestens am 1. Advent hängt dann auch der Herrenhuter Weihnachtsstern, den mir meine Nachbarin vor Jahren geschenkt hat, in meinem Fenster – ganz klassisch in Weiß. Ich mag zwar die Farbe Lila, aber ein Stern in Violett – die Herrenhuter-Sonderedition dieses Jahres – geht gar nicht. Ich tue mich ja schon mit den roten und gelben Sternen im Wintergarten und im Wohnzimmer schwer.

Klassisch mag ich es auch bei Weihnachtsmusik: In der Vorweihnachtszeit starte ich meist mit Bach, Händel, Corelli und Co in den Tag. Ich liebe das Weihnachtsoratorium von Bach, aber morgens früh bevorzuge ich sanftere Töne wie Air von Edvard Grieg oder Georg Friedrich Händel, Siciliano oder Ave Maria von Bach oder das Largo von Antonio Vivaldi. Die Musikstücke habe ich zugegebenerweise nicht selbst ausgewählt – von Musik verstehe ich nämlich leider noch weniger als von Kunst. Aber ich besitze diverse CDs mit Titeln wie Weihnachts- oder Christmas-Meditationen, die ich in der Weihnachtszeit immer wieder höre. Und ja: ich nutze noch CDs, die ich auf altmodischen CD-Playern abspiele. Nur für unterwegs habe ich meine Lieblingsstücke auf dem Smartphone abgespeichert. In diesem Jahr stehen auch drei Live-Konzerte mit weihnachtlicher Musik auf meinem Vorweihnachtsprogramm.

Für den Adventskranz ist mein Mann zuständig: Er kauft jedes Jahr vor dem ersten Advent einen großen Kranz und schmückt ihn dann mit Kerzen und Bändern, so, wie er es als Kind bei seiner Mutter gesehen hat.

Früher musste unser Adventskranz die meiste Zeit im Wintergarten ausharren, nur die Wochenenden durfte er in der Wohnung verbringen. Wahrscheinlich war ihm das sogar recht. Denn im warmen Wohnzimmer verlieren Tannenzweige schnell ihre Nadeln; im kühlen Wintergarten bleiben sie dagegen lange frisch. Wenn dann an Weihnachten die Zeit der Adventskränze vorbei war, waren unsere immer noch so grün wie am ersten Tag. Aber wer braucht nach Weihnachten noch einen Adventskranz, der aussieht wie neu? Dieses Argument war letztendlich schwer zu entkräften. Und so darf der Adventskranz jetzt meist im Wohnzimmer bleiben – dass er schon am zweiten Advent ein wenig nadelt, nehme ich gerne in Kauf.

Der Adventskranz gehört bei uns zum Advent, einen Adventskalender hatte ich dagegen seit Jahren nicht mehr. In diesem Jahr hat mein Mann mir einen zum Geburtstag geschenkt – und er ist nicht der einzige geblieben. In einem Blogbeitrag hat Judith Peters nämlich fast 80 digitale Adventskalender zu unterschiedlichen verlinkt – und ich habe einige abonniert. Jetzt erhalte ich 24 Tage lang unter anderem Tipps, wie ich Ordnung schaffen, meinen Blog für Suchmaschinen sichtbarer machen, achtsamer leben, Neues wagen und entspannter schreiben kann.

Wirklich gespannt bin ich auf die Impulse zu den Sperrnächten, die Denise Fritsch ab kommenden Montag versendet. Die Rauhnächte kenne ich schon lange, die zwölf Nächte „zwischen den Jahren“ sind für mich eine besondere Zeit. Von den Sperrnächten hatte ich dagegen noch nichts gehört. Sie beginnen, so Denise Fritsch, am 8. Dezember und enden am 21. Dezember, am Tag der Wintersonnenwende. Sie stehen wie die Rauhnächte symbolisch für die zwölf Monate des Jahres, allerdings für die des zu Ende gehenden. „In ihnen dürfen wir abschließen, was vergangen ist. ‚Sperren‘ heißt in diesem Sinne: das Alte bewusst beenden, Frieden schließen und Platz schaffen – für das Neue, das kommen darf.“ Die Sperrnächte sind eine Zeit des Loslassens – und das gehört bisher gerade nicht zu meinen Stärken. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

Schreiben im November

Heute, am 1. November, beginnt der nanowrimo, der National novel writing month. Offiziell gibt es ihn gar nicht mehr. Denn im März stellte die Non-Profit-Organisation, die den Schreibmonat seit 2000 organsierte, laut Wikipedia ihre Arbeit ein – wohl aus finanziellen Gründen und weil es Auseinandersetzungen in der Community gab, unter anderem wegen eines Beitrags zur Künstlichen Intelligenz.

