Monatsrückblog September 2026

Nach zwei Monaten Sommerpause will ich die Monatsrückblogs fortsetzen – wie so oft kommen sie spät, aber ab jetzt hoffentlich wieder regelmäßig.

Landesgartenschau in Bad Nenndorf

Anfang September habe ich es endlich geschafft, zur Landesgartenschau nach Bad Nenndorf zu fahren. Von der letzten niedersächsischen Landesgartenschau in Bad Gandersheim vor drei Jahren war ich wirklich begeistert – die LaGa in Bad Nenndorf war allein schon wegen der Süntelbuchenallee eine Reise wert. Doch gerade von der Süntelbuchenalle war ich gelinde gesagt sehr enttäuscht.

Denn der schmale naturbelassene Pfad, der bei meinem letzten Besuch durch den kleinen Wald mit den skurril geformten Bäumen führte, wurde durch einen breiten Holzsteg ersetzt. Das mag sinnvoll sein, um die Bäume während der Landesgartenschau vor den außergewöhnlich vielen BesucherInnen zu schützen. Außerdem können so auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Süntelbuchenallee bewundern. Aber die Süntelbuchenallee hat durch den Umbau viel von ihrem Charme – und wie mir schien auch einige Bäume – verloren. Und leider ist wohl auch nicht geplant, nach der Gartenschau den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen oder den breiten Holzweg zumindest zu verkleinern. Dabei ist er für normale Besucherzahlen sicher überdimensioniert.

Insgesamt hat mich da LaGa-Gelände nicht wirklich überzeugt. Aber ich habe sicher nicht alles gesehen, auch weil die Ausschilderung teilweise (vorsichtig ausgedrückt) sehr sparsam war. Und auch der Lageplan, den ich am Eingang bekommen habe, war nicht immer hilfreich.

Highlights waren für mich sicher – neben der meiner Meinung nach verschandelten Süntelbuchenallee – unter anderem der Spiegelsaal und der Wasserspielplatz. Gefallen haben mir auch der Heil- und Küchengarten, die leider außerhalb des eigentlichen Geländes lagen.

Zinnober

Das erste Septemberwochenende ist in Hannover Zinnoberzeit. In diesem Jahr haben sich wieder mehr als 300 KünstlerInnen an der Kunstaktion beteiligt, ihre Ateliers geöffnet und/oder ihre Werke in Galerien und Ausstellungen gezeigt. Viele Ateliergemeinschaften sind in freigewordene Büro- und Gewerbeimmobilien eingezogen – in die Eisfabrik in der Südstadt beispielsweise, in den Alten Schlachthof auf der Bult, in die Bettfederfabrik in Linden, in die alte Kornbrennerei oder an der Schulenburger Landstraße 150/152 in Hainholz.

In dem Gewerbegebiet im Norden Hannovers habe ich wie schon in den letzten Jahren meine Rundreise durch die hannoverschen Kunstorte begonnen. Denn nirgendwo sonst arbeiten so viele KünstlerInnen auf so engem Raum. Manche teilen sich zu zweit oder mit mehreren einen Raum. Die meisten haben zwar ein Atelier für sich. Aber das Arbeiten Tür an Tür erleichtert den Austausch mit den KollegInnen und es entsteht eine kreative Atmosphäre, die inspiriert und motiviert.

Einige Ateliers besuche ich schon seit Jahren und immer wieder gerne. Aber es kommen auch immer wieder neue KünstlerInnen hinzu. So ist auf in dem Gelände seit vergangenem Herbst ein inklusives Atelier- und Kulturzentrum entstanden. In der Halle der ehemaligen Strumpffabrik Pomp, die dem Zentrum ihren Namen gab, teilen sich derzeit acht KünstlerInnen vier Ateliers. Neben einem großen Ausstellungsraum und einem offenen Foyer gibt es Büro-, Lager- und Gemeinschaftsräume sowie ein Gastatelier. Und ich bin gespannt, wie sich das Projekt weiter entwickelt.

Neu entdeckt habe ich in diesem Jahr die Ateliergemeinschaften in im Alten Schlachthof und in der Kornbrennerei. Begeistert hat mich dort vor allem das Atelier von Claudia Kudlinski, aber auch das Modeatelier von Allen Zickert, Elena Nietzold und Lena Marei Schünemann hat mir gefallen.