Aber die Idee lebt weiter. Auch in diesem Jahr setzen sich wieder Schreibende überall in der Welt das Ziel, im November einen (kurzen) Roman mit mindestens 50.000 Wörtern zu schreiben. Durchschnittlich 1.666 Wörter täglich waren und sind für mich völlig utopisch, denn ich gehöre zu denen, die das tun, wovor alle Schreibcoaches und Schreibratgeber eindringlich warnen: Ich überarbeite meine Texte bereits während des Schreibens.

Dass es besser wäre, unzensiert zu schreiben und die Überarbeitung auf später zu verschieben, leuchtet mir zwar ein. Aber 40 Jahre Schreibgewohnheit verbunden mit dem angeborenen und/oder anerzogenen Hang zum Perfektionismus lassen sich nicht so einfach ändern. Und so  habe ich – angeregt von den Instagrammerinnen Kathinka Engel und Kyra Groh – in den vergangenen Jahren aus dem nanowrimo meinen privaten „Schreib so viel du kannst November“, gemacht, quasi einen „nanowrimo light und stressfrei“. Auch der Account #SchreibSoVielDuKaNo ist übrigens (leider) nicht mehr aktiv.

Aber es gibt mehrere Alternativen zum nanowrimo. Einige englischsprachige nennt der Blogbeitrag „NaNoWriMo 2025/2026 – alles über den Monat für Autor*innen“ . Er enthält außerdem einige nützliche Tipps und beantwortet Fragen zum Schreibnovember. Und wer beispielsweise im Netz nach Schreibnovember, Schreibmonat oder Vielschreibmonat sucht, wird schnell fündig.

Ich habe mir für den Schreibnovember eigene Ziele gesetzt: Ich möchte vor allem intensiver an der Geschichte arbeiten, die ich schon vor Jahren begonnen habe: Damit sie irgendwann – sicher nicht in diesem, aber vielleicht im nächsten Jahr – fertig wird, habe ich mir vorgenommen,  jeden Tag durchschnittlich mindestens eine Stunde daran zu arbeiten. Außerdem möchte ich täglich mein Journal und mein Arbeitsjournal führen. Und auch zwei Blogbeiträge in der Woche stehen auf meiner To-want-Liste.

Die Chancen, dass die guten Schreibvorsätze zumindest die ersten beiden Tage überdauern, stehen nicht schlecht. Ich bin mit dem Schreibdate mit Denise Fritsch in den Schreibmonat gestartet und habe große Teile dieses Blogbeitrags geschrieben. Morgen treffe ich mich ganz analog wie an fast jedem erstenSonntag im Monat mit Schreibfreundinnen im AutorInnenzentrum Hannover, nächste Woche geht es dann wieder digital mit den Schreibzeiten der Textmanufaktur und von Denise Fritsch weiter.

Das gemeinsame Schreiben inspiriert und motoviert mich, danzubleiben. Dabei hilft mir auch eine Anregung, die ich aus einem Blogbeitrag von Astrid Engel übernommen. Jeder Tag, an dem ich meine Schreibziele erreicht habe, bekommt einen roten Punkt in meinem Kalender. „Nach ein paar Tagen willst du die Kette nicht mehr reißen lassen“, schreibt sie. Ich habe festgestellt, dass „Don’t break the chain“ bei mir funktioniert.

To want statt to do

Eigentlich wollte ich bei Judith Peters Blogtoberfest mitmachen. Die Aussicht mehr Bewegung in mein Leben zu bringen und „das 4. Quartal zu deinem besten in 2025 zu machen“ und mehr LeserInnen zu gewinnen, klang einfach zu verlockend. Aber dann hatte ich keine Lust, in einer weiteren To-do-Liste all meine Ziele bis zum 31. Dezember aufzulisten. Denn mit meinen Plänen ist es ja so eine Sache .

Doch als ich über einen Blogbeitrag von Astrid Engel auf einen älteren Blogbeitrag von Judith gestoßen bin, habe ich es mir nochmal anders überlegt. In ihrem Blogbeitrag beschreibt Judith Peters, wie sie mit regelmäßigen Quartals-Listen Berge versetzt .

Nun, Berge versetzen will ich nicht. Ich finde, wir Menschen pfuschen der Natur oft genug ins Handwerk und meist kommt nix Gutes dabei raus. 12-Wochen-Listen kenne ich und schreibe sie auch gelegentlich. Denn es stimmt, dass ich kurzfristige Ziele nicht so schnell aus den Augen verliere wie solche, die in ferner Zukunft liegen. Dann wird aus aufgeschoben doch allzu oft aufgehoben. Aber Judiths Abwandlung des Konzepts „12-Wochen-Jahr“ hat mir gefallen: Sie notiert nicht Dinge, die sie tun muss, sondern Projekte und Ereignisse, auf die sie sich freut, die sie sie erledigen möchte. Schreibt eben keine To-do-, sondern eine To-want-Liste.

Der langen Rede kurzer Sinn. Ich habe mich also noch in der Nacht hingesetzt und habe angefangen, Pläne und Vorhaben zu notieren, die ich nicht umsetzen muss, sondern möchte:

Schreiben

  1. Jeden Tag schreiben. Dank der August-Challenge von Astrid Engel klappt das seit Anfang August ganz gut klappt https://timetoflyblog.com/schreib-challenge-im-august-ich-bin-dabei.
  2. Dabei helfen mir vor allem die Online-Schreibtreffen, die die Textmanufaktur und Denise Fritsch anbieten . An ihnen möchte ich auch bis zum Ende des Jahres regelmäßig teilnehmen.
  3. Aber ich möchte endlich auch eine Schreibroutine etablieren, die mir hilft, mich an den Schreibtisch oder an den Computer zu setzen, wenn ich keine Schreibverabredung habe und nicht sehr motiviert bin.
  4. Den Nanowrimo gibt es nicht mehr – 50.000 Worte in 30 Tagen zu schreiben ist für mich ohnehin illusorisch. Aber ich möchte im November intensiver an der Geschichte arbeiten, die ich vor Jahren begonnen habe: Sie soll nicht unvollendet bleiben.
  5. Außerdem möchte ich bis zum Jahresende mehr bloggen: Ich habe ich in diesem Jahr bislang 40 Blogbeiträge geschrieben und veröffentlicht. Bis zum Jahresende sollen es 60 sein. Ich möchte also in den nächsten Wochen 20 Blogbeiträge schreiben, das sind fast zwei also wöchentlich. Dies ist Blogbeitrag Nr. 41.
  6. Auch Nature Writing möchte ich ausprobieren. Dabei können mir Wanderungen, Spaziergänge und Künstlertreffs in der Natur helfen.
  7. Und dann ist ja auch noch das Projekt 27. September, das Maxim Gorki ins Leben gerufen und Christa Wolf fortgeführt hat. Ich habe Ende Septermber einen Blogbeitrag darüber geschrieben und einige Schreibfreundinnen motiviert aufzuschreiben, was sie an diesem Tag erlebt, getan und gedacht haben. Irgendwann wollen wir uns treffen, uns unsere Texte vorlesen und uns austauschen.
  8. Ich notiere vieles ganz klassisch per Hand – in verschiedenen Büchern. Das hat den Nachteil, dass ich oft mehrere Bücher – Tagebuch, Notizbuch, Bulletjournal, Arbeitstagebuch – mit mir rumschleppe. Außerdem geht mancher gute Gedanke verloren, weil ich deine Notiz oder einen Text nicht wiederfinde. Ich möchte daher ein Notizsystem finden, das mir hilft, den Überblick zu bekommen oder zu bewahren (über Hinweise und Tipps freue ich mich sehr).