Mein erster Besuch dort wird sicher nicht der letzte sein. Beim nächsten Mal, das habe ich mir fest vorgenommen, werde ich mir mehr Zeit für die Atelierbesuche nehmen – auch wenn ich dafür den Frauenschreibtreff im AutorInnenzentrum verschieben oder ausfallen lassen muss. Vielleicht kann ich meine Mitschreiberinnen dann aber auch überreden, mit mir durch die Ateliers zu ziehen und sich von der kreativen Atmosphäre begeistern zu lassen

Beim Schreiben nicht allein

Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiß es: Ich schreibe gerne gemeinsam mit anderen. Der erste Sonntagnachmittag im Monat ist fast immer für den Frauenschreibtreff im AutorInnenzentrum Hannover reserviert. Manchmal treffe ich mich mit einer Schreibfreundin, um mit ihr zu schreiben – mal live, mal online. Außerdem logge ich mich regelmäßig zu den Online-Schreibttreffs von Denise Fritsch und der Textmanufaktur ein.

Weil ich weiß, dass Schreibverabredungen auch im digitalen Raum gut funktionieren, habe ich beim AutorInnenzentrum in Hannover einen Online-Schreibtreff initiiert. Denn für Schreibende, die wie ich nicht in Hannover wohnen, ist der Weg ins Autorinnenzentrum manchmal zu weit und zu zeitaufwendig. Im September haben wir zweimal online gemeinsam geschrieben, im Oktober schon einmal. Eine Fortsetzung ist geplant. 

Der 27. September

Das von Maxi Gorki initiierte und durch Christa Wolfs Bücher bekannt gewordene Schreibprojekt fasziniert mich schon lange. Damit es nicht in Vergessenheit gerät, habe ich auch in diesem Jahr meine Schreibfreundinnen aufgerufen, ihren 27. September zu protokollieren.

Und anders als im vergangenen Jahr will ich in diesem Jahr ein Treffen der Frauen organisieren, die mitgeschrieben haben. Vielleicht um den Todestag von Christa Wolf herum, der sich am 1. Dezember zum 15. Mal jährt. Um diesen Zeit  treffen sich auch die Frauen im Frauenzentrum Kempen, die die Tradition schon seit 2012 fortführen. Dass  Andrea Hahnfeld zur Blogparade „Ein Tag im Jahr“ aufgerufen hat, habe ich zufällig durch den Newsletter von Gabi Kremeskötter erfahren, die sich daran beteiligt und auf ihrem Blog einen Beitrag veröffentlich hat. Vielleicht entsteht ja aus vielen kleinen Gruppen und Initiativen irgendwann eine größere Bewegung.

Texel

Warum wir uns Texel für unseren Kurzurlaub mit dem Wohnmobil ausgesucht haben, weiß ich gar nicht mehr. Wir wollten ans Meer, ich wollte mal wieder nach Holland, obwohl ich da mehr die hübschen kleinen Orte im Sinn hatte. Aber davon gibt es auf Texel sieben – ich habe mir immerhin sechs angesehen. Mit dem Fahrrad waren sie sehr gut zu erreichen. Denn die Insel ist nicht so groß – und die Radwege sind auf Texel ein Traum.

Ein Traum ist die Insel auch für Vogelfans: Bis zu 400 Vogelarten leben (zeitweise) hier. Denn Texel liegt auf der Zugroute der Vögel von Norden nach Süden – und umgekehrt. Und so machen viele Vögel im Frühjahr und Herbst auf ihrer Reise Station, ruhen sich aus und finden auf den Salzwiesen, Poldern, Sümpfen, Dünen und im Wald genügend Futter.

Ich kenne mich mit Vögeln nicht besonders gut aus, aber so viele Fasane wie auf Texel habe ich noch nie gesehen. Eine Familie wohnte bei uns auf dem Campingplatz, besuchte uns regelmäßig und suchten nach Essbarem. Gemeinsam mit einem ganzen Spatzenheer sorgten sie dafür, dass kein Krümel übrig blieb, wenn wir draußen aßen.

Unser Campingplatz lag an der Nordspitze der Insel, direkt hinterm Deich. Baden konnte ich leider nicht, obwohl das Wetter eigentlich sehr schön war. Denn Schwimmen war überall wegen der starken Strömung verboten. Und weil niemand ins Wasser ging, wagte ich mich auch nicht hinein, obwohl es sehr verlockend und gar nicht gefährlich aussah. Schade.

Welcome back home

Schwimmen konnte ich dann erst wieder in Burgwedel, wo die Freibadsaison Anfang Oktober zu Ende ging. Zu Hause gab es viel zu tun: Auf dem Dach wurden weitere Solarmodule installiert, mehr als 10 Kubikmeter Holz mussten gestapelt werden, weil wir das Haus teilweise mit einem Ofen heizen. Und last, but not least der Garten forderte unsere Aufmerksamkeit. Denn Topinambur, Giersch und co hören leider nicht auf zu wachsen, wenn wir nicht zu Hause sind.

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