Reisen

  1. Früher bin ich oft zur Buchmesse gefahren: zuerst zur Frankfurter, dann auch zur Leipziger. Doch seit Corona hat es nicht mehr geklappt: In diesem Jahr habe ich mir wieder ein Ticket besorgt. Inzwischen bin ich schon wieder zurück und kann diesen Punkt auf meiner To-want-Liste schon abhaken. 
  2. Im November fahre ich zu meiner Freundin in die Pfalz, um mit ihr Geburtstag zu feiern und bei der Gelegenheit auch den Museums-Pass Musées einweihen, den sie mir geschenkt hat. Mit ihm kann ich ein Jahr lang mehr als 350 (!) Museen, Schlösser und Gärten in Deutschland, Frankreich und der Schweiz besuchen. Weitere Besuche sind also vorprogrammiert.
  3. Ich plane Städtetrips in zwei Städte, die ich noch nicht kenne: nach Jena zum Beispiel, das gar nicht so weit entfernt liegt.
  4. Vielleicht kann ich die eine oder andere Städtereise mit einem Abstecher auf einen Weihnachtsmarkt verbinden. Ich bin ein Weihnachtsmarktfan und möchte in diesem Advent zwei neue kennenlernen
  5. Die meisten meiner Freundinnen wohnen leider nicht in Burgwedel – und ich sehe sie auch deshalb viel zu selten. Bis Jahresende möchte ich drei von ihnen treffen. Zwei habe ich schon wiedergesehen: eine befreundete Verlegerin auf der Buchmesse und auf dem Rückweg die Freundin in der Pfalz.

Kulturelle und andere Aktivitäten

  1. Ich lese recht viel, aber nur selten Gedichte. Bis zum Jahresende möchte ich jeden Tag eines lesen. Das Buch „Mit Gedichten durchs Jahr. Ein lyrischer Kalender mit 365 Gedichten“ liegt jetzt neben meinem Bett. Heute Morgen habe ich nach dem Aufstehen Muriel Sparks „Eingetrübt“ gelesen (eine Brille brauche ich dazu zum Glück nicht).
  2. Zwei Konzerte stehen bis Jahresende auf meiner Wunschliste. Für eines – Filmmusiken von Hans Zimmer – haben wir schon Karten, das zweite soll ein Weihnachtskonzert sein, zum Beispiel ein Konzert des Mädchenchors Hannover.
  3. Die Idee ist von Julia Cameron*: Einmal in der Woche soll frau einen „Künstlertreff“ einplanen, also allein etwas unternehmen, was sie interessiert oder fasziniert. Eine gute Idee, die einen Platz auf meiner To-want-Liste verdient.
  4. Die hannoverschen Museen und die Herrenhäuser Gärten besuche ich dank Museums- bzw. Jahreskarte regelmäßig. Im Sealife war ich dagegen noch nie. Das möchte ich ändern.

Sport und Gesundheit

  1. Eigentlich bewege ich mich gerne und viel. Bis zum 13. Mai bin  ich täglich durchschnittlich mehr als 10.000 Schritte gegangen. Aber nach meinem Unfall durfte ich ein paar Wochen das gebrochene Sprunggelenk gar nicht belasten, danach musste ich erst wieder gehen lernen (ein Ziel für das dritte Quartal, das ich erreicht habe). Jetzt setze ich mir ein neues Ziel: 8.000 Schritte am Tag.
  2. Drei Spaziergänge in der Woche – auch das ist eine Anregung von Julia Cameron. Allein und ohne Smartphone, nur mit meinem Notizbuch möchte ich spazieren gehen. Nicht nur der Gesundheit wegen, sondern um Klarheit zu finden und meine Beobachtung zu schulen.
  3. Längere Strecken zu gehen, muss ich erst wieder üben. Eine erste (kurze) Wanderung habe ich Anfang des Monats schon geschafft https://timetoflyblog.com/update-es-geht-weiter, (mindestens) zwei weitere sollen folgen.
  4. Yoga hatte bis zu meinem Unfall einen festen Platz im Tagesablauf, nämlich früh morgens, während ich – noch vor den Morgenseiten – die erste Tasse aufbrühte. Weil ich morgens direkt keinen Kaffee mehr trinke, muss ich einen neuen Platz für meine Übungen finden.
  5. Ich bin ein Saunafan, aber mein letzter Saunabesuch liegt schon Monate zurück. Bis zum Jahresende möchte ich mir zwei Thermenbesuche gönnen.

Last, but not Least

 „Was kann ich der Welt zurückgeben?“ lautete eine der Fragen, die Judith Peters in der Vorlage für den Blogtober stellte. Das klingt mir zugegebenerweise zu pathetisch. Ob ich der Welt etwas zurückgeben kann, weiß ich nicht. Ich möchte mich auf jeden Fall mehr im AutorInnenzentrum Hannover engagieren. Katia, die für den Vorstand des Vereins kandidiert, hat eine Liste mit Aufgaben herumgeschickt, die erledigt werden müssen. Ich werde anbieten, die eine oder andere zu übernehmen.

*Julia Cameron, Emma Lively: Es ist nie zu spät, neu anzufangen. DEr Weg des Künstlers ab 60. Droemer Knauer München 2016

Beim Schreiben nicht allein: Warum ich gerne mit anderen schreibe

Ich habe als freie Journalistin und Autorin jahrzehntelang im Homeoffice gearbeitet – schon, als es dieses Wort noch gar nicht gab. Geschrieben habe ich (fast) immer allein. Wie gut es tut, (manchmal) gemeinsam mit anderen zu schreiben, habe ich erst vor einigen Jahren bei einem Schreibwochenende in Wien entdeckt. Ich habe die Idee dann nach Hannover exportiert und dort einen (Frauen)Schreibtreff initiiert. Seit mehr als fünf Jahren treffen wir uns am ersten Sonntag im Monat, um einen Nachmittag lang gemeinsam – jede an ihren eigenen Texten – zu schreiben.

Inzwischen nutze ich neben dem Schreibtreff auch andere Möglichkeiten zum Cowriting: So logge ich mich, wann immer ich Zeit habe, dienstags bis freitags bei der von der Textmanufaktur angebotenen Schreibzeit am Morgen ein oder am späten Mittwochnachmittag beim Schreibdate von Denise Fritsch. Manchmal verabrede ich mich mit meiner Schreibpartnerin zum gemeinsamen Schreiben – mal treffen wir uns online, mal ganz analog irgendwo in Hannover. Und dann gibt es ja auch noch das Cowriting mittwochs im AutorInnenzentrum.

Gemeinsam Schreiben im AutorInnenzentrum in Hannover

Mein eigenes Schreibzimmer möchte ich auf gar keinen Fall missen. Und nach wie vor schreibe ich meist allein. Aber es gibt (für mich) eben auch gute Gründe, mich (regelmäßig) mit anderen zum Schreiben zu verabreden. Hier die fünf wichtigsten.

1. Schreibverabredungen schaffen Verbindlichkeit

Zeit zu schreiben hätte ich als Rentnerin eigentlich genug. Aber seit Schreiben für mich „nur noch“ Hobby ist, ich keine Abgabetermine mehr einhalten und mit Schreiben kein Geld mehr verdienen muss, nehme ich mir diese Zeit zu selten. Der Wunsch und der gute Willen sind da, aber dann gibt es im Alltag allzuoft Dinge, die zuerst erledigt werden wollen. Mal wartet die Wäsche, das Badezimmer muss mal wieder geputzt, eine Mail geschrieben oder das Unkraut im Garten gejätet werden.

Wenn ich mich mit anderen zum Schreiben verabrede, halte ich diese Verabredung in der Regel ein und sage sie nur ab, wenn es einen wirklich triftigen Grund gibt. Ich nehme mir dann also nicht nur vor, zu schreiben, sondern ich tue es auch – und komme dann mit meinen Texten oder Projekten auch meist voran.

2. Keine Ablenkung durch Alltagsdinge

Scheinbar wichtige Dinge (siehe oben) verhindern nicht nur, dass ich anfange zu schreiben, ich lasse mich von ihnen auch allzugerne unterbrechen. Wenn ich mich mit anderen irgendwo an einem anderen Ort zum Schreiben treffe, bleiben viele alltäglichen Ablenkungen zu Hause. Aber auch bei Online-Schreibtreffs am heimischen Computer hält mich die Anwesenheit der Mitschreiberinnen im virtuellen Raum davon ab, andere Dinge zu tun. Meist lasse ich meine Kamera während der Schreibzeit an, damit alle sehen können, dass ich brav an meinem Platz bleibe und schreibe. Und manchmal klicke ich selbst auf die Videobilder der MitschreiberInnen. Denn es motiviert mich, wenn ich ihnen einen Moment beim Schreiben oder Nachdenken zusehen kann.  

3. Gemeinsames Schreiben inspiriert

Die besondere Atmosphäre, die beim gemeinsamen Schreiben entsteht, hat Judith Wolfsberger in ihrem Buch „Schafft euch Schreibräume“* sehr gut beschrieben. „In diesem gemeinsamen Schreibraum wird frau getragen von der kreativen Energie der Gruppe, dem Klappern der Tastaturen und Teetassen, dem Blättern, Kritzeln, Atmen, dem Kaffeegeruch. Die anderen schreibenden Körper, aktiven Köpfe, kreativen Seelen im Raum schaffen eine Anwesenheit, Gemeinsamkeit, die über so manche Ausflucht oder Selbstzweifel hinwegträgt. Dadurch stellt sich die innere Klarheit ein: jetzt bin ich hier in diesem Schreibraum, also schreibe ich“, schreibt sie auf Seite 209.

Die inspirierende Atmosphäre entsteht, so meine Erfahrung, auch im digitalen Raum – ohne die von Judith Wolfsberger beschriebenen Gerüche und Geräusche. Denn die Mikros sind während der Schreibzeit ausgeschaltet, damit alle wirklich ungestört schreiben können. Allein das Wissen, dass auch andere zur gleichen Zeit konzentriert schreiben, motiviert mich, erhöht meine Kreativität. Und meine innere Kritikerin traut sich meist gar nicht hervor, wenn sie die Anwesenheit und die geballte Kraft der vielen Schreibenden spürt.

4. Feste Abläufe sind hilfreich

SchreibexpertInnen sind sich einig: Feste Schreibzeiten und Schreibrituale helfen, in den Schreibmodus oder gar -flow zu kommen. Mir ist es bis jetzt noch nicht gelungen, in meinem Alltag eine eigene Schreibroutine und feste Schreibzeiten zu etablieren. Beim gemeinsamen Schreiben – ob digital oder analog – gibt es beides: feste Zeiten und bestimmte Abläufe, zum Beispiel eine kurze Mediation, Schreibimpulse oder ein Austausch über die Schreibziele am Anfang, eine ebenso kurze Reflexion am Schluss. Mir hilft’s.

5. Es macht Spaß, gemeinsam mit anderen zu schreiben

Ob singen, laufen, wandern oder malen: Vieles unternehmen wir gemeinsam mit anderen. Nur beim Schreiben bleiben wir meist allein – vielleicht weil viele beim Schreiben Ruhe brauchen. Oder weil das Bild vom Schriftsteller, der allein an seinem Schreibtisch sitzt, in den Köpfen vieler Schreibender spukt.

Dass Frauen ein eigenes Zimmer brauchen, um erfolgreich schreiben zu können, hat Virginia Woolf in ihrem berühmten Essay vor fast 100 Jahren geschrieben. Aber Schreiben war für sie auch eine gemeinschaftliche Sache. „Sie war Teil der von ihr und ihrer Schwester Vanessa Bell initiierten Bloomsbury Group. Ihr Leben lang genoss sie intensiven Austausch mit ihrer community, das gegenseitiges Feedback und tausende lange Briefe, die sich gegenseitig schrieben“, schreibt Judith Wolfsberger auf ihrer Website Virginias Vision.

PS 1: Es sind übrigens meist Frauen, die gemeinsam mit anderen schreiben möchten. Der Frauenschreibtreff im AutorInnenzentrum hat einmal als offener Schreibtreff begonnen – und wurde irgendwann zum Frauenschreibtreff, weil schreibende Männer kein Interesse am gemeinsamen Schreiben hatten. Und auch bei den Online-Schreibtreffen sind die meisten TeilnehmerInnen weiblich. 

PS 2: Dieser Blogbeitrag ist zum größten Teil in der Schreibzeit am Morgen mit Sabine E. Rasch und während des Schreibdates mit Denise Fritsch entstanden.

PS 3: Mit diesem Blogbeitrag habe ich Judith Peters Blog-Empfehlung für die Kalenderwoche 29/2025 aufgegriffen. Sie schlägt vor, darüber zu schreiben, warum ich irgendetwas – z. B. Bloggen, Radfahren, Schwimmen oder Gärtnern – besonders liebe

Allerdings widerstrebt es mir, das Wort „lieben“ in diesem Zusammenhang zu verwenden. Denn hier halte ich es mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann, der auf die Frage, ob er den Staat denn nicht liebe, geantwortet haben soll: „Ach was, ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau; fertig!“ (Zitiert von Hermann Schreiber in DER SPIEGEL, 13. Januar 1969 ). Ich finde, Gustav Heinemann hatte recht.

Judith Wolfsberger: Schafft euch Schreibräume! Weibliches Schreiben auf den Spuren Virginia Woolfs. Ein Memoir. Gebundene Ausgabe, Brill Österreich Ges.m.b.H.; 1. Edition (5. März 2018), 29 Euro

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